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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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zu können, siedelte K. im Sommer
1904 nach Thüringen über und be-
gründete zusammen mit Prof. Schulze-
Naumburg die bekannten "Saalecker
Werkstätten", aber schon am 20. Oktbr.
1904 starb er in Jena nach kurzer
Krankheit.

S:

Gastgaben (Sprüche
eines Wanderers), 1893. - Gedichte,
1898. - Der Mosel Rache im Jahre
des Heils 1898 (Ein reinisches Echo
zum Trarbacher Sängerkrieg), 1898.
- Die Arche Noah (Ein Kinderbuch,
mit seiner 1906 + Gattin Emily), 1902.

*Kögel, Gottfried,

wurde am 21.
Novbr. 1858 im Haag (Niederlande)
geboren, wo sein Vater Rudolf K. (s.
d.) damals Prediger der deutschen
Gemeinde war, erhielt eine einfache
häusliche Erziehung, voll religiösen
Ernstes, aber gut deutsch-preußisch,
so daß sich schon damals die Keime
in ihm regten, aus denen jene Be-
geisterung für Deutschlands Größe
und Preußens Spartanertum er-
wuchs, die ihn durch sein ganzes Leben
begleitet hat. Jm Jahre 1863 kam
er nach Berlin, wo sein Vater Hof-
prediger ward und im Laufe der
Jahre durch das Vertrauen des Kai-
sers zu immer höheren Würden em-
porstieg. Als der Sohn nach bestan-
dener Reifeprüfung sich für einen
Beruf entscheiden sollte, schwankte er
lange, ob er Theologe, Jurist oder
Offizier werden sollte. Dem Wunsche
des Vaters entsprechend, begann er
in Bonn das Studium der Theologie,
aber sein Widerwille gegen das häu-
fige Redenmüssen bestimmte ihn, schon
nach einem Semester, zur Juris-
prudenz überzugehen, der er sich nun
in Göttingen und Berlin widmete.
Hier genügte er auch seiner Militär-
pflicht, und ist jetzt Hauptmann der
Reserve des Königin Elisabeth-
Garde-Grenadierregiments Nr. 3.
Von 1882 ab arbeitete er als Referen-
dar bei Gerichten in Berlin, dann bei
den Regierungen in Trier und
Königsberg, von 1887-90 als Regie-
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rungsassessor in Schleswig, wurde
dann Landrat des Kreises Schwerin
a. d. Warthe (Posen), 1897 als Regie-
rungsrat in die Ministerial-Militär-
und Baukommission nach Berlin ver-
setzt und Ende 1910 zum Geh. Reg.-
Rat ernannt. Seit 1907 bewohnt
er eine eigene Villa in Schlachtensee
bei Berlin. Außer einer sehr ein-
gehenden, kindlich pietätvollen und
doch sachlichen Biographie seines
Vaters "Rudolf Kögel; sein Werden
und Wirken" (III, 1899-1904) ver-
öffentlichte er

S:

Ulrich von Jun-
gingen, Hochmeister des deutschen
Ordens (Tr.), 1902. - Armins Ende
(National. Dr.), 1906.

Kögel, Rudolf,

geb. am 18. Febr.
1829 zu Birnbaum in der Provinz
Posen als einziger Sohn des Dia-
konus, späteren Oberpfarrers und
Superintendenten Gottfr. K., besuchte
1843-47 die lateinische Schule in
Halle und studierte darauf in Halle
unter Jul. Müller und Tholuck und
in Berlin unter Neander und Nitzsch
Theologie. Jm Jahre 1851 unter-
nahm er als Begleiter eines Neffen
des bekannten Kleist-Retzow eine Reise
nach Süddeutschland, der Schweiz u.
Jtalien, wurde 1852 Religionslehrer
am Vitzthumschen Gymnasium in
Dresden, 1854 Lehrer am Seminar
in Berlin, aber schon im Novbr. d. J.
ordiniert und als Prediger in Nakel
(Posen) eingeführt. Seit 1857 Pfarrer
der evangelischen Gemeinde im Haag
(Holland), kehrte er 1863 als Hof-
prediger nach Berlin zurück, wurde
hier 1864 Oberkonsistorialrat u. vor-
tragender Rat im Kultusministerium,
Ende 1873 zweiter Hofprediger und
königl. Schloßpfarrer, sowie Ephorus
des königl. Domkandidatenstifts, 1878
Mitglied des Oberkirchenrats, 1879
Generalsuperintendent der Kurmark
Brandenburg und 1880 Oberhof-
prediger mit dem Range eines Rats
erster Klasse. Schon 1867 hatte ihm
die Universität Bonn die Würde eines

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Kög
zu können, ſiedelte K. im Sommer
1904 nach Thüringen über und be-
gründete zuſammen mit Prof. Schulze-
Naumburg die bekannten „Saalecker
Werkſtätten‟, aber ſchon am 20. Oktbr.
1904 ſtarb er in Jena nach kurzer
Krankheit.

