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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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schiedene Schulen an allerlei Orten,
wurde 1901 Volksschullehrer u. wirkte
als solcher fünf Jahre auf dem Lande,
am längsten in Neuderben a. d. Elbe.
Seit 1907 lebt er als Schriftsteller
in Magdeburg-Buckau. Er ist Be-
gründer u. Herausgeber der Monats-
schrift "Der heilige Garten. Beiträge
zur Ästhetik der Kindheit" (1906 ff.).
Außer einigen Kinderschriften ver-
öffentlichte er

S:

Meine Verse (Ge. a.
d. J. 1904 u. 1905); 1908.

Lichtenfeldt, Karl,

gebor. am 21.
August 1823 in Schlesien, bildete sich
als Präparand in Prauß für das
Lehrerseminar in Breslau vor, das er
1841-44 besuchte, wurde dann Lehrer
in Dirsdorf, 1848 in der böhmischen
Gemeinde Straußeney und 1850
Kantor in Reichenstein. Jm Jahre
1890 trat er in den Ruhestand und
siedelte nun nach Schweidnitz über,
wo er am 4. Novbr. 1904 starb. Jn-
folge seiner unermüdlichen und opfer-
freudigen Wirksamkeit für die Jnter-
essen u. das Wohl des Lehrerstandes
u. besonders von dessen Angehörigen
hinterließ er bei seinen Standesge-
nossen ein treues Gedächtnis.

S:

Fer-
dinand der Ziegenhirt, oder: Schick-
sale einer armen Weberfamilie (E.),
4. A. 1910. - Der verlorene Sohn,
oder: Die Hütte im Jlsetale (E.), 2.
A. o. J. - Der Mutter Segen, oder:
Die beiden Waisenkinder (E.); II. 3.
A. o. J. - Dm Dienste der Nächsten-
liebe (E.); II. 3. A. 1904. - Der Holz-
schnitzer (E.); II, 2. A. o. J.

Lichtenow, Wilhelm,

Pseud. für
Friedrich Wilhelm Albert Max von
Ritz-Lichtenow;
s. d.!

*Lichtenstein, Edmund,

pseudon.
Lorenz Stahl und Ed. Mund-
Lichtenstein,
geb. am 22. Januar
1864 zu Kottbus, besuchte die Real-
schulen in Kottbus, später in Leipzig,
mußte aber auf ärztliche Anordnung
den regelmäßigen Schulbesuch unter-
brechen u. unter Leitung vorzüglicher
Privatlehrer seine Ausbildung voll-
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enden. Vielfache Reisen erweiterten
dieselbe. Er kehrte dann in seine Vater-
stadt zurück u. lebte als Buchhändler
daselbst, bis er 1892 nach Berlin über-
siedelte, wo er einige Jahre die "Ber-
liner Fanfaren" redigierte und jetzt
als freier Schriftsteller lebt.

S:

Wilde
Ranken (Ge.), 1886. - Freiheit, Liebe,
Menschlichkeit (Anthol.), 1893. - Der
Fluch auf Juda (Ep. G.), 1893. - Jn
Banden (Ge.), 1891. - Bunt Ge-
dränge. Modernes Deklamatorium
(Ge.), 1901.

Lichtenstein, Julius,

wurde am
14. März 1824 als der Sohn eines
jüdischen Tanzlehrers zu Weimar ge-
boren, verlebte eine entbehrungsvolle
Jugend und mußte sich dann zu einer
fünfjährigen Lehrzeit in einem kauf-
männischen Geschäft bequemen. Als
junger Mann suchte er seinem Bedürf-
nis nach weiterer Bildung durch
Privatstudien Genüge zu tun; auch
mit den weimarischen Bühnengrößen
trat er in Verkehr. Dann gründete
er in Weimar mit Hilfe von Freunden
ein eigenes Geschäft und einen glück-
lichen Hausstand und trat 1859 zum
Christentum über. Jn der großen ge-
schäftlichen Krisis Mitte der siebziger
Jahre erlitt auch er Schiffbruch, und
als der Bankerott über sein Geschäft
hereinbrach, vermochte er nicht die
Folgen zu überleben: er ertränkte sich
am 15. März 1876 in der Jlm. Vier
Wochen später wurde seine Leiche bei
Tiefurt gelandet u. auf dem Kirchhof
zu Großkromsdorf bestattet.

S:

Ge-
dichte, 1876.

*Lichter, Johann August,

geb.
am 8. März 1860 zu Naselwitz, Kreis
Nimptsch in Schlesien, als der Sohn
eines Tagelöhners, verlor schon im
11. Jahre seinen Vater, doch wurde
es ihm durch wohlwollende Gönner
möglich gemacht, sich auf autodidak-
tischem Wege für den Lehrerberuf vor-
zubereiten. Nachdem er seit dem Be-
ginn des Jahres 1876 eine Schulstelle
in Rogau, Kreis Schweidnitz, verwal-

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Lich
ſchiedene Schulen an allerlei Orten,
wurde 1901 Volksſchullehrer u. wirkte
als ſolcher fünf Jahre auf dem Lande,
am längſten in Neuderben a. d. Elbe.
Seit 1907 lebt er als Schriftſteller
in Magdeburg-Buckau. Er iſt Be-
gründer u. Herausgeber der Monats-
ſchrift „Der heilige Garten. Beiträge
zur Äſthetik der Kindheit‟ (1906 ff.).
Außer einigen Kinderſchriften ver-
öffentlichte er

S:

Meine Verſe (Ge. a.
d. J. 1904 u. 1905); 1908.

