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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kli
Kultgebäude in Kairo und Oberägy-
ten geleitet. Wiederholte Studien-
reisen in den Balkanländern und der
Türkei, in Syrien und Tunesien, im
oberen und unteren Niltale haben ihn
tiefer in die orientalische Volksseele
eindringen lassen und ein ernsteres
Studium des Arabischen und des
Jslams ermöglicht, während ausge-
dehnte Urlaubsreisen ihn mit den
Kunst- und Literaturschätzen Frank-
reichs, Englands, Belgiens und Hol-
lands näher bekannt machten. Die
Gründung einer Universität mit her-
vorragenden europäischen Lehrkräf-
ten in Kairo (1908) führte ihn seither
zum Studium der französischen, eng-
lischen und arabischen Literatur, der
semitischen Philologie und Geschichte.
Von seinen zahlreichen ethnographi-
schen Aufsätzen und Skizzen sind bis-
her erst gesammelt erschienen

S:

Ha-
schisch (Ägyptische Sk.), 1910.

*Klipstein, Charlotte von,

wurde
am 22. Januar 1837 in Pfiffligheim
bei Worms als die älteste Tochter
des dortigen Pfarrers Georg Loth-
eißen
geboren, der später nach Wer-
sau im Odenwalde versetzt ward. Nach
dem Tode des Vaters zog die Mutter
mit ihren drei Kindern nach Darm-
stadt, und hier verheiratete sich Char-
lotte 1866 mit Emil von Klipstein,
großherzogl. Oberförster i. P., mit
dem sie erst in Auerbach und dann in
Darmstadt lebte. Hier starb der Gatte
schon 1875, und die Witwe widmete
sich nun ganz der Erziehung ihrer drei
Kinder und in ihrer Mußezeit litera-
rischer Tätigkeit. Eine Sammlung
ihrer Gedichte wurde von ihren Kin-
dern nach ihrem Tode veranstaltet, der
in Darmstadt am 25. Septbr. 1898
erfolgte.

S:

Erlebtes und Geschautes
(Dn.), 1899.

*Klitscher, Gustav Albert,

geb.
am 25. Febr. 1868 zu Stettin, besuchte
das städtische Gymnasium daselbst u.
studierte seit 1886 in Freiburg i. B.,
Leipzig, Heidelberg u. Breslau Phi-
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Klo
lologie, besonders Germanistik. Nach-
dem er 1891 in Breslau mit der Ar-
beit "Die Fortsetzung zu Konrads v.
Würzburg Trojanerkrieg u. das Ori-
ginal" zum Dr. phil. promoviert
worden, hielt er sich längere Zeit im
Auslande (Frankreich, Schweiz, Jta-
lien) auf und ging dann zur Jour-
nalistik über. Er nahm seinen Wohn-
sitz in Berlin, war hier eine Zeitlang
leitender Politiker des "Berlin. Frem-
denblatts" und danach als unabhän-
giger Schriftsteller tätig. Er + am 24.
Jan. 1910 in Schlachtensee bei Berlin.

S:

Ninette im Schnee (N.), 1895. 2. A.
1897. - Von Weibes Herzen (2 Nn.),
1895. 3. A. 1907. - Der sittliche Hand-
koffer (Geschn.), 1898. - O diese Sil-
berhochzeit! (Lsp.), 1898. - Schönheit
(Ge.), 1900. - Jm Stöckelschuh (Früh-
lingsspiel), 1901. - Der Herr Hof-
kapellmeister (R.); II, 1901. - Der
Mörder der Schönheit. Die Früh-
lingshasserin (Ein Buch von Kunst
u. kranker Liebe)) 1902. - Apotheker-
schnaps (Schw.), 1902. - Mensch
Heiland (Ein Gegenwartsroman v.
Himmel u. Erde), 1903. - Aufsichts-
rat (Dr.), 1904. - Die Hosen des
Fräulein von Voellendorf, 1907. -
Über und unter den Wolken (Eine
Liebesgesch. a. d. Bergen), 1909. - Sie
war des andern (R.), 1910. - Königs-
liebchen (R.), 1911.

*Klob, Karl Maria,

geboren am
18. Mai 1873 zu Olmütz in Mähren,
entstammt einer alten Kaufmanns-
familie daselbst. Er absolvierte die
Oberrealschule, da er von seinem
Vater für den Kaufmannsstand und
nach dessen 1886 erfolgten Tode von
seinen Verwandten für die technische
Laufbahn bestimmt wurde. Allein
letztere sagte ihm so wenig zu, daß
er nach Beendigung seiner Studien
eine Stellung als städtischer Beamter
annahm, in der Hoffnung, daß ihm
sein Dienst hinlänglich Muße zu lite-
rarischen und musikästhetischen Stu-
dien bieten würde. Da er sich aber

