Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Lud
(1839) erregten die Aufmerksamkeit
des Kapellmeisters Grund in Mei-
ningen, der ihn bei Hofe empfahl.
Mit einer Geldunterstützung des Her-
zogs ging L. 1839 nach Leipzig, um
unter Felix Mendelssohn-Barthol-
dys Leitung seine musikalisch-theore-
tischen Studien zu vollenden. Seine
Fortschritte waren bedeutend, und
doch mußte er, da sich sehr bald alle
drohenden Zeichen eines tiefen Ner-
venleidens bemerkbar machten, die
Musik gänzlich fallen lassen und in
die Heimat zurückkehren. Jm Jahre
1842 begab er sich abermals nach
Leipzig, um sich hinfort ganz der
Poesie zu widmen, hörte hier auch
verschiedene Vorlesungen, privati-
sierte dann seit 1843 in Dresden, seit
Juni 1844 in Nieder-Garsebach bei
Meißen, seit dem Herbst d. J. in Leip-
zig, in der Folge in Dresden, Meißen
u. a. O., bis er sich 1850 dauernd in
Dresden niederließ, wo er sich auch
1852 mit Emilie Winkler aus Meißen
verheiratete. Überall lebte er in
tieffter Zurückgezogenheit und be-
schränkte seinen Umgang nur auf
wenige Freunde, durch deren Ver-
mittlung ihm vielfache Unterstützung
zuteil wurde, so daß er wenigstens
vor drückenden Nahrungssorgen ge-
sichert war. Am 25. Febr. 1865 er-
löste ihn der Tod von seinen Leiden.

S:

Dramatische Werke; II, 1853 bis
1854. - Gesammelte Werke; IV, 1870
[Jnhalt: I. Der Erbförster (Drama,
1853). - Das Fräulein von Scuderi
(Drama). - II. Die Makkabäer (Tr.,
1854). - Die Torgauer Heide. - Der
Engel von Augsburg (Dr.). - Tibe-
rius Gracchus (Dramat. Fragment).
- Gedichte. - III. Die Heiterethei und
ihr Widerspiel (En., 1857). - IV.
Zwischen Himmel u. Erde (E., 1856)].
- Shakespeare-Studien (Aus dem
Nachlaß hrsg. von Moritz Heydrich),
1871. - Nachlaßschriften; hrsg. von
Moritz Heydrich; II, 1873. - Das
Märchen vom toten Kinde, 1877. -
[Spaltenumbruch]

Lud
Die Rechte des Herzens (Tr.), 1877. -
Gesammelte Schriften; VI, 1891-92.
Daraus sep. Studien; II, 1892. -
Gedanken. Aus dem Nachlaß ausge-
wählt und herausgegeben von Cor-
nelia Ludwig, 1903. - Werke, hrsg.
von Adolf Bartels; IV, 1906. - Aus-
gewählte Werke, hrsg. von Frdr.
Bernt; IV, 1907.

Ludwig, Otto,

Pseud. für Emil
Freiherr von Puttkamer; s. d.!

*Ludwig, Paul Gustav Adolf,


geb. am 26. April 1849 zu Rötteln im
Wiesenthal Badens, studierte in
Heidelberg und Freiburg i. B. die
Rechte und machte 1870-71 den Krieg
gegen Frankreich mit, in welchem er
zweimal verwundet ward. Als Offi-
zier kehrte er heim, und gehört er noch
jetzt als Hauptmann der Landwehr
der Armee an. Nach Beendigung
seiner Studien wurde er Notar und
Rechtsanwalt, später Amtsrichter u.
lebt gegenwärtig als Oberamtsrich-
ter in Ettlingen bei Karlsruhe. Er
ist auch als Komponist hervorgetreten
und Erfinder der "Neuschrift", eines
eigenen stenographischen Systems,
worüber er 1895 eine Schrift ver-
öffentlichte, die in stenographischen
Zeitschriften Anerkennung fand.

