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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Mey
*Meyer, Ubbo Tiden,

geb am 9.
Dezbr. 1826 zu Greetsiel bei Emden
in Ostfriesland als der Sohn des
Kaufmanns und Sielrichters H. K.
Meyer, besuchte die Gymnasien in
Lingen u. Emden u. studierte dann in
Bonn u. Berlin Theologie. Seit 1854
stand er im Pfarramte, zuerst in Ry-
sum bei Emden, seit 1872 in Hatzum
(Kr. Leer) und seit 1874 in Pilsum
bei Emden. Jm Oktober 1908 trat
er in den Ruhestand und verzog nach
Emden, wo er am 2. Juni 1909 starb.

S:

Die deutschen Klassiker und das
Kirchenlied, 1885. - Aus dem Leben
(Ge.), 1898.

Meyer, M. Wilhelm,

geb. am
15. Februar 1853 in Braunschweig
als Sohn eines Glasermeisters, sollte
nach Besuch der Schule das Hand-
werk seines Vaters erlernen, setzte es
aber schließlich durch, daß er Buch-
händler werden durfte. Jetzt begann
für ihn die herrliche Zeit, daß er durch
Lesen, Lernen u. Studieren das auf
der Schule nicht Gebotene oder Ver-
säumte nachholen konnte. Er vertiefte
sich bald in Kometenberechnungen, in
mathematische u. astronomische Wis-
senschaft, kehrte, als er nach dem Tode
des Vaters (1872) sein eigener Herr
geworden war, dem Buchhandel den
Rücken u. bat unter Beifügung eini-
ger astronomischer Berechnungen den
Rektor der Göttinger Universität,
den Mathematiker Clebsch, um Zulas-
sung zur Jmmatrikulation. Der Rek-
tor willfahrte der Bitte, obwohl M.
nicht einmal im Besitze des Zeugnisses
für den einjährig-freiwilligen Dienst
war, und nun begann für diesen eine
glückliche Zeit, die gänzlich der Wis-
senschaft gewidmet ward. Von Göt-
tingen ging M. nach Leipzig, dann
nach Zürich, promovierte hier mit
einer Arbeit über Doppelsterne und
wurde 1877 Observator an der Stern-
warte in Genf, wo er bis 1883 blieb.
Dann wandte er sich nach Wien, wo
er an der Sternwarte arbeitete und
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Mey
seine schriftstellerische Tätigkeit be-
gann. Seine wissenschaftlich. Feuille-
tons -- er hat deren mehr als 700
veröffentlicht -- sind kleine Meister-
werke, die in anmutig plaudernder
Form geschrieben sind. 1885 zog M.
nach Berlin, wurde als ständiger wis-
senschaftlicher Mitarbeiter am "Ber-
liner Tageblatt" angestellt und im
März 1888 nach Gründung der "Ura-
nia" zu deren kaufmännischem und
wissenschaftlichem Direktor ernannt,
welche Stellung er bis zum Herbst
1897 innehatte. Dann kehrte er wie-
der zur schriftstellerischen Tätigkeit
zurück, lebte seit 1905 meist auf der
Jnsel Capri und starb am 17. Dezbr.
1910 in Meran. Außer einer statt-
lichen Reihe von astronomischen Wer-
ken veröffentlichte er

S:

Bis ans
Ende der Welt (Dr.), 1903. - Der
neue Stern (N. in Gesprächen); 1907.
- Wie ich der Urania-Meyer wurde
(E.), 1908.

Meyer (neuerdings: Meyer-
Waldeck),
Wolfgang Alexander,

*
am 31. Mai (19. Mai a. St.) 1862 in
St. Petersburg als ein Sohn des be-
kannten Dichters Friedrich Meyer von
Waldeck (s. d.!), besuchte die Gymna-
sien zu Heidelberg u. Gotha u. studierte
seit 1882 in Heidelberg Philosophie,
Literatur, Asthetik und Naturwissen-
schaften. Nachdem er daselbst 1885
mit einer Dissertation über "Die
Philosophie der Hypatia von Alexan-
dria" zum Dr. phil. promoviert wor-
den, fand er als Volontär Beschäf-
tigung bei der Heidelberger Univer-
sitätsbibliothek, war vorübergehend
Erzieher bei Lord Arthur Hill in Eng-
land, 1887-90 Erzieher des Grafen
von Rhena, eines Sohnes des Prin-
zen Karl von Baden, in Karlsruhe u.
widmete sich dann daselbst der Schrift-
stellerei. Seit 1893 lebte er wieder in
Heidelberg und war auch Dramaturg
des Hoftheaters in Mannheim, bis er
1894 in die Redaktion der Deutschen
Verlagsanstalt in Stuttgart eintrat.

