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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Lie
das "Mecklenburgische Album" her-
ausgab. Ostern 1835 verließ er die
Universität u. übernahm bald darauf
eine Hauslehrerstelle bei dem Guts-
pächter Gebhardi zu Ruthen bei Lübz,
von wo aus er seine Examina absol-
vierte. Jm Herbste 1838 wurde er zum
Pastor in Lohmen erwählt, welche
Stellung er bis zu seinem Tode inne-
hatte. Nachdem er 1888 sein 50jähri-
ges Jubiläum gefeiert und bei dieser
Gelegenheit den Titel Kirchenrat er-
halten hatte, starb er am 22. Februar
1891.

S:

Lyrische Gedichte, 1842. -
Mecklenburgisches Album (mit John
Brinckman hrsg.), 1843. - Christliche
Zeitlieder, 1844. - Am Reformations-
feste, 1882 (Zeit-L.), 1882.

Ließ, Emil,

geb. am 31. Okt. 1864
in Weimar, lebt (1886) als cand phil.,
Journalist u. Redakteur der "Deut-
schen Nachrichten" in Zürich-Flun-
tern.

S:

Thüringer Waldblumen (3
Nn.), 1886.

*Lietzow, Paul,

geb. am 13. Sep-
tember 1842 zu Berlin als der Sohn
schlichter Bürgersleute, siedelte 1848
mit den Eltern nach Pasewalk in
Pommern über, wo er bis zu seinem
14. Lebensjahre die höhere Bürger-
schule besuchte, dann neun Monate in
der Kanzlei des dortigen Stadtgerichts
arbeitete u. später daselbst als Lehr-
ling in eine Buchhandlung eintrat.
Da seine Eltern bald danach wieder
nach Berlin zurückzogen, so kam er
1858 nach Fürstenwalde in die Lehre
und nach Beendigung der Lehrzeit
1862 nach Berlin, wo er in der Hof-
buchhandlung von E. Bock bis 1874
tätig war. Dann machte er sich durch
Ankauf der A. Hochschen Postwert-
zeichenhandlung in Berlin selbständig
und blieb es bis 1898. Seitdem war
er nur noch als Redakteur der "Mit-
teilungen des Jnternationalen Post-
wertzeichenhändler-Vereins", dessen
Schriftführer er auch war, ferner der
in Leipzig erscheinenden "Post" und
als Herausgeber des "Briefmarken-
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Lil
händlers" tätig. Seinen Wohnsitz
hatte L. seit 1895 in Charlottenburg
und seit 1903 in Friedenau bei Ber-
lin, und hier ist er am 20. Febr. 1905
gestorben. Seit dem Jahre 1865 hat
L., einem ihm innewohnenden Wan-
dertriebe Folge leistend, zahlreiche
Land- und Seereisen unternommen;
mit Vorliebe hat er in Dänemark u.
Schweden geweilt. Jm Frühjahr
1888 machte er seine erste Orientreise,
von der er erst Ende 1889 zurückkehrte;
1891 besuchte er Frankreich, England,
Spanien, Portugal, Marokko u. kehrte
über Jtalien durch die Schweiz und
das Elsaß wieder heim. Außer ver-
schiedenen wertvollen Arbeiten auf
dem Gebiete der Briefmarkenkunde
veröffentlichte er

S:

Nord- u. Süd-
germanen. Leben u. Lieben in Däne-
mark (Tendenzroman), 1871. - Jeru-
salem. Ein Besuch in der heiligen
Stadt, 1888. - Tanger in Marokko
und Gibraltar (Reiseskizzen), 1892.

*Lilie, Adolf,

pseud. Wolfgang
Schild,
wurde am 23. Oktbr. 1851
zu Oberkratzau in Deutschböhmen als
der Sohn eines Tuchwalkers geboren,
besuchte die Schule in Kratzau und
seit 1864 die Realschule in Reichen-
berg. Der Krieg von 1866 machte in
seinen Folgen der Studienlaufbahn
des Knaben ein schnelles Ende und
führte ihn hinter den Webstuhl.
Einige Anregung in dieser für den
Lernbegierigen traurigen Zeit bot der
Besuch der Weberschule in Reichen-
berg. Nach überstandener Lehrzeit
war er im Geschäft des Vaters tätig,
doch ging sein ganzes Sinnen und
Streben immer dahin, sich eine andere
Lebensstellung zu gründen. Erst 1873
gelang ihm dies; er nahm eine Leh-
rerstelle in Maffersdorf bei Reichen-
berg an, bezog nach einem halben
Jahre die Lehrerbildungsanstalt in
Trautenau u. wurde im Herbst 1874
nach absolvierter Prüfung Lehrer in
Gablonz, wo er noch jetzt im Amte
steht.

