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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Man
[Spaltenumbruch]
torik und Schauspiel bei Professor
Maurer zu studieren. Seit 1898 ist
er Beamter in einem großen Ver-
kehrsinstitute in Wien und in seinen
Mußestunden für Zeitschriften schrift-
stellerisch tätig.

S:

Jn Lust und Leid
(Ge.), 1903. - Ekstasen, Reflexionen
(Ge.), 1905.

Manno, Karl,

Pseud. für Karl
von Lemcke;
s. d.!

*Manns, Benno,

geb. am 1. Juni
1883 in dem kleinen Städtchen Meh-
lis (Thüringen) als Sohn des Kauf-
manns Bernhard M., besuchte bis
zum 11. Jahre die dortige Bürger-
schule und darauf, als seine Eltern
nach Nordhausen a. Harz übergesiedelt
waren, das Realgymnasium daselbst.
Das ganze Sinnen und Trachten des
frühreifen Knaben gehörte der Kunst;
er musizierte, komponierte, malte,
dichtete u. memorierte klassische Rol-
len. Die Mutter, die des Knaben
Seele in ihrer ganzen Tiefe verstand,
wußte den Vater, der ihn dem kauf-
männischen Berufe zuführen wollte,
zu bestimmen, daß er seine Einwilli-
gung gab, daß Benno sich den Stu-
dien widmen dürfe. So bezog dieser
nach Absolvierung der Schule, im
Herbst 1904, die Universität München,
wo er dem Studentenleben fernblieb,
den Künstlerkreisen aber sehr nahe
trat, im Herbst 1905 die Universität
Göttingen und zwei Jahre später die
zu Rostock, wo er seine Studien, die
sich besonders auf Philosophie und
Germanistik erstreckten, durch Promo-
tion zum Dr. phil. 1910 zum Ab-
schluß brachte.

S:

Der Pilgrim (Dn.),
1906. - Luginsland (Gereimte Sat.),
1909. - Neues Leben (Dn.), 1910. -
Die Heinzelmännchen (Humor.-satir.
D.), 1910.

Mannsberg, Paul,

Pseud. für
Paul Peitl; s. d.!

Mannsfeld, A.,

Psd. für Fried-
rich Adolf Ackermann; s. d. im
Nachtrag!

Mannstedt, Wilhelm Heinrich


Man
[Spaltenumbruch]
Louis, wurde am 20. Mai 1837 zu
Bielefeld als der Sohn eines königl.
Fabrik-Juspektors geboren, besuchte
das dortige Gymnasium, später die
Gewerbeschule in Hagen, ging im
Alter von 14 Jahren nach England,
um sich der kaufmännischen Laufbahn
zu widmen, und übernahm nach sei-
ner Heimkehr 1855 in Hagen eine
Stellung als Buchhalter in einer
Eisenwarenfabrik, leitete auch nach
dem Fallissement seines Prinzipals
die Fabrik für eigene Rechnung. Ge-
schäftliche Kalamitäten veranlaßten
ihn aber, 1856 einen ihm wünschens-
werteren Lebensberuf zu suchen. Schon
in frühester Jugend zeichnete sich M.
durch seine musikalische Befähigung
aus, so daß er bereits im sechsten
Jahre im Dilettantentheater seiner
Vaterstadt mitwirken und im zehnten
als Klavierspieler auftreten konnte.
Er beschloß also sich gänzlich der Musik
zu widmen; allein das ernste Studium
behagte ihm auf die Dauer nicht, u.
schnell entschlossen wandte er sich der
Bühne zu. Mehrere Jahre war er in
Wörlitz, Rostock, Hildesheim, Liegnitz,
Glogau, Bromberg, Thorn, Jnster-
burg als Darsteller, Regisseur und
Kapellmeister tätig und verfaßte wäh-
rend dieser Zeit verschiedene kleinere
und größere Opern. Jm Jahre 1865
kam M. nach Berlin und war dort
nacheinander Dramaturg u. Kapell-
meister des Krollschen, Woltersdorff-
und Viktoria-Theaters. Bei Gelegen-
heit der Mobilmachung (1866) ver-
faßte er sein erstes humoristisches
Bühnenstück "Alles mobil", dessen
Erfolg ihn zu weiteren dramatischen
Arbeiten ermutigte; zu den meisten
seiner Stücke lieferte er auch die
Musik. Jm Jahre 1871 gab M. in
eigenem Verlage eine Monatsschrift
"Der Kunstfreund" heraus, die er
aber schon nach einem Jahre wieder
aufgab. Um dieselbe Zeit entsagte
er seiner Bühnentätigkeit, widmete
sich in der Folge vornehmlich der

*


Man
[Spaltenumbruch]
torik und Schauſpiel bei Profeſſor
Maurer zu ſtudieren. Seit 1898 iſt
er Beamter in einem großen Ver-
kehrsinſtitute in Wien und in ſeinen
Mußeſtunden für Zeitſchriften ſchrift-
ſtelleriſch tätig.

