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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Lan
(1891) und bis 1905 Schriftführerin
desselben. Sie starb in Breslau am
30. September 1908.

S:

Novellen,
1882. - Die Zeitungsbraut (Dram.
Scherz), 1896.

Landois, Hermann,

geb. am 19.
April 1835 zu Münster in Westfalen,
studierte nach Absolvierung des Gym-
nasiums seiner Vaterstadt an der dor-
tigen Akademie Theologie und ward
1859 zum Priester geweiht. Er wandte
sich den philosophischen und natur-
wissenschaftlichen Fächern zu, wurde
1862 Lehrer der Naturwissenschaften
an der Ackerbauschule zu Botzlar,
promovierte 1863 in Greifswald und
machte 1864 ebendaselbst sein Staats-
examen. Seit dem Jahre 1865 als
Lehrer am Gymnasium in Münster
tätig, habilitierte er sich im Novbr.
1869 an der dortigen Akademie als
Dozent für Zoologie und wurde 1873
zum außerordentlichen Professor für
Zoologie ernannt. Jm Jahre 1874
kaufte er das an der Stadt Münster
liegende Areal, die sogenannte "Jn-
sel" und richtete dasselbe zu einem
westfälischen botanischen Garten ein.
Er starb am 29. Jan. 1905.

S:

Franz
Essink. Sin Leben un Driben äs olt
Mönstersk Kind; V, 1874-99. (Jn-
halt: I. Bi Liäwtiden; 9. A. 1902. -
II. Nao sienen Daud; 8. A. 1903. -
III. Up de Tuckelsburg. 2 A. 1901. -
IV. Franz Essink up de Seelenwan-
derung, 1897. - V. Dr. Hermann
Landois, Universitätsprofessor der
Zoologie, sien Liäwen un Driewen äs
jung Mönstersk Kind. Anabiogramm,
1899.) - Krisbetten und Kassbetten,
oder: Unkenklänge von Westfalens ro-
ter Erde (Plattd. Ge.), 1886. - Der
Prophet Jan van Leyden (Kom. Ope-
rette), 1884. - Sappholt aus West-
falens Dichterhain, oder: Mirza
Schaffy in Holsken (Neue hum. plattd.
Ge. von Tonius Hoppenklang [pseud].
Mit Beiträgen von andern), 1885.

Landolt, Samuel,

wurde am 5.
Januar 1803 in Aarau geboren und
[Spaltenumbruch]

Lan
trat im 17. Jahre als Lehrling in die
Buchdruckerei von Sauerländer ein.
Dadurch bot sich ihm Gelegenheit,
mehrere Jahre hindurch jede Woche
einige Stunden im Studierzimmer
Heinrich Zschokkes zuzubringen, wel-
cher Verkehr auf L.s Entwickelung
nicht ohne Einfluß blieb. Anfang der
vierziger Jahre gründete er in Aarau
ein eigenes Geschäft u. gab unter dem
Titel "Posthörnchen" ein Wochenblatt
heraus, dessen Tendenz in religiöser,
sozialer und politischer Hinsicht eine
freisinnige war, und das zu halten
während der Sonderbundszeit in den
betreffenden Kantonen bei hoher Stra-
fe verboten war. Jm Jahre 1845
machte L. die Freischarenzüge mit.
Beim zweiten Gefecht am Kopfe ver-
wundet, ward er gefangen genommen,
entwischte aber bald, wurde nochmals
gefangen genommen und vom Kriegs-
gericht zum standrechtlichen Erschießen
verurteilt. Nur durch Vermittelung
eines angesehenen Luzerners entging
er diesem Schicksal. L. lebte auch später
in Aarau.

S:

Posthörnchens Reime
u. Lieder (Ge. a. d. Jahren 1830-73),
1875.

*Landsberger, Adolf,

pseud. A.
Berger, wnrde am 31. Oktbr. 1864
in Berlin geboren, absolvierte das
dortige Wilhelmsgymnasium, wid-
mete sich besonders philosophischen u.
nationalökonomisch. Studien, wandte
sich dann aber gänzlich der Literatur
und Schriftstellerei zu. Er lebte teils
als Schriftsteller u. Kritiker, teils als
Redakteur seit 1889 in Koburg, von
wo er 1901 nach Breslau übersiedelte,
und hat außer zwei sozialen Werken,
"Die Hebung des Nationalbewußt-
seins der Massen" (1891) und "Die
Zukunft des deutschen Judentums"
(1891), bisher veröffentlicht

S:

Die
Erlösung (Märchendichtung), 1888. -
Gedanken eines Einsamen, 1896.

*Landsberger, Artur,

geb. am
26. März 1876 in Berlin als Sohn
des Handelsrichters Hermann L., be-

*


[Spaltenumbruch]

Lan
(1891) und bis 1905 Schriftführerin
desſelben. Sie ſtarb in Breslau am
30. September 1908.

