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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Lan
sohn und Baderstochter (R.), 1871. -
D'Nandl von Ebensee (Schw.), 1876.
- Vom Juristentage (P.), 1876. -
Eine Vereinsschwester (Schw.), 1876.
- Der Herr Gevatter von der Straße
(Lsp.), 1876. - Eine verfolgte Unschuld
(P.), 1876. - Der Feind im Haus
(Dr.), 1878. - Andere Dramen L.'s
sind enthalten in seiner "Wiener
Volksbühne"; IV, 1859-64, z. B. Ein
Wiener Freiwilliger. - Strauß und
Lanner. - Ein Hausmeister aus der
Vorstadt. - Eine Ausspielerin. - Zwei
Mann von Heß. - Der Werkelmann
und seine Familie. - Die Mehlmesser-
Pepi. - Ein Judas von Anno Neun.
- Das erste Kind. - Ein ehemaliger
Trottel u. a.

*Langer, Eduard,

wurde am 25.
Dezbr. 1852 zu Rokitnitz in Böhmen
geboren. Seinen Vater, Stadtmühl-
besitzer daselbst, verlor er, als er kaum
neun Jahre alt war; ein Jahr darauf
starben ihm an einem Tage zwei Ge-
schwister, und diese traurigen Ereig-
nisse wirkten so tief und dauernd auf
sein Gemüt, daß sich bei ihm in der
Folge ein ernster, zum Pessimismus
neigender Lebenszug ausprägte. Zum
Studium bestimmt, gestatteten die
bescheidenen Verhältnisse der Mutter
nur den Besuch des tschechischen Un-
tergymnasiums zu Reichenau, das er,
da er erst in dem Dorfe Kunwald die
tschechische Sprache erlernen mußte,
1865 bezog und schnell absolvierte.
Er machte dann noch das deutsche
Obergymnasium auf der Kleinseite in
Prag durch, studierte an der dortigen
Universität die Rechte und trat dann
in die staatsgerichtliche Praxis ein.
Nachdem er 1879 zum Dr. jur. promo-
viert worden war u. bald darauf die
Richteramtsprüfung bestanden hatte,
schied er aus dem Staatsdienste (1881)
und wandte sich der Advokatur zu, um
so leichter die Hauptstadt Prag und
damit den höheren geistigen Horizont
zu gewinnen. Schon 1883 gelang es
ihm, in die Advokatenkanzlei des Dr.
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Lan
Franz Schmeykal zu kommen, des
Führers der Deutschen in Böhmen,
womit ein entschiedener Wendepunkt
in seinem Leben eintrat. Unter
Schmeykal kam er in eine zielbewußte
Führung in öffentlichen Dingen, be-
sonders in der Sache des damals schon
schwer bedrängten deutschen Volkes
in Böhmen und Österreich; er wurde
sein Sekretär, zugleich Sekretär der
Vertrauensmänner der Deutschen in
Böhmen, Schriftführer des Deutschen
Vereins in Prag und suchte außerdem
das nationale Leben zu organisieren
und überall den Gedanken der na-
tionalen Selbsthilfe zur praktischen
Durchführung zu bringen. Er war
Mitbegründer der Spar- und Vor-
schußkassen für Mitglieder des deut-
schen Handwerkervereins in Prag, des
deutschen Gewerbebundes für Böh-
men, des deutschen Kellnerklubs; er
regte die Gründung der deutschen
Kreditgenossenschaft in Prag und der
deutschen Volksbank in Leitmeritz an
u. gründete 1894 den Bund der Deut-
schen Ostböhmens. Seit 1887 selb-
ständiger Rechtsanwalt in Prag,
wurde er 1892 und 1896 von Trau-
tenau u. Braunau als Abgeordneter
in den böhmischen Landtag entsendet,
gehörte auch 1895-97 dem Landes-
schulrat für Böhmen als Mitglied an.
Jm Jahre 1897 legte er seine Advo-
katurpraxis nieder u. zog nach Brau-
nau, dem Heimatorte seiner Frau, der
Tochter des Großindustriellen Joseph
Edlen von Schroll, und widmet sich
seitdem literarischen, kulturgeschicht-
lichen und geschichtlichen Studien,
besonders aber der Erforschung seiner
Heimat, des Adlergebirges (Materi-
alien zur Geschichtsforschung im Ad-
lergebirge, 1897. - Führer durch das
Adlergebirge, 1898).

