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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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schendecker nach Amerika. Ein trauri-
ger Winter folgte, wohl die schwerste
Zeit seines Lebens, aber er hatte sich in
dieser Zeit mit der englischen Sprache
so vertraut gemacht, daß er 1902 sich
der Journalistik zuwenden u. an grö-
ßeren Blättern in Neuyork ("World",
"New York Herald", Evening Post")
als Mitarbeiter und Redakteur tätig
sein konnte. Langsam ging es in die
Höhe. Der bekannte Politiker Karl
Schurz und andere bedeutende Män-
ner wandten seinen Vorlesungen und
Dramen ihr Jnteresse zu. Jn dieser
Zeit lernte M. bedeutende deutsche
Schauspieler in Neuyork kennen, dar-
unter auch Ferdinand Bonn (s. d.!),
der ihn bestimmte, als Dramaturg an
das von ihm geleitete "Berliner The-
ater" (1905) zu kommen. Anderthalb
Jahre war M. an demselben erfolg-
reich tätig. Seitdem lebt er als freier
Schriftsteller in Berlin oder den Vor-
orten dieser Stadt.

S:

Rosenkönigs
Tochter (R.), 1906. 6. A. 1908. - Der
Fürst der Bretter (Hum. R. aus dem
Berliner Theaterleben), 1907. - "Wir"
(R.), 1908. - Unter den Bogenlampen
(R.), 1908. - John Workmann, der
Zeitungsboy (E. a. d. amerik. Groß-
industrie, mit Hans Dominik); II,
1909-10. - Der rote Pfarrer (Dr.),
1908. - Das Ophir (R.), 1906. 3. A.
1910. - Fata Morgana (R.), 1910. -
Der Schuldschein (R.), 1910. - Gol-
dene Kartoffeln (R.), 1907. - Die
Fahrt ins Glück (R.), 1908. - Das
Wunderland des Westens, 1908. -
Das Bild der Bajadere (R.), 1909. -
Das Regimentsschoßkind (R.), 1909.
- Der Rennhusar (R.), 1909. - Stolz
weht die Flagge (R.), 1910. - Als
Manuskr. gedruckt und vielfach auf-
geführt: Anne Marie (Lsp., 1906). -
Der große Unbekannte (Lsp., 1907). -
Die arme Mieze (Lsp., 1908). - Die
falsche Hoheit (Schsp., 1909).

*Matz, Julius,

geb. am 26. Dezbr.
1846 zu Königsberg in Preußen,
sollte anfangs Maler werden, da er
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Matz
schon frühe zur Malerei Neigung und
Anlage zeigte; doch entschied er sich
später für die wissenschaftliche Lauf-
bahn. Mehrjähriges Krankenlager
seines Vaters und andere ungünstige
Verhältnisse hinderten ihn an der
Verfolgung derselben: er wurde Leh-
rer und wirkte als solcher in seiner
Vaterstadt; nebenbei hörte er an der
dortigen Universität historische, phi-
losophische und literarische Vorlesun-
gen. Jm Jahre 1866 gründete er
mit gleichgestimmten Freunden einen
Dichterbund, der bis 1869 bestand
und in welchem ein reges literarisches
Streben herrschte. Aus dem Feldzuge
gegen Frankreich heimgekehrt, gab er
den Lehrberuf auf und beschäftigte
sich literarisch. Später siedelte er nach
Breslau über, wo er die Redaktion
der "Schlesischen Ausstellungszei-
tung" führte u. im Novbr. 1881 starb.

S:

Tilly (Histor. Tr.), 1869. - Zwei
Bräute (Tr.), 1872. - Jm Namen
des Königs (Festsp.), 1872. - Luise,
Deutschlands Schutzgeist (D.), 1874.
- Geld und Geist (Schsp.), 1875. -
Jmmortellen (Ge), 1876.

