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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Löw
1846 herausgegebenen "Kindergar-
ten", eine Sammlung der reizend-
sten Lieder, die sich bald Aufnahme
in alle deutschen Lesebücher verschaff-
ten. Ein eigentümliches Talent be-
stimmte L., 1845 als Mnemoniker
aufzutreten. Außerdem war er teils
als Lehrer, teils für schönwissen-
schaftliche Blätter tätig. Jm Jahre
1848 begründete er mit Kalisch den
"Kladderadatsch", dessen Redaktion
er bis zu seiner durch den Polizei-
präsidenten von Hinckeldey verfüg-
ten Ausweisung führte (1849). L.
begab sich nach Dessau und Leipzig u.
kehrte erst nach Aufhebung des Be-
lagerungszustandes nach Berlin zu-
rück, wo er seitdem unausgesetzt am
"Kladderadatsch" bis zum Jahre
1887 tätig gewesen ist. Von Anfang
1863 bis zum Juli 1882 schrieb er
auch für die "Berliner Gerichtszei-
tung" die politische Rundschau und
von 1856-58 führte er die Redaktion
der von ihm begründeten Jugend-
zeitschrift "Puck". Er starb nach lan-
gem Leiden am 5. Januar 1891.

S:


Kindergarten (G.), 1846. 2. A. 1864.
5. A. 1896. - Ehret die Frauen
(Bilder von Ed. Schulz, Text von
R. L.), 1874. - Kindergedanken (Neue
Folge des Kindergartens), 1886.

*Löwenstein-(Scharffeneck),


Maximilian Graf von, wurde am 13.
Juli 1871 auf Schloß Patzau in Böh-
men als Sohn des Prinzen Leopold
zu Löwenstein-Wertheim-Freuden-
berg und seiner Gemahlin Amalie,
geb. Freiin von Wollrabe-Wallrab
geboren. Die Eltern siedelten 1878
von Heidelberg nach Schloß Graben-
stätt am Chiemsee (Bayern) über, u.
hier in den Tannenwäldern des
Chiemgaues sammelte der Sohn Na-
tureindrücke, welche nicht ohne nach-
haltige Rückwirkung auf ihn und
nicht ohne Einfluß auf seine spätere
dichterische Tätigkeit blieben. Seit
1881 besuchte er das Jnstitut "Stella
Matutina" in Feldkirch (Tirol) und
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Löw
seit 1887 das Maximilians-Gymna-
sium in München, das er 1890 absol-
vierte. Nachdem er sich dann zwei
Jahre lang privaten Studien gewid-
met, trat er im Spätsommer 1892
als Avantageur in das königl. bayr.
2. Ulanenreg. in Ansbach ein, wurde
im März 1894 Offizier, trat 1899 zur
Reserve über und nahm 1902 seinen
Abschied aus dem Heere. Er hat sich
1895 mit der Baronesse Konstanze
Pirbright vermählt und seinen Wohn-
sitz auf Schloß Schönwerth bei Kuf-
stein in Tirol. Von seinen schön-
wissenschaftlichen Werken sind bisher
erschienen

S:

Weid- u. Wehrgedichte,
1905. - Fuschler Birschklänge (Ge.),
1906. - Neue Gedichte, 1909. - Her!
Her! (Landsknechts- u. Reiterlieder),
1910. - Jm Sold Frau Aventiurens
(Bn. u. Sg.), 1910.

Loewenthal, Hermann,

geb. am
4. März 1859 in Petlikowce, absol-
vierte das Gymnasium in Bielitz und
das Polytechnikum in Wien, hörte
daneben auch an der Universität die
Vorlesungen bei Lorenz von Stein
(s. d.). Seit dem Jahre 1886 ist er
literarisch tätig, teils als Feuilleto-
nist, teils als Übersetzer aus dem Pol-
nischen, Englischen u. Französischen,
teils als Redakteur verschiedener
Zeitschriften, besonders des "Zen-
tralblatts für Keramik und Glas-
industrie", für welches er alle kunst-
gewerblichen, in die Keramik und
verwandte Gebiete einschlägige Ar-
tikel schreibt.

S:

Exzellenz als Braut-
werber (Hum.), 1890. - Aquarelle
(Nn.), 1892. - Aquarelle aus Öster-
reich, 1893. 2. A. 1896.

