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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Koh
Kooperator und Religionslehrer der
kgl. Präparandenschule in Pleinfeld,
1880 Domkaplan an der Kathedrale
in Eichstätt, 1883 Stadtpfarrer und
Prediger an der Liebfrauenkirche in
Jngolstadt und im August 1892
Stadtpfarrer in Dietfurt im an-
mutigen Altmühltale. Von 1893-1905
war er Mitglied des bayrischen Land-
tags und seit 1898 des Reichstags
und gehört er in demselben der Zen-
trumspartei an. Er lebt jetzt als
Domkapitular im Ruhestande in Eich-
stätt.

S:

Schutzengelglöcklein (Dn.),
1882. - Sonnenwende (Dramatisches
Weihnachtsmärchen), 1892. - Ägyp-
ten u. Palästina (Pilgerfahrt), 1891.

Kohl, Johann Georg,

wurde
am 28. April 1808 zu Bremen geboren,
wo sein Vater Kaufmann und Wein-
händler war. Seine wissenschaftliche
Vorbildung erhielt er auf dem dor-
tigen Gymnasium, und seit 1828 wid-
mete er sich auf den Universitäten
Göttingen, Heidelberg und München
dem Studium der Rechtswissenschaf-
ten. Als jedoch noch vor Beendigung
seiner Studien der Vater gestorben
war, nahm er eine Stelle als Erzieher
in der Familie des Barons Man-
teuffel auf Zierau in Kurland an.
Jm Oktober 1830 begann er seine
pädagogische Wirksamkeit und setzte
dieselbe später in der Familie des
Grafen Medem bis zum November
1836 fort. Jetzt erwachte in ihm die
Reiselust, die er jedoch von Anfang
an in der Art befriedigte, daß er in
interessanten Gegenden so lange ver-
weilte, bis er sie ganz durchforscht und
namentlich auch das Leben und Trei-
ben der Menschen kennen gelernt
hatte. Den Winter von 1836 auf 1837
brachte er in Dorpat, Petersburg und
Moskau zu, einen Teil des Sommers
1837 auf dem fürstlich Kotschubeyschen
Gute Dikanki, den Herbst und Winter
in Charkow, Odessa, den Frühling
1838 am Schwarzen Meere, und wäh-
rend des Sommers bereiste er die
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Koh
Halbinsel Krim. Vom Herbst 1838-53
lebte K. in Dresden, machte jedoch
von da aus mehrere größere Reisen.
Jm Dezember 1853 begab er sich nach
Berlin, im April 1854 nach Paris,
im Juni nach London und im Oktbr.
nach Nordamerika, das er in geogra-
phischer, geschichtlicher, naturwissen-
schaftlicher, ethnographischer Hinsicht
gründlich durchforschte, und kehrte
1858, reich an wissenschaftlichen Er-
gebnissen, nach Deutschland zurück,
wo er sich in Bremen niederließ. Seit
1863 Stadtbibliothekar daselbst, starb
er am 28. Oktober 1878. Von seinen

S

seien, bei Ausschluß der eigent-
lichen Reisebeschreibungen, hier er-
wähnt: Petersburg in Bildern und
Skizzen; II, 1844. - Hundert Tage
auf Reisen in Österreich; II, 1842. -
Land und Leute der britischen Jnseln,
1844. - Paris und die Franzosen
(Sk.); III, 1845. - Englische Skizzen;
III, 1845. - Alpenreisen; III, 1849-51.
- Naturansichten a. d. Alpen, 1851. -
Skizzen a. d. Natur- und Völkerleben;
II, 1851. - Aus meinen Hütten; II,
1850. - Kitschi-Gami (En. vom Obern
See); II, 1859. - Das Haus Seefahrt
zu Bremen, 1862. - Nordwestdeutsche
Skizzen; II, 1864. - Deutsche Volks-
bilder aus dem Harz, 1866. - Am
Wege (Meditationen); II, 1866-74. -
Alte und neue Zeit. Episoden aus
der Kunst- und Kulturgeschichte Bre-
mens, 1871. - Kleine Essays, 1875. -
Alte Bilder aus einer alten Stadt
(Episoden a. der bremischen Kultur-
gesch., ausgew. v. F. Gansberg), 1910.

Kohl, Kamilla,

geborne Kob-
linger,
pseud. C. Wild, wurde am
11. Februar 1851 zu Prag als die
Tochter eines Postbeamten geboren
und erhielt im elterlichen Hause eine
gute Erziehung, um später einmal die
erworbenen Kenntnisse verwerten zu
können. Nach dem Tode der Mutter
zog sie mit dem Vater in eine kleine
Stadt des nördlichen Böhmens, ging
1872 als Lehrerin an ein Jnstitut in

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Koh
Kooperator und Religionslehrer der
kgl. Präparandenſchule in Pleinfeld,
1880 Domkaplan an der Kathedrale
in Eichſtätt, 1883 Stadtpfarrer und
Prediger an der Liebfrauenkirche in
Jngolſtadt und im Auguſt 1892
Stadtpfarrer in Dietfurt im an-
mutigen Altmühltale. Von 1893‒1905
war er Mitglied des bayriſchen Land-
tags und ſeit 1898 des Reichstags
und gehört er in demſelben der Zen-
trumspartei an. Er lebt jetzt als
Domkapitular im Ruheſtande in Eich-
ſtätt.

