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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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seiner Rückkehr in die Heimat Lehrer
an den evang. Schulanstalten seiner
Vaterstadt (1838). Seit 1858 Pfarrer
der evang. Gemeinde Schirkanyen,
starb er daselbst am 13. Juli 1893.

S:

Gedichte, 1888.

Kraft, Emil Robert,

geb. am
3. Oktbr. 1869 in Leipzig, besuchte die
dortigen Schulen und später, um sich
zum Techniker auszubilden, die Ge-
werbeschule zu Chemnitz. Ein starker
Hand zu Abenteuern trieb ihn aber
dazu, die Schule heimlich zu verlassen
u. als Schiffsjunge zur See zu gehen.
Unter schweren Anstrengungen und
Entbehrungen arbeitete er sich zum
Matrosen empor, abenteuerte unter
allen möglichen Verhältnissen in Nord-
amerika, den Mittelmeerländern,
Arabien, Jndien, Japan usw. umher
und diente nach seiner Heimkehr drei
Jahre in der deutschen Marine. Jm
Jahre 1895 ließ er sich als Schrift-
steller in London nieder, kehrte aber
schon 1896 nach seiner Vaterstadt zu-
rück, wo er seitdem für die verschieden-
sten Zeitschriften seine Erlebnisse in
humoristischer Weise niederschrieb. Er
lebt jetzt (1909) in Dresden.

S:


Jochen der Taugenichts oder: Ma-
trosenliebe zu Wasser und zu Lande,
1902. - Die Vestalinnen. Eine Reise
um die Erde (Abenteuer zu Wasser u.
zu Lande), 1903. - Ein moderner
Lederstrumpf (R.), 1903. - Schnell-
dampfer-Mikrokosmus (Realistische
Badenovellen), 1904 (Jnhalt: Das
Matrosenlied. - Die neue Stewardeß.
- Der Quadermeister. - Jm Zwischen-
deck. - Ein Lebenslauf). - Detektiv
Nobodys Erlebnisse und Abenteuer
auf der Reise, 1904. - Die Roulette
(Realistische Nn. aus Monte-Carlo),
1904. - Um die indische Kaiserkrone
(Erlebnisse eines Deutschen im Lande
d. Wunder), 1906. - Wir Seezigeuner,
1907. - