Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Kle
die Familie zu dem Großvater nach
Schivelbein und nach dessen frühem
Tode in das Haus eines Oheims, des
Landvogteigerichtsrats Zoch in Heils-
berg, der für die Familie nach allen
Kräften sorgte. Hier empfing K. den
ersten Unterricht, besuchte später das
Kneiphöfische Gymnasium in Königs-
berg, dann das Gymnasium in Rasten-
burg und studierte 1841-44 in Königs-
berg Theologie, beschäftigte sich auch
in seinen Mußestunden gern mit poe-
tischen Versuchen. Nachdem er einige
Jahre Hauslehrer gewesen, wurde er
1847 Rektor und Katechet zu Bischof-
stein im Ermlande, 1854 provisorischer
Pfarrer zu Uderwangen und nach
einigen Monaten Pfarrer in Po-
mehrendorf bei Elbing, von wo er
1864 als Pfarrer nach Creuzburg in
Ostpreußen kam. Hier starb er nach
langwierigem Herzleiden am 18. Febr.
1886.

S:

Missionslieder, 1862. -
Elim (Evangelienlieder aus dem
Kirchenjahr), 1882. - Lutherlieder,
1883. - Credo! (Geistliche Lieder),
1884.

*Kleist, Ulrich Erasmus Heinrich
Ewald Oskar,

entstammte dem alten
adelig. Geschlechte derer von Kleist,
doch hatten seine Vorfahren schon den
Adel abgelegt. Er wurde am 14.
September 1866 zu Falkenburg in
Pommern als der Sohn des Bürger-
meisters Ulrich K. geboren, der später
in gleicher Eigenschaft nach Belgard
kam, besuchte das hiesige Gymnasium
bis 1886, studierte darauf klassische
Philologie, Germanistik, Geschichte u.
Erdkunde erst in Greifswald, danach
in Halle und erwarb sich hier die
Würde eines Dr. phil, (1892). Er
nahm darauf eine Stellung als Er-
zieher in Elsterwerda an und lebte
später in Leopoldshall bei Staßfurt
(Anhalt). Nachdem er sich im Juli
1905 die Qualifikation als Oberleh-
rer erworben, trat er in den Schul-
dienst und ist jetzt Oberlehrer an der
städtischen Bismarckschule (Realgym-
[Spaltenumbruch]

Kle
nasium) in Hannover.

S:

Ernst und
Scherz (Ge.), 1895.

Klemm, Friedrich Gustav,

wurde
am 12. Novbr. 1802 zu Chemnitz ge-
boren, besuchte die Rochlitzsche Lehr-
anstalt und das Lyzeum seiner Vater-
stadt und studierte dann seit 1821 in
Leipzig. Obwohl von seinen Ver-
wandten für das Rechtsstudium be-
stimmt, widmete er sich doch vor-
wiegend dem Studium der Geschichte
des Mittelalters und der Kulturge-
schichte. Jm Jahre 1825 siedelte er
nach Dresden über, wo er mehrere
historische Werke beendete, ließ sich
darauf 1830 in Nürnberg nieder, wo
er den "Kriegs- und Friedenskurier"
redigierte, ward dann im November
1831 als zweiter Sekretär an die
königl. Bibliothek nach Dresden be-
rufen u. übernahm 1833 die Aufsicht
über die königl. Porzellan- u. Gefäß-
sammlung im Japanischen Palast,
von der er eine Beschreibung ver-
öffentlichte. Jm Jahre 1834 wurde
er zum königl. Bibliothekar ernannt,
machte dann 1838 mit dem Prinzen
Johann (verstorbenen König) eine
Reise nach Jtalien und wurde 1852
zum Hofrat und Oberbibliothekar be-
fördert. Ein Augenübel, das ihn 1861
befiel, nötigte ihn 1863, aus seiner
amtlichen Tätigkeit auszuscheiden. Er
starb in der Nacht vom 25. auf den
26. August 1867.