S:


Gedichte (Zur Jahrhundertfeier Kai-
ser Wilhelms des Großen hrsgeg.),
1897. - Der Liebe Lohn. Träumerei
a. d. Mittelalter (Lsp.), 1897. - Aus
unserm sonnigen Baden (Heitere und
ernste Dn.), 1901.

Ludwig, Paul,

pseud. Reinhold
Paulowa,
geb. am 30. Aug. 1857
in Naumburg, lebt (1888) in Leipzig
als Herausgeber und Verleger ver-
schiedener Fachblätter.

S:

Klänge des
Herzens (Ge.), 1883.

*Ludwigs, Ferdinand,

wurde am
25. Februar 1847 zu Neuß am Rh.
als der Sohn eines Beamten gebo-
ren und empfing im elterlichen Hause
eine sorgfältige Erziehung und nach-
haltige Eindrücke für Musik und klas-
sische Literatur. Nach beendigten

*


[Spaltenumbruch]

Lud
(1839) erregten die Aufmerkſamkeit
des Kapellmeiſters Grund in Mei-
ningen, der ihn bei Hofe empfahl.
Mit einer Geldunterſtützung des Her-
zogs ging L. 1839 nach Leipzig, um
unter Felix Mendelsſohn-Barthol-
dys Leitung ſeine muſikaliſch-theore-
tiſchen Studien zu vollenden. Seine
Fortſchritte waren bedeutend, und
doch mußte er, da ſich ſehr bald alle
drohenden Zeichen eines tiefen Ner-
venleidens bemerkbar machten, die
Muſik gänzlich fallen laſſen und in
die Heimat zurückkehren. Jm Jahre
1842 begab er ſich abermals nach
Leipzig, um ſich hinfort ganz der
Poeſie zu widmen, hörte hier auch
verſchiedene Vorleſungen, privati-
ſierte dann ſeit 1843 in Dresden, ſeit
Juni 1844 in Nieder-Garſebach bei
Meißen, ſeit dem Herbſt d. J. in Leip-
zig, in der Folge in Dresden, Meißen
u. a. O., bis er ſich 1850 dauernd in
Dresden niederließ, wo er ſich auch
1852 mit Emilie Winkler aus Meißen
verheiratete. Überall lebte er in
tieffter Zurückgezogenheit und be-
ſchränkte ſeinen Umgang nur auf
wenige Freunde, durch deren Ver-
mittlung ihm vielfache Unterſtützung
zuteil wurde, ſo daß er wenigſtens
vor drückenden Nahrungsſorgen ge-
ſichert war. Am 25. Febr. 1865 er-
löſte ihn der Tod von ſeinen Leiden.

S:

Dramatiſche Werke; II, 1853 bis
1854. ‒ Geſammelte Werke; IV, 1870
[Jnhalt: I. Der Erbförſter (Drama,
1853). ‒ Das Fräulein von Scuderi
(Drama). ‒ II. Die Makkabäer (Tr.,
1854). ‒ Die Torgauer Heide. ‒ Der
Engel von Augsburg (Dr.). ‒ Tibe-
rius Gracchus (Dramat. Fragment).
‒ Gedichte. ‒ III. Die Heiterethei und
ihr Widerſpiel (En., 1857). ‒ IV.
Zwiſchen Himmel u. Erde (E., 1856)].
‒ Shakeſpeare-Studien (Aus dem
Nachlaß hrsg. von Moritz Heydrich),
1871. ‒ Nachlaßſchriften; hrsg. von
Moritz Heydrich; II, 1873. ‒ Das
Märchen vom toten Kinde, 1877. ‒
[Spaltenumbruch]

Lud
Die Rechte des Herzens (Tr.), 1877. ‒
Geſammelte Schriften; VI, 1891‒92.
Daraus ſep. Studien; II, 1892. ‒
Gedanken. Aus dem Nachlaß ausge-
wählt und herausgegeben von Cor-
nelia Ludwig, 1903. ‒ Werke, hrsg.
von Adolf Bartels; IV, 1906. ‒ Aus-
gewählte Werke, hrsg. von Frdr.
Bernt; IV, 1907.

