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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Mey
Schon im folgenden Jahre (1895)
ging er als Dramaturg an das "Ber-
liner Theater" in Berlin u. 1896 als
Koppels Nachfolger als Hof-Drama-
turg nach Dresden und blieb in die-
ser Stellung bis Ende 1908. Jm
Jahre 1904 ward er zum königlich
sächsischen Geheimen Hofrat ernannt.

S:

Sein und Schein (Ge.), 1888. -
Trotzköpfchen (Lsp.), 1888. - Einer
muß es doch sein! (Lsp.), 1889. - Das
Recht des Liebenden (Tr.), 1891. -
Wie ich's sah! (En.), 1894.

*Meyer-Detmold, Ernst,

geb.
am 4. März 1832 zu Detmold, beab-
sichtigte nach Absolvierung der Real-
klassen des dortigen Gymnasiums sich
der militärischen Laufbahn zu wid-
men, wurde jedoch durch andauernde
Kränklichkeit gezwungen, hiervon Ab-
stand zu nehmen, u. so wandte er sich
dem Kaufmannsstande zu. Die sich
ihm darbietenden erfreulichen Aus-
sichten für die Zukunft wurden leider
schon nach wenigen Jahren getrübt
durch ein heftigeres Auftreten seines
alten Leidens, so daß er für lange
Zeit aller Tätigkeit entsagen mußte.
Jn dieser Zeit der Muße entfaltete
sich sein poetisches Talent. Genesen
nahm er seine Tätigkeit als Kauf-
mann wieder auf, u. seine Leistungen
auf kaufmännischem Gebiete veran-
laßten 1879 seine Landesregierung,
ihn zur Neuorganisation der dortigen
Landesbrandversicherungsgesellschaft
zu berufen, als deren Leiter er in
glücklichen Verhältnissen in Detmold
lebte und am 26. Septbr. 1897 starb.

S:

Galileo Galilei (Tr.), 1862. - Ge-
dichte, 1863. - Widukind (Schsp.),
1870. 2. A. 1900. - Thankmar (Tr.),
1879. - Bernhard II., Edelherr zur
Lippe (Festsp.), 1883. - Was ihm die
Liebe sang! (Nachklang, a. d. Nachlaß
ausgew. v. Alfr. Kellermann), 1902.

Meyer-Förster, Elsbeth,

geb.
Blasche, wurde am 5. Jan. 1868 in
Breslau als die Tochter eines Kauf-
manns geboren, kam 1885 als Waise
[Spaltenumbruch]

Mey
in das Haus eines Oheims, eines
kinderlosen Offiziers, nach Berlin u.
begann hier mit 20 Jahren ihre
schriftstellerische Tätigkeit, die sie an-
fänglich Kinderzeitungen u. frommen
Familienschriften zuwandte, bis auch
sie außerhalb der engen Familien-
kreise der frische, große Zug der Zeit,
gleich so vielen andern, ergriff. Jhre
eigene Jugend voll mannigfaltigem
Wechsel u. seelischen Erschütterungen
boten ihr reichlich Stoff zur Ent-
werfung heiterer und schmerzlicher
Bilder in Erzählungen und Dramen.
Nach ihrer Verheiratung mit dem
Schriftsteller (s. d.!) Wilhelm Meyer
(1890) lebte sie meist in Paris, bis sie
1898 wieder nach Berlin übersiedelte.
Schon vier Jahre danach starb sie am
17. Mai 1902 in Bozen an den Folgen
einer Operation, welche sich im Ver-
lauf einer schweren Erkrankung als
nötig erwiesen hatte.

S:

Das Drama
eines Kindes (E.), 1895. - Heimkehr
(Dr.), 1894. - Käthe (Schsp.), 1896.
- Meine Geschichten, 1897. - Junge
Menschen, 1898. - Also sprach - eine
Frau (Liebesnovellen), 1900. - Frau
Kleemann (R.), 1900. - Das Pflege-
kind (R.), 1900. - Der neue Herr (Dr.,
Manuskr.), 1901. - Theatermädel und
andere Novellen, 1902. - Die Freun-
din aus Russisch-Polen. Bauernrache
(Nn.), 1904.

*Meyer-Förster, Wilhelm,

ge-
boren am 12. Juni 1862 in Han-
nover als der Sohn des Verlags-
buchhändlers Karl M., wurde für
die Offizierslaufbahn bestimmt und
deshalb der Kadettenanstalt in Bens-
burg zugeführt. Aus Rücksicht auf
seine schwächliche Gesundheit und
infolge schwerer Krankheit mußte er
jedoch diesen Lebensplan aufgeben.
Hatte er schon die Mutter in frühester
Kindheit verloren, so traf ihn, kaum
genesen, der Tod des Vaters nur um
so schmerzhafter, als er nun in eine
ganz fremde Umgebung kam, die bei
aller Liebe und Treue für seine früh

*


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Mey
Schon im folgenden Jahre (1895)
ging er als Dramaturg an das „Ber-
liner Theater‟ in Berlin u. 1896 als
Koppels Nachfolger als Hof-Drama-
turg nach Dresden und blieb in die-
ſer Stellung bis Ende 1908. Jm
Jahre 1904 ward er zum königlich
ſächſiſchen Geheimen Hofrat ernannt.

