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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kle
nischen Rechts. Seit dem 1. Januar
1870 Pfarrer in Gläsendorf b. Grott-
kau, kam er später als solcher nach
Deutschkamitz, wo er am 14. Februar
1889 starb.

S:

Vermischte Gedichte,
1847. - Dichtungen, 1863. Neue Ausg.
1881. - Aus der Belagerung von
Neiße 1807 und dem Leben des Mar-
quis de Bombelles, 1863. - Eine Reise,
1868. - Ein kleines Bild aus einem
großen Kriege, 1868. - Nach Helgo-
land, 1869. - Aus dem Kriege, 1872.
- Ausgewählte Dichtungen, 1882.

Klein, Julius Leopold,

wurde im
Jahre 1810 (n. a. 1804) zu Miskolcz
in Ungarn geboren und genoß bis zu
seinem 13. Jahre im väterlichen Hause
Privatunterricht teils von deutschen
Lehrern, die der Vater aus Deutsch-
land kommen ließ, u. die den Knaben
besonders in deutscher Sprache und
Literatur förderten, teils von Lehrern
des heimatlichen Lyzeums. Jm 13.
Jahre bezog er die Prima des Lyzeums
und 15 Jahre alt trat er zur Univer-
sität Wien über, wo er Medizin stu-
dieren wollte, aber vorzugsweise ge-
schichtlichen, philologischen u. natur-
wissenschaftlichen Studien oblag. Nach
Beendigung derselben ging er auf ein
Jahr nach Jtalien u. 1830 nach Ber-
lin, wo er sein eigentliches Studium
der Medizin begann. Nachdem er da-
selbst zum Doktor der Medizin und
Chirurgie promoviert worden, be-
reiste er Jtalien zum zweitenmal und
darauf Griechenland, legte nach zwei-
jähriger Abwesenheit in Berlin seine
Staatsprüfung ab und erhielt das
Diplom als praktischer Arzt. Jndes
hatten die vielen Reisen seine sonst
nicht unbedeutenden Geldmittel auf-
gezehrt; da er jedoch nicht geneigt
war, sich durch die ärztliche Praxis
eine Existenz zu gründen, so beteiligte
er sich als Theaterkritiker an ver-
schiedenen Zeitungen und verfaßte
selbst mehrere Dramen, von denen
einige mit Erfolg über die deutschen
Bühnen gingen. Mit dem Jahre 1865
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Kle
begann K. die Herausgabe seines
großartigen Werkes "Geschichte des
Dramas", bei welcher Arbeit ihn der
Verwaltungsrat d. Schiller-Stiftung
seit 1868 durch eine jährige Ehren-
gabe unterstützte. K. lebte meist in
den Vororten von Berlin und starb
am 2. August 1876.

S:

Dramatische
Werke; VII, 1871-72 [Jnhalt: Maria
v. Medici (Tr., 1841). - Luines (Tr.,
1842). - Zenobia (Dr. für die Bühne
bearb. v. Wilh. Buchholz, 1884. - Die
Herzogin (Lsp., 1848). - Strafford
(Tr., 1862). - Kavalier und Arbeiter
(Tr., 1850). - Maria (Tr., 1860). -
Alceste (Dr.). - König Albrecht (Tr.).
- Ein Schützling (Lsp., 1850). - Mo-
reto (Dr.). - Heliodora (Tr., 1867).
- Voltaire (Lsp., 1862). - Richelieu
(Dr.)]. - Geschichte des Dramas; 1.
bis 13. Abteil., 1865-76.

Klein, Karl,

wurde am 31. Mai
1838 zu Hirschland im nordwestlichen
Elsaß als der Sohn eines unbemittel-
ten Lehrers geboren. Dem Vater fiel
es schwer, den Sohn studieren zu
lassen, aber Freunde brachten ihn in
eine Lehranstalt bei Paris, wo er die
Gymnasialklassen absolvierte und die
französische Sprache in ausgezeich-
neter Weise zu beherrschen lernte.
Seine theologischen Studien machte
er als Mitglied des Studienstifts St.
Thomas in Straßburg an der dortigen
Universität und wurde nach bestan-
dener Prüfung 1860 Pfarrer zu Bühl
im Unterelsaß, wo er aber nur kurze
Zeit in gesegneter Amtswirksamkeit
stand, da er von einer Gemütskrankheit
befallen ward. Nach seiner Genesung
ging er 1862 nach Paris als Missions-
prediger unt. die zahlreichen deutschen
Eingewanderten, kehrte aber 1867 ins
Elsaß zurück, wo er die Pfarre in
Fröschweiler bei Wörth übernahm.
Hier durchlebte er am 6. August 1870
alle Schrecknisse der Schlacht bei
Wörth, die er später mit so erschüt-
ternder Wirkung in seiner Chronik
geschildert hat. Jm Jahre 1882 wurde

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Kle
niſchen Rechts. Seit dem 1. Januar
1870 Pfarrer in Gläſendorf b. Grott-
kau, kam er ſpäter als ſolcher nach
Deutſchkamitz, wo er am 14. Februar
1889 ſtarb.