*Matzdorf, Paul,

geb. am 7. März
1864 in Altrüdnitz, einem einsamen
Dorfe der Mark Brandenburg, be-
suchte seit seinem 15. Jahre die Präpa-
randenanstalt u. 1881-84 das Lehrer-
seminar in Drossen, worauf er Lehrer
in Adamsdorf (Neumark) wurde. Hier
erwachte in ihm die Liebe zur bildne-
rischen Kunst, die ihm in früher
Jugend wie ein fernes, unerreich-
bares Juwel geleuchtet; aber erst, als
er 1889 in das Walddorf Cöthen (bei
Freienwalde) versetzt worden, erlaubte
ihm die Nähe Berlins, hier in den
Ferien durch Besuch der Museen, Kon-
zerte und Theater eingehende Studien
zu machen, worauf er sich mit Eifer
der Plastik, besonders der Porträt-
plakette u. Medaille, zuwandte. Aber
wenn auch seine Arbeiten auf diesem
Gebiete, wie auch seine Bildwerke
"Der Nibelungen Not" (1899 auf der

*


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Matz
ſchendecker nach Amerika. Ein trauri-
ger Winter folgte, wohl die ſchwerſte
Zeit ſeines Lebens, aber er hatte ſich in
dieſer Zeit mit der engliſchen Sprache
ſo vertraut gemacht, daß er 1902 ſich
der Journaliſtik zuwenden u. an grö-
ßeren Blättern in Neuyork („World‟,
„New York Herald‟, Evening Poſt‟)
als Mitarbeiter und Redakteur tätig
ſein konnte. Langſam ging es in die
Höhe. Der bekannte Politiker Karl
Schurz und andere bedeutende Män-
ner wandten ſeinen Vorleſungen und
Dramen ihr Jntereſſe zu. Jn dieſer
Zeit lernte M. bedeutende deutſche
Schauſpieler in Neuyork kennen, dar-
unter auch Ferdinand Bonn (ſ. d.!),
der ihn beſtimmte, als Dramaturg an
das von ihm geleitete „Berliner The-
ater‟ (1905) zu kommen. Anderthalb
Jahre war M. an demſelben erfolg-
reich tätig. Seitdem lebt er als freier
Schriftſteller in Berlin oder den Vor-
orten dieſer Stadt.

S:

Roſenkönigs
Tochter (R.), 1906. 6. A. 1908. ‒ Der
Fürſt der Bretter (Hum. R. aus dem
Berliner Theaterleben), 1907. ‒ „Wir‟
(R.), 1908. ‒ Unter den Bogenlampen
(R.), 1908. ‒ John Workmann, der
Zeitungsboy (E. a. d. amerik. Groß-
induſtrie, mit Hans Dominik); II,
1909‒10. ‒ Der rote Pfarrer (Dr.),
1908. ‒ Das Ophir (R.), 1906. 3. A.
1910. ‒ Fata Morgana (R.), 1910. ‒
Der Schuldſchein (R.), 1910. ‒ Gol-
dene Kartoffeln (R.), 1907. ‒ Die
Fahrt ins Glück (R.), 1908. ‒ Das
Wunderland des Weſtens, 1908. ‒
Das Bild der Bajadere (R.), 1909. ‒
Das Regimentsſchoßkind (R.), 1909.
‒ Der Rennhuſar (R.), 1909. ‒ Stolz
weht die Flagge (R.), 1910. ‒ Als
Manuſkr. gedruckt und vielfach auf-
geführt: Anne Marie (Lſp., 1906). ‒
Der große Unbekannte (Lſp., 1907). ‒
Die arme Mieze (Lſp., 1908). ‒ Die
falſche Hoheit (Schſp., 1909).

