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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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nischte Son., nebst einem Anhang),
1870.

*Mindermann, Marie Chri-
stiane,

wurde am 9. Dezbr. 1808 zu
Bremen als die Tochter eines Drechs-
lermeisters geboren. Sie erhielt eine
sorgfältige Erziehung und besonders
wußte ihre Mutter in ihr den Sinn
für stille Freuden, für die Natur, und
nicht minder für Lernen und Weiter-
streben zu wecken und rege zu erhal-
ten. Bis zum 12. Jahre besuchte Ma-
rie die Domschule unter des wackern
Rutenberg Leitung. Nach ihrer Kon-
firmation im 16. Jahre zeigte sie
große Neigung fürs Lehrfach, aber
ihre schwachen Körperkräfte mahnten
davon ab, u. mit großer Selbstüber-
windung fügte sie sich dem Wunsche
der Eltern, sich den Haushaltspflich-
ten zu widmen. Jhre wenigen Muße-
stunden benutzte sie, um durch passende
Lektüre ihre Kenntnisse zu bereichern
und hin und wieder ein Gedicht für
den "Bürgerfreund" zu schreiben.
Erst lange nach dem Tode der Eltern
trat Marie M. als Schriftstellerin auf,
und zwar infolge der religiösen und
politischen Bewegungen des Jahres
1848. Es erschienen von ihr anonym
mehrere Broschüren, die besonders
die Verhältnisse der Vaterstadt be-
trafen; einige derselben hatten ein
Anklageverfahren zur Folge, da der
Senat sich in denselben beleidigt er-
achtete. Die Verfasserin wurde zu
acht Tagen Gefängnis verurteilt. Jm
Gefühl ihres Rechtes verschmähte sie
es, durch ein Bittgesuch an den Senat
Erlaß der Strafe herbeizuführen.
Später wandte sich M. der Jugend-
schriftstellerei zu. Still und zurück-
gezogen lebte sie in ihrer Vaterstadt,
nur hin und wieder eine Reise in das
südliche Deutschland unternehmend,
bis der Tod sie am 25. März 1882
von hinnen rief.

S:

Heide u. Moos
(M.), 1854. - Feldblumen (En. f. d.
reifere Jugd.); VI, 1859-61 [Jnhalt:
Der Achatschleifer u. Oswald. Zwei
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Lebensbilder (sep. 2. A. 1879). - Die
Blinde. - Der Dreifaltigkeitsring u.
der Neujahrstag. - Rahel. - Eine
Tante (sep. 2. A. 1879). - Die beiden
Rosenbuketts. - Nikolaus Flint]. -
Plattdeutsche Gedichte in bremischer
Mundart, 1860. - Buntes Laub (M.,
Sg. und Arabesken), 1863. - Drama-
tische Kleinigkeiten (Marion. - Das
Testament des Onkels), 1867. - Sagen
der alten Brema, 1867. - Ranken
(Ge.), 1870. - Blumen am Wege (En.,
M. etc.), 1872. - Bis zum Senator
(E.), 1877. - Spruchschatz, 1879. -
Aus dem Leben (2 En.), 1880.

Minding, Julius,

* am 8. Nov.
1808 zu Breslau, besuchte die Schule
seiner Vaterstadt und widmete sich
dann an der Universität Berlin dem
Studium der Medizin, erlangte auch
daselbst 1833 den Grad eines Dr. med.
Nachdem er mehrere Jahre teils als
Arzt, teils als Schriftsteller gewirkt,
warf er sich der Jndustrie in die Arme,
wurde in kurzem sehr reich, aber ebenso
schnell sehr arm u. wanderte schließ-
lich im Jahre 1850 in großer Dürf-
tigkeit nach Amerika aus. Mit einem
Freunde etablierte er in Neuyork ein
ärztliches Bureau, aber schon wenige
Monate später, am 7. Septbr. 1850,
machte er seinem Leben durch Selbst-
mord ein Ende.

S:

Das Leben der
Pflanze (Dd. G.), 1837. - Fünf Bücher
Gedichte, 1841. - Papst Sixtus der
Fünfte (Tr.), 1846. Für die deutsche
Bühne bearb. v. Cl. Rainer u. Aug.
Becker, 1870. - Lieder vom alten Fritz.
1. Sammlg., 1846. - Völkerfrühling
(G.), 1848.

Minna,

Pseudon. für Minna
Mädler;
s. d.!

Minneburg, E.,

s. Ernst Meier!

Minnich,

Johann Alois, wurde
am 1. Juni 1801 zu Lenzburg in der
Schweiz geboren, erhielt seine wissen-
schaftliche Vorbildung in dem Jnsti-
tute des M. Pfeiffer daselbst, besuchte
dann die Lyzeen zu Solothurn und
Luzern u. widmete sich 1820 u. 1821

*


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niſchte Son., nebſt einem Anhang),
1870.