S:

Novellen,
1882. ‒ Die Zeitungsbraut (Dram.
Scherz), 1896.

Landois, Hermann,

geb. am 19.
April 1835 zu Münſter in Weſtfalen,
ſtudierte nach Abſolvierung des Gym-
naſiums ſeiner Vaterſtadt an der dor-
tigen Akademie Theologie und ward
1859 zum Prieſter geweiht. Er wandte
ſich den philoſophiſchen und natur-
wiſſenſchaftlichen Fächern zu, wurde
1862 Lehrer der Naturwiſſenſchaften
an der Ackerbauſchule zu Botzlar,
promovierte 1863 in Greifswald und
machte 1864 ebendaſelbſt ſein Staats-
examen. Seit dem Jahre 1865 als
Lehrer am Gymnaſium in Münſter
tätig, habilitierte er ſich im Novbr.
1869 an der dortigen Akademie als
Dozent für Zoologie und wurde 1873
zum außerordentlichen Profeſſor für
Zoologie ernannt. Jm Jahre 1874
kaufte er das an der Stadt Münſter
liegende Areal, die ſogenannte „Jn-
ſel‟ und richtete dasſelbe zu einem
weſtfäliſchen botaniſchen Garten ein.
Er ſtarb am 29. Jan. 1905.

S:

Franz
Eſſink. Sin Leben un Driben äs olt
Mönſtersk Kind; V, 1874‒99. (Jn-
halt: I. Bi Liäwtiden; 9. A. 1902. ‒
II. Nao ſienen Daud; 8. A. 1903. ‒
III. Up de Tuckelsburg. 2 A. 1901. ‒
IV. Franz Eſſink up de Seelenwan-
derung, 1897. ‒ V. Dr. Hermann
Landois, Univerſitätsprofeſſor der
Zoologie, ſien Liäwen un Driewen äs
jung Mönſtersk Kind. Anabiogramm,
1899.) ‒ Krisbetten und Kaſſbetten,
oder: Unkenklänge von Weſtfalens ro-
ter Erde (Plattd. Ge.), 1886. ‒ Der
Prophet Jan van Leyden (Kom. Ope-
rette), 1884. ‒ Sappholt aus Weſt-
falens Dichterhain, oder: Mirza
Schaffy in Holsken (Neue hum. plattd.
Ge. von Tonius Hoppenklang [pſeud].
Mit Beiträgen von andern), 1885.

Landolt, Samuel,

wurde am 5.
Januar 1803 in Aarau geboren und
[Spaltenumbruch]

Lan
trat im 17. Jahre als Lehrling in die
Buchdruckerei von Sauerländer ein.
Dadurch bot ſich ihm Gelegenheit,
mehrere Jahre hindurch jede Woche
einige Stunden im Studierzimmer
Heinrich Zſchokkes zuzubringen, wel-
cher Verkehr auf L.s Entwickelung
nicht ohne Einfluß blieb. Anfang der
vierziger Jahre gründete er in Aarau
ein eigenes Geſchäft u. gab unter dem
Titel „Poſthörnchen‟ ein Wochenblatt
heraus, deſſen Tendenz in religiöſer,
ſozialer und politiſcher Hinſicht eine
freiſinnige war, und das zu halten
während der Sonderbundszeit in den
betreffenden Kantonen bei hoher Stra-
fe verboten war. Jm Jahre 1845
machte L. die Freiſcharenzüge mit.
Beim zweiten Gefecht am Kopfe ver-
wundet, ward er gefangen genommen,
entwiſchte aber bald, wurde nochmals
gefangen genommen und vom Kriegs-
gericht zum ſtandrechtlichen Erſchießen
verurteilt. Nur durch Vermittelung
eines angeſehenen Luzerners entging
er dieſem Schickſal. L. lebte auch ſpäter
in Aarau.

S:

Poſthörnchens Reime
u. Lieder (Ge. a. d. Jahren 1830‒73),
1875.

*Landsberger, Adolf,

pſeud. A.
Berger, wnrde am 31. Oktbr. 1864
in Berlin geboren, abſolvierte das
dortige Wilhelmsgymnaſium, wid-
mete ſich beſonders philoſophiſchen u.
nationalökonomiſch. Studien, wandte
ſich dann aber gänzlich der Literatur
und Schriftſtellerei zu. Er lebte teils
als Schriftſteller u. Kritiker, teils als
Redakteur ſeit 1889 in Koburg, von
wo er 1901 nach Breslau überſiedelte,
und hat außer zwei ſozialen Werken,
„Die Hebung des Nationalbewußt-
ſeins der Maſſen‟ (1891) und „Die
Zukunft des deutſchen Judentums‟
(1891), bisher veröffentlicht

S:

Die
Erlöſung (Märchendichtung), 1888. ‒
Gedanken eines Einſamen, 1896.