*Matz, Julius,

geb. am 26. Dezbr.
1846 zu Königsberg in Preußen,
ſollte anfangs Maler werden, da er
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Matz
ſchon frühe zur Malerei Neigung und
Anlage zeigte; doch entſchied er ſich
ſpäter für die wiſſenſchaftliche Lauf-
bahn. Mehrjähriges Krankenlager
ſeines Vaters und andere ungünſtige
Verhältniſſe hinderten ihn an der
Verfolgung derſelben: er wurde Leh-
rer und wirkte als ſolcher in ſeiner
Vaterſtadt; nebenbei hörte er an der
dortigen Univerſität hiſtoriſche, phi-
loſophiſche und literariſche Vorleſun-
gen. Jm Jahre 1866 gründete er
mit gleichgeſtimmten Freunden einen
Dichterbund, der bis 1869 beſtand
und in welchem ein reges literariſches
Streben herrſchte. Aus dem Feldzuge
gegen Frankreich heimgekehrt, gab er
den Lehrberuf auf und beſchäftigte
ſich literariſch. Später ſiedelte er nach
Breslau über, wo er die Redaktion
der „Schleſiſchen Ausſtellungszei-
tung‟ führte u. im Novbr. 1881 ſtarb.

S:

Tilly (Hiſtor. Tr.), 1869. ‒ Zwei
Bräute (Tr.), 1872. ‒ Jm Namen
des Königs (Feſtſp.), 1872. ‒ Luiſe,
Deutſchlands Schutzgeiſt (D.), 1874.
‒ Geld und Geiſt (Schſp.), 1875. ‒
Jmmortellen (Ge), 1876.

*Matzdorf, Paul,

geb. am 7. März
1864 in Altrüdnitz, einem einſamen
Dorfe der Mark Brandenburg, be-
ſuchte ſeit ſeinem 15. Jahre die Präpa-
randenanſtalt u. 1881‒84 das Lehrer-
ſeminar in Droſſen, worauf er Lehrer
in Adamsdorf (Neumark) wurde. Hier
erwachte in ihm die Liebe zur bildne-
riſchen Kunſt, die ihm in früher
Jugend wie ein fernes, unerreich-
bares Juwel geleuchtet; aber erſt, als
er 1889 in das Walddorf Cöthen (bei
Freienwalde) verſetzt worden, erlaubte
ihm die Nähe Berlins, hier in den
Ferien durch Beſuch der Muſeen, Kon-
zerte und Theater eingehende Studien
zu machen, worauf er ſich mit Eifer
der Plaſtik, beſonders der Porträt-
plakette u. Medaille, zuwandte. Aber
wenn auch ſeine Arbeiten auf dieſem
Gebiete, wie auch ſeine Bildwerke
„Der Nibelungen Not‟ (1899 auf der

