Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Kor
erwerb-Vereins ein, wo sie Gelegen-
heit hatte, sich in fremden Sprachen
und Literatur besonders sorgfältig
auszubilden. Eine "Vernunftehe" mit
einem gewissen Kralik, einem ihr an
Bildung weit nachstehenden Manne,
erwies sich als höchst unglücklich und
wurde nach sieben Jahren wieder ge-
trennt. Jn einer zweiten Ehe, die sie
im September 1900 mit dem Schrift-
steller Hans Kordon (s. d.!) in Lon-
don schloß, fand sie das erträumte
Glück und nun auch Anregung zu
schriftstellerischer Tätigkeit. Sie lebt
in Kilchberg bei Zürich.

S:

Grüße
aus der Sphärenwelt (Sk. und Ge.),
1903.

*Kordvahr, Hedwig,

bekannt unter
ihren ersten Frauennamen Hedwig
von Grolmann,
wurde am 9.
Septbr. 1865 in Hannover geboren
u. ist die Tochter des bekannten, 1886
in Magdeburg verstorbenen General-
leutnants Ernst Eduard v. Krause,
der 1870 im großen Hauptquartier
Kaiser Wilhelms I. einer der wenigen
Generalstabsoffiziere war, welche den
Stab Moltkes bildeten. Jhm hat die
Tochter in ihrem Buche "Ernst Eduard
von Krause, ein deutsches Soldaten-
leben" (1901) ein ehrendes Denkmal
gesetzt. Jm Jahre 1892 verheiratete
sich Hedwig von Krause mit dem
Rittmeister Adolf von Grolmann,
den sie aber schon 1898 durch den
Tod verlor. Als Witwe entdeckte sie
ihre Begabung zur Schriftstellerei, u.
so wurde sie Mitarbeiterin an ver-
schiedenen Zeitungen u. Zeitschriften.
Jhren Wohnsitz hatte sie bis zum
April 1906 in Berlin, zog dann nach
Hildesheim und verheiratete sich hier
in zweiter Ehe mit dem Regierungs-
und Forstrat Kordvahr.

S:

Donata,
die Geschichte einer Frau (E.), 1905.

Korff, Mania,

Pseud. für Anna
Simon;
s. d.!

Korff(-Schmising-Kerßen-
brock),
Therese Gräfin,

geb. am 19.
Febr. 1856 in Brünn als die Tochter
[Spaltenumbruch]

Kor
des k. k. Kammerherrn und Statthal-
ters Leopold Grafen Lazansky,
verheiratete sich am 12. Juni 1882
mit Klemens Grafen K. auf Liechten-
stein b. Pilsen, starb aber schon 1884.
Nach ihrem Tode erschienen

S:

Ge-
dichte, 1885.

Korn, Artur,

geb. am 7. Januar
1860 in Kronstadt (Siebenbürgen),
lebte (1885) in Wien, wo er mehrere
Jahre die "Allgemeine Frauenzei-
tung" herausgab, (1903) in Berlin.

S:

Blumen der Liebe (Ge.), 1885. -
Joseph der Zweite (Ein Romanzen-
kranz), 1885. - Die Todeskanditaten
(Schw.), 1891. - Aufreizung (Ge. a.
d. Banate), 1905.

Korn, Friedrich,

pseud. F. Nork,
Spiritus Asper
und Lenis,
wurde am 26. April 1803 zu Prag
als der Sohn eines jüdischen Lein-
wandhändlers geboren und bestimmt,
das Geschäft des Vaters fortzusetzen.
17 Jahre alt, bezog er das Gymna-
sium, aus dem er jedoch wegen eines
auf seinen Professor gerichteten Epi-
gramms entlassen wurde. Er kehrte
nun zum Handel zurück, setzte aber
seine Studien privatim fort und
trieb mit besonderem Eifer klassische
Sprachen. Die Lektüre des Ovid und
Homer weckte seine satirische Ader,
denn schon um diese Zeit entstand
seine Parodie zur Jliade, "Die Jgli-
ade", deren Held ein Barbier, namens
Jgel war. Vom Saphir aufgemuntert,
beteiligte sich K. seit dem Jahre 1828
als Mitarbeiter an Saphirs "Schnell-
post", am "Courier" und anderen
Blättern. Jm Herbst 1829 begab er
sich nach Leipzig, wo er die Laufbahn
eines Schriftstellers antrat, wurde
aber, da er Österreich ohne Paß ver-
lassen hatte, aus Leipzig verwiesen.
Nicht besser ging es ihm in Halle, wo
er zum Christentum übergetreten war
u. eine Leihbibliothek gegründet hatte,
und an andern Orten. Erst im Jahre
1848 nahmen die Plackereien ein
Ende. Er kehrte nach Österreich zu-