S:

Sein und Schein (Ge.), 1888. ‒
Trotzköpfchen (Lſp.), 1888. ‒ Einer
muß es doch ſein! (Lſp.), 1889. ‒ Das
Recht des Liebenden (Tr.), 1891. ‒
Wie ich’s ſah! (En.), 1894.

*Meyer-Detmold, Ernſt,

geb.
am 4. März 1832 zu Detmold, beab-
ſichtigte nach Abſolvierung der Real-
klaſſen des dortigen Gymnaſiums ſich
der militäriſchen Laufbahn zu wid-
men, wurde jedoch durch andauernde
Kränklichkeit gezwungen, hiervon Ab-
ſtand zu nehmen, u. ſo wandte er ſich
dem Kaufmannsſtande zu. Die ſich
ihm darbietenden erfreulichen Aus-
ſichten für die Zukunft wurden leider
ſchon nach wenigen Jahren getrübt
durch ein heftigeres Auftreten ſeines
alten Leidens, ſo daß er für lange
Zeit aller Tätigkeit entſagen mußte.
Jn dieſer Zeit der Muße entfaltete
ſich ſein poetiſches Talent. Geneſen
nahm er ſeine Tätigkeit als Kauf-
mann wieder auf, u. ſeine Leiſtungen
auf kaufmänniſchem Gebiete veran-
laßten 1879 ſeine Landesregierung,
ihn zur Neuorganiſation der dortigen
Landesbrandverſicherungsgeſellſchaft
zu berufen, als deren Leiter er in
glücklichen Verhältniſſen in Detmold
lebte und am 26. Septbr. 1897 ſtarb.

S:

Galileo Galilei (Tr.), 1862. ‒ Ge-
dichte, 1863. ‒ Widukind (Schſp.),
1870. 2. A. 1900. ‒ Thankmar (Tr.),
1879. ‒ Bernhard II., Edelherr zur
Lippe (Feſtſp.), 1883. ‒ Was ihm die
Liebe ſang! (Nachklang, a. d. Nachlaß
ausgew. v. Alfr. Kellermann), 1902.

Meyer-Förſter, Elsbeth,

geb.
Blaſche, wurde am 5. Jan. 1868 in
Breslau als die Tochter eines Kauf-
manns geboren, kam 1885 als Waiſe
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Mey
in das Haus eines Oheims, eines
kinderloſen Offiziers, nach Berlin u.
begann hier mit 20 Jahren ihre
ſchriftſtelleriſche Tätigkeit, die ſie an-
fänglich Kinderzeitungen u. frommen
Familienſchriften zuwandte, bis auch
ſie außerhalb der engen Familien-
kreiſe der friſche, große Zug der Zeit,
gleich ſo vielen andern, ergriff. Jhre
eigene Jugend voll mannigfaltigem
Wechſel u. ſeeliſchen Erſchütterungen
boten ihr reichlich Stoff zur Ent-
werfung heiterer und ſchmerzlicher
Bilder in Erzählungen und Dramen.
Nach ihrer Verheiratung mit dem
Schriftſteller (ſ. d.!) Wilhelm Meyer
(1890) lebte ſie meiſt in Paris, bis ſie
1898 wieder nach Berlin überſiedelte.
Schon vier Jahre danach ſtarb ſie am
17. Mai 1902 in Bozen an den Folgen
einer Operation, welche ſich im Ver-
lauf einer ſchweren Erkrankung als
nötig erwieſen hatte.

S:

Das Drama
eines Kindes (E.), 1895. ‒ Heimkehr
(Dr.), 1894. ‒ Käthe (Schſp.), 1896.
‒ Meine Geſchichten, 1897. ‒ Junge
Menſchen, 1898. ‒ Alſo ſprach ‒ eine
Frau (Liebesnovellen), 1900. ‒ Frau
Kleemann (R.), 1900. ‒ Das Pflege-
kind (R.), 1900. ‒ Der neue Herr (Dr.,
Manuſkr.), 1901. ‒ Theatermädel und
andere Novellen, 1902. ‒ Die Freun-
din aus Ruſſiſch-Polen. Bauernrache
(Nn.), 1904.

*Meyer-Förſter, Wilhelm,

ge-
boren am 12. Juni 1862 in Han-
nover als der Sohn des Verlags-
buchhändlers Karl M., wurde für
die Offizierslaufbahn beſtimmt und
deshalb der Kadettenanſtalt in Bens-
burg zugeführt. Aus Rückſicht auf
ſeine ſchwächliche Geſundheit und
infolge ſchwerer Krankheit mußte er
jedoch dieſen Lebensplan aufgeben.
Hatte er ſchon die Mutter in früheſter
Kindheit verloren, ſo traf ihn, kaum
geneſen, der Tod des Vaters nur um
ſo ſchmerzhafter, als er nun in eine
ganz fremde Umgebung kam, die bei
aller Liebe und Treue für ſeine früh