Lichtenfeldt, Karl,

gebor. am 21.
Auguſt 1823 in Schleſien, bildete ſich
als Präparand in Prauß für das
Lehrerſeminar in Breslau vor, das er
1841‒44 beſuchte, wurde dann Lehrer
in Dirsdorf, 1848 in der böhmiſchen
Gemeinde Straußeney und 1850
Kantor in Reichenſtein. Jm Jahre
1890 trat er in den Ruheſtand und
ſiedelte nun nach Schweidnitz über,
wo er am 4. Novbr. 1904 ſtarb. Jn-
folge ſeiner unermüdlichen und opfer-
freudigen Wirkſamkeit für die Jnter-
eſſen u. das Wohl des Lehrerſtandes
u. beſonders von deſſen Angehörigen
hinterließ er bei ſeinen Standesge-
noſſen ein treues Gedächtnis.

S:

Fer-
dinand der Ziegenhirt, oder: Schick-
ſale einer armen Weberfamilie (E.),
4. A. 1910. ‒ Der verlorene Sohn,
oder: Die Hütte im Jlſetale (E.), 2.
A. o. J. ‒ Der Mutter Segen, oder:
Die beiden Waiſenkinder (E.); II. 3.
A. o. J. ‒ Dm Dienſte der Nächſten-
liebe (E.); II. 3. A. 1904. ‒ Der Holz-
ſchnitzer (E.); II, 2. A. o. J.

Lichtenow, Wilhelm,

Pſeud. für
Friedrich Wilhelm Albert Max von
Ritz-Lichtenow;
ſ. d.!

*Lichtenſtein, Edmund,

pſeudon.
Lorenz Stahl und Ed. Mund-
Lichtenſtein,
geb. am 22. Januar
1864 zu Kottbus, beſuchte die Real-
ſchulen in Kottbus, ſpäter in Leipzig,
mußte aber auf ärztliche Anordnung
den regelmäßigen Schulbeſuch unter-
brechen u. unter Leitung vorzüglicher
Privatlehrer ſeine Ausbildung voll-
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Lich
enden. Vielfache Reiſen erweiterten
dieſelbe. Er kehrte dann in ſeine Vater-
ſtadt zurück u. lebte als Buchhändler
daſelbſt, bis er 1892 nach Berlin über-
ſiedelte, wo er einige Jahre die „Ber-
liner Fanfaren‟ redigierte und jetzt
als freier Schriftſteller lebt.

S:

Wilde
Ranken (Ge.), 1886. ‒ Freiheit, Liebe,
Menſchlichkeit (Anthol.), 1893. ‒ Der
Fluch auf Juda (Ep. G.), 1893. ‒ Jn
Banden (Ge.), 1891. ‒ Bunt Ge-
dränge. Modernes Deklamatorium
(Ge.), 1901.

Lichtenſtein, Julius,

wurde am
14. März 1824 als der Sohn eines
jüdiſchen Tanzlehrers zu Weimar ge-
boren, verlebte eine entbehrungsvolle
Jugend und mußte ſich dann zu einer
fünfjährigen Lehrzeit in einem kauf-
männiſchen Geſchäft bequemen. Als
junger Mann ſuchte er ſeinem Bedürf-
nis nach weiterer Bildung durch
Privatſtudien Genüge zu tun; auch
mit den weimariſchen Bühnengrößen
trat er in Verkehr. Dann gründete
er in Weimar mit Hilfe von Freunden
ein eigenes Geſchäft und einen glück-
lichen Hausſtand und trat 1859 zum
Chriſtentum über. Jn der großen ge-
ſchäftlichen Kriſis Mitte der ſiebziger
Jahre erlitt auch er Schiffbruch, und
als der Bankerott über ſein Geſchäft
hereinbrach, vermochte er nicht die
Folgen zu überleben: er ertränkte ſich
am 15. März 1876 in der Jlm. Vier
Wochen ſpäter wurde ſeine Leiche bei
Tiefurt gelandet u. auf dem Kirchhof
zu Großkromsdorf beſtattet.

S:

Ge-
dichte, 1876.

*Lichter, Johann Auguſt,

geb.
am 8. März 1860 zu Naſelwitz, Kreis
Nimptſch in Schleſien, als der Sohn
eines Tagelöhners, verlor ſchon im
11. Jahre ſeinen Vater, doch wurde
es ihm durch wohlwollende Gönner
möglich gemacht, ſich auf autodidak-
tiſchem Wege für den Lehrerberuf vor-
zubereiten. Nachdem er ſeit dem Be-
ginn des Jahres 1876 eine Schulſtelle
in Rogau, Kreis Schweidnitz, verwal-

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[250/0254] Lich Lich ſchiedene Schulen an allerlei Orten, wurde 1901 Volksſchullehrer u. wirkte als ſolcher fünf Jahre auf dem Lande, am längſten in Neuderben a. d. Elbe. Seit 1907 lebt er als Schriftſteller in Magdeburg-Buckau. Er iſt Be- gründer u. Herausgeber der Monats- ſchrift „Der heilige Garten. Beiträge zur Äſthetik der Kindheit‟ (1906 ff.). Außer einigen Kinderſchriften ver- öffentlichte er S: Meine Verſe (Ge. a. d. J. 1904 u. 1905); 1908. Lichtenfeldt, Karl, gebor. am 21. Auguſt 1823 in Schleſien, bildete ſich als Präparand in Prauß für das Lehrerſeminar in Breslau vor, das er 1841‒44 beſuchte, wurde dann Lehrer in Dirsdorf, 1848 in der böhmiſchen Gemeinde Straußeney und 1850 Kantor in Reichenſtein. Jm Jahre 1890 trat er in den Ruheſtand und ſiedelte nun nach Schweidnitz über, wo er am 4. Novbr. 1904 ſtarb. Jn- folge ſeiner unermüdlichen und opfer- freudigen Wirkſamkeit für die Jnter- eſſen u. das Wohl des Lehrerſtandes u. beſonders von deſſen Angehörigen hinterließ er bei ſeinen Standesge- noſſen ein treues Gedächtnis. S: Fer- dinand der Ziegenhirt, oder: Schick- ſale einer armen Weberfamilie (E.), 4. A. 1910. ‒ Der verlorene Sohn, oder: Die Hütte im Jlſetale (E.), 2. A. o. J. ‒ Der Mutter Segen, oder: Die beiden Waiſenkinder (E.); II. 3. A. o. J. ‒ Dm Dienſte der Nächſten- liebe (E.); II. 3. A. 1904. ‒ Der Holz- ſchnitzer (E.); II, 2. A. o. J. Lichtenow, Wilhelm, Pſeud. für Friedrich Wilhelm Albert Max von Ritz-Lichtenow; ſ. d.! *Lichtenſtein, Edmund, pſeudon. Lorenz Stahl und Ed. Mund- Lichtenſtein, geb. am 22. Januar 1864 zu Kottbus, beſuchte die Real- ſchulen in Kottbus, ſpäter in Leipzig, mußte aber auf ärztliche Anordnung den regelmäßigen Schulbeſuch unter- brechen u. unter Leitung vorzüglicher Privatlehrer ſeine Ausbildung voll- enden. Vielfache Reiſen erweiterten dieſelbe. Er kehrte dann in ſeine Vater- ſtadt zurück u. lebte als Buchhändler daſelbſt, bis er 1892 nach Berlin über- ſiedelte, wo er einige Jahre die „Ber- liner Fanfaren‟ redigierte und jetzt als freier Schriftſteller lebt. S: Wilde Ranken (Ge.), 1886. ‒ Freiheit, Liebe, Menſchlichkeit (Anthol.), 1893. ‒ Der Fluch auf Juda (Ep. G.), 1893. ‒ Jn Banden (Ge.), 1891. ‒ Bunt Ge- dränge. Modernes Deklamatorium (Ge.), 1901. Lichtenſtein, Julius, wurde am 14. März 1824 als der Sohn eines jüdiſchen Tanzlehrers zu Weimar ge- boren, verlebte eine entbehrungsvolle Jugend und mußte ſich dann zu einer fünfjährigen Lehrzeit in einem kauf- männiſchen Geſchäft bequemen. Als junger Mann ſuchte er ſeinem Bedürf- nis nach weiterer Bildung durch Privatſtudien Genüge zu tun; auch mit den weimariſchen Bühnengrößen trat er in Verkehr. Dann gründete er in Weimar mit Hilfe von Freunden ein eigenes Geſchäft und einen glück- lichen Hausſtand und trat 1859 zum Chriſtentum über. Jn der großen ge- ſchäftlichen Kriſis Mitte der ſiebziger Jahre erlitt auch er Schiffbruch, und als der Bankerott über ſein Geſchäft hereinbrach, vermochte er nicht die Folgen zu überleben: er ertränkte ſich am 15. März 1876 in der Jlm. Vier Wochen ſpäter wurde ſeine Leiche bei Tiefurt gelandet u. auf dem Kirchhof zu Großkromsdorf beſtattet. S: Ge- dichte, 1876. *Lichter, Johann Auguſt, geb. am 8. März 1860 zu Naſelwitz, Kreis Nimptſch in Schleſien, als der Sohn eines Tagelöhners, verlor ſchon im 11. Jahre ſeinen Vater, doch wurde es ihm durch wohlwollende Gönner möglich gemacht, ſich auf autodidak- tiſchem Wege für den Lehrerberuf vor- zubereiten. Nachdem er ſeit dem Be- ginn des Jahres 1876 eine Schulſtelle in Rogau, Kreis Schweidnitz, verwal- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 250. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/254>, abgerufen am 18.03.2019.