S:

Herfest (Ep. D.),
1829. - Jtalica. Reise durch Jtalien,
1839. - Freundschaftliche Briefe, 1847.
- Ferienreise, 1853. - Vor fünfzig
Jahren (Kulturhistor. Br.); II, 1865.
- Allgem. Kulturgeschichte der Mensch-
heit; X, 1843-52. - Die Frauen; VI,
1854-59. - Allgemeine Kulturwissen-
schaft. Die materiellen Grundlagen
menschlicher Kultur; II, 1854-55.

*Klemm, Hermann,

pseud. Georg
Reinhardt,
wurde am 7. Dezbr.
1862 in Meerane (Kgr. Sachsen) ge-
boren, wo sein Vater ein Stadtgut
besaß, wuchs dort in ungebundener
Jugendlust auf und bezog 1877 das

*


[Spaltenumbruch]

Kle
die Familie zu dem Großvater nach
Schivelbein und nach deſſen frühem
Tode in das Haus eines Oheims, des
Landvogteigerichtsrats Zoch in Heils-
berg, der für die Familie nach allen
Kräften ſorgte. Hier empfing K. den
erſten Unterricht, beſuchte ſpäter das
Kneiphöfiſche Gymnaſium in Königs-
berg, dann das Gymnaſium in Raſten-
burg und ſtudierte 1841‒44 in Königs-
berg Theologie, beſchäftigte ſich auch
in ſeinen Mußeſtunden gern mit poe-
tiſchen Verſuchen. Nachdem er einige
Jahre Hauslehrer geweſen, wurde er
1847 Rektor und Katechet zu Biſchof-
ſtein im Ermlande, 1854 proviſoriſcher
Pfarrer zu Uderwangen und nach
einigen Monaten Pfarrer in Po-
mehrendorf bei Elbing, von wo er
1864 als Pfarrer nach Creuzburg in
Oſtpreußen kam. Hier ſtarb er nach
langwierigem Herzleiden am 18. Febr.
1886.

S:

Miſſionslieder, 1862. ‒
Elim (Evangelienlieder aus dem
Kirchenjahr), 1882. ‒ Lutherlieder,
1883. ‒ Credo! (Geiſtliche Lieder),
1884.

*Kleiſt, Ulrich Erasmus Heinrich
Ewald Oskar,

entſtammte dem alten
adelig. Geſchlechte derer von Kleiſt,
doch hatten ſeine Vorfahren ſchon den
Adel abgelegt. Er wurde am 14.
September 1866 zu Falkenburg in
Pommern als der Sohn des Bürger-
meiſters Ulrich K. geboren, der ſpäter
in gleicher Eigenſchaft nach Belgard
kam, beſuchte das hieſige Gymnaſium
bis 1886, ſtudierte darauf klaſſiſche
Philologie, Germaniſtik, Geſchichte u.
Erdkunde erſt in Greifswald, danach
in Halle und erwarb ſich hier die
Würde eines Dr. phil, (1892). Er
nahm darauf eine Stellung als Er-
zieher in Elſterwerda an und lebte
ſpäter in Leopoldshall bei Staßfurt
(Anhalt). Nachdem er ſich im Juli
1905 die Qualifikation als Oberleh-
rer erworben, trat er in den Schul-
dienſt und iſt jetzt Oberlehrer an der
ſtädtiſchen Bismarckſchule (Realgym-
[Spaltenumbruch]

Kle
naſium) in Hannover.

S:

Ernſt und
Scherz (Ge.), 1895.

Klemm, Friedrich Guſtav,

wurde
am 12. Novbr. 1802 zu Chemnitz ge-
boren, beſuchte die Rochlitzſche Lehr-
anſtalt und das Lyzeum ſeiner Vater-
ſtadt und ſtudierte dann ſeit 1821 in
Leipzig. Obwohl von ſeinen Ver-
wandten für das Rechtsſtudium be-
ſtimmt, widmete er ſich doch vor-
wiegend dem Studium der Geſchichte
des Mittelalters und der Kulturge-
ſchichte. Jm Jahre 1825 ſiedelte er
nach Dresden über, wo er mehrere
hiſtoriſche Werke beendete, ließ ſich
darauf 1830 in Nürnberg nieder, wo
er den „Kriegs- und Friedenskurier‟
redigierte, ward dann im November
1831 als zweiter Sekretär an die
königl. Bibliothek nach Dresden be-
rufen u. übernahm 1833 die Aufſicht
über die königl. Porzellan- u. Gefäß-
ſammlung im Japaniſchen Palaſt,
von der er eine Beſchreibung ver-
öffentlichte. Jm Jahre 1834 wurde
er zum königl. Bibliothekar ernannt,
machte dann 1838 mit dem Prinzen
Johann (verſtorbenen König) eine
Reiſe nach Jtalien und wurde 1852
zum Hofrat und Oberbibliothekar be-
fördert. Ein Augenübel, das ihn 1861
befiel, nötigte ihn 1863, aus ſeiner
amtlichen Tätigkeit auszuſcheiden. Er
ſtarb in der Nacht vom 25. auf den
26. Auguſt 1867.

S:

Herfeſt (Ep. D.),
1829. ‒ Jtalica. Reiſe durch Jtalien,
1839. ‒ Freundſchaftliche Briefe, 1847.
‒ Ferienreiſe, 1853. ‒ Vor fünfzig
Jahren (Kulturhiſtor. Br.); II, 1865.
‒ Allgem. Kulturgeſchichte der Menſch-
heit; X, 1843‒52. ‒ Die Frauen; VI,
1854‒59. ‒ Allgemeine Kulturwiſſen-
ſchaft. Die materiellen Grundlagen
menſchlicher Kultur; II, 1854‒55.

*Klemm, Hermann,

pſeud. Georg
Reinhardt,
wurde am 7. Dezbr.
1862 in Meerane (Kgr. Sachſen) ge-
boren, wo ſein Vater ein Stadtgut
beſaß, wuchs dort in ungebundener
Jugendluſt auf und bezog 1877 das

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0016" n="12"/><lb/><cb/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Kle</hi></fw><lb/>
die Familie zu dem Großvater nach<lb/>
Schivelbein und nach de&#x017F;&#x017F;en frühem<lb/>
Tode in das Haus eines Oheims, des<lb/>
Landvogteigerichtsrats Zoch in Heils-<lb/>
berg, der für die Familie nach allen<lb/>
Kräften &#x017F;orgte. Hier empfing K. den<lb/>
er&#x017F;ten Unterricht, be&#x017F;uchte &#x017F;päter das<lb/>
Kneiphöfi&#x017F;che Gymna&#x017F;ium in Königs-<lb/>
berg, dann das Gymna&#x017F;ium in Ra&#x017F;ten-<lb/>
burg und &#x017F;tudierte 1841&#x2012;44 in Königs-<lb/>
berg Theologie, be&#x017F;chäftigte &#x017F;ich auch<lb/>
in &#x017F;einen Muße&#x017F;tunden gern mit poe-<lb/>
ti&#x017F;chen Ver&#x017F;uchen. Nachdem er einige<lb/>
Jahre Hauslehrer gewe&#x017F;en, wurde er<lb/>
1847 Rektor und Katechet zu Bi&#x017F;chof-<lb/>
&#x017F;tein im Ermlande, 1854 provi&#x017F;ori&#x017F;cher<lb/>
Pfarrer zu Uderwangen und nach<lb/>
einigen Monaten Pfarrer in Po-<lb/>
mehrendorf bei Elbing, von wo er<lb/>
1864 als Pfarrer nach Creuzburg in<lb/>
O&#x017F;tpreußen kam. Hier &#x017F;tarb er nach<lb/>
langwierigem Herzleiden am 18. Febr.<lb/>
1886. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Mi&#x017F;&#x017F;ionslieder, 1862. &#x2012;<lb/>
Elim (Evangelienlieder aus dem<lb/>
Kirchenjahr), 1882. &#x2012; Lutherlieder,<lb/>
1883. &#x2012; Credo! (Gei&#x017F;tliche Lieder),<lb/>
1884.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Klei&#x017F;t,</hi> <hi rendition="#g">Ulrich</hi> Erasmus Heinrich<lb/>
Ewald Oskar,</head>
        <p> ent&#x017F;tammte dem alten<lb/>
adelig. Ge&#x017F;chlechte derer <hi rendition="#g">von Klei&#x017F;t,</hi><lb/>
doch hatten &#x017F;eine Vorfahren &#x017F;chon den<lb/>
Adel abgelegt. Er wurde am 14.<lb/>
September 1866 zu Falkenburg in<lb/>
Pommern als der Sohn des Bürger-<lb/>
mei&#x017F;ters Ulrich K. geboren, der &#x017F;päter<lb/>
in gleicher Eigen&#x017F;chaft nach Belgard<lb/>
kam, be&#x017F;uchte das hie&#x017F;ige Gymna&#x017F;ium<lb/>
bis 1886, &#x017F;tudierte darauf kla&#x017F;&#x017F;i&#x017F;che<lb/>
Philologie, Germani&#x017F;tik, Ge&#x017F;chichte u.<lb/>
Erdkunde er&#x017F;t in Greifswald, danach<lb/>
in Halle und erwarb &#x017F;ich hier die<lb/>
Würde eines <hi rendition="#aq">Dr. phil</hi>, (1892). Er<lb/>
nahm darauf eine Stellung als Er-<lb/>
zieher in El&#x017F;terwerda an und lebte<lb/>
&#x017F;päter in Leopoldshall bei Staßfurt<lb/>
(Anhalt). Nachdem er &#x017F;ich im Juli<lb/>
1905 die Qualifikation als Oberleh-<lb/>
rer erworben, trat er in den Schul-<lb/>
dien&#x017F;t und i&#x017F;t jetzt Oberlehrer an der<lb/>
&#x017F;tädti&#x017F;chen Bismarck&#x017F;chule (Realgym-<lb/><cb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Kle</hi></fw><lb/>
na&#x017F;ium) in Hannover. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Ern&#x017F;t und<lb/>
Scherz (Ge.), 1895.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Klemm,</hi> Friedrich <hi rendition="#g">Gu&#x017F;tav,</hi></head>
        <p> wurde<lb/>
am 12. Novbr. 1802 zu Chemnitz ge-<lb/>
boren, be&#x017F;uchte die Rochlitz&#x017F;che Lehr-<lb/>
an&#x017F;talt und das Lyzeum &#x017F;einer Vater-<lb/>
&#x017F;tadt und &#x017F;tudierte dann &#x017F;eit 1821 in<lb/>
Leipzig. Obwohl von &#x017F;einen Ver-<lb/>
wandten für das Rechts&#x017F;tudium be-<lb/>
&#x017F;timmt, widmete er &#x017F;ich doch vor-<lb/>
wiegend dem Studium der Ge&#x017F;chichte<lb/>
des Mittelalters und der Kulturge-<lb/>
&#x017F;chichte. Jm Jahre 1825 &#x017F;iedelte er<lb/>
nach Dresden über, wo er mehrere<lb/>
hi&#x017F;tori&#x017F;che Werke beendete, ließ &#x017F;ich<lb/>
darauf 1830 in Nürnberg nieder, wo<lb/>
er den &#x201E;Kriegs- und Friedenskurier&#x201F;<lb/>
redigierte, ward dann im November<lb/>
1831 als zweiter Sekretär an die<lb/>
königl. Bibliothek nach Dresden be-<lb/>
rufen u. übernahm 1833 die Auf&#x017F;icht<lb/>
über die königl. Porzellan- u. Gefäß-<lb/>
&#x017F;ammlung im Japani&#x017F;chen Pala&#x017F;t,<lb/>
von der er eine Be&#x017F;chreibung ver-<lb/>
öffentlichte. Jm Jahre 1834 wurde<lb/>
er zum königl. Bibliothekar ernannt,<lb/>
machte dann 1838 mit dem Prinzen<lb/>
Johann (ver&#x017F;torbenen König) eine<lb/>
Rei&#x017F;e nach Jtalien und wurde 1852<lb/>
zum Hofrat und Oberbibliothekar be-<lb/>
fördert. Ein Augenübel, das ihn 1861<lb/>
befiel, nötigte ihn 1863, aus &#x017F;einer<lb/>
amtlichen Tätigkeit auszu&#x017F;cheiden. Er<lb/>
&#x017F;tarb in der Nacht vom 25. auf den<lb/>
26. Augu&#x017F;t 1867. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Herfe&#x017F;t (Ep. D.),<lb/>
1829. &#x2012; Jtalica. Rei&#x017F;e durch Jtalien,<lb/>
1839. &#x2012; Freund&#x017F;chaftliche Briefe, 1847.<lb/>
&#x2012; Ferienrei&#x017F;e, 1853. &#x2012; Vor fünfzig<lb/>
Jahren (Kulturhi&#x017F;tor. Br.); <hi rendition="#aq">II</hi>, 1865.<lb/>
&#x2012; Allgem. Kulturge&#x017F;chichte der Men&#x017F;ch-<lb/>
heit; <hi rendition="#aq">X</hi>, 1843&#x2012;52. &#x2012; Die Frauen; <hi rendition="#aq">VI</hi>,<lb/>
1854&#x2012;59. &#x2012; Allgemeine Kulturwi&#x017F;&#x017F;en-<lb/>
&#x017F;chaft. Die materiellen Grundlagen<lb/>
men&#x017F;chlicher Kultur; <hi rendition="#aq">II</hi>, 1854&#x2012;55.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Klemm,</hi> Hermann,</head>
        <p> p&#x017F;eud. <hi rendition="#g">Georg<lb/>
Reinhardt,</hi> wurde am 7. Dezbr.<lb/>
1862 in Meerane (Kgr. Sach&#x017F;en) ge-<lb/>
boren, wo &#x017F;ein Vater ein Stadtgut<lb/>
be&#x017F;aß, wuchs dort in ungebundener<lb/>
Jugendlu&#x017F;t auf und bezog 1877 das<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[12/0016] Kle Kle die Familie zu dem Großvater nach Schivelbein und nach deſſen frühem Tode in das Haus eines Oheims, des Landvogteigerichtsrats Zoch in Heils- berg, der für die Familie nach allen Kräften ſorgte. Hier empfing K. den erſten Unterricht, beſuchte ſpäter das Kneiphöfiſche Gymnaſium in Königs- berg, dann das Gymnaſium in Raſten- burg und ſtudierte 1841‒44 in Königs- berg Theologie, beſchäftigte ſich auch in ſeinen Mußeſtunden gern mit poe- tiſchen Verſuchen. Nachdem er einige Jahre Hauslehrer geweſen, wurde er 1847 Rektor und Katechet zu Biſchof- ſtein im Ermlande, 1854 proviſoriſcher Pfarrer zu Uderwangen und nach einigen Monaten Pfarrer in Po- mehrendorf bei Elbing, von wo er 1864 als Pfarrer nach Creuzburg in Oſtpreußen kam. Hier ſtarb er nach langwierigem Herzleiden am 18. Febr. 1886. S: Miſſionslieder, 1862. ‒ Elim (Evangelienlieder aus dem Kirchenjahr), 1882. ‒ Lutherlieder, 1883. ‒ Credo! (Geiſtliche Lieder), 1884. *Kleiſt, Ulrich Erasmus Heinrich Ewald Oskar, entſtammte dem alten adelig. Geſchlechte derer von Kleiſt, doch hatten ſeine Vorfahren ſchon den Adel abgelegt. Er wurde am 14. September 1866 zu Falkenburg in Pommern als der Sohn des Bürger- meiſters Ulrich K. geboren, der ſpäter in gleicher Eigenſchaft nach Belgard kam, beſuchte das hieſige Gymnaſium bis 1886, ſtudierte darauf klaſſiſche Philologie, Germaniſtik, Geſchichte u. Erdkunde erſt in Greifswald, danach in Halle und erwarb ſich hier die Würde eines Dr. phil, (1892). Er nahm darauf eine Stellung als Er- zieher in Elſterwerda an und lebte ſpäter in Leopoldshall bei Staßfurt (Anhalt). Nachdem er ſich im Juli 1905 die Qualifikation als Oberleh- rer erworben, trat er in den Schul- dienſt und iſt jetzt Oberlehrer an der ſtädtiſchen Bismarckſchule (Realgym- naſium) in Hannover. S: Ernſt und Scherz (Ge.), 1895. Klemm, Friedrich Guſtav, wurde am 12. Novbr. 1802 zu Chemnitz ge- boren, beſuchte die Rochlitzſche Lehr- anſtalt und das Lyzeum ſeiner Vater- ſtadt und ſtudierte dann ſeit 1821 in Leipzig. Obwohl von ſeinen Ver- wandten für das Rechtsſtudium be- ſtimmt, widmete er ſich doch vor- wiegend dem Studium der Geſchichte des Mittelalters und der Kulturge- ſchichte. Jm Jahre 1825 ſiedelte er nach Dresden über, wo er mehrere hiſtoriſche Werke beendete, ließ ſich darauf 1830 in Nürnberg nieder, wo er den „Kriegs- und Friedenskurier‟ redigierte, ward dann im November 1831 als zweiter Sekretär an die königl. Bibliothek nach Dresden be- rufen u. übernahm 1833 die Aufſicht über die königl. Porzellan- u. Gefäß- ſammlung im Japaniſchen Palaſt, von der er eine Beſchreibung ver- öffentlichte. Jm Jahre 1834 wurde er zum königl. Bibliothekar ernannt, machte dann 1838 mit dem Prinzen Johann (verſtorbenen König) eine Reiſe nach Jtalien und wurde 1852 zum Hofrat und Oberbibliothekar be- fördert. Ein Augenübel, das ihn 1861 befiel, nötigte ihn 1863, aus ſeiner amtlichen Tätigkeit auszuſcheiden. Er ſtarb in der Nacht vom 25. auf den 26. Auguſt 1867. S: Herfeſt (Ep. D.), 1829. ‒ Jtalica. Reiſe durch Jtalien, 1839. ‒ Freundſchaftliche Briefe, 1847. ‒ Ferienreiſe, 1853. ‒ Vor fünfzig Jahren (Kulturhiſtor. Br.); II, 1865. ‒ Allgem. Kulturgeſchichte der Menſch- heit; X, 1843‒52. ‒ Die Frauen; VI, 1854‒59. ‒ Allgemeine Kulturwiſſen- ſchaft. Die materiellen Grundlagen menſchlicher Kultur; II, 1854‒55. *Klemm, Hermann, pſeud. Georg Reinhardt, wurde am 7. Dezbr. 1862 in Meerane (Kgr. Sachſen) ge- boren, wo ſein Vater ein Stadtgut beſaß, wuchs dort in ungebundener Jugendluſt auf und bezog 1877 das *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/16
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 12. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/16>, abgerufen am 26.03.2019.