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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Lam
(Bez. Koblenz) als drittes Kind eines
Privatiers, der später ein kaufmän-
nisches Geschäft gründete, aber schon
1882 starb. Die Tochter wurde nun
zur Lehrerin und -- da die finanziel-
len Verhältnisse der Familie nicht
günstige waren -- zur Ernährerin
der Jhrigen bestimmt. Während des
ernsteren Studiums wurden die lite-
rarischen Liebhabereien, denen sie
schon früh nachging, nicht vernach-
lässigt. Zwei Jahre besuchte sie ein
Lehrerinnenseminar u. bereitete sich
dann noch ein Jahr durch Privat-
studien auf die Prüfung vor, nach
deren Erstehung sie 1889 Lehrerin an
der utraquistischen Schule in Mal-
medy wurde. Hier hielt sie 13 Jahre
aus, bis endlich ihr Gesundheitszu-
stand sie nötigte, ihren Beruf aufzu-
geben. Sie unternahm nun größere
Reisen, betrieb eine Zeitlang ein-
gehende Studien in Bonn u. ließ sich
dann (1903) in Aachen nieder, wo
sie jetzt als Schriftstellerin tätig ist.
Außer einer Reihe von Kinder- und
Jugendschriften veröffentlichte sie

S:

Was im Venn geschah ... (En. a.
d. Eifel und der Wallonie), 1905. 2. A.
1909. - Das Haus im Moor (Eifel-
roman), 1906. - Die Franzmänner
(E.), 1906. - Die Statuendame! (R.
einer Ehe und eines Volkes), 1908. -
Das Land der Nacht (R.), 1908. -
Allsünderdorf (Neue Nn. und Sk.),
1908. - Familienehre (E.), 1909. -
Armsünderin (R. aus d. Hunsrück),
1909. - Die Mädchen (Schultragödie),
1910. - Die neue Mutter (Ein Frauen-
buch), 1910.

Lammers, Mathilde,

geb. am 16.
Aug. 1837 zu Lüneburg als die Toch-
ter eines Kaufmanns, besuchte bis
zum 15. Lebensjahre die dortige höhere
Mädchenschule und begann alsdann
selbst zu unterrichten. Von 1853-54
war sie Erzieherin dreier Kinder in
Düsseldorf, 1854-56 Hauslehrerin in
einer Familie auf dem Lande, und
1858-60 bekleidete sie eine ähnliche
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Lam
Stellung in einem der Vororte von
Paris. Jnzwischen waren ihre Eltern
nach Bremen übergesiedelt. Dorthin
begab sich nun Mathilde, um nach
Absolvierung ihres Lehrerinnenexa-
mens an der neubegründeten Schule
von A. M. Janson, die mit einem
Lehrerinnenseminar verbunden ward,
eine Anstellung zu erhalten. Seit
1878 war sie Mitleiterin d. Seminars.
Sie hat sich in der Folge auf dem
Gebiete der Frauenfrage als Schrift-
stellerin bewährt. An der Leitung der
gemeinnützig-unterhaltenden Wo-
chenschrift "Nordwest", die ihr Bru-
der August Lammers seit 1878 in
Bremen herausgab, hat sie sich fort-
während beteiligt, und die gemein-
nützigen Bestrebungen dieses Bru-
ders (Bekämpfung der Trunksucht,
der Bettelei u. Verarmung, der Ver-
breitung des Handfertigkeitsunter-
richts usw.) zu den ihrigen gemacht.
Jm Jahre 1895 gab sie ihre Lehr-
tätigkeit auf, und am 28. Aug. 1905
ist sie in Bremen gestorben. Von den
von ihrem Bruder herausgegebenen

S:

Nordwest-Geschichten, 1888 (ge-
hört die kleinere Hälfte Mathilde
L. an).

Lamp, Elisabeth,

* am 3. Novbr.
1851 zu Kiel als die Tochter eines
Kirchhofsaufsehers, ist seit frühester
Kindheit gelähmt und lebt jetzt noch
im elterlichen Hause.

S:

Gedichte,
1881.

*Lampadius, Malwina Doris
Elisabeth,

wurde in Leipzig als Toch-
ter des verstorbenen Predigers Dr.
theol.
Wilhelm Adolf L., des Verfas-
sers der zuerst erschienenen Mendels-
sohn-Biographie, geboren. Jhrer
früh hervortretenden Neigung zur
Schriftstellerei, die sich häufig in Ge-
dichten und Märchenaufführungen zu
Familienfesten äußerte, konnte sie
nur wenig Folge geben, da sie sich
ganz dem großen Haushalte ihres
väterlichen Hauses widmen mußte.
Als sie nach dem Tode ihrer Eltern

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Lam
(Bez. Koblenz) als drittes Kind eines
Privatiers, der ſpäter ein kaufmän-
niſches Geſchäft gründete, aber ſchon
1882 ſtarb. Die Tochter wurde nun
zur Lehrerin und — da die finanziel-
len Verhältniſſe der Familie nicht
günſtige waren — zur Ernährerin
der Jhrigen beſtimmt. Während des
ernſteren Studiums wurden die lite-
rariſchen Liebhabereien, denen ſie
ſchon früh nachging, nicht vernach-
läſſigt. Zwei Jahre beſuchte ſie ein
Lehrerinnenſeminar u. bereitete ſich
dann noch ein Jahr durch Privat-
ſtudien auf die Prüfung vor, nach
deren Erſtehung ſie 1889 Lehrerin an
der utraquiſtiſchen Schule in Mal-
medy wurde. Hier hielt ſie 13 Jahre
aus, bis endlich ihr Geſundheitszu-
ſtand ſie nötigte, ihren Beruf aufzu-
geben. Sie unternahm nun größere
Reiſen, betrieb eine Zeitlang ein-
gehende Studien in Bonn u. ließ ſich
dann (1903) in Aachen nieder, wo
ſie jetzt als Schriftſtellerin tätig iſt.
Außer einer Reihe von Kinder- und
Jugendſchriften veröffentlichte ſie

S:

Was im Venn geſchah … (En. a.
d. Eifel und der Wallonie), 1905. 2. A.
1909. ‒ Das Haus im Moor (Eifel-
roman), 1906. ‒ Die Franzmänner
(E.), 1906. ‒ Die Statuendame! (R.
einer Ehe und eines Volkes), 1908. ‒
Das Land der Nacht (R.), 1908. ‒
Allſünderdorf (Neue Nn. und Sk.),
1908. ‒ Familienehre (E.), 1909. ‒
Armſünderin (R. aus d. Hunsrück),
1909. ‒ Die Mädchen (Schultragödie),
1910. ‒ Die neue Mutter (Ein Frauen-
buch), 1910.

Lammers, Mathilde,

geb. am 16.
Aug. 1837 zu Lüneburg als die Toch-
ter eines Kaufmanns, beſuchte bis
zum 15. Lebensjahre die dortige höhere
Mädchenſchule und begann alsdann
ſelbſt zu unterrichten. Von 1853‒54
war ſie Erzieherin dreier Kinder in
Düſſeldorf, 1854‒56 Hauslehrerin in
einer Familie auf dem Lande, und
1858‒60 bekleidete ſie eine ähnliche
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Lam
Stellung in einem der Vororte von
Paris. Jnzwiſchen waren ihre Eltern
nach Bremen übergeſiedelt. Dorthin
begab ſich nun Mathilde, um nach
Abſolvierung ihres Lehrerinnenexa-
mens an der neubegründeten Schule
von A. M. Janſon, die mit einem
Lehrerinnenſeminar verbunden ward,
eine Anſtellung zu erhalten. Seit
1878 war ſie Mitleiterin d. Seminars.
Sie hat ſich in der Folge auf dem
Gebiete der Frauenfrage als Schrift-
ſtellerin bewährt. An der Leitung der
gemeinnützig-unterhaltenden Wo-
chenſchrift „Nordweſt‟, die ihr Bru-
der Auguſt Lammers ſeit 1878 in
Bremen herausgab, hat ſie ſich fort-
während beteiligt, und die gemein-
nützigen Beſtrebungen dieſes Bru-
ders (Bekämpfung der Trunkſucht,
der Bettelei u. Verarmung, der Ver-
breitung des Handfertigkeitsunter-
richts uſw.) zu den ihrigen gemacht.
Jm Jahre 1895 gab ſie ihre Lehr-
tätigkeit auf, und am 28. Aug. 1905
iſt ſie in Bremen geſtorben. Von den
von ihrem Bruder herausgegebenen

S:

Nordweſt-Geſchichten, 1888 (ge-
hört die kleinere Hälfte Mathilde
L. an).

Lamp, Eliſabeth,

* am 3. Novbr.
1851 zu Kiel als die Tochter eines
Kirchhofsaufſehers, iſt ſeit früheſter
Kindheit gelähmt und lebt jetzt noch
im elterlichen Hauſe.

S:

Gedichte,
1881.