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Kli
Kultgebäude in Kairo und Oberägy-
ten geleitet. Wiederholte Studien-
reiſen in den Balkanländern und der
Türkei, in Syrien und Tuneſien, im
oberen und unteren Niltale haben ihn
tiefer in die orientaliſche Volksſeele
eindringen laſſen und ein ernſteres
Studium des Arabiſchen und des
Jslams ermöglicht, während ausge-
dehnte Urlaubsreiſen ihn mit den
Kunſt- und Literaturſchätzen Frank-
reichs, Englands, Belgiens und Hol-
lands näher bekannt machten. Die
Gründung einer Univerſität mit her-
vorragenden europäiſchen Lehrkräf-
ten in Kairo (1908) führte ihn ſeither
zum Studium der franzöſiſchen, eng-
liſchen und arabiſchen Literatur, der
ſemitiſchen Philologie und Geſchichte.
Von ſeinen zahlreichen ethnographi-
ſchen Aufſätzen und Skizzen ſind bis-
her erſt geſammelt erſchienen

S:

Ha-
ſchiſch (Ägyptiſche Sk.), 1910.

*Klipſtein, Charlotte von,

wurde
am 22. Januar 1837 in Pfiffligheim
bei Worms als die älteſte Tochter
des dortigen Pfarrers Georg Loth-
eißen
geboren, der ſpäter nach Wer-
ſau im Odenwalde verſetzt ward. Nach
dem Tode des Vaters zog die Mutter
mit ihren drei Kindern nach Darm-
ſtadt, und hier verheiratete ſich Char-
lotte 1866 mit Emil von Klipſtein,
großherzogl. Oberförſter i. P., mit
dem ſie erſt in Auerbach und dann in
Darmſtadt lebte. Hier ſtarb der Gatte
ſchon 1875, und die Witwe widmete
ſich nun ganz der Erziehung ihrer drei
Kinder und in ihrer Mußezeit litera-
riſcher Tätigkeit. Eine Sammlung
ihrer Gedichte wurde von ihren Kin-
dern nach ihrem Tode veranſtaltet, der
in Darmſtadt am 25. Septbr. 1898
erfolgte.

S:

Erlebtes und Geſchautes
(Dn.), 1899.

*Klitſcher, Guſtav Albert,

geb.
am 25. Febr. 1868 zu Stettin, beſuchte
das ſtädtiſche Gymnaſium daſelbſt u.
ſtudierte ſeit 1886 in Freiburg i. B.,
Leipzig, Heidelberg u. Breslau Phi-
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Klo
lologie, beſonders Germaniſtik. Nach-
dem er 1891 in Breslau mit der Ar-
beit „Die Fortſetzung zu Konrads v.
Würzburg Trojanerkrieg u. das Ori-
ginal‟ zum Dr. phil. promoviert
worden, hielt er ſich längere Zeit im
Auslande (Frankreich, Schweiz, Jta-
lien) auf und ging dann zur Jour-
naliſtik über. Er nahm ſeinen Wohn-
ſitz in Berlin, war hier eine Zeitlang
leitender Politiker des „Berlin. Frem-
denblatts‟ und danach als unabhän-
giger Schriftſteller tätig. Er † am 24.
Jan. 1910 in Schlachtenſee bei Berlin.

S:

Ninette im Schnee (N.), 1895. 2. A.
1897. ‒ Von Weibes Herzen (2 Nn.),
1895. 3. A. 1907. ‒ Der ſittliche Hand-
koffer (Geſchn.), 1898. ‒ O dieſe Sil-
berhochzeit! (Lſp.), 1898. ‒ Schönheit
(Ge.), 1900. ‒ Jm Stöckelſchuh (Früh-
lingsſpiel), 1901. ‒ Der Herr Hof-
kapellmeiſter (R.); II, 1901. ‒ Der
Mörder der Schönheit. Die Früh-
lingshaſſerin (Ein Buch von Kunſt
u. kranker Liebe)) 1902. ‒ Apotheker-
ſchnaps (Schw.), 1902. ‒ Menſch
Heiland (Ein Gegenwartsroman v.
Himmel u. Erde), 1903. ‒ Aufſichts-
rat (Dr.), 1904. ‒ Die Hoſen des
Fräulein von Voellendorf, 1907. ‒
Über und unter den Wolken (Eine
Liebesgeſch. a. d. Bergen), 1909. ‒ Sie
war des andern (R.), 1910. ‒ Königs-
liebchen (R.), 1911.

*Klob, Karl Maria,

geboren am
18. Mai 1873 zu Olmütz in Mähren,
entſtammt einer alten Kaufmanns-
familie daſelbſt. Er abſolvierte die
Oberrealſchule, da er von ſeinem
Vater für den Kaufmannsſtand und
nach deſſen 1886 erfolgten Tode von
ſeinen Verwandten für die techniſche
Laufbahn beſtimmt wurde. Allein
letztere ſagte ihm ſo wenig zu, daß
er nach Beendigung ſeiner Studien
eine Stellung als ſtädtiſcher Beamter
annahm, in der Hoffnung, daß ihm
ſein Dienſt hinlänglich Muße zu lite-
rariſchen und muſikäſthetiſchen Stu-
dien bieten würde. Da er ſich aber

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 19. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/23>, abgerufen am 18.03.2019.