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Mey
*Meyer, Ubbo Tiden,

geb am 9.
Dezbr. 1826 zu Greetſiel bei Emden
in Oſtfriesland als der Sohn des
Kaufmanns und Sielrichters H. K.
Meyer, beſuchte die Gymnaſien in
Lingen u. Emden u. ſtudierte dann in
Bonn u. Berlin Theologie. Seit 1854
ſtand er im Pfarramte, zuerſt in Ry-
ſum bei Emden, ſeit 1872 in Hatzum
(Kr. Leer) und ſeit 1874 in Pilſum
bei Emden. Jm Oktober 1908 trat
er in den Ruheſtand und verzog nach
Emden, wo er am 2. Juni 1909 ſtarb.

S:

Die deutſchen Klaſſiker und das
Kirchenlied, 1885. ‒ Aus dem Leben
(Ge.), 1898.

Meyer, M. Wilhelm,

geb. am
15. Februar 1853 in Braunſchweig
als Sohn eines Glaſermeiſters, ſollte
nach Beſuch der Schule das Hand-
werk ſeines Vaters erlernen, ſetzte es
aber ſchließlich durch, daß er Buch-
händler werden durfte. Jetzt begann
für ihn die herrliche Zeit, daß er durch
Leſen, Lernen u. Studieren das auf
der Schule nicht Gebotene oder Ver-
ſäumte nachholen konnte. Er vertiefte
ſich bald in Kometenberechnungen, in
mathematiſche u. aſtronomiſche Wiſ-
ſenſchaft, kehrte, als er nach dem Tode
des Vaters (1872) ſein eigener Herr
geworden war, dem Buchhandel den
Rücken u. bat unter Beifügung eini-
ger aſtronomiſcher Berechnungen den
Rektor der Göttinger Univerſität,
den Mathematiker Clebſch, um Zulaſ-
ſung zur Jmmatrikulation. Der Rek-
tor willfahrte der Bitte, obwohl M.
nicht einmal im Beſitze des Zeugniſſes
für den einjährig-freiwilligen Dienſt
war, und nun begann für dieſen eine
glückliche Zeit, die gänzlich der Wiſ-
ſenſchaft gewidmet ward. Von Göt-
tingen ging M. nach Leipzig, dann
nach Zürich, promovierte hier mit
einer Arbeit über Doppelſterne und
wurde 1877 Obſervator an der Stern-
warte in Genf, wo er bis 1883 blieb.
Dann wandte er ſich nach Wien, wo
er an der Sternwarte arbeitete und
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ſeine ſchriftſtelleriſche Tätigkeit be-
gann. Seine wiſſenſchaftlich. Feuille-
tons — er hat deren mehr als 700
veröffentlicht — ſind kleine Meiſter-
werke, die in anmutig plaudernder
Form geſchrieben ſind. 1885 zog M.
nach Berlin, wurde als ſtändiger wiſ-
ſenſchaftlicher Mitarbeiter am „Ber-
liner Tageblatt‟ angeſtellt und im
März 1888 nach Gründung der „Ura-
nia‟ zu deren kaufmänniſchem und
wiſſenſchaftlichem Direktor ernannt,
welche Stellung er bis zum Herbſt
1897 innehatte. Dann kehrte er wie-
der zur ſchriftſtelleriſchen Tätigkeit
zurück, lebte ſeit 1905 meiſt auf der
Jnſel Capri und ſtarb am 17. Dezbr.
1910 in Meran. Außer einer ſtatt-
lichen Reihe von aſtronomiſchen Wer-
ken veröffentlichte er

S:

Bis ans
Ende der Welt (Dr.), 1903. ‒ Der
neue Stern (N. in Geſprächen); 1907.
‒ Wie ich der Urania-Meyer wurde
(E.), 1908.

Meyer (neuerdings: Meyer-
Waldeck),
Wolfgang Alexander,

*
am 31. Mai (19. Mai a. St.) 1862 in
St. Petersburg als ein Sohn des be-
kannten Dichters Friedrich Meyer von
Waldeck (ſ. d.!), beſuchte die Gymna-
ſien zu Heidelberg u. Gotha u. ſtudierte
ſeit 1882 in Heidelberg Philoſophie,
Literatur, Aſthetik und Naturwiſſen-
ſchaften. Nachdem er daſelbſt 1885
mit einer Diſſertation über „Die
Philoſophie der Hypatia von Alexan-
dria‟ zum Dr. phil. promoviert wor-
den, fand er als Volontär Beſchäf-
tigung bei der Heidelberger Univer-
ſitätsbibliothek, war vorübergehend
Erzieher bei Lord Arthur Hill in Eng-
land, 1887‒90 Erzieher des Grafen
von Rhena, eines Sohnes des Prin-
zen Karl von Baden, in Karlsruhe u.
widmete ſich dann daſelbſt der Schrift-
ſtellerei. Seit 1893 lebte er wieder in
Heidelberg und war auch Dramaturg
des Hoftheaters in Mannheim, bis er
1894 in die Redaktion der Deutſchen
Verlagsanſtalt in Stuttgart eintrat.