S:

Jn Luſt und Leid
(Ge.), 1903. ‒ Ekſtaſen, Reflexionen
(Ge.), 1905.

Manno, Karl,

Pſeud. für Karl
von Lemcke;
ſ. d.!

*Manns, Benno,

geb. am 1. Juni
1883 in dem kleinen Städtchen Meh-
lis (Thüringen) als Sohn des Kauf-
manns Bernhard M., beſuchte bis
zum 11. Jahre die dortige Bürger-
ſchule und darauf, als ſeine Eltern
nach Nordhauſen a. Harz übergeſiedelt
waren, das Realgymnaſium daſelbſt.
Das ganze Sinnen und Trachten des
frühreifen Knaben gehörte der Kunſt;
er muſizierte, komponierte, malte,
dichtete u. memorierte klaſſiſche Rol-
len. Die Mutter, die des Knaben
Seele in ihrer ganzen Tiefe verſtand,
wußte den Vater, der ihn dem kauf-
männiſchen Berufe zuführen wollte,
zu beſtimmen, daß er ſeine Einwilli-
gung gab, daß Benno ſich den Stu-
dien widmen dürfe. So bezog dieſer
nach Abſolvierung der Schule, im
Herbſt 1904, die Univerſität München,
wo er dem Studentenleben fernblieb,
den Künſtlerkreiſen aber ſehr nahe
trat, im Herbſt 1905 die Univerſität
Göttingen und zwei Jahre ſpäter die
zu Roſtock, wo er ſeine Studien, die
ſich beſonders auf Philoſophie und
Germaniſtik erſtreckten, durch Promo-
tion zum Dr. phil. 1910 zum Ab-
ſchluß brachte.

S:

Der Pilgrim (Dn.),
1906. ‒ Luginsland (Gereimte Sat.),
1909. ‒ Neues Leben (Dn.), 1910. ‒
Die Heinzelmännchen (Humor.-ſatir.
D.), 1910.

Mannsberg, Paul,

Pſeud. für
Paul Peitl; ſ. d.!

Mannsfeld, A.,

Pſd. für Fried-
rich Adolf Ackermann; ſ. d. im
Nachtrag!

Mannſtedt, Wilhelm Heinrich


Man
[Spaltenumbruch]
Louis, wurde am 20. Mai 1837 zu
Bielefeld als der Sohn eines königl.
Fabrik-Juſpektors geboren, beſuchte
das dortige Gymnaſium, ſpäter die
Gewerbeſchule in Hagen, ging im
Alter von 14 Jahren nach England,
um ſich der kaufmänniſchen Laufbahn
zu widmen, und übernahm nach ſei-
ner Heimkehr 1855 in Hagen eine
Stellung als Buchhalter in einer
Eiſenwarenfabrik, leitete auch nach
dem Falliſſement ſeines Prinzipals
die Fabrik für eigene Rechnung. Ge-
ſchäftliche Kalamitäten veranlaßten
ihn aber, 1856 einen ihm wünſchens-
werteren Lebensberuf zu ſuchen. Schon
in früheſter Jugend zeichnete ſich M.
durch ſeine muſikaliſche Befähigung
aus, ſo daß er bereits im ſechſten
Jahre im Dilettantentheater ſeiner
Vaterſtadt mitwirken und im zehnten
als Klavierſpieler auftreten konnte.
Er beſchloß alſo ſich gänzlich der Muſik
zu widmen; allein das ernſte Studium
behagte ihm auf die Dauer nicht, u.
ſchnell entſchloſſen wandte er ſich der
Bühne zu. Mehrere Jahre war er in
Wörlitz, Roſtock, Hildesheim, Liegnitz,
Glogau, Bromberg, Thorn, Jnſter-
burg als Darſteller, Regiſſeur und
Kapellmeiſter tätig und verfaßte wäh-
rend dieſer Zeit verſchiedene kleinere
und größere Opern. Jm Jahre 1865
kam M. nach Berlin und war dort
nacheinander Dramaturg u. Kapell-
meiſter des Krollſchen, Woltersdorff-
und Viktoria-Theaters. Bei Gelegen-
heit der Mobilmachung (1866) ver-
faßte er ſein erſtes humoriſtiſches
Bühnenſtück „Alles mobil‟, deſſen
Erfolg ihn zu weiteren dramatiſchen
Arbeiten ermutigte; zu den meiſten
ſeiner Stücke lieferte er auch die
Muſik. Jm Jahre 1871 gab M. in
eigenem Verlage eine Monatsſchrift
„Der Kunſtfreund‟ heraus, die er
aber ſchon nach einem Jahre wieder
aufgab. Um dieſelbe Zeit entſagte
er ſeiner Bühnentätigkeit, widmete
ſich in der Folge vornehmlich der