S:

Schutzengelglöcklein (Dn.),
1882. ‒ Sonnenwende (Dramatiſches
Weihnachtsmärchen), 1892. ‒ Ägyp-
ten u. Paläſtina (Pilgerfahrt), 1891.

Kohl, Johann Georg,

wurde
am 28. April 1808 zu Bremen geboren,
wo ſein Vater Kaufmann und Wein-
händler war. Seine wiſſenſchaftliche
Vorbildung erhielt er auf dem dor-
tigen Gymnaſium, und ſeit 1828 wid-
mete er ſich auf den Univerſitäten
Göttingen, Heidelberg und München
dem Studium der Rechtswiſſenſchaf-
ten. Als jedoch noch vor Beendigung
ſeiner Studien der Vater geſtorben
war, nahm er eine Stelle als Erzieher
in der Familie des Barons Man-
teuffel auf Zierau in Kurland an.
Jm Oktober 1830 begann er ſeine
pädagogiſche Wirkſamkeit und ſetzte
dieſelbe ſpäter in der Familie des
Grafen Medem bis zum November
1836 fort. Jetzt erwachte in ihm die
Reiſeluſt, die er jedoch von Anfang
an in der Art befriedigte, daß er in
intereſſanten Gegenden ſo lange ver-
weilte, bis er ſie ganz durchforſcht und
namentlich auch das Leben und Trei-
ben der Menſchen kennen gelernt
hatte. Den Winter von 1836 auf 1837
brachte er in Dorpat, Petersburg und
Moskau zu, einen Teil des Sommers
1837 auf dem fürſtlich Kotſchubeyſchen
Gute Dikanki, den Herbſt und Winter
in Charkow, Odeſſa, den Frühling
1838 am Schwarzen Meere, und wäh-
rend des Sommers bereiſte er die
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Koh
Halbinſel Krim. Vom Herbſt 1838‒53
lebte K. in Dresden, machte jedoch
von da aus mehrere größere Reiſen.
Jm Dezember 1853 begab er ſich nach
Berlin, im April 1854 nach Paris,
im Juni nach London und im Oktbr.
nach Nordamerika, das er in geogra-
phiſcher, geſchichtlicher, naturwiſſen-
ſchaftlicher, ethnographiſcher Hinſicht
gründlich durchforſchte, und kehrte
1858, reich an wiſſenſchaftlichen Er-
gebniſſen, nach Deutſchland zurück,
wo er ſich in Bremen niederließ. Seit
1863 Stadtbibliothekar daſelbſt, ſtarb
er am 28. Oktober 1878. Von ſeinen

S

ſeien, bei Ausſchluß der eigent-
lichen Reiſebeſchreibungen, hier er-
wähnt: Petersburg in Bildern und
Skizzen; II, 1844. ‒ Hundert Tage
auf Reiſen in Öſterreich; II, 1842. ‒
Land und Leute der britiſchen Jnſeln,
1844. ‒ Paris und die Franzoſen
(Sk.); III, 1845. ‒ Engliſche Skizzen;
III, 1845. ‒ Alpenreiſen; III, 1849‒51.
‒ Naturanſichten a. d. Alpen, 1851. ‒
Skizzen a. d. Natur- und Völkerleben;
II, 1851. ‒ Aus meinen Hütten; II,
1850. ‒ Kitſchi-Gami (En. vom Obern
See); II, 1859. ‒ Das Haus Seefahrt
zu Bremen, 1862. ‒ Nordweſtdeutſche
Skizzen; II, 1864. ‒ Deutſche Volks-
bilder aus dem Harz, 1866. ‒ Am
Wege (Meditationen); II, 1866‒74. ‒
Alte und neue Zeit. Epiſoden aus
der Kunſt- und Kulturgeſchichte Bre-
mens, 1871. ‒ Kleine Eſſays, 1875. ‒
Alte Bilder aus einer alten Stadt
(Epiſoden a. der bremiſchen Kultur-
geſch., ausgew. v. F. Gansberg), 1910.