*


[Spaltenumbruch]

Kor
erwerb-Vereins ein, wo ſie Gelegen-
heit hatte, ſich in fremden Sprachen
und Literatur beſonders ſorgfältig
auszubilden. Eine „Vernunftehe‟ mit
einem gewiſſen Kralik, einem ihr an
Bildung weit nachſtehenden Manne,
erwies ſich als höchſt unglücklich und
wurde nach ſieben Jahren wieder ge-
trennt. Jn einer zweiten Ehe, die ſie
im September 1900 mit dem Schrift-
ſteller Hans Kordon (ſ. d.!) in Lon-
don ſchloß, fand ſie das erträumte
Glück und nun auch Anregung zu
ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit. Sie lebt
in Kilchberg bei Zürich.

S:

Grüße
aus der Sphärenwelt (Sk. und Ge.),
1903.

*Kordvahr, Hedwig,

bekannt unter
ihren erſten Frauennamen Hedwig
von Grolmann,
wurde am 9.
Septbr. 1865 in Hannover geboren
u. iſt die Tochter des bekannten, 1886
in Magdeburg verſtorbenen General-
leutnants Ernſt Eduard v. Krauſe,
der 1870 im großen Hauptquartier
Kaiſer Wilhelms I. einer der wenigen
Generalſtabsoffiziere war, welche den
Stab Moltkes bildeten. Jhm hat die
Tochter in ihrem Buche „Ernſt Eduard
von Krauſe, ein deutſches Soldaten-
leben‟ (1901) ein ehrendes Denkmal
geſetzt. Jm Jahre 1892 verheiratete
ſich Hedwig von Krauſe mit dem
Rittmeiſter Adolf von Grolmann,
den ſie aber ſchon 1898 durch den
Tod verlor. Als Witwe entdeckte ſie
ihre Begabung zur Schriftſtellerei, u.
ſo wurde ſie Mitarbeiterin an ver-
ſchiedenen Zeitungen u. Zeitſchriften.
Jhren Wohnſitz hatte ſie bis zum
April 1906 in Berlin, zog dann nach
Hildesheim und verheiratete ſich hier
in zweiter Ehe mit dem Regierungs-
und Forſtrat Kordvahr.

S:

Donata,
die Geſchichte einer Frau (E.), 1905.

Korff, Mania,

Pſeud. für Anna
Simon;
ſ. d.!

Korff(-Schmiſing-Kerßen-
brock),
Thereſe Gräfin,

geb. am 19.
Febr. 1856 in Brünn als die Tochter
[Spaltenumbruch]

Kor
des k. k. Kammerherrn und Statthal-
ters Leopold Grafen Lazansky,
verheiratete ſich am 12. Juni 1882
mit Klemens Grafen K. auf Liechten-
ſtein b. Pilſen, ſtarb aber ſchon 1884.
Nach ihrem Tode erſchienen

S:

Ge-
dichte, 1885.

Korn, Artur,

geb. am 7. Januar
1860 in Kronſtadt (Siebenbürgen),
lebte (1885) in Wien, wo er mehrere
Jahre die „Allgemeine Frauenzei-
tung‟ herausgab, (1903) in Berlin.

S:

Blumen der Liebe (Ge.), 1885. ‒
Joſeph der Zweite (Ein Romanzen-
kranz), 1885. ‒ Die Todeskanditaten
(Schw.), 1891. ‒ Aufreizung (Ge. a.
d. Banate), 1905.

Korn, Friedrich,

pſeud. F. Nork,
Spiritus Asper
und Lenis,
wurde am 26. April 1803 zu Prag
als der Sohn eines jüdiſchen Lein-
wandhändlers geboren und beſtimmt,
das Geſchäft des Vaters fortzuſetzen.
17 Jahre alt, bezog er das Gymna-
ſium, aus dem er jedoch wegen eines
auf ſeinen Profeſſor gerichteten Epi-
gramms entlaſſen wurde. Er kehrte
nun zum Handel zurück, ſetzte aber
ſeine Studien privatim fort und
trieb mit beſonderem Eifer klaſſiſche
Sprachen. Die Lektüre des Ovid und
Homer weckte ſeine ſatiriſche Ader,
denn ſchon um dieſe Zeit entſtand
ſeine Parodie zur Jliade, „Die Jgli-
ade‟, deren Held ein Barbier, namens
Jgel war. Vom Saphir aufgemuntert,
beteiligte ſich K. ſeit dem Jahre 1828
als Mitarbeiter an Saphirs „Schnell-
poſt‟, am „Courier‟ und anderen
Blättern. Jm Herbſt 1829 begab er
ſich nach Leipzig, wo er die Laufbahn
eines Schriftſtellers antrat, wurde
aber, da er Öſterreich ohne Paß ver-
laſſen hatte, aus Leipzig verwieſen.
Nicht beſſer ging es ihm in Halle, wo
er zum Chriſtentum übergetreten war
u. eine Leihbibliothek gegründet hatte,
und an andern Orten. Erſt im Jahre
1848 nahmen die Plackereien ein
Ende. Er kehrte nach Öſterreich zu-

