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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Lay
1879 nahm er seinen Wohnsitz in
Straßburg i. E. und führte hier seit
1893 die Chefredaktion des "Straß-
burger Tageblattes" u. war seit 1896
Redakteur am "Herold". 1897 ging
er nach Diedenhofen, wo er die
"Mosel- und Niedzeitung" redigierte,
war 1899-1901 in Metz an der "Lo-
thringischen Bürgerzeitung" tätig u.
lebte nun in dieser Stadt als freier
Schriftsteller bis zu seinem Tode am
21. Juli 1908.

S:

Stiller Grenzkrieg
(R. aus d. Elsaß), 1891. - Fräulein
Kapitän (Seeroman), 1892. - Jm
Geiste Ludwigs XIV. (Hist. R.), 1893.
- Auf dem Ulmerhof (R.). Jn aller
Eile (E.), 1897. - Don Pedros Braut-
fahrt (E. a. d. mexik. Kriege), 1898. -
Der Herr Jntendant (R.), 1901. -
Ein Goldmädchen (R. a. Klondyke),
1902. - Zu Straßburg auf der Schanz
(R.), 1903. - Nomaden (R.), 1904. -
Seemannsliebe (Nn.), 1906.

Laymburg, Felix,

Pseudon. für
Friedrich Leiß; s. d.!

*Lazarini(-Jablowitz), Joseph
Philibert Frhrr. von,

pseudon.
Philibert Dorn, wurde am 23.
August 1816 auf dem Schlosse Jablo-
nitz in Jnnerkrain geboren u. erhielt,
zur Beamtenlaufbahn bestimmt, seine
Erziehung und Bildung in der k. k.
Theresianischen Ritter-Akademie zu
Wien, wo er neben der Jurisprudenz
besonders moderne Sprachen u. Lite-
ratur studierte. Jn den Jahren 1838
bis 1840 arbeitete D. als Auskultant
beim k. k. Landgerichte in Wien und
knüpfte während dieser Zeit mit den
bedeutendsten Dichtern der Haupt-
stadt Verbindungen an. Ende 1840
an das Landgericht in Laibach ver-
setzt, nahm er nach zwei Jahren seinen
Abschied, kaufte sich in Unterkrain ein
Landgut, das er bis 1848 bewirt-
schaftete und dann veräußerte, lebte
die folgenden fünf Jahre teils in
Wien, teils im Auslande, wurde nach
seiner Rückkehr Professor der moder-
nen Sprachen an der Handelsschule
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Laz
in Fiume, ging 1862 als Leiter einer
Privathandelsschule, gerichtlich. Dol-
metsch u. Redakteur des "Mährischen
Korrespondenten" nach Brünn, 1870
wieder nach Fiume u. 1871 nach Graz
in Steiermark, wo er viele Jahre eine
Professur der französischen und eng-
lischen Sprache an der Landesober-
realschule bekleidete. Er starb daselbst
als Pensionär am 31. Juli 1895.

S:

Zwölf Märzlieder, 1848. - Ge-
dichte, 1851.

*Lazarus, Nahida Ruth,

geborene
Sturmhoefel, bekannt unter
ihrem ersten Frauennamen Nahida
Remy,
wurde am 3. Februar 1849
in Berlin geb., verlebte vom fünften
Jahre an ihre Kindheit mit der Mut-
ter in Südfrankreich, Jtalien und zu-
letzt im Jnnern der Jnsel Sizilien u.
in Palermo und gewann hier die leb-
haftesten Anschauungen des urwüch-
sigen Landes mit seiner originellen
Bevölkerung, die sie später ihren
"Sizilianischen Novellen u. Skizzen"
zu Grunde legte. Nach zehnjähriger
Abwesenheit nach Berlin zurückge-
kehrt, ging sie zur Bühne und erhielt
1866 ihr erstes Engagement in Bres-
lau; aber die nun eintretenden Kriegs-
ereignisse hatten den Schluß der The-
ater zur Folge, noch ehe die neue
Kunstnovize zum Auftreten gekommen
war. Fast ein Jahr lang beschäftigte
sie sich nun mit dem Erteilen von
Unterricht, um dann ein Engagement
für die Bühne in Warmbrunn anzu-
nehmen. Doch erkannte sie bald, daß
die Bühnenlaufbahn mit ihren Ver-
anlagungen im Widerspruch stand; sie
verließ daher die Bühne und kehrte
nach Berlin zurück, wo sie als Schrift-
stellerin tätig war. Hier lernte sie
den Theaterkritiker Max Remy (s.
d.!) kennen, mit dem sie sich 1873
vermählte. Leider wurde die Ehe
durch die bald beginnende Krankheit
des Gatten recht getrübt und 1881
durch den Tod des letzteren gelöst.
Nach 14 Jahren, während deren die

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Lay
1879 nahm er ſeinen Wohnſitz in
Straßburg i. E. und führte hier ſeit
1893 die Chefredaktion des „Straß-
burger Tageblattes‟ u. war ſeit 1896
Redakteur am „Herold‟. 1897 ging
er nach Diedenhofen, wo er die
„Moſel- und Niedzeitung‟ redigierte,
war 1899‒1901 in Metz an der „Lo-
thringiſchen Bürgerzeitung‟ tätig u.
lebte nun in dieſer Stadt als freier
Schriftſteller bis zu ſeinem Tode am
21. Juli 1908.