S:

Auf treuer deutscher Wacht

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das „Mecklenburgiſche Album‟ her-
ausgab. Oſtern 1835 verließ er die
Univerſität u. übernahm bald darauf
eine Hauslehrerſtelle bei dem Guts-
pächter Gebhardi zu Ruthen bei Lübz,
von wo aus er ſeine Examina abſol-
vierte. Jm Herbſte 1838 wurde er zum
Paſtor in Lohmen erwählt, welche
Stellung er bis zu ſeinem Tode inne-
hatte. Nachdem er 1888 ſein 50jähri-
ges Jubiläum gefeiert und bei dieſer
Gelegenheit den Titel Kirchenrat er-
halten hatte, ſtarb er am 22. Februar
1891.

S:

Lyriſche Gedichte, 1842. ‒
Mecklenburgiſches Album (mit John
Brinckman hrsg.), 1843. ‒ Chriſtliche
Zeitlieder, 1844. ‒ Am Reformations-
feſte, 1882 (Zeit-L.), 1882.

Ließ, Emil,

geb. am 31. Okt. 1864
in Weimar, lebt (1886) als cand phil.,
Journaliſt u. Redakteur der „Deut-
ſchen Nachrichten‟ in Zürich-Flun-
tern.

S:

Thüringer Waldblumen (3
Nn.), 1886.

*Lietzow, Paul,

geb. am 13. Sep-
tember 1842 zu Berlin als der Sohn
ſchlichter Bürgersleute, ſiedelte 1848
mit den Eltern nach Paſewalk in
Pommern über, wo er bis zu ſeinem
14. Lebensjahre die höhere Bürger-
ſchule beſuchte, dann neun Monate in
der Kanzlei des dortigen Stadtgerichts
arbeitete u. ſpäter daſelbſt als Lehr-
ling in eine Buchhandlung eintrat.
Da ſeine Eltern bald danach wieder
nach Berlin zurückzogen, ſo kam er
1858 nach Fürſtenwalde in die Lehre
und nach Beendigung der Lehrzeit
1862 nach Berlin, wo er in der Hof-
buchhandlung von E. Bock bis 1874
tätig war. Dann machte er ſich durch
Ankauf der A. Hochſchen Poſtwert-
zeichenhandlung in Berlin ſelbſtändig
und blieb es bis 1898. Seitdem war
er nur noch als Redakteur der „Mit-
teilungen des Jnternationalen Poſt-
wertzeichenhändler-Vereins‟, deſſen
Schriftführer er auch war, ferner der
in Leipzig erſcheinenden „Poſt‟ und
als Herausgeber des „Briefmarken-
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Lil
händlers‟ tätig. Seinen Wohnſitz
hatte L. ſeit 1895 in Charlottenburg
und ſeit 1903 in Friedenau bei Ber-
lin, und hier iſt er am 20. Febr. 1905
geſtorben. Seit dem Jahre 1865 hat
L., einem ihm innewohnenden Wan-
dertriebe Folge leiſtend, zahlreiche
Land- und Seereiſen unternommen;
mit Vorliebe hat er in Dänemark u.
Schweden geweilt. Jm Frühjahr
1888 machte er ſeine erſte Orientreiſe,
von der er erſt Ende 1889 zurückkehrte;
1891 beſuchte er Frankreich, England,
Spanien, Portugal, Marokko u. kehrte
über Jtalien durch die Schweiz und
das Elſaß wieder heim. Außer ver-
ſchiedenen wertvollen Arbeiten auf
dem Gebiete der Briefmarkenkunde
veröffentlichte er

S:

Nord- u. Süd-
germanen. Leben u. Lieben in Däne-
mark (Tendenzroman), 1871. ‒ Jeru-
ſalem. Ein Beſuch in der heiligen
Stadt, 1888. ‒ Tanger in Marokko
und Gibraltar (Reiſeſkizzen), 1892.

*Lilie, Adolf,

pſeud. Wolfgang
Schild,
wurde am 23. Oktbr. 1851
zu Oberkratzau in Deutſchböhmen als
der Sohn eines Tuchwalkers geboren,
beſuchte die Schule in Kratzau und
ſeit 1864 die Realſchule in Reichen-
berg. Der Krieg von 1866 machte in
ſeinen Folgen der Studienlaufbahn
des Knaben ein ſchnelles Ende und
führte ihn hinter den Webſtuhl.
Einige Anregung in dieſer für den
Lernbegierigen traurigen Zeit bot der
Beſuch der Weberſchule in Reichen-
berg. Nach überſtandener Lehrzeit
war er im Geſchäft des Vaters tätig,
doch ging ſein ganzes Sinnen und
Streben immer dahin, ſich eine andere
Lebensſtellung zu gründen. Erſt 1873
gelang ihm dies; er nahm eine Leh-
rerſtelle in Maffersdorf bei Reichen-
berg an, bezog nach einem halben
Jahre die Lehrerbildungsanſtalt in
Trautenau u. wurde im Herbſt 1874
nach abſolvierter Prüfung Lehrer in
Gablonz, wo er noch jetzt im Amte
ſteht.