S:

Gaſtgaben (Sprüche
eines Wanderers), 1893. ‒ Gedichte,
1898. ‒ Der Moſel Rache im Jahre
des Heils 1898 (Ein reiniſches Echo
zum Trarbacher Sängerkrieg), 1898.
‒ Die Arche Noah (Ein Kinderbuch,
mit ſeiner 1906 † Gattin Emily), 1902.

*Kögel, Gottfried,

wurde am 21.
Novbr. 1858 im Haag (Niederlande)
geboren, wo ſein Vater Rudolf K. (ſ.
d.) damals Prediger der deutſchen
Gemeinde war, erhielt eine einfache
häusliche Erziehung, voll religiöſen
Ernſtes, aber gut deutſch-preußiſch,
ſo daß ſich ſchon damals die Keime
in ihm regten, aus denen jene Be-
geiſterung für Deutſchlands Größe
und Preußens Spartanertum er-
wuchs, die ihn durch ſein ganzes Leben
begleitet hat. Jm Jahre 1863 kam
er nach Berlin, wo ſein Vater Hof-
prediger ward und im Laufe der
Jahre durch das Vertrauen des Kai-
ſers zu immer höheren Würden em-
porſtieg. Als der Sohn nach beſtan-
dener Reifeprüfung ſich für einen
Beruf entſcheiden ſollte, ſchwankte er
lange, ob er Theologe, Juriſt oder
Offizier werden ſollte. Dem Wunſche
des Vaters entſprechend, begann er
in Bonn das Studium der Theologie,
aber ſein Widerwille gegen das häu-
fige Redenmüſſen beſtimmte ihn, ſchon
nach einem Semeſter, zur Juris-
prudenz überzugehen, der er ſich nun
in Göttingen und Berlin widmete.
Hier genügte er auch ſeiner Militär-
pflicht, und iſt jetzt Hauptmann der
Reſerve des Königin Eliſabeth-
Garde-Grenadierregiments Nr. 3.
Von 1882 ab arbeitete er als Referen-
dar bei Gerichten in Berlin, dann bei
den Regierungen in Trier und
Königsberg, von 1887‒90 als Regie-
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Kög
rungsaſſeſſor in Schleswig, wurde
dann Landrat des Kreiſes Schwerin
a. d. Warthe (Poſen), 1897 als Regie-
rungsrat in die Miniſterial-Militär-
und Baukommiſſion nach Berlin ver-
ſetzt und Ende 1910 zum Geh. Reg.-
Rat ernannt. Seit 1907 bewohnt
er eine eigene Villa in Schlachtenſee
bei Berlin. Außer einer ſehr ein-
gehenden, kindlich pietätvollen und
doch ſachlichen Biographie ſeines
Vaters „Rudolf Kögel; ſein Werden
und Wirken‟ (III, 1899‒1904) ver-
öffentlichte er

S:

Ulrich von Jun-
gingen, Hochmeiſter des deutſchen
Ordens (Tr.), 1902. ‒ Armins Ende
(National. Dr.), 1906.

Kögel, Rudolf,

geb. am 18. Febr.
1829 zu Birnbaum in der Provinz
Poſen als einziger Sohn des Dia-
konus, ſpäteren Oberpfarrers und
Superintendenten Gottfr. K., beſuchte
1843‒47 die lateiniſche Schule in
Halle und ſtudierte darauf in Halle
unter Jul. Müller und Tholuck und
in Berlin unter Neander und Nitzſch
Theologie. Jm Jahre 1851 unter-
nahm er als Begleiter eines Neffen
des bekannten Kleiſt-Retzow eine Reiſe
nach Süddeutſchland, der Schweiz u.
Jtalien, wurde 1852 Religionslehrer
am Vitzthumſchen Gymnaſium in
Dresden, 1854 Lehrer am Seminar
in Berlin, aber ſchon im Novbr. d. J.
ordiniert und als Prediger in Nakel
(Poſen) eingeführt. Seit 1857 Pfarrer
der evangeliſchen Gemeinde im Haag
(Holland), kehrte er 1863 als Hof-
prediger nach Berlin zurück, wurde
hier 1864 Oberkonſiſtorialrat u. vor-
tragender Rat im Kultusminiſterium,
Ende 1873 zweiter Hofprediger und
königl. Schloßpfarrer, ſowie Ephorus
des königl. Domkandidatenſtifts, 1878
Mitglied des Oberkirchenrats, 1879
Generalſuperintendent der Kurmark
Brandenburg und 1880 Oberhof-
prediger mit dem Range eines Rats
erſter Klaſſe. Schon 1867 hatte ihm
die Univerſität Bonn die Würde eines