S:

Stiller Grenzkrieg
(R. aus d. Elſaß), 1891. ‒ Fräulein
Kapitän (Seeroman), 1892. ‒ Jm
Geiſte Ludwigs XIV. (Hiſt. R.), 1893.
‒ Auf dem Ulmerhof (R.). Jn aller
Eile (E.), 1897. ‒ Don Pedros Braut-
fahrt (E. a. d. mexik. Kriege), 1898. ‒
Der Herr Jntendant (R.), 1901. ‒
Ein Goldmädchen (R. a. Klondyke),
1902. ‒ Zu Straßburg auf der Schanz
(R.), 1903. ‒ Nomaden (R.), 1904. ‒
Seemannsliebe (Nn.), 1906.

Laymburg, Felix,

Pſeudon. für
Friedrich Leiß; ſ. d.!

*Lazarini(-Jablowitz), Joſeph
Philibert Frhrr. von,

pſeudon.
Philibert Dorn, wurde am 23.
Auguſt 1816 auf dem Schloſſe Jablo-
nitz in Jnnerkrain geboren u. erhielt,
zur Beamtenlaufbahn beſtimmt, ſeine
Erziehung und Bildung in der k. k.
Thereſianiſchen Ritter-Akademie zu
Wien, wo er neben der Jurisprudenz
beſonders moderne Sprachen u. Lite-
ratur ſtudierte. Jn den Jahren 1838
bis 1840 arbeitete D. als Auskultant
beim k. k. Landgerichte in Wien und
knüpfte während dieſer Zeit mit den
bedeutendſten Dichtern der Haupt-
ſtadt Verbindungen an. Ende 1840
an das Landgericht in Laibach ver-
ſetzt, nahm er nach zwei Jahren ſeinen
Abſchied, kaufte ſich in Unterkrain ein
Landgut, das er bis 1848 bewirt-
ſchaftete und dann veräußerte, lebte
die folgenden fünf Jahre teils in
Wien, teils im Auslande, wurde nach
ſeiner Rückkehr Profeſſor der moder-
nen Sprachen an der Handelsſchule
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Laz
in Fiume, ging 1862 als Leiter einer
Privathandelsſchule, gerichtlich. Dol-
metſch u. Redakteur des „Mähriſchen
Korreſpondenten‟ nach Brünn, 1870
wieder nach Fiume u. 1871 nach Graz
in Steiermark, wo er viele Jahre eine
Profeſſur der franzöſiſchen und eng-
liſchen Sprache an der Landesober-
realſchule bekleidete. Er ſtarb daſelbſt
als Penſionär am 31. Juli 1895.

S:

Zwölf Märzlieder, 1848. ‒ Ge-
dichte, 1851.

*Lazarus, Nahida Ruth,

geborene
Sturmhoefel, bekannt unter
ihrem erſten Frauennamen Nahida
Remy,
wurde am 3. Februar 1849
in Berlin geb., verlebte vom fünften
Jahre an ihre Kindheit mit der Mut-
ter in Südfrankreich, Jtalien und zu-
letzt im Jnnern der Jnſel Sizilien u.
in Palermo und gewann hier die leb-
hafteſten Anſchauungen des urwüch-
ſigen Landes mit ſeiner originellen
Bevölkerung, die ſie ſpäter ihren
„Sizilianiſchen Novellen u. Skizzen‟
zu Grunde legte. Nach zehnjähriger
Abweſenheit nach Berlin zurückge-
kehrt, ging ſie zur Bühne und erhielt
1866 ihr erſtes Engagement in Bres-
lau; aber die nun eintretenden Kriegs-
ereigniſſe hatten den Schluß der The-
ater zur Folge, noch ehe die neue
Kunſtnovize zum Auftreten gekommen
war. Faſt ein Jahr lang beſchäftigte
ſie ſich nun mit dem Erteilen von
Unterricht, um dann ein Engagement
für die Bühne in Warmbrunn anzu-
nehmen. Doch erkannte ſie bald, daß
die Bühnenlaufbahn mit ihren Ver-
anlagungen im Widerſpruch ſtand; ſie
verließ daher die Bühne und kehrte
nach Berlin zurück, wo ſie als Schrift-
ſtellerin tätig war. Hier lernte ſie
den Theaterkritiker Max Remy (ſ.
d.!) kennen, mit dem ſie ſich 1873
vermählte. Leider wurde die Ehe
durch die bald beginnende Krankheit
des Gatten recht getrübt und 1881
durch den Tod des letzteren gelöſt.
Nach 14 Jahren, während deren die

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[205/0209] Lay Laz 1879 nahm er ſeinen Wohnſitz in Straßburg i. E. und führte hier ſeit 1893 die Chefredaktion des „Straß- burger Tageblattes‟ u. war ſeit 1896 Redakteur am „Herold‟. 1897 ging er nach Diedenhofen, wo er die „Moſel- und Niedzeitung‟ redigierte, war 1899‒1901 in Metz an der „Lo- thringiſchen Bürgerzeitung‟ tätig u. lebte nun in dieſer Stadt als freier Schriftſteller bis zu ſeinem Tode am 21. Juli 1908. S: Stiller Grenzkrieg (R. aus d. Elſaß), 1891. ‒ Fräulein Kapitän (Seeroman), 1892. ‒ Jm Geiſte Ludwigs XIV. (Hiſt. R.), 1893. ‒ Auf dem Ulmerhof (R.). Jn aller Eile (E.), 1897. ‒ Don Pedros Braut- fahrt (E. a. d. mexik. Kriege), 1898. ‒ Der Herr Jntendant (R.), 1901. ‒ Ein Goldmädchen (R. a. Klondyke), 1902. ‒ Zu Straßburg auf der Schanz (R.), 1903. ‒ Nomaden (R.), 1904. ‒ Seemannsliebe (Nn.), 1906. Laymburg, Felix, Pſeudon. für Friedrich Leiß; ſ. d.! *Lazarini(-Jablowitz), Joſeph Philibert Frhrr. von, pſeudon. Philibert Dorn, wurde am 23. Auguſt 1816 auf dem Schloſſe Jablo- nitz in Jnnerkrain geboren u. erhielt, zur Beamtenlaufbahn beſtimmt, ſeine Erziehung und Bildung in der k. k. Thereſianiſchen Ritter-Akademie zu Wien, wo er neben der Jurisprudenz beſonders moderne Sprachen u. Lite- ratur ſtudierte. Jn den Jahren 1838 bis 1840 arbeitete D. als Auskultant beim k. k. Landgerichte in Wien und knüpfte während dieſer Zeit mit den bedeutendſten Dichtern der Haupt- ſtadt Verbindungen an. Ende 1840 an das Landgericht in Laibach ver- ſetzt, nahm er nach zwei Jahren ſeinen Abſchied, kaufte ſich in Unterkrain ein Landgut, das er bis 1848 bewirt- ſchaftete und dann veräußerte, lebte die folgenden fünf Jahre teils in Wien, teils im Auslande, wurde nach ſeiner Rückkehr Profeſſor der moder- nen Sprachen an der Handelsſchule in Fiume, ging 1862 als Leiter einer Privathandelsſchule, gerichtlich. Dol- metſch u. Redakteur des „Mähriſchen Korreſpondenten‟ nach Brünn, 1870 wieder nach Fiume u. 1871 nach Graz in Steiermark, wo er viele Jahre eine Profeſſur der franzöſiſchen und eng- liſchen Sprache an der Landesober- realſchule bekleidete. Er ſtarb daſelbſt als Penſionär am 31. Juli 1895. S: Zwölf Märzlieder, 1848. ‒ Ge- dichte, 1851. *Lazarus, Nahida Ruth, geborene Sturmhoefel, bekannt unter ihrem erſten Frauennamen Nahida Remy, wurde am 3. Februar 1849 in Berlin geb., verlebte vom fünften Jahre an ihre Kindheit mit der Mut- ter in Südfrankreich, Jtalien und zu- letzt im Jnnern der Jnſel Sizilien u. in Palermo und gewann hier die leb- hafteſten Anſchauungen des urwüch- ſigen Landes mit ſeiner originellen Bevölkerung, die ſie ſpäter ihren „Sizilianiſchen Novellen u. Skizzen‟ zu Grunde legte. Nach zehnjähriger Abweſenheit nach Berlin zurückge- kehrt, ging ſie zur Bühne und erhielt 1866 ihr erſtes Engagement in Bres- lau; aber die nun eintretenden Kriegs- ereigniſſe hatten den Schluß der The- ater zur Folge, noch ehe die neue Kunſtnovize zum Auftreten gekommen war. Faſt ein Jahr lang beſchäftigte ſie ſich nun mit dem Erteilen von Unterricht, um dann ein Engagement für die Bühne in Warmbrunn anzu- nehmen. Doch erkannte ſie bald, daß die Bühnenlaufbahn mit ihren Ver- anlagungen im Widerſpruch ſtand; ſie verließ daher die Bühne und kehrte nach Berlin zurück, wo ſie als Schrift- ſtellerin tätig war. Hier lernte ſie den Theaterkritiker Max Remy (ſ. d.!) kennen, mit dem ſie ſich 1873 vermählte. Leider wurde die Ehe durch die bald beginnende Krankheit des Gatten recht getrübt und 1881 durch den Tod des letzteren gelöſt. Nach 14 Jahren, während deren die *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 205. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/209>, abgerufen am 22.03.2019.