Ludwig, Otto,

Pſeud. für Emil
Freiherr von Puttkamer; ſ. d.!

*Ludwig, Paul Guſtav Adolf,


geb. am 26. April 1849 zu Rötteln im
Wieſenthal Badens, ſtudierte in
Heidelberg und Freiburg i. B. die
Rechte und machte 1870‒71 den Krieg
gegen Frankreich mit, in welchem er
zweimal verwundet ward. Als Offi-
zier kehrte er heim, und gehört er noch
jetzt als Hauptmann der Landwehr
der Armee an. Nach Beendigung
ſeiner Studien wurde er Notar und
Rechtsanwalt, ſpäter Amtsrichter u.
lebt gegenwärtig als Oberamtsrich-
ter in Ettlingen bei Karlsruhe. Er
iſt auch als Komponiſt hervorgetreten
und Erfinder der „Neuſchrift‟, eines
eigenen ſtenographiſchen Syſtems,
worüber er 1895 eine Schrift ver-
öffentlichte, die in ſtenographiſchen
Zeitſchriften Anerkennung fand.

S:


Gedichte (Zur Jahrhundertfeier Kai-
ſer Wilhelms des Großen hrsgeg.),
1897. ‒ Der Liebe Lohn. Träumerei
a. d. Mittelalter (Lſp.), 1897. ‒ Aus
unſerm ſonnigen Baden (Heitere und
ernſte Dn.), 1901.

Ludwig, Paul,

pſeud. Reinhold
Paulowa,
geb. am 30. Aug. 1857
in Naumburg, lebt (1888) in Leipzig
als Herausgeber und Verleger ver-
ſchiedener Fachblätter.

S:

Klänge des
Herzens (Ge.), 1883.

*Ludwigs, Ferdinand,

wurde am
25. Februar 1847 zu Neuß am Rh.
als der Sohn eines Beamten gebo-
ren und empfing im elterlichen Hauſe
eine ſorgfältige Erziehung und nach-
haltige Eindrücke für Muſik und klaſ-
ſiſche Literatur. Nach beendigten