*Lampadius, Malwina Doris
Eliſabeth,

wurde in Leipzig als Toch-
ter des verſtorbenen Predigers Dr.
theol.
Wilhelm Adolf L., des Verfaſ-
ſers der zuerſt erſchienenen Mendels-
ſohn-Biographie, geboren. Jhrer
früh hervortretenden Neigung zur
Schriftſtellerei, die ſich häufig in Ge-
dichten und Märchenaufführungen zu
Familienfeſten äußerte, konnte ſie
nur wenig Folge geben, da ſie ſich
ganz dem großen Haushalte ihres
väterlichen Hauſes widmen mußte.
Als ſie nach dem Tode ihrer Eltern

*
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[164/0168] Lam Lam (Bez. Koblenz) als drittes Kind eines Privatiers, der ſpäter ein kaufmän- niſches Geſchäft gründete, aber ſchon 1882 ſtarb. Die Tochter wurde nun zur Lehrerin und — da die finanziel- len Verhältniſſe der Familie nicht günſtige waren — zur Ernährerin der Jhrigen beſtimmt. Während des ernſteren Studiums wurden die lite- rariſchen Liebhabereien, denen ſie ſchon früh nachging, nicht vernach- läſſigt. Zwei Jahre beſuchte ſie ein Lehrerinnenſeminar u. bereitete ſich dann noch ein Jahr durch Privat- ſtudien auf die Prüfung vor, nach deren Erſtehung ſie 1889 Lehrerin an der utraquiſtiſchen Schule in Mal- medy wurde. Hier hielt ſie 13 Jahre aus, bis endlich ihr Geſundheitszu- ſtand ſie nötigte, ihren Beruf aufzu- geben. Sie unternahm nun größere Reiſen, betrieb eine Zeitlang ein- gehende Studien in Bonn u. ließ ſich dann (1903) in Aachen nieder, wo ſie jetzt als Schriftſtellerin tätig iſt. Außer einer Reihe von Kinder- und Jugendſchriften veröffentlichte ſie S: Was im Venn geſchah … (En. a. d. Eifel und der Wallonie), 1905. 2. A. 1909. ‒ Das Haus im Moor (Eifel- roman), 1906. ‒ Die Franzmänner (E.), 1906. ‒ Die Statuendame! (R. einer Ehe und eines Volkes), 1908. ‒ Das Land der Nacht (R.), 1908. ‒ Allſünderdorf (Neue Nn. und Sk.), 1908. ‒ Familienehre (E.), 1909. ‒ Armſünderin (R. aus d. Hunsrück), 1909. ‒ Die Mädchen (Schultragödie), 1910. ‒ Die neue Mutter (Ein Frauen- buch), 1910. Lammers, Mathilde, geb. am 16. Aug. 1837 zu Lüneburg als die Toch- ter eines Kaufmanns, beſuchte bis zum 15. Lebensjahre die dortige höhere Mädchenſchule und begann alsdann ſelbſt zu unterrichten. Von 1853‒54 war ſie Erzieherin dreier Kinder in Düſſeldorf, 1854‒56 Hauslehrerin in einer Familie auf dem Lande, und 1858‒60 bekleidete ſie eine ähnliche Stellung in einem der Vororte von Paris. Jnzwiſchen waren ihre Eltern nach Bremen übergeſiedelt. Dorthin begab ſich nun Mathilde, um nach Abſolvierung ihres Lehrerinnenexa- mens an der neubegründeten Schule von A. M. Janſon, die mit einem Lehrerinnenſeminar verbunden ward, eine Anſtellung zu erhalten. Seit 1878 war ſie Mitleiterin d. Seminars. Sie hat ſich in der Folge auf dem Gebiete der Frauenfrage als Schrift- ſtellerin bewährt. An der Leitung der gemeinnützig-unterhaltenden Wo- chenſchrift „Nordweſt‟, die ihr Bru- der Auguſt Lammers ſeit 1878 in Bremen herausgab, hat ſie ſich fort- während beteiligt, und die gemein- nützigen Beſtrebungen dieſes Bru- ders (Bekämpfung der Trunkſucht, der Bettelei u. Verarmung, der Ver- breitung des Handfertigkeitsunter- richts uſw.) zu den ihrigen gemacht. Jm Jahre 1895 gab ſie ihre Lehr- tätigkeit auf, und am 28. Aug. 1905 iſt ſie in Bremen geſtorben. Von den von ihrem Bruder herausgegebenen S: Nordweſt-Geſchichten, 1888 (ge- hört die kleinere Hälfte Mathilde L. an). Lamp, Eliſabeth, * am 3. Novbr. 1851 zu Kiel als die Tochter eines Kirchhofsaufſehers, iſt ſeit früheſter Kindheit gelähmt und lebt jetzt noch im elterlichen Hauſe. S: Gedichte, 1881. *Lampadius, Malwina Doris Eliſabeth, wurde in Leipzig als Toch- ter des verſtorbenen Predigers Dr. theol. Wilhelm Adolf L., des Verfaſ- ſers der zuerſt erſchienenen Mendels- ſohn-Biographie, geboren. Jhrer früh hervortretenden Neigung zur Schriftſtellerei, die ſich häufig in Ge- dichten und Märchenaufführungen zu Familienfeſten äußerte, konnte ſie nur wenig Folge geben, da ſie ſich ganz dem großen Haushalte ihres väterlichen Hauſes widmen mußte. Als ſie nach dem Tode ihrer Eltern *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 164. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/168>, abgerufen am 19.03.2019.