*Löwenthal, Leo,

geb. in Gröbzig
(Anhalt) als der Sohn eines mittel-
losen Buchbindermeisters, wuchs in
bescheidenen Verhältnissen auf, be-
suchte die dortige Stadtschule u. trat
nach seiner Konfirmation als Lehr-
ling in ein kaufmännisches Geschäft
ein. Später ging er nach Berlin und
war hier zehn Jahre in dem bekann-

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Löw
1846 herausgegebenen „Kindergar-
ten‟, eine Sammlung der reizend-
ſten Lieder, die ſich bald Aufnahme
in alle deutſchen Leſebücher verſchaff-
ten. Ein eigentümliches Talent be-
ſtimmte L., 1845 als Mnemoniker
aufzutreten. Außerdem war er teils
als Lehrer, teils für ſchönwiſſen-
ſchaftliche Blätter tätig. Jm Jahre
1848 begründete er mit Kaliſch den
„Kladderadatſch‟, deſſen Redaktion
er bis zu ſeiner durch den Polizei-
präſidenten von Hinckeldey verfüg-
ten Ausweiſung führte (1849). L.
begab ſich nach Deſſau und Leipzig u.
kehrte erſt nach Aufhebung des Be-
lagerungszuſtandes nach Berlin zu-
rück, wo er ſeitdem unausgeſetzt am
„Kladderadatſch‟ bis zum Jahre
1887 tätig geweſen iſt. Von Anfang
1863 bis zum Juli 1882 ſchrieb er
auch für die „Berliner Gerichtszei-
tung‟ die politiſche Rundſchau und
von 1856‒58 führte er die Redaktion
der von ihm begründeten Jugend-
zeitſchrift „Puck‟. Er ſtarb nach lan-
gem Leiden am 5. Januar 1891.

S:


Kindergarten (G.), 1846. 2. A. 1864.
5. A. 1896. ‒ Ehret die Frauen
(Bilder von Ed. Schulz, Text von
R. L.), 1874. ‒ Kindergedanken (Neue
Folge des Kindergartens), 1886.

*Löwenſtein-(Scharffeneck),


Maximilian Graf von, wurde am 13.
Juli 1871 auf Schloß Patzau in Böh-
men als Sohn des Prinzen Leopold
zu Löwenſtein-Wertheim-Freuden-
berg und ſeiner Gemahlin Amalie,
geb. Freiin von Wollrabe-Wallrab
geboren. Die Eltern ſiedelten 1878
von Heidelberg nach Schloß Graben-
ſtätt am Chiemſee (Bayern) über, u.
hier in den Tannenwäldern des
Chiemgaues ſammelte der Sohn Na-
tureindrücke, welche nicht ohne nach-
haltige Rückwirkung auf ihn und
nicht ohne Einfluß auf ſeine ſpätere
dichteriſche Tätigkeit blieben. Seit
1881 beſuchte er das Jnſtitut „Stella
Matutina‟ in Feldkirch (Tirol) und
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Löw
ſeit 1887 das Maximilians-Gymna-
ſium in München, das er 1890 abſol-
vierte. Nachdem er ſich dann zwei
Jahre lang privaten Studien gewid-
met, trat er im Spätſommer 1892
als Avantageur in das königl. bayr.
2. Ulanenreg. in Ansbach ein, wurde
im März 1894 Offizier, trat 1899 zur
Reſerve über und nahm 1902 ſeinen
Abſchied aus dem Heere. Er hat ſich
1895 mit der Baroneſſe Konſtanze
Pirbright vermählt und ſeinen Wohn-
ſitz auf Schloß Schönwerth bei Kuf-
ſtein in Tirol. Von ſeinen ſchön-
wiſſenſchaftlichen Werken ſind bisher
erſchienen

S:

Weid- u. Wehrgedichte,
1905. ‒ Fuſchler Birſchklänge (Ge.),
1906. ‒ Neue Gedichte, 1909. ‒ Her!
Her! (Landsknechts- u. Reiterlieder),
1910. ‒ Jm Sold Frau Aventiurens
(Bn. u. Sg.), 1910.

Loewenthal, Hermann,

geb. am
4. März 1859 in Petlikowce, abſol-
vierte das Gymnaſium in Bielitz und
das Polytechnikum in Wien, hörte
daneben auch an der Univerſität die
Vorleſungen bei Lorenz von Stein
(ſ. d.). Seit dem Jahre 1886 iſt er
literariſch tätig, teils als Feuilleto-
niſt, teils als Überſetzer aus dem Pol-
niſchen, Engliſchen u. Franzöſiſchen,
teils als Redakteur verſchiedener
Zeitſchriften, beſonders des „Zen-
tralblatts für Keramik und Glas-
induſtrie‟, für welches er alle kunſt-
gewerblichen, in die Keramik und
verwandte Gebiete einſchlägige Ar-
tikel ſchreibt.

S:

Exzellenz als Braut-
werber (Hum.), 1890. ‒ Aquarelle
(Nn.), 1892. ‒ Aquarelle aus Öſter-
reich, 1893. 2. A. 1896.