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0331" n="327"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Lud</hi></fw><lb/>
(1839) erregten die Aufmerk&#x017F;amkeit<lb/>
des Kapellmei&#x017F;ters Grund in Mei-<lb/>
ningen, der ihn bei Hofe empfahl.<lb/>
Mit einer Geldunter&#x017F;tützung des Her-<lb/>
zogs ging L. 1839 nach Leipzig, um<lb/>
unter Felix Mendels&#x017F;ohn-Barthol-<lb/>
dys Leitung &#x017F;eine mu&#x017F;ikali&#x017F;ch-theore-<lb/>
ti&#x017F;chen Studien zu vollenden. Seine<lb/>
Fort&#x017F;chritte waren bedeutend, und<lb/>
doch mußte er, da &#x017F;ich &#x017F;ehr bald alle<lb/>
drohenden Zeichen eines tiefen Ner-<lb/>
venleidens bemerkbar machten, die<lb/>
Mu&#x017F;ik gänzlich fallen la&#x017F;&#x017F;en und in<lb/>
die Heimat zurückkehren. Jm Jahre<lb/>
1842 begab er &#x017F;ich abermals nach<lb/>
Leipzig, um &#x017F;ich hinfort ganz der<lb/>
Poe&#x017F;ie zu widmen, hörte hier auch<lb/>
ver&#x017F;chiedene Vorle&#x017F;ungen, privati-<lb/>
&#x017F;ierte dann &#x017F;eit 1843 in Dresden, &#x017F;eit<lb/>
Juni 1844 in Nieder-Gar&#x017F;ebach bei<lb/>
Meißen, &#x017F;eit dem Herb&#x017F;t d. J. in Leip-<lb/>
zig, in der Folge in Dresden, Meißen<lb/>
u. a. O., bis er &#x017F;ich 1850 dauernd in<lb/>
Dresden niederließ, wo er &#x017F;ich auch<lb/>
1852 mit Emilie Winkler aus Meißen<lb/>
verheiratete. Überall lebte er in<lb/>
tieffter Zurückgezogenheit und be-<lb/>
&#x017F;chränkte &#x017F;einen Umgang nur auf<lb/>
wenige Freunde, durch deren Ver-<lb/>
mittlung ihm vielfache Unter&#x017F;tützung<lb/>
zuteil wurde, &#x017F;o daß er wenig&#x017F;tens<lb/>
vor drückenden Nahrungs&#x017F;orgen ge-<lb/>
&#x017F;ichert war. Am 25. Febr. 1865 er-<lb/>&#x017F;te ihn der Tod von &#x017F;einen Leiden.<lb/></p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Dramati&#x017F;che Werke; <hi rendition="#aq">II,</hi> 1853 bis<lb/>
1854. &#x2012; Ge&#x017F;ammelte Werke; <hi rendition="#aq">IV,</hi> 1870<lb/>
[Jnhalt: <hi rendition="#aq">I.</hi> Der Erbför&#x017F;ter (Drama,<lb/>
1853). &#x2012; Das Fräulein von Scuderi<lb/>
(Drama). &#x2012; <hi rendition="#aq">II.</hi> Die Makkabäer (Tr.,<lb/>
1854). &#x2012; Die Torgauer Heide. &#x2012; Der<lb/>
Engel von Augsburg (Dr.). &#x2012; Tibe-<lb/>
rius Gracchus (Dramat. Fragment).<lb/>
&#x2012; Gedichte. &#x2012; <hi rendition="#aq">III.</hi> Die Heiterethei und<lb/>
ihr Wider&#x017F;piel (En., 1857). &#x2012; <hi rendition="#aq">IV.</hi><lb/>
Zwi&#x017F;chen Himmel u. Erde (E., 1856)].<lb/>
&#x2012; Shake&#x017F;peare-Studien (Aus dem<lb/>
Nachlaß hrsg. von Moritz Heydrich),<lb/>
1871. &#x2012; Nachlaß&#x017F;chriften; hrsg. von<lb/>
Moritz Heydrich; <hi rendition="#aq">II,</hi> 1873. &#x2012; Das<lb/>
Märchen vom toten Kinde, 1877. &#x2012;<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Lud</hi></fw><lb/>
Die Rechte des Herzens (Tr.), 1877. &#x2012;<lb/>
Ge&#x017F;ammelte Schriften; <hi rendition="#aq">VI,</hi> 1891&#x2012;92.<lb/>
Daraus &#x017F;ep. Studien; <hi rendition="#aq">II,</hi> 1892. &#x2012;<lb/>
Gedanken. Aus dem Nachlaß ausge-<lb/>
wählt und herausgegeben von Cor-<lb/>
