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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kindheit (Ge.), 1908. - Aus des
Lebens Tiefe (Dn.), 1910.

Mertens, Ludwig Ritter von,


wurde am 30. Juni 1826 zu Ottakring
bei Wien als der Sohn des Hofrates
Demeter R. v. M. geboren und ent-
stammt einem alten niederländischen
Patriziergeschlecht. Seine Kindheit
u. Jugend verlebte er in Wien. Als
sein Vater 1841 starb, zog sich die
Mutter nach Linz zurück, wo M. die
meiste Zeit zubrachte, sich privatim
dem Studium der Rechte widmend.
Das Jahr 1848 verlebte er in Gmun-
den. Bald darauf gab er sein juri-
stisches Studium auf, trat am 28.
Febr. 1849 als Kadett in die kaiser-
liche Armee ein u. wurde bald Offi-
zier. Wegen zerrütteter Gesundheit
verließ er schon 1851 den Militär-
dienst und erhielt eine Anstellung bei
der Postdirektion in Triest, später in
Salzburg, 1865 in Hietzing bei Wien,
zuletzt in Wien, wo er noch jetzt als
Postkontrolleur lebt.

S:

Das be-
lagerte Wien (Reimchronik), 1861.
3. A. 1868. - König Ottokar (Tr.),
1862. - Das Jdyll auf dem Kahlen-
berge, 1865. - Die moderne Gesell-
schaft (Ep. G.), 1870. - Ein deut-
scher Bürgermeister (Ep. G.), 1877. -
Die vornehme Gesellschaft (Ep. G.),
1871. - Falad (Kleine Bilder a. der
Zeit d. Völkerwander.), 1886. - Eine
weibliche Reise nach Suez (Aus den
Jugenderinnergn. Lauras), 1878.

*Mertens, Paul Norbert,

geb. am
10. Juni 1872 in Sulzbach (Kr. Saar-
brücken) als Sohn des königl. Ober-
schichtmeisters und Rechnungsrats
Philipp M., kam 1884, als der Vater
in den Ruhestand trat, mit letzterem
nach Bonn u. besuchte hier das Gym-
nasium bis zum Eintritt in die Prima.
Auf Wunsch seines Vaters widmete
er sich nun (seit 1889) dem Berufe
eines Landmessers, verbrachte ein
Jahr als Eleve in dem kleinen Wester-
waldstädtchen Altenkirchen und stu-
dierte darauf 1890-93 an der land-
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Mer
wirtschaftlichen Hochschule in Bonn
Geologie, Geodäsie und Kulturtechnik.
Jn diese Zeit fallen seine ersten poe-
tischen Versuche. Nach Erledigung
seiner Militärpflicht und des Land-
messerexamens wurde er bald aus
dem schönen Rheinlande nach der
Ostmark versetzt, und ist er seit 1896
als Landmesser bei der königl. Eisen-
bahndirektion in Bromberg angestellt.

S:

Ein Kampf um Niflheim. Ein
Beitrag zur Ruhmesgesch. der Nord-
polarforschung (Ge.), 1908.

*Merth, Bernhard,

geb. am 15.
Aug. 1864 zu Neubistritz in Böhmen,
besuchte die dortige Bürgerschule und
bildete sich auf dem Seminare zu
Budweis zum Volksschullehrer aus.
Als solcher wirkte er viele Jahre in
Krems an der Donau, bis er 1905
als Lehrer an das Pädagogium in
Wien berufen ward. Jn den Jahren
1898-1900 gab er die Halbmonats-
schrift "Für unsere Jugend" heraus.
Außer mehreren pädagogischen Wer-
ken schrieb er

S:

Volksschullehrers
Freud und Leid (Geschn.), 1895.

Mertz, Ada,

Pseud. für Anna
von Natzmer;
s. d.!

Meruell,. E.,

Pseud. für Elisa-
beth Müller;
s. d.!

Mervarid,

Pseudonym für Luz
Scheibe (-Mervarid);
s. d!

*Merwart, Karl,

geboren am 10.
April 1852 zu Gora-Kamenka in
Bessarabien als Sohn des Tondich-
ters und Konzertmeisters Joseph M.,
blieb bis zu seinem zehnten Lebens-
jahre in Südrußland und besuchte
dann 1863-70 das deutsche Gymna-
sium in Lemberg. Jn seinen Muße-
stunden pflegte er sehr eifrig die Musik,
so daß er schon als dreizehnjähriger
Knabe als Geiger in Konzerten mit-
wirken konnte. Obwohl von seinem
Vater auch zum Musiker bestimmt,
wandte er sich dennoch den Studien
zu und widmete sich in Krakau, Graz
und Wien der Philologie. Nach Ab-
solvierung seiner Examina und 1875

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Mer
Kindheit (Ge.), 1908. ‒ Aus des
Lebens Tiefe (Dn.), 1910.