S:

Auf treuer deutſcher Wacht

* 17*
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[259/0263] Lie Lil das „Mecklenburgiſche Album‟ her- ausgab. Oſtern 1835 verließ er die Univerſität u. übernahm bald darauf eine Hauslehrerſtelle bei dem Guts- pächter Gebhardi zu Ruthen bei Lübz, von wo aus er ſeine Examina abſol- vierte. Jm Herbſte 1838 wurde er zum Paſtor in Lohmen erwählt, welche Stellung er bis zu ſeinem Tode inne- hatte. Nachdem er 1888 ſein 50jähri- ges Jubiläum gefeiert und bei dieſer Gelegenheit den Titel Kirchenrat er- halten hatte, ſtarb er am 22. Februar 1891. S: Lyriſche Gedichte, 1842. ‒ Mecklenburgiſches Album (mit John Brinckman hrsg.), 1843. ‒ Chriſtliche Zeitlieder, 1844. ‒ Am Reformations- feſte, 1882 (Zeit-L.), 1882. Ließ, Emil, geb. am 31. Okt. 1864 in Weimar, lebt (1886) als cand phil., Journaliſt u. Redakteur der „Deut- ſchen Nachrichten‟ in Zürich-Flun- tern. S: Thüringer Waldblumen (3 Nn.), 1886. *Lietzow, Paul, geb. am 13. Sep- tember 1842 zu Berlin als der Sohn ſchlichter Bürgersleute, ſiedelte 1848 mit den Eltern nach Paſewalk in Pommern über, wo er bis zu ſeinem 14. Lebensjahre die höhere Bürger- ſchule beſuchte, dann neun Monate in der Kanzlei des dortigen Stadtgerichts arbeitete u. ſpäter daſelbſt als Lehr- ling in eine Buchhandlung eintrat. Da ſeine Eltern bald danach wieder nach Berlin zurückzogen, ſo kam er 1858 nach Fürſtenwalde in die Lehre und nach Beendigung der Lehrzeit 1862 nach Berlin, wo er in der Hof- buchhandlung von E. Bock bis 1874 tätig war. Dann machte er ſich durch Ankauf der A. Hochſchen Poſtwert- zeichenhandlung in Berlin ſelbſtändig und blieb es bis 1898. Seitdem war er nur noch als Redakteur der „Mit- teilungen des Jnternationalen Poſt- wertzeichenhändler-Vereins‟, deſſen Schriftführer er auch war, ferner der in Leipzig erſcheinenden „Poſt‟ und als Herausgeber des „Briefmarken- händlers‟ tätig. Seinen Wohnſitz hatte L. ſeit 1895 in Charlottenburg und ſeit 1903 in Friedenau bei Ber- lin, und hier iſt er am 20. Febr. 1905 geſtorben. Seit dem Jahre 1865 hat L., einem ihm innewohnenden Wan- dertriebe Folge leiſtend, zahlreiche Land- und Seereiſen unternommen; mit Vorliebe hat er in Dänemark u. Schweden geweilt. Jm Frühjahr 1888 machte er ſeine erſte Orientreiſe, von der er erſt Ende 1889 zurückkehrte; 1891 beſuchte er Frankreich, England, Spanien, Portugal, Marokko u. kehrte über Jtalien durch die Schweiz und das Elſaß wieder heim. Außer ver- ſchiedenen wertvollen Arbeiten auf dem Gebiete der Briefmarkenkunde veröffentlichte er S: Nord- u. Süd- germanen. Leben u. Lieben in Däne- mark (Tendenzroman), 1871. ‒ Jeru- ſalem. Ein Beſuch in der heiligen Stadt, 1888. ‒ Tanger in Marokko und Gibraltar (Reiſeſkizzen), 1892. *Lilie, Adolf, pſeud. Wolfgang Schild, wurde am 23. Oktbr. 1851 zu Oberkratzau in Deutſchböhmen als der Sohn eines Tuchwalkers geboren, beſuchte die Schule in Kratzau und ſeit 1864 die Realſchule in Reichen- berg. Der Krieg von 1866 machte in ſeinen Folgen der Studienlaufbahn des Knaben ein ſchnelles Ende und führte ihn hinter den Webſtuhl. Einige Anregung in dieſer für den Lernbegierigen traurigen Zeit bot der Beſuch der Weberſchule in Reichen- berg. Nach überſtandener Lehrzeit war er im Geſchäft des Vaters tätig, doch ging ſein ganzes Sinnen und Streben immer dahin, ſich eine andere Lebensſtellung zu gründen. Erſt 1873 gelang ihm dies; er nahm eine Leh- rerſtelle in Maffersdorf bei Reichen- berg an, bezog nach einem halben Jahre die Lehrerbildungsanſtalt in Trautenau u. wurde im Herbſt 1874 nach abſolvierter Prüfung Lehrer in Gablonz, wo er noch jetzt im Amte ſteht. S: Auf treuer deutſcher Wacht * 17*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 259. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/263>, abgerufen am 26.03.2019.