nelia Ludwig, 1903. &#x2012; Werke, hrsg.<lb/>
von Adolf Bartels; <hi rendition="#aq">IV,</hi> 1906. &#x2012; Aus-<lb/>
gewählte Werke, hrsg. von Frdr.<lb/>
Bernt; <hi rendition="#aq">IV,</hi> 1907.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Ludwig,</hi> Otto,</head>
        <p> P&#x017F;eud. für <hi rendition="#g">Emil</hi><lb/>
Freiherr <hi rendition="#g">von Puttkamer;</hi> &#x017F;. d.!</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Ludwig,</hi> <hi rendition="#g">Paul</hi> Gu&#x017F;tav Adolf,</head>
        <p><lb/>
geb. am 26. April 1849 zu Rötteln im<lb/>
Wie&#x017F;enthal Badens, &#x017F;tudierte in<lb/>
Heidelberg und Freiburg i. B. die<lb/>
Rechte und machte 1870&#x2012;71 den Krieg<lb/>
gegen Frankreich mit, in welchem er<lb/>
zweimal verwundet ward. Als Offi-<lb/>
zier kehrte er heim, und gehört er noch<lb/>
jetzt als Hauptmann der Landwehr<lb/>
der Armee an. Nach Beendigung<lb/>
&#x017F;einer Studien wurde er Notar und<lb/>
Rechtsanwalt, &#x017F;päter Amtsrichter u.<lb/>
lebt gegenwärtig als Oberamtsrich-<lb/>
ter in Ettlingen bei Karlsruhe. Er<lb/>
i&#x017F;t auch als Komponi&#x017F;t hervorgetreten<lb/>
und Erfinder der &#x201E;Neu&#x017F;chrift&#x201F;, eines<lb/>
eigenen &#x017F;tenographi&#x017F;chen Sy&#x017F;tems,<lb/>
worüber er 1895 eine Schrift ver-<lb/>
öffentlichte, die in &#x017F;tenographi&#x017F;chen<lb/>
Zeit&#x017F;chriften Anerkennung fand. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p><lb/>
Gedichte (Zur Jahrhundertfeier Kai-<lb/>
&#x017F;er Wilhelms des Großen hrsgeg.),<lb/>
1897. &#x2012; Der Liebe Lohn. Träumerei<lb/>
a. d. Mittelalter (L&#x017F;p.), 1897. &#x2012; Aus<lb/>
un&#x017F;erm &#x017F;onnigen Baden (Heitere und<lb/>
ern&#x017F;te Dn.), 1901.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Ludwig,</hi> Paul,</head>
        <p> p&#x017F;eud. <hi rendition="#g">Reinhold<lb/>
Paulowa,</hi> geb. am 30. Aug. 1857<lb/>
in Naumburg, lebt (1888) in Leipzig<lb/>
als Herausgeber und Verleger ver-<lb/>
&#x017F;chiedener Fachblätter. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Klänge des<lb/>
Herzens (Ge.), 1883.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Ludwigs,</hi> Ferdinand,</head>
        <p> wurde am<lb/>
25. Februar 1847 zu Neuß am Rh.<lb/>
als der Sohn eines Beamten gebo-<lb/>
ren und empfing im elterlichen Hau&#x017F;e<lb/>
eine &#x017F;orgfältige Erziehung und nach-<lb/>
haltige Eindrücke für Mu&#x017F;ik und kla&#x017F;-<lb/>
&#x017F;i&#x017F;che Literatur. Nach beendigten<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[327/0331] Lud Lud (1839) erregten die Aufmerkſamkeit des Kapellmeiſters Grund in Mei- ningen, der ihn bei Hofe empfahl. Mit einer Geldunterſtützung des Her- zogs ging L. 1839 nach Leipzig, um unter Felix Mendelsſohn-Barthol- dys Leitung ſeine muſikaliſch-theore- tiſchen Studien zu vollenden. Seine Fortſchritte waren bedeutend, und doch mußte er, da ſich ſehr bald alle drohenden Zeichen eines tiefen Ner- venleidens bemerkbar machten, die Muſik gänzlich fallen laſſen und in die Heimat zurückkehren. Jm Jahre 1842 begab er ſich abermals nach