*Mindermann, Marie Chri-
ſtiane,

wurde am 9. Dezbr. 1808 zu
Bremen als die Tochter eines Drechſ-
lermeiſters geboren. Sie erhielt eine
ſorgfältige Erziehung und beſonders
wußte ihre Mutter in ihr den Sinn
für ſtille Freuden, für die Natur, und
nicht minder für Lernen und Weiter-
ſtreben zu wecken und rege zu erhal-
ten. Bis zum 12. Jahre beſuchte Ma-
rie die Domſchule unter des wackern
Rutenberg Leitung. Nach ihrer Kon-
firmation im 16. Jahre zeigte ſie
große Neigung fürs Lehrfach, aber
ihre ſchwachen Körperkräfte mahnten
davon ab, u. mit großer Selbſtüber-
windung fügte ſie ſich dem Wunſche
der Eltern, ſich den Haushaltspflich-
ten zu widmen. Jhre wenigen Muße-
ſtunden benutzte ſie, um durch paſſende
Lektüre ihre Kenntniſſe zu bereichern
und hin und wieder ein Gedicht für
den „Bürgerfreund‟ zu ſchreiben.
Erſt lange nach dem Tode der Eltern
trat Marie M. als Schriftſtellerin auf,
und zwar infolge der religiöſen und
politiſchen Bewegungen des Jahres
1848. Es erſchienen von ihr anonym
mehrere Broſchüren, die beſonders
die Verhältniſſe der Vaterſtadt be-
trafen; einige derſelben hatten ein
Anklageverfahren zur Folge, da der
Senat ſich in denſelben beleidigt er-
achtete. Die Verfaſſerin wurde zu
acht Tagen Gefängnis verurteilt. Jm
Gefühl ihres Rechtes verſchmähte ſie
es, durch ein Bittgeſuch an den Senat
Erlaß der Strafe herbeizuführen.
Später wandte ſich M. der Jugend-
ſchriftſtellerei zu. Still und zurück-
gezogen lebte ſie in ihrer Vaterſtadt,
nur hin und wieder eine Reiſe in das
ſüdliche Deutſchland unternehmend,
bis der Tod ſie am 25. März 1882
von hinnen rief.

S:

Heide u. Moos
(M.), 1854. ‒ Feldblumen (En. f. d.
reifere Jugd.); VI, 1859‒61 [Jnhalt:
Der Achatſchleifer u. Oswald. Zwei
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Lebensbilder (ſep. 2. A. 1879). ‒ Die
Blinde. ‒ Der Dreifaltigkeitsring u.
der Neujahrstag. ‒ Rahel. ‒ Eine
Tante (ſep. 2. A. 1879). ‒ Die beiden
Roſenbuketts. ‒ Nikolaus Flint]. ‒
Plattdeutſche Gedichte in bremiſcher
Mundart, 1860. ‒ Buntes Laub (M.,
Sg. und Arabesken), 1863. ‒ Drama-
tiſche Kleinigkeiten (Marion. ‒ Das
Teſtament des Onkels), 1867. ‒ Sagen
der alten Brema, 1867. ‒ Ranken
(Ge.), 1870. ‒ Blumen am Wege (En.,
M. ꝛc.), 1872. ‒ Bis zum Senator
(E.), 1877. ‒ Spruchſchatz, 1879. ‒
Aus dem Leben (2 En.), 1880.

Minding, Julius,

* am 8. Nov.
1808 zu Breslau, beſuchte die Schule
ſeiner Vaterſtadt und widmete ſich
dann an der Univerſität Berlin dem
Studium der Medizin, erlangte auch
daſelbſt 1833 den Grad eines Dr. med.
Nachdem er mehrere Jahre teils als
Arzt, teils als Schriftſteller gewirkt,
warf er ſich der Jnduſtrie in die Arme,
wurde in kurzem ſehr reich, aber ebenſo
ſchnell ſehr arm u. wanderte ſchließ-
lich im Jahre 1850 in großer Dürf-
tigkeit nach Amerika aus. Mit einem
Freunde etablierte er in Neuyork ein
ärztliches Bureau, aber ſchon wenige
Monate ſpäter, am 7. Septbr. 1850,
machte er ſeinem Leben durch Selbſt-
mord ein Ende.

S:

Das Leben der
Pflanze (Dd. G.), 1837. ‒ Fünf Bücher
Gedichte, 1841. ‒ Papſt Sixtus der
Fünfte (Tr.), 1846. Für die deutſche
Bühne bearb. v. Cl. Rainer u. Aug.
Becker, 1870. ‒ Lieder vom alten Fritz.
1. Sammlg., 1846. ‒ Völkerfrühling
(G.), 1848.

Minna,

Pſeudon. für Minna
Mädler;
ſ. d.!

Minneburg, E.,

ſ. Ernſt Meier!