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[47/0051] Kög Kög zu können, ſiedelte K. im Sommer 1904 nach Thüringen über und be- gründete zuſammen mit Prof. Schulze- Naumburg die bekannten „Saalecker Werkſtätten‟, aber ſchon am 20. Oktbr. 1904 ſtarb er in Jena nach kurzer Krankheit. S: Gaſtgaben (Sprüche eines Wanderers), 1893. ‒ Gedichte, 1898. ‒ Der Moſel Rache im Jahre des Heils 1898 (Ein reiniſches Echo zum Trarbacher Sängerkrieg), 1898. ‒ Die Arche Noah (Ein Kinderbuch, mit ſeiner 1906 † Gattin Emily), 1902. *Kögel, Gottfried, wurde am 21. Novbr. 1858 im Haag (Niederlande) geboren, wo ſein Vater Rudolf K. (ſ. d.) damals Prediger der deutſchen Gemeinde war, erhielt eine einfache häusliche Erziehung, voll religiöſen Ernſtes, aber gut deutſch-preußiſch, ſo daß ſich ſchon damals die Keime in ihm regten, aus denen jene Be- geiſterung für Deutſchlands Größe und Preußens Spartanertum er- wuchs, die ihn durch ſein ganzes Leben begleitet hat. Jm Jahre 1863 kam er nach Berlin, wo ſein Vater Hof- prediger ward und im Laufe der Jahre durch das Vertrauen des Kai- ſers zu immer höheren Würden em- porſtieg. Als der Sohn nach beſtan- dener Reifeprüfung ſich für einen Beruf entſcheiden ſollte, ſchwankte er lange, ob er Theologe, Juriſt oder Offizier werden ſollte. Dem Wunſche des Vaters entſprechend, begann er in Bonn das Studium der Theologie, aber ſein Widerwille gegen das häu- fige Redenmüſſen beſtimmte ihn, ſchon nach einem Semeſter, zur Juris- prudenz überzugehen, der er ſich nun in Göttingen und Berlin widmete. Hier genügte er auch ſeiner Militär- pflicht, und iſt jetzt Hauptmann der Reſerve des Königin Eliſabeth- Garde-Grenadierregiments Nr. 3. Von 1882 ab arbeitete er als Referen- dar bei Gerichten in Berlin, dann bei den Regierungen in Trier und Königsberg, von 1887‒90 als Regie- rungsaſſeſſor in Schleswig, wurde dann Landrat des Kreiſes Schwerin a. d. Warthe (Poſen), 1897 als Regie- rungsrat in die Miniſterial-Militär- und Baukommiſſion nach Berlin ver- ſetzt und Ende 1910 zum Geh. Reg.- Rat ernannt. Seit 1907 bewohnt er eine eigene Villa in Schlachtenſee bei Berlin. Außer einer ſehr ein- gehenden, kindlich pietätvollen und doch ſachlichen Biographie ſeines Vaters „Rudolf Kögel; ſein Werden und Wirken‟ (III, 1899‒1904) ver- öffentlichte er S: Ulrich von Jun- gingen, Hochmeiſter des deutſchen Ordens (Tr.), 1902. ‒ Armins Ende (National. Dr.), 1906. Kögel, Rudolf, geb. am 18. Febr. 1829 zu Birnbaum in der Provinz Poſen als einziger Sohn des Dia- konus, ſpäteren Oberpfarrers und Superintendenten Gottfr. K., beſuchte 1843‒47 die lateiniſche Schule in Halle und ſtudierte darauf in Halle unter Jul. Müller und Tholuck und in Berlin unter Neander und Nitzſch Theologie. Jm Jahre 1851 unter- nahm er als Begleiter eines Neffen des bekannten Kleiſt-Retzow eine Reiſe nach Süddeutſchland, der Schweiz u. Jtalien, wurde 1852 Religionslehrer am Vitzthumſchen Gymnaſium in Dresden, 1854 Lehrer am Seminar in Berlin, aber ſchon im Novbr. d. J. ordiniert und als Prediger in Nakel (Poſen) eingeführt. Seit 1857 Pfarrer der evangeliſchen Gemeinde im Haag (Holland), kehrte er 1863 als Hof- prediger nach Berlin zurück, wurde hier 1864 Oberkonſiſtorialrat u. vor- tragender Rat im Kultusminiſterium, Ende 1873 zweiter Hofprediger und königl. Schloßpfarrer, ſowie Ephorus des königl. Domkandidatenſtifts, 1878 Mitglied des Oberkirchenrats, 1879 Generalſuperintendent der Kurmark Brandenburg und 1880 Oberhof- prediger mit dem Range eines Rats erſter Klaſſe. Schon 1867 hatte ihm die Univerſität Bonn die Würde eines *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 47. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/51>, abgerufen am 27.03.2019.