Leipzig, um ſich hinfort ganz der Poeſie zu widmen, hörte hier auch verſchiedene Vorleſungen, privati- ſierte dann ſeit 1843 in Dresden, ſeit Juni 1844 in Nieder-Garſebach bei Meißen, ſeit dem Herbſt d. J. in Leip- zig, in der Folge in Dresden, Meißen u. a. O., bis er ſich 1850 dauernd in Dresden niederließ, wo er ſich auch 1852 mit Emilie Winkler aus Meißen verheiratete. Überall lebte er in tieffter Zurückgezogenheit und be- ſchränkte ſeinen Umgang nur auf wenige Freunde, durch deren Ver- mittlung ihm vielfache Unterſtützung zuteil wurde, ſo daß er wenigſtens vor drückenden Nahrungsſorgen ge- ſichert war. Am 25. Febr. 1865 er- löſte ihn der Tod von ſeinen Leiden. S: Dramatiſche Werke; II, 1853 bis 1854. ‒ Geſammelte Werke; IV, 1870 [Jnhalt: I. Der Erbförſter (Drama, 1853). ‒ Das Fräulein von Scuderi (Drama). ‒ II. Die Makkabäer (Tr., 1854). ‒ Die Torgauer Heide. ‒ Der Engel von Augsburg (Dr.). ‒ Tibe- rius Gracchus (Dramat. Fragment). ‒ Gedichte. ‒ III. Die Heiterethei und ihr Widerſpiel (En., 1857). ‒ IV. Zwiſchen Himmel u. Erde (E., 1856)]. ‒ Shakeſpeare-Studien (Aus dem Nachlaß hrsg. von Moritz Heydrich), 1871. ‒ Nachlaßſchriften; hrsg. von Moritz Heydrich; II, 1873. ‒ Das Märchen vom toten Kinde, 1877. ‒ Die Rechte des Herzens (Tr.), 1877. ‒ Geſammelte Schriften; VI, 1891‒92. Daraus ſep. Studien; II, 1892. ‒ Gedanken. Aus dem Nachlaß ausge- wählt und herausgegeben von Cor- nelia Ludwig, 1903. ‒ Werke, hrsg. von Adolf Bartels; IV, 1906. ‒ Aus- gewählte Werke, hrsg. von Frdr. Bernt; IV, 1907. Ludwig, Otto, Pſeud. für Emil Freiherr von Puttkamer; ſ. d.! *Ludwig, Paul Guſtav Adolf, geb. am 26. April 1849 zu Rötteln im Wieſenthal Badens, ſtudierte in Heidelberg und Freiburg i. B. die Rechte und machte 1870‒71 den Krieg gegen Frankreich mit, in welchem er zweimal verwundet ward. Als Offi- zier kehrte er heim, und gehört er noch jetzt als Hauptmann der Landwehr der Armee an. Nach Beendigung ſeiner Studien wurde er Notar und Rechtsanwalt, ſpäter Amtsrichter u. lebt gegenwärtig als Oberamtsrich- ter in Ettlingen bei Karlsruhe. Er iſt auch als Komponiſt hervorgetreten und Erfinder der „Neuſchrift‟, eines eigenen ſtenographiſchen Syſtems, worüber er 1895 eine Schrift ver- öffentlichte, die in ſtenographiſchen Zeitſchriften Anerkennung fand. S: Gedichte (Zur Jahrhundertfeier Kai- ſer Wilhelms des Großen hrsgeg.), 1897. ‒ Der Liebe Lohn. Träumerei a. d. Mittelalter (Lſp.), 1897. ‒ Aus unſerm ſonnigen Baden (Heitere und ernſte Dn.), 1901. Ludwig, Paul, pſeud. Reinhold Paulowa, geb. am 30. Aug. 1857 in Naumburg, lebt (1888) in Leipzig als Herausgeber und Verleger ver- ſchiedener Fachblätter. S: Klänge des Herzens (Ge.), 1883. *Ludwigs, Ferdinand, wurde am 25. Februar 1847 zu Neuß am Rh. als der Sohn eines Beamten gebo- ren und empfing im elterlichen Hauſe eine ſorgfältige Erziehung und nach- haltige Eindrücke für Muſik und klaſ- ſiſche Literatur. Nach beendigten *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/331
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 327. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/331>, abgerufen am 23.03.2019.