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[361/0365] Man Man torik und Schauſpiel bei Profeſſor Maurer zu ſtudieren. Seit 1898 iſt er Beamter in einem großen Ver- kehrsinſtitute in Wien und in ſeinen Mußeſtunden für Zeitſchriften ſchrift- ſtelleriſch tätig. S: Jn Luſt und Leid (Ge.), 1903. ‒ Ekſtaſen, Reflexionen (Ge.), 1905. Manno, Karl, Pſeud. für Karl von Lemcke; ſ. d.! *Manns, Benno, geb. am 1. Juni 1883 in dem kleinen Städtchen Meh- lis (Thüringen) als Sohn des Kauf- manns Bernhard M., beſuchte bis zum 11. Jahre die dortige Bürger- ſchule und darauf, als ſeine Eltern nach Nordhauſen a. Harz übergeſiedelt waren, das Realgymnaſium daſelbſt. Das ganze Sinnen und Trachten des frühreifen Knaben gehörte der Kunſt; er muſizierte, komponierte, malte, dichtete u. memorierte klaſſiſche Rol- len. Die Mutter, die des Knaben Seele in ihrer ganzen Tiefe verſtand, wußte den Vater, der ihn dem kauf- männiſchen Berufe zuführen wollte, zu beſtimmen, daß er ſeine Einwilli- gung gab, daß Benno ſich den Stu- dien widmen dürfe. So bezog dieſer nach Abſolvierung der Schule, im Herbſt 1904, die Univerſität München, wo er dem Studentenleben fernblieb, den Künſtlerkreiſen aber ſehr nahe trat, im Herbſt 1905 die Univerſität Göttingen und zwei Jahre ſpäter die zu Roſtock, wo er ſeine Studien, die ſich beſonders auf Philoſophie und Germaniſtik erſtreckten, durch Promo- tion zum Dr. phil. 1910 zum Ab- ſchluß brachte. S: Der Pilgrim (Dn.), 1906. ‒ Luginsland (Gereimte Sat.), 1909. ‒ Neues Leben (Dn.), 1910. ‒ Die Heinzelmännchen (Humor.-ſatir. D.), 1910. Mannsberg, Paul, Pſeud. für Paul Peitl; ſ. d.! Mannsfeld, A., Pſd. für Fried- rich Adolf Ackermann; ſ. d. im Nachtrag! Mannſtedt, Wilhelm Heinrich Louis, wurde am 20. Mai 1837 zu Bielefeld als der Sohn eines königl. Fabrik-Juſpektors geboren, beſuchte das dortige Gymnaſium, ſpäter die Gewerbeſchule in Hagen, ging im Alter von 14 Jahren nach England, um ſich der kaufmänniſchen Laufbahn zu widmen, und übernahm nach ſei- ner Heimkehr 1855 in Hagen eine Stellung als Buchhalter in einer Eiſenwarenfabrik, leitete auch nach dem Falliſſement ſeines Prinzipals die Fabrik für eigene Rechnung. Ge- ſchäftliche Kalamitäten veranlaßten ihn aber, 1856 einen ihm wünſchens- werteren Lebensberuf zu ſuchen. Schon in früheſter Jugend zeichnete ſich M. durch ſeine muſikaliſche Befähigung aus, ſo daß er bereits im ſechſten Jahre im Dilettantentheater ſeiner Vaterſtadt mitwirken und im zehnten als Klavierſpieler auftreten konnte. Er beſchloß alſo ſich gänzlich der Muſik zu widmen; allein das ernſte Studium behagte ihm auf die Dauer nicht, u. ſchnell entſchloſſen wandte er ſich der Bühne zu. Mehrere Jahre war er in Wörlitz, Roſtock, Hildesheim, Liegnitz, Glogau, Bromberg, Thorn, Jnſter- burg als Darſteller, Regiſſeur und Kapellmeiſter tätig und verfaßte wäh- rend dieſer Zeit verſchiedene kleinere und größere Opern. Jm Jahre 1865 kam M. nach Berlin und war dort nacheinander Dramaturg u. Kapell- meiſter des Krollſchen, Woltersdorff- und Viktoria-Theaters. Bei Gelegen- heit der Mobilmachung (1866) ver- faßte er ſein erſtes humoriſtiſches Bühnenſtück „Alles mobil‟, deſſen Erfolg ihn zu weiteren dramatiſchen Arbeiten ermutigte; zu den meiſten ſeiner Stücke lieferte er auch die Muſik. Jm Jahre 1871 gab M. in eigenem Verlage eine Monatsſchrift „Der Kunſtfreund‟ heraus, die er aber ſchon nach einem Jahre wieder aufgab. Um dieſelbe Zeit entſagte er ſeiner Bühnentätigkeit, widmete ſich in der Folge vornehmlich der *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 361. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/365>, abgerufen am 23.03.2019.