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[454/0458] Mey Mey *Meyer, Ubbo Tiden, geb am 9. Dezbr. 1826 zu Greetſiel bei Emden in Oſtfriesland als der Sohn des Kaufmanns und Sielrichters H. K. Meyer, beſuchte die Gymnaſien in Lingen u. Emden u. ſtudierte dann in Bonn u. Berlin Theologie. Seit 1854 ſtand er im Pfarramte, zuerſt in Ry- ſum bei Emden, ſeit 1872 in Hatzum (Kr. Leer) und ſeit 1874 in Pilſum bei Emden. Jm Oktober 1908 trat er in den Ruheſtand und verzog nach Emden, wo er am 2. Juni 1909 ſtarb. S: Die deutſchen Klaſſiker und das Kirchenlied, 1885. ‒ Aus dem Leben (Ge.), 1898. Meyer, M. Wilhelm, geb. am 15. Februar 1853 in Braunſchweig als Sohn eines Glaſermeiſters, ſollte nach Beſuch der Schule das Hand- werk ſeines Vaters erlernen, ſetzte es aber ſchließlich durch, daß er Buch- händler werden durfte. Jetzt begann für ihn die herrliche Zeit, daß er durch Leſen, Lernen u. Studieren das auf der Schule nicht Gebotene oder Ver- ſäumte nachholen konnte. Er vertiefte ſich bald in Kometenberechnungen, in mathematiſche u. aſtronomiſche Wiſ- ſenſchaft, kehrte, als er nach dem Tode des Vaters (1872) ſein eigener Herr geworden war, dem Buchhandel den Rücken u. bat unter Beifügung eini- ger aſtronomiſcher Berechnungen den Rektor der Göttinger Univerſität, den Mathematiker Clebſch, um Zulaſ- ſung zur Jmmatrikulation. Der Rek- tor willfahrte der Bitte, obwohl M. nicht einmal im Beſitze des Zeugniſſes für den einjährig-freiwilligen Dienſt war, und nun begann für dieſen eine glückliche Zeit, die gänzlich der Wiſ- ſenſchaft gewidmet ward. Von Göt- tingen ging M. nach Leipzig, dann nach Zürich, promovierte hier mit einer Arbeit über Doppelſterne und wurde 1877 Obſervator an der Stern- warte in Genf, wo er bis 1883 blieb. Dann wandte er ſich nach Wien, wo er an der Sternwarte arbeitete und ſeine ſchriftſtelleriſche Tätigkeit be- gann. Seine wiſſenſchaftlich. Feuille- tons — er hat deren mehr als 700 veröffentlicht — ſind kleine Meiſter- werke, die in anmutig plaudernder Form geſchrieben ſind. 1885 zog M. nach Berlin, wurde als ſtändiger wiſ- ſenſchaftlicher Mitarbeiter am „Ber- liner Tageblatt‟ angeſtellt und im März 1888 nach Gründung der „Ura- nia‟ zu deren kaufmänniſchem und wiſſenſchaftlichem Direktor ernannt, welche Stellung er bis zum Herbſt 1897 innehatte. Dann kehrte er wie- der zur ſchriftſtelleriſchen Tätigkeit zurück, lebte ſeit 1905 meiſt auf der Jnſel Capri und ſtarb am 17. Dezbr. 1910 in Meran. Außer einer ſtatt- lichen Reihe von aſtronomiſchen Wer- ken veröffentlichte er S: Bis ans Ende der Welt (Dr.), 1903. ‒ Der neue Stern (N. in Geſprächen); 1907. ‒ Wie ich der Urania-Meyer wurde (E.), 1908. Meyer (neuerdings: Meyer- Waldeck), Wolfgang Alexander, * am 31. Mai (19. Mai a. St.) 1862 in St. Petersburg als ein Sohn des be- kannten Dichters Friedrich Meyer von Waldeck (ſ. d.!), beſuchte die Gymna- ſien zu Heidelberg u. Gotha u. ſtudierte ſeit 1882 in Heidelberg Philoſophie, Literatur, Aſthetik und Naturwiſſen- ſchaften. Nachdem er daſelbſt 1885 mit einer Diſſertation über „Die Philoſophie der Hypatia von Alexan- dria‟ zum Dr. phil. promoviert wor- den, fand er als Volontär Beſchäf- tigung bei der Heidelberger Univer- ſitätsbibliothek, war vorübergehend Erzieher bei Lord Arthur Hill in Eng- land, 1887‒90 Erzieher des Grafen von Rhena, eines Sohnes des Prin- zen Karl von Baden, in Karlsruhe u. widmete ſich dann daſelbſt der Schrift- ſtellerei. Seit 1893 lebte er wieder in Heidelberg und war auch Dramaturg des Hoftheaters in Mannheim, bis er 1894 in die Redaktion der Deutſchen Verlagsanſtalt in Stuttgart eintrat. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 454. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/458>, abgerufen am 18.03.2019.