Kohl, Kamilla,

geborne Kob-
linger,
pſeud. C. Wild, wurde am
11. Februar 1851 zu Prag als die
Tochter eines Poſtbeamten geboren
und erhielt im elterlichen Hauſe eine
gute Erziehung, um ſpäter einmal die
erworbenen Kenntniſſe verwerten zu
können. Nach dem Tode der Mutter
zog ſie mit dem Vater in eine kleine
Stadt des nördlichen Böhmens, ging
1872 als Lehrerin an ein Jnſtitut in

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[49/0053] Koh Koh Kooperator und Religionslehrer der kgl. Präparandenſchule in Pleinfeld, 1880 Domkaplan an der Kathedrale in Eichſtätt, 1883 Stadtpfarrer und Prediger an der Liebfrauenkirche in Jngolſtadt und im Auguſt 1892 Stadtpfarrer in Dietfurt im an- mutigen Altmühltale. Von 1893‒1905 war er Mitglied des bayriſchen Land- tags und ſeit 1898 des Reichstags und gehört er in demſelben der Zen- trumspartei an. Er lebt jetzt als Domkapitular im Ruheſtande in Eich- ſtätt. S: Schutzengelglöcklein (Dn.), 1882. ‒ Sonnenwende (Dramatiſches Weihnachtsmärchen), 1892. ‒ Ägyp- ten u. Paläſtina (Pilgerfahrt), 1891. Kohl, Johann Georg, wurde am 28. April 1808 zu Bremen geboren, wo ſein Vater Kaufmann und Wein- händler war. Seine wiſſenſchaftliche Vorbildung erhielt er auf dem dor- tigen Gymnaſium, und ſeit 1828 wid- mete er ſich auf den Univerſitäten Göttingen, Heidelberg und München dem Studium der Rechtswiſſenſchaf- ten. Als jedoch noch vor Beendigung ſeiner Studien der Vater geſtorben war, nahm er eine Stelle als Erzieher in der Familie des Barons Man- teuffel auf Zierau in Kurland an. Jm Oktober 1830 begann er ſeine pädagogiſche Wirkſamkeit und ſetzte dieſelbe ſpäter in der Familie des Grafen Medem bis zum November 1836 fort. Jetzt erwachte in ihm die Reiſeluſt, die er jedoch von Anfang an in der Art befriedigte, daß er in intereſſanten Gegenden ſo lange ver- weilte, bis er ſie ganz durchforſcht und namentlich auch das Leben und Trei- ben der Menſchen kennen gelernt hatte. Den Winter von 1836 auf 1837 brachte er in Dorpat, Petersburg und Moskau zu, einen Teil des Sommers 1837 auf dem fürſtlich Kotſchubeyſchen Gute Dikanki, den Herbſt und Winter in Charkow, Odeſſa, den Frühling 1838 am Schwarzen Meere, und wäh- rend des Sommers bereiſte er die Halbinſel Krim. Vom Herbſt 1838‒53 lebte K. in Dresden, machte jedoch von da aus mehrere größere Reiſen. Jm Dezember 1853 begab er ſich nach Berlin, im April 1854 nach Paris, im Juni nach London und im Oktbr. nach Nordamerika, das er in geogra- phiſcher, geſchichtlicher, naturwiſſen- ſchaftlicher, ethnographiſcher Hinſicht gründlich durchforſchte, und kehrte 1858, reich an wiſſenſchaftlichen Er- gebniſſen, nach Deutſchland zurück, wo er ſich in Bremen niederließ. Seit 1863 Stadtbibliothekar daſelbſt, ſtarb er am 28. Oktober 1878. Von ſeinen S ſeien, bei Ausſchluß der eigent- lichen Reiſebeſchreibungen, hier er- wähnt: Petersburg in Bildern und Skizzen; II, 1844. ‒ Hundert Tage auf Reiſen in Öſterreich; II, 1842. ‒ Land und Leute der britiſchen Jnſeln, 1844. ‒ Paris und die Franzoſen (Sk.); III, 1845. ‒ Engliſche Skizzen; III, 1845. ‒ Alpenreiſen; III, 1849‒51. ‒ Naturanſichten a. d. Alpen, 1851. ‒ Skizzen a. d. Natur- und Völkerleben; II, 1851. ‒ Aus meinen Hütten; II, 1850. ‒ Kitſchi-Gami (En. vom Obern See); II, 1859. ‒ Das Haus Seefahrt zu Bremen, 1862. ‒ Nordweſtdeutſche Skizzen; II, 1864. ‒ Deutſche Volks- bilder aus dem Harz, 1866. ‒ Am Wege (Meditationen); II, 1866‒74. ‒ Alte und neue Zeit. Epiſoden aus der Kunſt- und Kulturgeſchichte Bre- mens, 1871. ‒ Kleine Eſſays, 1875. ‒ Alte Bilder aus einer alten Stadt (Epiſoden a. der bremiſchen Kultur- geſch., ausgew. v. F. Gansberg), 1910. Kohl, Kamilla, geborne Kob- linger, pſeud. C. Wild, wurde am 11. Februar 1851 zu Prag als die Tochter eines Poſtbeamten geboren und erhielt im elterlichen Hauſe eine gute Erziehung, um ſpäter einmal die erworbenen Kenntniſſe verwerten zu können. Nach dem Tode der Mutter zog ſie mit dem Vater in eine kleine Stadt des nördlichen Böhmens, ging 1872 als Lehrerin an ein Jnſtitut in * 4

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 49. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/53>, abgerufen am 27.03.2019.