*Löwenthal, Leo,

geb. in Gröbzig
(Anhalt) als der Sohn eines mittel-
loſen Buchbindermeiſters, wuchs in
beſcheidenen Verhältniſſen auf, be-
ſuchte die dortige Stadtſchule u. trat
nach ſeiner Konfirmation als Lehr-
ling in ein kaufmänniſches Geſchäft
ein. Später ging er nach Berlin und
war hier zehn Jahre in dem bekann-

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[311/0315] Löw Löw 1846 herausgegebenen „Kindergar- ten‟, eine Sammlung der reizend- ſten Lieder, die ſich bald Aufnahme in alle deutſchen Leſebücher verſchaff- ten. Ein eigentümliches Talent be- ſtimmte L., 1845 als Mnemoniker aufzutreten. Außerdem war er teils als Lehrer, teils für ſchönwiſſen- ſchaftliche Blätter tätig. Jm Jahre 1848 begründete er mit Kaliſch den „Kladderadatſch‟, deſſen Redaktion er bis zu ſeiner durch den Polizei- präſidenten von Hinckeldey verfüg- ten Ausweiſung führte (1849). L. begab ſich nach Deſſau und Leipzig u. kehrte erſt nach Aufhebung des Be- lagerungszuſtandes nach Berlin zu- rück, wo er ſeitdem unausgeſetzt am „Kladderadatſch‟ bis zum Jahre 1887 tätig geweſen iſt. Von Anfang 1863 bis zum Juli 1882 ſchrieb er auch für die „Berliner Gerichtszei- tung‟ die politiſche Rundſchau und von 1856‒58 führte er die Redaktion der von ihm begründeten Jugend- zeitſchrift „Puck‟. Er ſtarb nach lan- gem Leiden am 5. Januar 1891. S: Kindergarten (G.), 1846. 2. A. 1864. 5. A. 1896. ‒ Ehret die Frauen (Bilder von Ed. Schulz, Text von R. L.), 1874. ‒ Kindergedanken (Neue Folge des Kindergartens), 1886. *Löwenſtein-(Scharffeneck), Maximilian Graf von, wurde am 13. Juli 1871 auf Schloß Patzau in Böh- men als Sohn des Prinzen Leopold zu Löwenſtein-Wertheim-Freuden- berg und ſeiner Gemahlin Amalie, geb. Freiin von Wollrabe-Wallrab geboren. Die Eltern ſiedelten 1878 von Heidelberg nach Schloß Graben- ſtätt am Chiemſee (Bayern) über, u. hier in den Tannenwäldern des Chiemgaues ſammelte der Sohn Na- tureindrücke, welche nicht ohne nach- haltige Rückwirkung auf ihn und nicht ohne Einfluß auf ſeine ſpätere dichteriſche Tätigkeit blieben. Seit 1881 beſuchte er das Jnſtitut „Stella Matutina‟ in Feldkirch (Tirol) und ſeit 1887 das Maximilians-Gymna- ſium in München, das er 1890 abſol- vierte. Nachdem er ſich dann zwei Jahre lang privaten Studien gewid- met, trat er im Spätſommer 1892 als Avantageur in das königl. bayr. 2. Ulanenreg. in Ansbach ein, wurde im März 1894 Offizier, trat 1899 zur Reſerve über und nahm 1902 ſeinen Abſchied aus dem Heere. Er hat ſich 1895 mit der Baroneſſe Konſtanze Pirbright vermählt und ſeinen Wohn- ſitz auf Schloß Schönwerth bei Kuf- ſtein in Tirol. Von ſeinen ſchön- wiſſenſchaftlichen Werken ſind bisher erſchienen S: Weid- u. Wehrgedichte, 1905. ‒ Fuſchler Birſchklänge (Ge.), 1906. ‒ Neue Gedichte, 1909. ‒ Her! Her! (Landsknechts- u. Reiterlieder), 1910. ‒ Jm Sold Frau Aventiurens (Bn. u. Sg.), 1910. Loewenthal, Hermann, geb. am 4. März 1859 in Petlikowce, abſol- vierte das Gymnaſium in Bielitz und das Polytechnikum in Wien, hörte daneben auch an der Univerſität die Vorleſungen bei Lorenz von Stein (ſ. d.). Seit dem Jahre 1886 iſt er literariſch tätig, teils als Feuilleto- niſt, teils als Überſetzer aus dem Pol- niſchen, Engliſchen u. Franzöſiſchen, teils als Redakteur verſchiedener Zeitſchriften, beſonders des „Zen- tralblatts für Keramik und Glas- induſtrie‟, für welches er alle kunſt- gewerblichen, in die Keramik und verwandte Gebiete einſchlägige Ar- tikel ſchreibt. S: Exzellenz als Braut- werber (Hum.), 1890. ‒ Aquarelle (Nn.), 1892. ‒ Aquarelle aus Öſter- reich, 1893. 2. A. 1896. *Löwenthal, Leo, geb. in Gröbzig (Anhalt) als der Sohn eines mittel- loſen Buchbindermeiſters, wuchs in beſcheidenen Verhältniſſen auf, be- ſuchte die dortige Stadtſchule u. trat nach ſeiner Konfirmation als Lehr- ling in ein kaufmänniſches Geſchäft ein. Später ging er nach Berlin und war hier zehn Jahre in dem bekann- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 311. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/315>, abgerufen am 23.03.2019.