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0079" n="75"/><lb/><cb/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Kor</hi></fw><lb/>
erwerb-Vereins ein, wo &#x017F;ie Gelegen-<lb/>
heit hatte, &#x017F;ich in fremden Sprachen<lb/>
und Literatur be&#x017F;onders &#x017F;orgfältig<lb/>
auszubilden. Eine &#x201E;Vernunftehe&#x201F; mit<lb/>
einem gewi&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#g">Kralik,</hi> einem ihr an<lb/>
Bildung weit nach&#x017F;tehenden Manne,<lb/>
erwies &#x017F;ich als höch&#x017F;t unglücklich und<lb/>
wurde nach &#x017F;ieben Jahren wieder ge-<lb/>
trennt. Jn einer zweiten Ehe, die &#x017F;ie<lb/>
im September 1900 mit dem Schrift-<lb/>
&#x017F;teller Hans Kordon (&#x017F;. d.!) in Lon-<lb/>
don &#x017F;chloß, fand &#x017F;ie das erträumte<lb/>
Glück und nun auch Anregung zu<lb/>
&#x017F;chrift&#x017F;telleri&#x017F;cher Tätigkeit. Sie lebt<lb/>
in Kilchberg bei Zürich. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Grüße<lb/>
aus der Sphärenwelt (Sk. und Ge.),<lb/>
1903.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Kordvahr,</hi> Hedwig,</head>
        <p> bekannt unter<lb/>
ihren er&#x017F;ten Frauennamen <hi rendition="#g">Hedwig<lb/>
von Grolmann,</hi> wurde am 9.<lb/>
Septbr. 1865 in Hannover geboren<lb/>
u. i&#x017F;t die Tochter des bekannten, 1886<lb/>
in Magdeburg ver&#x017F;torbenen General-<lb/>
leutnants Ern&#x017F;t Eduard v. <hi rendition="#g">Krau&#x017F;e,</hi><lb/>
der 1870 im großen Hauptquartier<lb/>
Kai&#x017F;er Wilhelms <hi rendition="#aq">I.</hi> einer der wenigen<lb/>
General&#x017F;tabsoffiziere war, welche den<lb/>
Stab Moltkes bildeten. Jhm hat die<lb/>
Tochter in ihrem Buche &#x201E;Ern&#x017F;t Eduard<lb/>
von Krau&#x017F;e, ein deut&#x017F;ches Soldaten-<lb/>
leben&#x201F; (1901) ein ehrendes Denkmal<lb/>
ge&#x017F;etzt. Jm Jahre 1892 verheiratete<lb/>
&#x017F;ich Hedwig von Krau&#x017F;e mit dem<lb/>
Rittmei&#x017F;ter Adolf <hi rendition="#g">von Grolmann,</hi><lb/>
den &#x017F;ie aber &#x017F;chon 1898 durch den<lb/>
Tod verlor. Als Witwe entdeckte &#x017F;ie<lb/>
ihre Begabung zur Schrift&#x017F;tellerei, u.<lb/>
&#x017F;o wurde &#x017F;ie Mitarbeiterin an ver-<lb/>
&#x017F;chiedenen Zeitungen u. Zeit&#x017F;chriften.<lb/>
Jhren Wohn&#x017F;itz hatte &#x017F;ie bis zum<lb/>
April 1906 in Berlin, zog dann nach<lb/>
Hildesheim und verheiratete &#x017F;ich hier<lb/>
in zweiter Ehe mit dem Regierungs-<lb/>
und For&#x017F;trat Kordvahr. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Donata,<lb/>
die Ge&#x017F;chichte einer Frau (E.), 1905.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Korff,</hi> Mania,</head>
        <p> P&#x017F;eud. für <hi rendition="#g">Anna<lb/>
Simon;</hi> &#x017F;. d.!</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Korff(-Schmi&#x017F;ing-Kerßen-<lb/>
brock),</hi> There&#x017F;e Gräfin,</head>
        <p> geb. am 19.<lb/>
Febr. 1856 in Brünn als die Tochter<lb/><cb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Kor</hi></fw><lb/>
des k. k. Kammerherrn und Statthal-<lb/>
ters Leopold Grafen <hi rendition="#g">Lazansky,</hi><lb/>
verheiratete &#x017F;ich am 12. Juni 1882<lb/>