Minnich,

Johann Alois, wurde
am 1. Juni 1801 zu Lenzburg in der
Schweiz geboren, erhielt ſeine wiſſen-
ſchaftliche Vorbildung in dem Jnſti-
tute des M. Pfeiffer daſelbſt, beſuchte
dann die Lyzeen zu Solothurn und
Luzern u. widmete ſich 1820 u. 1821

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[479/0483] Min Min niſchte Son., nebſt einem Anhang), 1870. *Mindermann, Marie Chri- ſtiane, wurde am 9. Dezbr. 1808 zu Bremen als die Tochter eines Drechſ- lermeiſters geboren. Sie erhielt eine ſorgfältige Erziehung und beſonders wußte ihre Mutter in ihr den Sinn für ſtille Freuden, für die Natur, und nicht minder für Lernen und Weiter- ſtreben zu wecken und rege zu erhal- ten. Bis zum 12. Jahre beſuchte Ma- rie die Domſchule unter des wackern Rutenberg Leitung. Nach ihrer Kon- firmation im 16. Jahre zeigte ſie große Neigung fürs Lehrfach, aber ihre ſchwachen Körperkräfte mahnten davon ab, u. mit großer Selbſtüber- windung fügte ſie ſich dem Wunſche der Eltern, ſich den Haushaltspflich- ten zu widmen. Jhre wenigen Muße- ſtunden benutzte ſie, um durch paſſende Lektüre ihre Kenntniſſe zu bereichern und hin und wieder ein Gedicht für den „Bürgerfreund‟ zu ſchreiben. Erſt lange nach dem Tode der Eltern trat Marie M. als Schriftſtellerin auf, und zwar infolge der religiöſen und politiſchen Bewegungen des Jahres 1848. Es erſchienen von ihr anonym mehrere Broſchüren, die beſonders die Verhältniſſe der Vaterſtadt be- trafen; einige derſelben hatten ein Anklageverfahren zur Folge, da der Senat ſich in denſelben beleidigt er- achtete. Die Verfaſſerin wurde zu acht Tagen Gefängnis verurteilt. Jm Gefühl ihres Rechtes verſchmähte ſie es, durch ein Bittgeſuch an den Senat Erlaß der Strafe herbeizuführen. Später wandte ſich M. der Jugend- ſchriftſtellerei zu. Still und zurück- gezogen lebte ſie in ihrer Vaterſtadt, nur hin und wieder eine Reiſe in das ſüdliche Deutſchland unternehmend, bis der Tod ſie am 25. März 1882 von hinnen rief. S: Heide u. Moos (M.), 1854. ‒ Feldblumen (En. f. d. reifere Jugd.); VI, 1859‒61 [Jnhalt: Der Achatſchleifer u. Oswald. Zwei Lebensbilder (ſep. 2. A. 1879). ‒ Die Blinde. ‒ Der Dreifaltigkeitsring u. der Neujahrstag. ‒ Rahel. ‒ Eine Tante (ſep. 2. A. 1879). ‒ Die beiden Roſenbuketts. ‒ Nikolaus Flint]. ‒ Plattdeutſche Gedichte in bremiſcher Mundart, 1860. ‒ Buntes Laub (M., Sg. und Arabesken), 1863. ‒ Drama- tiſche Kleinigkeiten (Marion. ‒ Das Teſtament des Onkels), 1867. ‒ Sagen der alten Brema, 1867. ‒ Ranken (Ge.), 1870. ‒ Blumen am Wege (En., M. ꝛc.), 1872. ‒ Bis zum Senator (E.), 1877. ‒ Spruchſchatz, 1879. ‒ Aus dem Leben (2 En.), 1880. Minding, Julius, * am 8. Nov. 1808 zu Breslau, beſuchte die Schule ſeiner Vaterſtadt und widmete ſich dann an der Univerſität Berlin dem Studium der Medizin, erlangte auch daſelbſt 1833 den Grad eines Dr. med. Nachdem er mehrere Jahre teils als Arzt, teils als Schriftſteller gewirkt, warf er ſich der Jnduſtrie in die Arme, wurde in kurzem ſehr reich, aber ebenſo ſchnell ſehr arm u. wanderte ſchließ- lich im Jahre 1850 in großer Dürf- tigkeit nach Amerika aus. Mit einem Freunde etablierte er in Neuyork ein ärztliches Bureau, aber ſchon wenige Monate ſpäter, am 7. Septbr. 1850, machte er ſeinem Leben durch Selbſt- mord ein Ende. S: Das Leben der Pflanze (Dd. G.), 1837. ‒ Fünf Bücher Gedichte, 1841. ‒ Papſt Sixtus der Fünfte (Tr.), 1846. Für die deutſche Bühne bearb. v. Cl. Rainer u. Aug. Becker, 1870. ‒ Lieder vom alten Fritz. 1. Sammlg., 1846. ‒ Völkerfrühling (G.), 1848. Minna, Pſeudon. für Minna Mädler; ſ. d.! Minneburg, E., ſ. Ernſt Meier! Minnich, Johann Alois, wurde am 1. Juni 1801 zu Lenzburg in der Schweiz geboren, erhielt ſeine wiſſen- ſchaftliche Vorbildung in dem Jnſti- tute des M. Pfeiffer daſelbſt, beſuchte dann die Lyzeen zu Solothurn und Luzern u. widmete ſich 1820 u. 1821 *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 479. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/483>, abgerufen am 26.03.2019.