S:

Aus dem
Adlergebirge; IV, 1891-1909 (Jnh.:
I. Erinnerungen und Bilder a. d. öst-
lichen Deutschböhmen. - II. Gebirgs-
elend. - III. Aus meiner Liedermappe.
Ein Kaiser Josephsfest. - IV. Die Ost-

*


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Lan
ſohn und Baderstochter (R.), 1871. ‒
D’Nandl von Ebenſee (Schw.), 1876.
‒ Vom Juriſtentage (P.), 1876. ‒
Eine Vereinsſchweſter (Schw.), 1876.
‒ Der Herr Gevatter von der Straße
(Lſp.), 1876. ‒ Eine verfolgte Unſchuld
(P.), 1876. ‒ Der Feind im Haus
(Dr.), 1878. ‒ Andere Dramen L.’s
ſind enthalten in ſeiner „Wiener
Volksbühne‟; IV, 1859‒64, z. B. Ein
Wiener Freiwilliger. ‒ Strauß und
Lanner. ‒ Ein Hausmeiſter aus der
Vorſtadt. ‒ Eine Ausſpielerin. ‒ Zwei
Mann von Heß. ‒ Der Werkelmann
und ſeine Familie. ‒ Die Mehlmeſſer-
Pepi. ‒ Ein Judas von Anno Neun.
‒ Das erſte Kind. ‒ Ein ehemaliger
Trottel u. a.

*Langer, Eduard,

wurde am 25.
Dezbr. 1852 zu Rokitnitz in Böhmen
geboren. Seinen Vater, Stadtmühl-
beſitzer daſelbſt, verlor er, als er kaum
neun Jahre alt war; ein Jahr darauf
ſtarben ihm an einem Tage zwei Ge-
ſchwiſter, und dieſe traurigen Ereig-
niſſe wirkten ſo tief und dauernd auf
ſein Gemüt, daß ſich bei ihm in der
Folge ein ernſter, zum Peſſimismus
neigender Lebenszug ausprägte. Zum
Studium beſtimmt, geſtatteten die
beſcheidenen Verhältniſſe der Mutter
nur den Beſuch des tſchechiſchen Un-
tergymnaſiums zu Reichenau, das er,
da er erſt in dem Dorfe Kunwald die
tſchechiſche Sprache erlernen mußte,
1865 bezog und ſchnell abſolvierte.
Er machte dann noch das deutſche
Obergymnaſium auf der Kleinſeite in
Prag durch, ſtudierte an der dortigen
Univerſität die Rechte und trat dann
in die ſtaatsgerichtliche Praxis ein.
Nachdem er 1879 zum Dr. jur. promo-
viert worden war u. bald darauf die
Richteramtsprüfung beſtanden hatte,
ſchied er aus dem Staatsdienſte (1881)
und wandte ſich der Advokatur zu, um
ſo leichter die Hauptſtadt Prag und
damit den höheren geiſtigen Horizont
zu gewinnen. Schon 1883 gelang es
ihm, in die Advokatenkanzlei des Dr.
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Lan
Franz Schmeykal zu kommen, des
Führers der Deutſchen in Böhmen,
womit ein entſchiedener Wendepunkt
in ſeinem Leben eintrat. Unter
Schmeykal kam er in eine zielbewußte
Führung in öffentlichen Dingen, be-
ſonders in der Sache des damals ſchon
ſchwer bedrängten deutſchen Volkes
in Böhmen und Öſterreich; er wurde
ſein Sekretär, zugleich Sekretär der
Vertrauensmänner der Deutſchen in
Böhmen, Schriftführer des Deutſchen
Vereins in Prag und ſuchte außerdem
das nationale Leben zu organiſieren
und überall den Gedanken der na-
tionalen Selbſthilfe zur praktiſchen
Durchführung zu bringen. Er war
Mitbegründer der Spar- und Vor-
ſchußkaſſen für Mitglieder des deut-
ſchen Handwerkervereins in Prag, des
deutſchen Gewerbebundes für Böh-
men, des deutſchen Kellnerklubs; er
regte die Gründung der deutſchen
Kreditgenoſſenſchaft in Prag und der
deutſchen Volksbank in Leitmeritz an
u. gründete 1894 den Bund der Deut-
ſchen Oſtböhmens. Seit 1887 ſelb-
ſtändiger Rechtsanwalt in Prag,
wurde er 1892 und 1896 von Trau-
tenau u. Braunau als Abgeordneter
in den böhmiſchen Landtag entſendet,
gehörte auch 1895‒97 dem Landes-
ſchulrat für Böhmen als Mitglied an.
Jm Jahre 1897 legte er ſeine Advo-
katurpraxis nieder u. zog nach Brau-
nau, dem Heimatorte ſeiner Frau, der
Tochter des Großinduſtriellen Joſeph
Edlen von Schroll, und widmet ſich
ſeitdem literariſchen, kulturgeſchicht-
lichen und geſchichtlichen Studien,
beſonders aber der Erforſchung ſeiner
Heimat, des Adlergebirges (Materi-
alien zur Geſchichtsforſchung im Ad-
lergebirge, 1897. ‒ Führer durch das
Adlergebirge, 1898).