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[455/0459] Mey Mey Schon im folgenden Jahre (1895) ging er als Dramaturg an das „Ber- liner Theater‟ in Berlin u. 1896 als Koppels Nachfolger als Hof-Drama- turg nach Dresden und blieb in die- ſer Stellung bis Ende 1908. Jm Jahre 1904 ward er zum königlich ſächſiſchen Geheimen Hofrat ernannt. S: Sein und Schein (Ge.), 1888. ‒ Trotzköpfchen (Lſp.), 1888. ‒ Einer muß es doch ſein! (Lſp.), 1889. ‒ Das Recht des Liebenden (Tr.), 1891. ‒ Wie ich’s ſah! (En.), 1894. *Meyer-Detmold, Ernſt, geb. am 4. März 1832 zu Detmold, beab- ſichtigte nach Abſolvierung der Real- klaſſen des dortigen Gymnaſiums ſich der militäriſchen Laufbahn zu wid- men, wurde jedoch durch andauernde Kränklichkeit gezwungen, hiervon Ab- ſtand zu nehmen, u. ſo wandte er ſich dem Kaufmannsſtande zu. Die ſich ihm darbietenden erfreulichen Aus- ſichten für die Zukunft wurden leider ſchon nach wenigen Jahren getrübt durch ein heftigeres Auftreten ſeines alten Leidens, ſo daß er für lange Zeit aller Tätigkeit entſagen mußte. Jn dieſer Zeit der Muße entfaltete ſich ſein poetiſches Talent. Geneſen nahm er ſeine Tätigkeit als Kauf- mann wieder auf, u. ſeine Leiſtungen auf kaufmänniſchem Gebiete veran- laßten 1879 ſeine Landesregierung, ihn zur Neuorganiſation der dortigen Landesbrandverſicherungsgeſellſchaft zu berufen, als deren Leiter er in glücklichen Verhältniſſen in Detmold lebte und am 26. Septbr. 1897 ſtarb. S: Galileo Galilei (Tr.), 1862. ‒ Ge- dichte, 1863. ‒ Widukind (Schſp.), 1870. 2. A. 1900. ‒ Thankmar (Tr.), 1879. ‒ Bernhard II., Edelherr zur Lippe (Feſtſp.), 1883. ‒ Was ihm die Liebe ſang! (Nachklang, a. d. Nachlaß ausgew. v. Alfr. Kellermann), 1902. Meyer-Förſter, Elsbeth, geb. Blaſche, wurde am 5. Jan. 1868 in Breslau als die Tochter eines Kauf- manns geboren, kam 1885 als Waiſe in das Haus eines Oheims, eines kinderloſen Offiziers, nach Berlin u. begann hier mit 20 Jahren ihre ſchriftſtelleriſche Tätigkeit, die ſie an- fänglich Kinderzeitungen u. frommen Familienſchriften zuwandte, bis auch ſie außerhalb der engen Familien- kreiſe der friſche, große Zug der Zeit, gleich ſo vielen andern, ergriff. Jhre eigene Jugend voll mannigfaltigem Wechſel u. ſeeliſchen Erſchütterungen boten ihr reichlich Stoff zur Ent- werfung heiterer und ſchmerzlicher Bilder in Erzählungen und Dramen. Nach ihrer Verheiratung mit dem Schriftſteller (ſ. d.!) Wilhelm Meyer (1890) lebte ſie meiſt in Paris, bis ſie 1898 wieder nach Berlin überſiedelte. Schon vier Jahre danach ſtarb ſie am 17. Mai 1902 in Bozen an den Folgen einer Operation, welche ſich im Ver- lauf einer ſchweren Erkrankung als nötig erwieſen hatte. S: Das Drama eines Kindes (E.), 1895. ‒ Heimkehr (Dr.), 1894. ‒ Käthe (Schſp.), 1896. ‒ Meine Geſchichten, 1897. ‒ Junge Menſchen, 1898. ‒ Alſo ſprach ‒ eine Frau (Liebesnovellen), 1900. ‒ Frau Kleemann (R.), 1900. ‒ Das Pflege- kind (R.), 1900. ‒ Der neue Herr (Dr., Manuſkr.), 1901. ‒ Theatermädel und andere Novellen, 1902. ‒ Die Freun- din aus Ruſſiſch-Polen. Bauernrache (Nn.), 1904. *Meyer-Förſter, Wilhelm, ge- boren am 12. Juni 1862 in Han- nover als der Sohn des Verlags- buchhändlers Karl M., wurde für die Offizierslaufbahn beſtimmt und deshalb der Kadettenanſtalt in Bens- burg zugeführt. Aus Rückſicht auf ſeine ſchwächliche Geſundheit und infolge ſchwerer Krankheit mußte er jedoch dieſen Lebensplan aufgeben. Hatte er ſchon die Mutter in früheſter Kindheit verloren, ſo traf ihn, kaum geneſen, der Tod des Vaters nur um ſo ſchmerzhafter, als er nun in eine ganz fremde Umgebung kam, die bei aller Liebe und Treue für ſeine früh *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 455. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/459>, abgerufen am 26.03.2019.