*Landsberger, Artur,

geb. am
26. März 1876 in Berlin als Sohn
des Handelsrichters Hermann L., be-

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[170/0174] Lan Lan (1891) und bis 1905 Schriftführerin desſelben. Sie ſtarb in Breslau am 30. September 1908. S: Novellen, 1882. ‒ Die Zeitungsbraut (Dram. Scherz), 1896. Landois, Hermann, geb. am 19. April 1835 zu Münſter in Weſtfalen, ſtudierte nach Abſolvierung des Gym- naſiums ſeiner Vaterſtadt an der dor- tigen Akademie Theologie und ward 1859 zum Prieſter geweiht. Er wandte ſich den philoſophiſchen und natur- wiſſenſchaftlichen Fächern zu, wurde 1862 Lehrer der Naturwiſſenſchaften an der Ackerbauſchule zu Botzlar, promovierte 1863 in Greifswald und machte 1864 ebendaſelbſt ſein Staats- examen. Seit dem Jahre 1865 als Lehrer am Gymnaſium in Münſter tätig, habilitierte er ſich im Novbr. 1869 an der dortigen Akademie als Dozent für Zoologie und wurde 1873 zum außerordentlichen Profeſſor für Zoologie ernannt. Jm Jahre 1874 kaufte er das an der Stadt Münſter liegende Areal, die ſogenannte „Jn- ſel‟ und richtete dasſelbe zu einem weſtfäliſchen botaniſchen Garten ein. Er ſtarb am 29. Jan. 1905. S: Franz Eſſink. Sin Leben un Driben äs olt Mönſtersk Kind; V, 1874‒99. (Jn- halt: I. Bi Liäwtiden; 9. A. 1902. ‒ II. Nao ſienen Daud; 8. A. 1903. ‒ III. Up de Tuckelsburg. 2 A. 1901. ‒ IV. Franz Eſſink up de Seelenwan- derung, 1897. ‒ V. Dr. Hermann Landois, Univerſitätsprofeſſor der Zoologie, ſien Liäwen un Driewen äs jung Mönſtersk Kind. Anabiogramm, 1899.) ‒ Krisbetten und Kaſſbetten, oder: Unkenklänge von Weſtfalens ro- ter Erde (Plattd. Ge.), 1886. ‒ Der Prophet Jan van Leyden (Kom. Ope- rette), 1884. ‒ Sappholt aus Weſt- falens Dichterhain, oder: Mirza Schaffy in Holsken (Neue hum. plattd. Ge. von Tonius Hoppenklang [pſeud]. Mit Beiträgen von andern), 1885. Landolt, Samuel, wurde am 5. Januar 1803 in Aarau geboren und trat im 17. Jahre als Lehrling in die Buchdruckerei von Sauerländer ein. Dadurch bot ſich ihm Gelegenheit, mehrere Jahre hindurch jede Woche einige Stunden im Studierzimmer Heinrich Zſchokkes zuzubringen, wel- cher Verkehr auf L.s Entwickelung nicht ohne Einfluß blieb. Anfang der vierziger Jahre gründete er in Aarau ein eigenes Geſchäft u. gab unter dem Titel „Poſthörnchen‟ ein Wochenblatt heraus, deſſen Tendenz in religiöſer, ſozialer und politiſcher Hinſicht eine freiſinnige war, und das zu halten während der Sonderbundszeit in den betreffenden Kantonen bei hoher Stra- fe verboten war. Jm Jahre 1845 machte L. die Freiſcharenzüge mit. Beim zweiten Gefecht am Kopfe ver- wundet, ward er gefangen genommen, entwiſchte aber bald, wurde nochmals gefangen genommen und vom Kriegs- gericht zum ſtandrechtlichen Erſchießen verurteilt. Nur durch Vermittelung eines angeſehenen Luzerners entging er dieſem Schickſal. L. lebte auch ſpäter in Aarau. S: Poſthörnchens Reime u. Lieder (Ge. a. d. Jahren 1830‒73), 1875. *Landsberger, Adolf, pſeud. A. Berger, wnrde am 31. Oktbr. 1864 in Berlin geboren, abſolvierte das dortige Wilhelmsgymnaſium, wid- mete ſich beſonders philoſophiſchen u. nationalökonomiſch. Studien, wandte ſich dann aber gänzlich der Literatur und Schriftſtellerei zu. Er lebte teils als Schriftſteller u. Kritiker, teils als Redakteur ſeit 1889 in Koburg, von wo er 1901 nach Breslau überſiedelte, und hat außer zwei ſozialen Werken, „Die Hebung des Nationalbewußt- ſeins der Maſſen‟ (1891) und „Die Zukunft des deutſchen Judentums‟ (1891), bisher veröffentlicht S: Die Erlöſung (Märchendichtung), 1888. ‒ Gedanken eines Einſamen, 1896. *Landsberger, Artur, geb. am 26. März 1876 in Berlin als Sohn des Handelsrichters Hermann L., be- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 170. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/174>, abgerufen am 22.08.2018.