Mertens, Ludwig Ritter von,


wurde am 30. Juni 1826 zu Ottakring
bei Wien als der Sohn des Hofrates
Demeter R. v. M. geboren und ent-
ſtammt einem alten niederländiſchen
Patriziergeſchlecht. Seine Kindheit
u. Jugend verlebte er in Wien. Als
ſein Vater 1841 ſtarb, zog ſich die
Mutter nach Linz zurück, wo M. die
meiſte Zeit zubrachte, ſich privatim
dem Studium der Rechte widmend.
Das Jahr 1848 verlebte er in Gmun-
den. Bald darauf gab er ſein juri-
ſtiſches Studium auf, trat am 28.
Febr. 1849 als Kadett in die kaiſer-
liche Armee ein u. wurde bald Offi-
zier. Wegen zerrütteter Geſundheit
verließ er ſchon 1851 den Militär-
dienſt und erhielt eine Anſtellung bei
der Poſtdirektion in Trieſt, ſpäter in
Salzburg, 1865 in Hietzing bei Wien,
zuletzt in Wien, wo er noch jetzt als
Poſtkontrolleur lebt.

S:

Das be-
lagerte Wien (Reimchronik), 1861.
3. A. 1868. ‒ König Ottokar (Tr.),
1862. ‒ Das Jdyll auf dem Kahlen-
berge, 1865. ‒ Die moderne Geſell-
ſchaft (Ep. G.), 1870. ‒ Ein deut-
ſcher Bürgermeiſter (Ep. G.), 1877. ‒
Die vornehme Geſellſchaft (Ep. G.),
1871. ‒ Falad (Kleine Bilder a. der
Zeit d. Völkerwander.), 1886. ‒ Eine
weibliche Reiſe nach Suez (Aus den
Jugenderinnergn. Lauras), 1878.

*Mertens, Paul Norbert,

geb. am
10. Juni 1872 in Sulzbach (Kr. Saar-
brücken) als Sohn des königl. Ober-
ſchichtmeiſters und Rechnungsrats
Philipp M., kam 1884, als der Vater
in den Ruheſtand trat, mit letzterem
nach Bonn u. beſuchte hier das Gym-
naſium bis zum Eintritt in die Prima.
Auf Wunſch ſeines Vaters widmete
er ſich nun (ſeit 1889) dem Berufe
eines Landmeſſers, verbrachte ein
Jahr als Eleve in dem kleinen Weſter-
waldſtädtchen Altenkirchen und ſtu-
dierte darauf 1890‒93 an der land-
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Mer
wirtſchaftlichen Hochſchule in Bonn
Geologie, Geodäſie und Kulturtechnik.
Jn dieſe Zeit fallen ſeine erſten poe-
tiſchen Verſuche. Nach Erledigung
ſeiner Militärpflicht und des Land-
meſſerexamens wurde er bald aus
dem ſchönen Rheinlande nach der
Oſtmark verſetzt, und iſt er ſeit 1896
als Landmeſſer bei der königl. Eiſen-
bahndirektion in Bromberg angeſtellt.

S:

Ein Kampf um Niflheim. Ein
Beitrag zur Ruhmesgeſch. der Nord-
polarforſchung (Ge.), 1908.

*Merth, Bernhard,

geb. am 15.
Aug. 1864 zu Neubiſtritz in Böhmen,
beſuchte die dortige Bürgerſchule und
bildete ſich auf dem Seminare zu
Budweis zum Volksſchullehrer aus.
Als ſolcher wirkte er viele Jahre in
Krems an der Donau, bis er 1905
als Lehrer an das Pädagogium in
Wien berufen ward. Jn den Jahren
1898‒1900 gab er die Halbmonats-
ſchrift „Für unſere Jugend‟ heraus.
Außer mehreren pädagogiſchen Wer-
ken ſchrieb er

S:

Volksſchullehrers
Freud und Leid (Geſchn.), 1895.

Mertz, Ada,

Pſeud. für Anna
von Natzmer;
ſ. d.!

Meruell,. E.,

Pſeud. für Eliſa-
beth Müller;
ſ. d.!

Mervarid,

Pſeudonym für Luz
Scheibe (-Mervarid);
ſ. d!

*Merwart, Karl,

geboren am 10.
April 1852 zu Gora-Kamenka in
Beſſarabien als Sohn des Tondich-
ters und Konzertmeiſters Joſeph M.,
blieb bis zu ſeinem zehnten Lebens-
jahre in Südrußland und beſuchte
dann 1863‒70 das deutſche Gymna-
ſium in Lemberg. Jn ſeinen Muße-
ſtunden pflegte er ſehr eifrig die Muſik,
ſo daß er ſchon als dreizehnjähriger
Knabe als Geiger in Konzerten mit-
wirken konnte. Obwohl von ſeinem
Vater auch zum Muſiker beſtimmt,
wandte er ſich dennoch den Studien
zu und widmete ſich in Krakau, Graz
und Wien der Philologie. Nach Ab-
ſolvierung ſeiner Examina und 1875