mit Klemens Grafen K. auf Liechten-<lb/>
&#x017F;tein b. Pil&#x017F;en, &#x017F;tarb aber &#x017F;chon 1884.<lb/>
Nach ihrem Tode er&#x017F;chienen </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Ge-<lb/>
dichte, 1885.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Korn,</hi> Artur,</head>
        <p> geb. am 7. Januar<lb/>
1860 in Kron&#x017F;tadt (Siebenbürgen),<lb/>
lebte (1885) in Wien, wo er mehrere<lb/>
Jahre die &#x201E;Allgemeine Frauenzei-<lb/>
tung&#x201F; herausgab, (1903) in Berlin.<lb/></p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Blumen der Liebe (Ge.), 1885. &#x2012;<lb/>
Jo&#x017F;eph der Zweite (Ein Romanzen-<lb/>
kranz), 1885. &#x2012; Die Todeskanditaten<lb/>
(Schw.), 1891. &#x2012; Aufreizung (Ge. a.<lb/>
d. Banate), 1905.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Korn,</hi> Friedrich,</head>
        <p> p&#x017F;eud. F. <hi rendition="#g">Nork,<lb/>
Spiritus Asper</hi> und <hi rendition="#g">Lenis,</hi><lb/>
wurde am 26. April 1803 zu Prag<lb/>
als der Sohn eines jüdi&#x017F;chen Lein-<lb/>
wandhändlers geboren und be&#x017F;timmt,<lb/>
das Ge&#x017F;chäft des Vaters fortzu&#x017F;etzen.<lb/>
17 Jahre alt, bezog er das Gymna-<lb/>
&#x017F;ium, aus dem er jedoch wegen eines<lb/>
auf &#x017F;einen Profe&#x017F;&#x017F;or gerichteten Epi-<lb/>
gramms entla&#x017F;&#x017F;en wurde. Er kehrte<lb/>
nun zum Handel zurück, &#x017F;etzte aber<lb/>
&#x017F;eine Studien privatim fort und<lb/>
trieb mit be&#x017F;onderem Eifer kla&#x017F;&#x017F;i&#x017F;che<lb/>
Sprachen. Die Lektüre des Ovid und<lb/>
Homer weckte &#x017F;eine &#x017F;atiri&#x017F;che Ader,<lb/>
denn &#x017F;chon um die&#x017F;e Zeit ent&#x017F;tand<lb/>
&#x017F;eine Parodie zur Jliade, &#x201E;Die Jgli-<lb/>
ade&#x201F;, deren Held ein Barbier, namens<lb/>
Jgel war. Vom Saphir aufgemuntert,<lb/>
beteiligte &#x017F;ich K. &#x017F;eit dem Jahre 1828<lb/>
als Mitarbeiter an Saphirs &#x201E;Schnell-<lb/>
po&#x017F;t&#x201F;, am &#x201E;Courier&#x201F; und anderen<lb/>
Blättern. Jm Herb&#x017F;t 1829 begab er<lb/>
&#x017F;ich nach Leipzig, wo er die Laufbahn<lb/>
eines Schrift&#x017F;tellers antrat, wurde<lb/>
aber, da er Ö&#x017F;terreich ohne Paß ver-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en hatte, aus Leipzig verwie&#x017F;en.<lb/>
Nicht be&#x017F;&#x017F;er ging es ihm in Halle, wo<lb/>
er zum Chri&#x017F;tentum übergetreten war<lb/>
u. eine Leihbibliothek gegründet hatte,<lb/>
und an andern Orten. Er&#x017F;t im Jahre<lb/>
1848 nahmen die Plackereien ein<lb/>
Ende. Er kehrte nach Ö&#x017F;terreich zu-<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[75/0079] Kor Kor erwerb-Vereins ein, wo ſie Gelegen- heit hatte, ſich in fremden Sprachen und Literatur beſonders ſorgfältig auszubilden. Eine „Vernunftehe‟ mit einem gewiſſen Kralik, einem ihr an Bildung weit nachſtehenden Manne, erwies ſich als höchſt unglücklich und wurde nach ſieben Jahren wieder ge- trennt. Jn einer zweiten Ehe, die ſie im September 1900 mit dem Schrift- ſteller Hans Kordon (ſ. d.!) in Lon- don ſchloß, fand ſie das erträumte Glück und nun auch Anregung zu ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit. Sie lebt in Kilchberg bei Zürich. S: Grüße aus der Sphärenwelt (Sk. und Ge.), 1903. *Kordvahr, Hedwig, bekannt unter ihren erſten Frauennamen Hedwig von Grolmann, wurde am 9. Septbr. 