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[390/0394] Matz Matz ſchendecker nach Amerika. Ein trauri- ger Winter folgte, wohl die ſchwerſte Zeit ſeines Lebens, aber er hatte ſich in dieſer Zeit mit der engliſchen Sprache ſo vertraut gemacht, daß er 1902 ſich der Journaliſtik zuwenden u. an grö- ßeren Blättern in Neuyork („World‟, „New York Herald‟, Evening Poſt‟) als Mitarbeiter und Redakteur tätig ſein konnte. Langſam ging es in die Höhe. Der bekannte Politiker Karl Schurz und andere bedeutende Män- ner wandten ſeinen Vorleſungen und Dramen ihr Jntereſſe zu. Jn dieſer Zeit lernte M. bedeutende deutſche Schauſpieler in Neuyork kennen, dar- unter auch Ferdinand Bonn (ſ. d.!), der ihn beſtimmte, als Dramaturg an das von ihm geleitete „Berliner The- ater‟ (1905) zu kommen. Anderthalb Jahre war M. an demſelben erfolg- reich tätig. Seitdem lebt er als freier Schriftſteller in Berlin oder den Vor- orten dieſer Stadt. S: Roſenkönigs Tochter (R.), 1906. 6. A. 1908. ‒ Der Fürſt der Bretter (Hum. R. aus dem Berliner Theaterleben), 1907. ‒ „Wir‟ (R.), 1908. ‒ Unter den Bogenlampen (R.), 1908. ‒ John Workmann, der Zeitungsboy (E. a. d. amerik. Groß- induſtrie, mit Hans Dominik); II, 1909‒10. ‒ Der rote Pfarrer (Dr.), 1908. ‒ Das Ophir (R.), 1906. 3. A. 1910. ‒ Fata Morgana (R.), 1910. ‒ Der Schuldſchein (R.), 1910. ‒ Gol- dene Kartoffeln (R.), 1907. ‒ Die Fahrt ins Glück (R.), 1908. ‒ Das Wunderland des Weſtens, 1908. ‒ Das Bild der Bajadere (R.), 1909. ‒ Das Regimentsſchoßkind (R.), 1909. ‒ Der Rennhuſar (R.), 1909. ‒ Stolz weht die Flagge (R.), 1910. ‒ Als Manuſkr. gedruckt und vielfach auf- geführt: Anne Marie (Lſp., 1906). ‒ Der große Unbekannte (Lſp., 1907). ‒ Die arme Mieze (Lſp., 1908). ‒ Die falſche Hoheit (Schſp., 1909). *Matz, Julius, geb. am 26. Dezbr. 1846 zu Königsberg in Preußen, ſollte anfangs Maler werden, da er ſchon frühe zur Malerei Neigung und Anlage zeigte; doch entſchied er ſich ſpäter für die wiſſenſchaftliche Lauf- bahn. Mehrjähriges Krankenlager ſeines Vaters und andere ungünſtige Verhältniſſe hinderten ihn an der Verfolgung derſelben: er wurde Leh- rer und wirkte als ſolcher in ſeiner Vaterſtadt; nebenbei hörte er an der dortigen Univerſität hiſtoriſche, phi- loſophiſche und literariſche Vorleſun- gen. Jm Jahre 1866 gründete er mit gleichgeſtimmten Freunden einen Dichterbund, der bis 1869 beſtand und in welchem ein reges literariſches Streben herrſchte. Aus dem Feldzuge gegen Frankreich heimgekehrt, gab er den Lehrberuf auf und beſchäftigte ſich literariſch. Später ſiedelte er nach Breslau über, wo er die Redaktion der „Schleſiſchen Ausſtellungszei- tung‟ führte u. im Novbr. 1881 ſtarb. S: Tilly (Hiſtor. Tr.), 1869. ‒ Zwei Bräute (Tr.), 1872. ‒ Jm Namen des Königs (Feſtſp.), 1872. ‒ Luiſe, Deutſchlands Schutzgeiſt (D.), 1874. ‒ Geld und Geiſt (Schſp.), 1875. ‒ Jmmortellen (Ge), 1876. *Matzdorf, Paul, geb. am 7. März 1864 in Altrüdnitz, einem einſamen Dorfe der Mark Brandenburg, be- ſuchte ſeit ſeinem 15. Jahre die Präpa- randenanſtalt u. 1881‒84 das Lehrer- ſeminar in Droſſen, worauf er Lehrer in Adamsdorf (Neumark) wurde. Hier erwachte in ihm die Liebe zur bildne- riſchen Kunſt, die ihm in früher Jugend wie ein fernes, unerreich- bares Juwel geleuchtet; aber erſt, als er 1889 in das Walddorf Cöthen (bei Freienwalde) verſetzt worden, erlaubte ihm die Nähe Berlins, hier in den Ferien durch Beſuch der Muſeen, Kon- zerte und Theater eingehende Studien zu machen, worauf er ſich mit Eifer der Plaſtik, beſonders der Porträt- plakette u. Medaille, zuwandte. Aber wenn auch ſeine Arbeiten auf dieſem Gebiete, wie auch ſeine Bildwerke „Der Nibelungen Not‟ (1899 auf der *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 390. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/394>, abgerufen am 23.03.2019.