S:

Aus dem
Adlergebirge; IV, 1891‒1909 (Jnh.:
I. Erinnerungen und Bilder a. d. öſt-
lichen Deutſchböhmen. ‒ II. Gebirgs-
elend. ‒ III. Aus meiner Liedermappe.
Ein Kaiſer Joſephsfeſt. ‒ IV. Die Oſt-

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[184/0188] Lan Lan ſohn und Baderstochter (R.), 1871. ‒ D’Nandl von Ebenſee (Schw.), 1876. ‒ Vom Juriſtentage (P.), 1876. ‒ Eine Vereinsſchweſter (Schw.), 1876. ‒ Der Herr Gevatter von der Straße (Lſp.), 1876. ‒ Eine verfolgte Unſchuld (P.), 1876. ‒ Der Feind im Haus (Dr.), 1878. ‒ Andere Dramen L.’s ſind enthalten in ſeiner „Wiener Volksbühne‟; IV, 1859‒64, z. B. Ein Wiener Freiwilliger. ‒ Strauß und Lanner. ‒ Ein Hausmeiſter aus der Vorſtadt. ‒ Eine Ausſpielerin. ‒ Zwei Mann von Heß. ‒ Der Werkelmann und ſeine Familie. ‒ Die Mehlmeſſer- Pepi. ‒ Ein Judas von Anno Neun. ‒ Das erſte Kind. ‒ Ein ehemaliger Trottel u. a. *Langer, Eduard, wurde am 25. Dezbr. 1852 zu Rokitnitz in Böhmen geboren. Seinen Vater, Stadtmühl- beſitzer daſelbſt, verlor er, als er kaum neun Jahre alt war; ein Jahr darauf ſtarben ihm an einem Tage zwei Ge- ſchwiſter, und dieſe traurigen Ereig- niſſe wirkten ſo tief und dauernd auf ſein Gemüt, daß ſich bei ihm in der Folge ein ernſter, zum Peſſimismus neigender Lebenszug ausprägte. Zum Studium beſtimmt, geſtatteten die beſcheidenen Verhältniſſe der Mutter nur den Beſuch des tſchechiſchen Un- tergymnaſiums zu Reichenau, das er, da er erſt in dem Dorfe Kunwald die tſchechiſche Sprache erlernen mußte, 1865 bezog und ſchnell abſolvierte. Er machte dann noch das deutſche Obergymnaſium auf der Kleinſeite in Prag durch, ſtudierte an der dortigen Univerſität die Rechte und trat dann in die ſtaatsgerichtliche Praxis ein. Nachdem er 1879 zum Dr. jur. promo- viert worden war u. bald darauf die Richteramtsprüfung beſtanden hatte, ſchied er aus dem Staatsdienſte (1881) und wandte ſich der Advokatur zu, um ſo leichter die Hauptſtadt Prag und damit den höheren geiſtigen Horizont zu gewinnen. Schon 1883 gelang es ihm, in die Advokatenkanzlei des Dr. Franz Schmeykal zu kommen, des Führers der Deutſchen in Böhmen, womit ein entſchiedener Wendepunkt in ſeinem Leben eintrat. Unter Schmeykal kam er in eine zielbewußte Führung in öffentlichen Dingen, be- ſonders in der Sache des damals ſchon ſchwer bedrängten deutſchen Volkes in Böhmen und Öſterreich; er wurde ſein Sekretär, zugleich Sekretär der Vertrauensmänner der Deutſchen in Böhmen, Schriftführer des Deutſchen Vereins in Prag und ſuchte außerdem das nationale Leben zu organiſieren und überall den Gedanken der na- tionalen Selbſthilfe zur praktiſchen Durchführung zu bringen. Er war Mitbegründer der Spar- und Vor- ſchußkaſſen für Mitglieder des deut- ſchen Handwerkervereins in Prag, des deutſchen Gewerbebundes für Böh- men, des deutſchen Kellnerklubs; er regte die Gründung der deutſchen Kreditgenoſſenſchaft in Prag und der deutſchen Volksbank in Leitmeritz an u. gründete 1894 den Bund der Deut- ſchen Oſtböhmens. Seit 1887 ſelb- ſtändiger Rechtsanwalt in Prag, wurde er 1892 und 1896 von Trau- tenau u. Braunau als Abgeordneter in den böhmiſchen Landtag entſendet, gehörte auch 1895‒97 dem Landes- ſchulrat für Böhmen als Mitglied an. Jm Jahre 1897 legte er ſeine Advo- katurpraxis nieder u. zog nach Brau- nau, dem Heimatorte ſeiner Frau, der Tochter des Großinduſtriellen Joſeph Edlen von Schroll, und widmet ſich ſeitdem literariſchen, kulturgeſchicht- lichen und geſchichtlichen Studien, beſonders aber der Erforſchung ſeiner Heimat, des Adlergebirges (Materi- alien zur Geſchichtsforſchung im Ad- lergebirge, 1897. ‒ Führer durch das Adlergebirge, 1898). S: Aus dem Adlergebirge; IV, 1891‒1909 (Jnh.: I. Erinnerungen und Bilder a. d. öſt- lichen Deutſchböhmen. ‒ II. Gebirgs- elend. ‒ III. Aus meiner Liedermappe. Ein Kaiſer Joſephsfeſt. ‒ IV. Die Oſt- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 184. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/188>, abgerufen am 26.04.2018.