S:

Vermiſchte Gedichte,
1847. ‒ Dichtungen, 1863. Neue Ausg.
1881. ‒ Aus der Belagerung von
Neiße 1807 und dem Leben des Mar-
quis de Bombelles, 1863. ‒ Eine Reiſe,
1868. ‒ Ein kleines Bild aus einem
großen Kriege, 1868. ‒ Nach Helgo-
land, 1869. ‒ Aus dem Kriege, 1872.
‒ Ausgewählte Dichtungen, 1882.

Klein, Julius Leopold,

wurde im
Jahre 1810 (n. a. 1804) zu Miskolcz
in Ungarn geboren und genoß bis zu
ſeinem 13. Jahre im väterlichen Hauſe
Privatunterricht teils von deutſchen
Lehrern, die der Vater aus Deutſch-
land kommen ließ, u. die den Knaben
beſonders in deutſcher Sprache und
Literatur förderten, teils von Lehrern
des heimatlichen Lyzeums. Jm 13.
Jahre bezog er die Prima des Lyzeums
und 15 Jahre alt trat er zur Univer-
ſität Wien über, wo er Medizin ſtu-
dieren wollte, aber vorzugsweiſe ge-
ſchichtlichen, philologiſchen u. natur-
wiſſenſchaftlichen Studien oblag. Nach
Beendigung derſelben ging er auf ein
Jahr nach Jtalien u. 1830 nach Ber-
lin, wo er ſein eigentliches Studium
der Medizin begann. Nachdem er da-
ſelbſt zum Doktor der Medizin und
Chirurgie promoviert worden, be-
reiſte er Jtalien zum zweitenmal und
darauf Griechenland, legte nach zwei-
jähriger Abweſenheit in Berlin ſeine
Staatsprüfung ab und erhielt das
Diplom als praktiſcher Arzt. Jndes
hatten die vielen Reiſen ſeine ſonſt
nicht unbedeutenden Geldmittel auf-
gezehrt; da er jedoch nicht geneigt
war, ſich durch die ärztliche Praxis
eine Exiſtenz zu gründen, ſo beteiligte
er ſich als Theaterkritiker an ver-
ſchiedenen Zeitungen und verfaßte
ſelbſt mehrere Dramen, von denen
einige mit Erfolg über die deutſchen
Bühnen gingen. Mit dem Jahre 1865
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Kle
begann K. die Herausgabe ſeines
großartigen Werkes „Geſchichte des
Dramas‟, bei welcher Arbeit ihn der
Verwaltungsrat d. Schiller-Stiftung
ſeit 1868 durch eine jährige Ehren-
gabe unterſtützte. K. lebte meiſt in
den Vororten von Berlin und ſtarb
am 2. Auguſt 1876.

S:

Dramatiſche
Werke; VII, 1871‒72 [Jnhalt: Maria
v. Medici (Tr., 1841). ‒ Luines (Tr.,
1842). ‒ Zenobia (Dr. für die Bühne
bearb. v. Wilh. Buchholz, 1884. ‒ Die
Herzogin (Lſp., 1848). ‒ Strafford
(Tr., 1862). ‒ Kavalier und Arbeiter
(Tr., 1850). ‒ Maria (Tr., 1860). ‒
Alceſte (Dr.). ‒ König Albrecht (Tr.).
‒ Ein Schützling (Lſp., 1850). ‒ Mo-
reto (Dr.). ‒ Heliodora (Tr., 1867).
‒ Voltaire (Lſp., 1862). ‒ Richelieu
(Dr.)]. ‒ Geſchichte des Dramas; 1.
bis 13. Abteil., 1865‒76.

Klein, Karl,

wurde am 31. Mai
1838 zu Hirſchland im nordweſtlichen
Elſaß als der Sohn eines unbemittel-
ten Lehrers geboren. Dem Vater fiel
es ſchwer, den Sohn ſtudieren zu
laſſen, aber Freunde brachten ihn in
eine Lehranſtalt bei Paris, wo er die
Gymnaſialklaſſen abſolvierte und die
franzöſiſche Sprache in ausgezeich-
neter Weiſe zu beherrſchen lernte.
Seine theologiſchen Studien machte
er als Mitglied des Studienſtifts St.
Thomas in Straßburg an der dortigen
Univerſität und wurde nach beſtan-
dener Prüfung 1860 Pfarrer zu Bühl
im Unterelſaß, wo er aber nur kurze
Zeit in geſegneter Amtswirkſamkeit
ſtand, da er von einer Gemütskrankheit
befallen ward. Nach ſeiner Geneſung
ging er 1862 nach Paris als Miſſions-
prediger unt. die zahlreichen deutſchen
Eingewanderten, kehrte aber 1867 ins
Elſaß zurück, wo er die Pfarre in
Fröſchweiler bei Wörth übernahm.
Hier durchlebte er am 6. Auguſt 1870
alle Schreckniſſe der Schlacht bei
Wörth, die er ſpäter mit ſo erſchüt-
ternder Wirkung in ſeiner Chronik
geſchildert hat. Jm Jahre 1882 wurde