* 28*
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[435/0439] Mer Mer Kindheit (Ge.), 1908. ‒ Aus des Lebens Tiefe (Dn.), 1910. Mertens, Ludwig Ritter von, wurde am 30. Juni 1826 zu Ottakring bei Wien als der Sohn des Hofrates Demeter R. v. M. geboren und ent- ſtammt einem alten niederländiſchen Patriziergeſchlecht. Seine Kindheit u. Jugend verlebte er in Wien. Als ſein Vater 1841 ſtarb, zog ſich die Mutter nach Linz zurück, wo M. die meiſte Zeit zubrachte, ſich privatim dem Studium der Rechte widmend. Das Jahr 1848 verlebte er in Gmun- den. Bald darauf gab er ſein juri- ſtiſches Studium auf, trat am 28. Febr. 1849 als Kadett in die kaiſer- liche Armee ein u. wurde bald Offi- zier. Wegen zerrütteter Geſundheit verließ er ſchon 1851 den Militär- dienſt und erhielt eine Anſtellung bei der Poſtdirektion in Trieſt, ſpäter in Salzburg, 1865 in Hietzing bei Wien, zuletzt in Wien, wo er noch jetzt als Poſtkontrolleur lebt. S: Das be- lagerte Wien (Reimchronik), 1861. 3. A. 1868. ‒ König Ottokar (Tr.), 1862. ‒ Das Jdyll auf dem Kahlen- berge, 1865. ‒ Die moderne Geſell- ſchaft (Ep. G.), 1870. ‒ Ein deut- ſcher Bürgermeiſter (Ep. G.), 1877. ‒ Die vornehme Geſellſchaft (Ep. G.), 1871. ‒ Falad (Kleine Bilder a. der Zeit d. Völkerwander.), 1886. ‒ Eine weibliche Reiſe nach Suez (Aus den Jugenderinnergn. Lauras), 1878. *Mertens, Paul Norbert, geb. am 10. Juni 1872 in Sulzbach (Kr. Saar- brücken) als Sohn des königl. Ober- ſchichtmeiſters und Rechnungsrats Philipp M., kam 1884, als der Vater in den Ruheſtand trat, mit letzterem nach Bonn u. beſuchte hier das Gym- naſium bis zum Eintritt in die Prima. Auf Wunſch ſeines Vaters widmete er ſich nun (ſeit 1889) dem Berufe eines Landmeſſers, verbrachte ein Jahr als Eleve in dem kleinen Weſter- waldſtädtchen Altenkirchen und ſtu- dierte darauf 1890‒93 an der land- wirtſchaftlichen Hochſchule in Bonn Geologie, Geodäſie und Kulturtechnik. Jn dieſe Zeit fallen ſeine erſten poe- tiſchen Verſuche. Nach Erledigung ſeiner Militärpflicht und des Land- meſſerexamens wurde er bald aus dem ſchönen Rheinlande nach der Oſtmark verſetzt, und iſt er ſeit 1896 als Landmeſſer bei der königl. Eiſen- bahndirektion in Bromberg angeſtellt. S: Ein Kampf um Niflheim. Ein Beitrag zur Ruhmesgeſch. der Nord- polarforſchung (Ge.), 1908. *Merth, Bernhard, geb. am 15. Aug. 1864 zu Neubiſtritz in Böhmen, beſuchte die dortige Bürgerſchule und bildete ſich auf dem Seminare zu Budweis zum Volksſchullehrer aus. Als ſolcher wirkte er viele Jahre in Krems an der Donau, bis er 1905 als Lehrer an das Pädagogium in Wien berufen ward. Jn den Jahren 1898‒1900 gab er die Halbmonats- ſchrift „Für unſere Jugend‟ heraus. Außer mehreren pädagogiſchen Wer- ken ſchrieb er S: Volksſchullehrers Freud und Leid (Geſchn.), 1895. Mertz, Ada, Pſeud. für Anna von Natzmer; ſ. d.! Meruell,. E., Pſeud. für Eliſa- beth Müller; ſ. d.! Mervarid, Pſeudonym für Luz Scheibe (-Mervarid); ſ. d! *Merwart, Karl, geboren am 10. April 1852 zu Gora-Kamenka in Beſſarabien als Sohn des Tondich- ters und Konzertmeiſters Joſeph M., blieb bis zu ſeinem zehnten Lebens- jahre in Südrußland und beſuchte dann 1863‒70 das deutſche Gymna- ſium in Lemberg. Jn ſeinen Muße- ſtunden pflegte er ſehr eifrig die Muſik, ſo daß er ſchon als dreizehnjähriger Knabe als Geiger in Konzerten mit- wirken konnte. Obwohl von ſeinem Vater auch zum Muſiker beſtimmt, wandte er ſich dennoch den Studien zu und widmete ſich in Krakau, Graz und Wien der Philologie. Nach Ab- ſolvierung ſeiner Examina und 1875 * 28*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 435. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/439>, abgerufen am 23.03.2019.