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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kup
Sonderbund (Vaterl. Schsp.), 1881.
- Bilder a. d. Volksleben des Vorder-
Prättigaus, 1886. - Dramatische
Kleinigkeiten für Schule und Haus;
6 Hefte, 1889-1901. - Verwaist, aber
nicht verlassen (E.), 1892. 2. A. 1904.
- Ulrich Varnbühler, oder: Der Klo-
sterbruch zu Rorschach (Vaterl. Schsp.),
1897. - Dein gedenk' ich (V. für Al-
bumblätter etc.), 1899. - Sagen des
Kantons St. Gallen, 1903. - Balzli,
der Schwabengänger (E. f. jung und
alt), 1895. 2. A. 1909.

*Kupfer, Marie,

wurde am 8. De-
zember 1864 in dem kleinen Dorfe
Jnsel mitten in der Lüneburger Heide
als Tochter des dortigen Lehrers
Menke geboren und mußte, da der
Vater noch vor ihrer Konfirmation
starb, gleich nach derselben einen
Dienst in Bremen annehmen. Hier
hat sie eine glückliche Zeit verlebt.
Anders und sehr unglücklich gestaltete
sich ihre Lage, als sie sich mit einem
Schuhmacher in Erfurt verheiratet
hatte, mit dem sie später nach Schne-
verdingen in der Lüneburger Heide
übersiedelte. Die Ehe wurde schließ-
lich im Herbst 1897 gerichtlich geschie-
den. Marie K. behielt ihren Wohnsitz
in Schneverdingen bei, bis sie 1907
nach Wilhelmshaven und 1908 nach
Bremen verzog, wo sie einem Arzte
den Haushalt führt.

S:

Gedichte
der hannoverschen Volksdichterin M.
K., hrsg. v. Wilhelm Bube, 1897.

*Kupffer, Elisar von,

pseud. Eli-
sarion,
wurde am 7. (20. n. St.)
Februar 1872 zu Sophiental in Est-
land als Sohn des Dr. Adolf von K.
geboren, verbrachte seine ganze Ju-
gend auf dem Lande, auf dem Gute
Jootma in Estland, unter den edel-
sten Einflüssen gläubiger, aber nicht
bigotter Eltern, besuchte darauf das
klassische Gymnasium in Reval, das
er aber während der starken Russifi-
zierung verließ, und absolvierte dann
das deutsche Gymnasium von St.
Anna in St. Petersburg, zu dessen
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(1910 +) Direktor, dem geistig hervor-
ragenden Pädagogen Joseph König
er dauernde Beziehung gewann. K.
studierte danach an der Universität
in St. Petersburg die Rechte, verließ
aber Rußland und die baltische Hei-
mat, um seine Studien in Deutsch-
land fortzusetzen und Beziehung zum
deutschen Geistesleben zu gewinnen.
Er studierte in München und Berlin
politische Ökonomie, Geschichte und
Philosophie u. setzte dabei seine schon
früher begonnene schriftstellerische
Tätigkeit fort. Jm J. 1897 machte
er mit dem schon von St. Petersburg
her bekannten Philosophen u. Schrift-
steller Dr. Eduard von Mayer (s. d.!)
eine Reise durch ganz Jtalien, und
beide sind seitdem in ständiger Lebens-
verbindung geblieben. 1898-99 lebte
K. in Charlottenburg, den Winter
1899-1900 in Rom, wo er auch in
dem interessanten Salon der Gräfin
Lovatelli, geb. Prinzessin Caetano,
verkehrte, und 1900-02 wieder in
Charlottenburg. Hier erkrankte er
an einem heftigen Herz- und Nieren-
leiden, das ihn zwang, den Süden
aufzusuchen. Er siedelte 1902 mit sei-
nem Freunde Dr. Ed. von Mayer nach
Florenz über, verbrachte aber die fol-
genden Sommer meist am Genfer See
oder in Deutschland, unternahm dann
1908 mit seinem Freunde eine längere
Reise durch Griechenland, wo er reiche
Anregung empfing, und lebt seitdem
wieder in Florenz. Als Künstler
neuer Glaubensgestaltung und Ethik
ist er neuerdings in seinem beachtens-
werten Werke "Ein Neuer Flug und
eine Heilige Burg" (1911) hervor-
getreten.

S:

Leben und Lieben (Ge.),
1895. - Ehrlos (Nn. u. Sk.), 1898. -
Der Herr der Welt (Tr.), 1899. -
Lieblingsminne und Freundesliebe
in der Weltliteratur (Anthol.), 1900.
Jrrlichter (Dr.), 1900. - Auferstehung
(Jrdische Ge.), 2. A. 1903. - Doppel-
liebe (Nn. a. Estland), 1901. - Klima
und Dichtung, 1907. - Lebenswerte

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Kup
Sonderbund (Vaterl. Schſp.), 1881.
‒ Bilder a. d. Volksleben des Vorder-
Prättigaus, 1886. ‒ Dramatiſche
Kleinigkeiten für Schule und Haus;
6 Hefte, 1889‒1901. ‒ Verwaiſt, aber
nicht verlaſſen (E.), 1892. 2. A. 1904.
‒ Ulrich Varnbühler, oder: Der Klo-
ſterbruch zu Rorſchach (Vaterl. Schſp.),
1897. ‒ Dein gedenk’ ich (V. für Al-
bumblätter ꝛc.), 1899. ‒ Sagen des
Kantons St. Gallen, 1903. ‒ Balzli,
der Schwabengänger (E. f. jung und
alt), 1895. 2. A. 1909.

*Kupfer, Marie,

wurde am 8. De-
zember 1864 in dem kleinen Dorfe
Jnſel mitten in der Lüneburger Heide
als Tochter des dortigen Lehrers
Menke geboren und mußte, da der
Vater noch vor ihrer Konfirmation
ſtarb, gleich nach derſelben einen
Dienſt in Bremen annehmen. Hier
hat ſie eine glückliche Zeit verlebt.
Anders und ſehr unglücklich geſtaltete
ſich ihre Lage, als ſie ſich mit einem
Schuhmacher in Erfurt verheiratet
hatte, mit dem ſie ſpäter nach Schne-
verdingen in der Lüneburger Heide
überſiedelte. Die Ehe wurde ſchließ-
lich im Herbſt 1897 gerichtlich geſchie-
den. Marie K. behielt ihren Wohnſitz
in Schneverdingen bei, bis ſie 1907
nach Wilhelmshaven und 1908 nach
Bremen verzog, wo ſie einem Arzte
den Haushalt führt.

S:

Gedichte
der hannoverſchen Volksdichterin M.
K., hrsg. v. Wilhelm Bube, 1897.

*Kupffer, Eliſar von,

pſeud. Eli-
ſarion,
wurde am 7. (20. n. St.)
Februar 1872 zu Sophiental in Eſt-
land als Sohn des Dr. Adolf von K.
geboren, verbrachte ſeine ganze Ju-
gend auf dem Lande, auf dem Gute
Jootma in Eſtland, unter den edel-
ſten Einflüſſen gläubiger, aber nicht
bigotter Eltern, beſuchte darauf das
klaſſiſche Gymnaſium in Reval, das
er aber während der ſtarken Ruſſifi-
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das deutſche Gymnaſium von St.
Anna in St. Petersburg, zu deſſen
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Kup
(1910 †) Direktor, dem geiſtig hervor-
ragenden Pädagogen Joſeph König
er dauernde Beziehung gewann. K.
ſtudierte danach an der Univerſität
in St. Petersburg die Rechte, verließ
aber Rußland und die baltiſche Hei-
mat, um ſeine Studien in Deutſch-
land fortzuſetzen und Beziehung zum
deutſchen Geiſtesleben zu gewinnen.
Er ſtudierte in München und Berlin
politiſche Ökonomie, Geſchichte und
Philoſophie u. ſetzte dabei ſeine ſchon
früher begonnene ſchriftſtelleriſche
Tätigkeit fort. Jm J. 1897 machte
er mit dem ſchon von St. Petersburg
her bekannten Philoſophen u. Schrift-
ſteller Dr. Eduard von Mayer (ſ. d.!)
eine Reiſe durch ganz Jtalien, und
beide ſind ſeitdem in ſtändiger Lebens-
verbindung geblieben. 1898‒99 lebte
K. in Charlottenburg, den Winter
1899‒1900 in Rom, wo er auch in
dem intereſſanten Salon der Gräfin
Lovatelli, geb. Prinzeſſin Caëtano,
verkehrte, und 1900‒02 wieder in
Charlottenburg. Hier erkrankte er
an einem heftigen Herz- und Nieren-
leiden, das ihn zwang, den Süden
aufzuſuchen. Er ſiedelte 1902 mit ſei-
nem Freunde Dr. Ed. von Mayer nach
Florenz über, verbrachte aber die fol-
genden Sommer meiſt am Genfer See
oder in Deutſchland, unternahm dann
1908 mit ſeinem Freunde eine längere
Reiſe durch Griechenland, wo er reiche
Anregung empfing, und lebt ſeitdem
wieder in Florenz. Als Künſtler
neuer Glaubensgeſtaltung und Ethik
iſt er neuerdings in ſeinem beachtens-
werten Werke „Ein Neuer Flug und
eine Heilige Burg‟ (1911) hervor-
getreten.

S:

Leben und Lieben (Ge.),
1895. ‒ Ehrlos (Nn. u. Sk.), 1898. ‒
Der Herr der Welt (Tr.), 1899. ‒
Lieblingsminne und Freundesliebe
in der Weltliteratur (Anthol.), 1900.
Jrrlichter (Dr.), 1900. ‒ Auferſtehung
(Jrdiſche Ge.), 2. A. 1903. ‒ Doppel-
liebe (Nn. a. Eſtland), 1901. ‒ Klima
und Dichtung, 1907. ‒ Lebenswerte

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[147/0151] Kup Kup Sonderbund (Vaterl. Schſp.), 1881. ‒ Bilder a. d. Volksleben des Vorder- Prättigaus, 1886. ‒ Dramatiſche Kleinigkeiten für Schule und Haus; 6 Hefte, 1889‒1901. ‒ Verwaiſt, aber nicht verlaſſen (E.), 1892. 2. A. 1904. ‒ Ulrich Varnbühler, oder: Der Klo- ſterbruch zu Rorſchach (Vaterl. Schſp.), 1897. ‒ Dein gedenk’ ich (V. für Al- bumblätter ꝛc.), 1899. ‒ Sagen des Kantons St. Gallen, 1903. ‒ Balzli, der Schwabengänger (E. f. jung und alt), 1895. 2. A. 1909. *Kupfer, Marie, wurde am 8. De- zember 1864 in dem kleinen Dorfe Jnſel mitten in der Lüneburger Heide als Tochter des dortigen Lehrers Menke geboren und mußte, da der Vater noch vor ihrer Konfirmation ſtarb, gleich nach derſelben einen Dienſt in Bremen annehmen. Hier hat ſie eine glückliche Zeit verlebt. Anders und ſehr unglücklich geſtaltete ſich ihre Lage, als ſie ſich mit einem Schuhmacher in Erfurt verheiratet hatte, mit dem ſie ſpäter nach Schne- verdingen in der Lüneburger Heide überſiedelte. Die Ehe wurde ſchließ- lich im Herbſt 1897 gerichtlich geſchie- den. Marie K. behielt ihren Wohnſitz in Schneverdingen bei, bis ſie 1907 nach Wilhelmshaven und 1908 nach Bremen verzog, wo ſie einem Arzte den Haushalt führt. S: Gedichte der hannoverſchen Volksdichterin M. K., hrsg. v. Wilhelm Bube, 1897. *Kupffer, Eliſar von, pſeud. Eli- ſarion, wurde am 7. (20. n. St.) Februar 1872 zu Sophiental in Eſt- land als Sohn des Dr. Adolf von K. geboren, verbrachte ſeine ganze Ju- gend auf dem Lande, auf dem Gute Jootma in Eſtland, unter den edel- ſten Einflüſſen gläubiger, aber nicht bigotter Eltern, beſuchte darauf das klaſſiſche Gymnaſium in Reval, das er aber während der ſtarken Ruſſifi- zierung verließ, und abſolvierte dann das deutſche Gymnaſium von St. Anna in St. Petersburg, zu deſſen (1910 †) Direktor, dem geiſtig hervor- ragenden Pädagogen Joſeph König er dauernde Beziehung gewann. K. ſtudierte danach an der Univerſität in St. Petersburg die Rechte, verließ aber Rußland und die baltiſche Hei- mat, um ſeine Studien in Deutſch- land fortzuſetzen und Beziehung zum deutſchen Geiſtesleben zu gewinnen. Er ſtudierte in München und Berlin politiſche Ökonomie, Geſchichte und Philoſophie u. ſetzte dabei ſeine ſchon früher begonnene ſchriftſtelleriſche Tätigkeit fort. Jm J. 1897 machte er mit dem ſchon von St. Petersburg her bekannten Philoſophen u. Schrift- ſteller Dr. Eduard von Mayer (ſ. d.!) eine Reiſe durch ganz Jtalien, und beide ſind ſeitdem in ſtändiger Lebens- verbindung geblieben. 1898‒99 lebte K. in Charlottenburg, den Winter 1899‒1900 in Rom, wo er auch in dem intereſſanten Salon der Gräfin Lovatelli, geb. Prinzeſſin Caëtano, verkehrte, und 1900‒02 wieder in Charlottenburg. Hier erkrankte er an einem heftigen Herz- und Nieren- leiden, das ihn zwang, den Süden aufzuſuchen. Er ſiedelte 1902 mit ſei- nem Freunde Dr. Ed. von Mayer nach Florenz über, verbrachte aber die fol- genden Sommer meiſt am Genfer See oder in Deutſchland, unternahm dann 1908 mit ſeinem Freunde eine längere Reiſe durch Griechenland, wo er reiche Anregung empfing, und lebt ſeitdem wieder in Florenz. Als Künſtler neuer Glaubensgeſtaltung und Ethik iſt er neuerdings in ſeinem beachtens- werten Werke „Ein Neuer Flug und eine Heilige Burg‟ (1911) hervor- getreten. S: Leben und Lieben (Ge.), 1895. ‒ Ehrlos (Nn. u. Sk.), 1898. ‒ Der Herr der Welt (Tr.), 1899. ‒ Lieblingsminne und Freundesliebe in der Weltliteratur (Anthol.), 1900. Jrrlichter (Dr.), 1900. ‒ Auferſtehung (Jrdiſche Ge.), 2. A. 1903. ‒ Doppel- liebe (Nn. a. Eſtland), 1901. ‒ Klima und Dichtung, 1907. ‒ Lebenswerte * 10*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 147. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/151>, abgerufen am 27.03.2019.