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[5/0009] Kle Kle niſchen Rechts. Seit dem 1. Januar 1870 Pfarrer in Gläſendorf b. Grott- kau, kam er ſpäter als ſolcher nach Deutſchkamitz, wo er am 14. Februar 1889 ſtarb. S: Vermiſchte Gedichte, 1847. ‒ Dichtungen, 1863. Neue Ausg. 1881. ‒ Aus der Belagerung von Neiße 1807 und dem Leben des Mar- quis de Bombelles, 1863. ‒ Eine Reiſe, 1868. ‒ Ein kleines Bild aus einem großen Kriege, 1868. ‒ Nach Helgo- land, 1869. ‒ Aus dem Kriege, 1872. ‒ Ausgewählte Dichtungen, 1882. Klein, Julius Leopold, wurde im Jahre 1810 (n. a. 1804) zu Miskolcz in Ungarn geboren und genoß bis zu ſeinem 13. Jahre im väterlichen Hauſe Privatunterricht teils von deutſchen Lehrern, die der Vater aus Deutſch- land kommen ließ, u. die den Knaben beſonders in deutſcher Sprache und Literatur förderten, teils von Lehrern des heimatlichen Lyzeums. Jm 13. Jahre bezog er die Prima des Lyzeums und 15 Jahre alt trat er zur Univer- ſität Wien über, wo er Medizin ſtu- dieren wollte, aber vorzugsweiſe ge- ſchichtlichen, philologiſchen u. natur- wiſſenſchaftlichen Studien oblag. Nach Beendigung derſelben ging er auf ein Jahr nach Jtalien u. 1830 nach Ber- lin, wo er ſein eigentliches Studium der Medizin begann. Nachdem er da- ſelbſt zum Doktor der Medizin und Chirurgie promoviert worden, be- reiſte er Jtalien zum zweitenmal und darauf Griechenland, legte nach zwei- jähriger Abweſenheit in Berlin ſeine Staatsprüfung ab und erhielt das Diplom als praktiſcher Arzt. Jndes hatten die vielen Reiſen ſeine ſonſt nicht unbedeutenden Geldmittel auf- gezehrt; da er jedoch nicht geneigt war, ſich durch die ärztliche Praxis eine Exiſtenz zu gründen, ſo beteiligte er ſich als Theaterkritiker an ver- ſchiedenen Zeitungen und verfaßte ſelbſt mehrere Dramen, von denen einige mit Erfolg über die deutſchen Bühnen gingen. Mit dem Jahre 1865 begann K. die Herausgabe ſeines großartigen Werkes „Geſchichte des Dramas‟, bei welcher Arbeit ihn der Verwaltungsrat d. Schiller-Stiftung ſeit 1868 durch eine jährige Ehren- gabe unterſtützte. K. lebte meiſt in den Vororten von Berlin und ſtarb am 2. Auguſt 1876. S: Dramatiſche Werke; VII, 1871‒72 [Jnhalt: Maria v. Medici (Tr., 1841). ‒ Luines (Tr., 1842). ‒ Zenobia (Dr. für die Bühne bearb. v. Wilh. Buchholz, 1884. ‒ Die Herzogin (Lſp., 1848). ‒ Strafford (Tr., 1862). ‒ Kavalier und Arbeiter (Tr., 1850). ‒ Maria (Tr., 1860). ‒ Alceſte (Dr.). ‒ König Albrecht (Tr.). ‒ Ein Schützling (Lſp., 1850). ‒ Mo- reto (Dr.). ‒ Heliodora (Tr., 1867). ‒ Voltaire (Lſp., 1862). ‒ Richelieu (Dr.)]. ‒ Geſchichte des Dramas; 1. bis 13. Abteil., 1865‒76. Klein, Karl, wurde am 31. Mai 1838 zu Hirſchland im nordweſtlichen Elſaß als der Sohn eines unbemittel- ten Lehrers geboren. Dem Vater fiel es ſchwer, den Sohn ſtudieren zu laſſen, aber Freunde brachten ihn in eine Lehranſtalt bei Paris, wo er die Gymnaſialklaſſen abſolvierte und die franzöſiſche Sprache in ausgezeich- neter Weiſe zu beherrſchen lernte. Seine theologiſchen Studien machte er als Mitglied des Studienſtifts St. Thomas in Straßburg an der dortigen Univerſität und wurde nach beſtan- dener Prüfung 1860 Pfarrer zu Bühl im Unterelſaß, wo er aber nur kurze Zeit in geſegneter Amtswirkſamkeit ſtand, da er von einer Gemütskrankheit befallen ward. Nach ſeiner Geneſung ging er 1862 nach Paris als Miſſions- prediger unt. die zahlreichen deutſchen Eingewanderten, kehrte aber 1867 ins Elſaß zurück, wo er die Pfarre in Fröſchweiler bei Wörth übernahm. Hier durchlebte er am 6. Auguſt 1870 alle Schreckniſſe der Schlacht bei Wörth, die er ſpäter mit ſo erſchüt- ternder Wirkung in ſeiner Chronik geſchildert hat. Jm Jahre 1882 wurde *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 5. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/9>, abgerufen am 22.04.2018.