1865 in Hannover geboren u. iſt die Tochter des bekannten, 1886 in Magdeburg verſtorbenen General- leutnants Ernſt Eduard v. Krauſe, der 1870 im großen Hauptquartier Kaiſer Wilhelms I. einer der wenigen Generalſtabsoffiziere war, welche den Stab Moltkes bildeten. Jhm hat die Tochter in ihrem Buche „Ernſt Eduard von Krauſe, ein deutſches Soldaten- leben‟ (1901) ein ehrendes Denkmal geſetzt. Jm Jahre 1892 verheiratete ſich Hedwig von Krauſe mit dem Rittmeiſter Adolf von Grolmann, den ſie aber ſchon 1898 durch den Tod verlor. Als Witwe entdeckte ſie ihre Begabung zur Schriftſtellerei, u. ſo wurde ſie Mitarbeiterin an ver- ſchiedenen Zeitungen u. Zeitſchriften. Jhren Wohnſitz hatte ſie bis zum April 1906 in Berlin, zog dann nach Hildesheim und verheiratete ſich hier in zweiter Ehe mit dem Regierungs- und Forſtrat Kordvahr. S: Donata, die Geſchichte einer Frau (E.), 1905. Korff, Mania, Pſeud. für Anna Simon; ſ. d.! Korff(-Schmiſing-Kerßen- brock), Thereſe Gräfin, geb. am 19. Febr. 1856 in Brünn als die Tochter des k. k. Kammerherrn und Statthal- ters Leopold Grafen Lazansky, verheiratete ſich am 12. Juni 1882 mit Klemens Grafen K. auf Liechten- ſtein b. Pilſen, ſtarb aber ſchon 1884. Nach ihrem Tode erſchienen S: Ge- dichte, 1885. Korn, Artur, geb. am 7. Januar 1860 in Kronſtadt (Siebenbürgen), lebte (1885) in Wien, wo er mehrere Jahre die „Allgemeine Frauenzei- tung‟ herausgab, (1903) in Berlin. S: Blumen der Liebe (Ge.), 1885. ‒ Joſeph der Zweite (Ein Romanzen- kranz), 1885. ‒ Die Todeskanditaten (Schw.), 1891. ‒ Aufreizung (Ge. a. d. Banate), 1905. Korn, Friedrich, pſeud. F. Nork, Spiritus Asper und Lenis, wurde am 26. April 1803 zu Prag als der Sohn eines jüdiſchen Lein- wandhändlers geboren und beſtimmt, das Geſchäft des Vaters fortzuſetzen. 17 Jahre alt, bezog er das Gymna- ſium, aus dem er jedoch wegen eines auf ſeinen Profeſſor gerichteten Epi- gramms entlaſſen wurde. Er kehrte nun zum Handel zurück, ſetzte aber ſeine Studien privatim fort und trieb mit beſonderem Eifer klaſſiſche Sprachen. Die Lektüre des Ovid und Homer weckte ſeine ſatiriſche Ader, denn ſchon um dieſe Zeit entſtand ſeine Parodie zur Jliade, „Die Jgli- ade‟, deren Held ein Barbier, namens Jgel war. Vom Saphir aufgemuntert, beteiligte ſich K. ſeit dem Jahre 1828 als Mitarbeiter an Saphirs „Schnell- poſt‟, am „Courier‟ und anderen Blättern. Jm Herbſt 1829 begab er ſich nach Leipzig, wo er die Laufbahn eines Schriftſtellers antrat, wurde aber, da er Öſterreich ohne Paß ver- laſſen hatte, aus Leipzig verwieſen. Nicht beſſer ging es ihm in Halle, wo er zum Chriſtentum übergetreten war u. eine Leihbibliothek gegründet hatte, und an andern Orten. Erſt im Jahre 1848 nahmen die Plackereien ein Ende. Er kehrte nach Öſterreich zu- *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/79
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 75. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/79>, abgerufen am 26.03.2019.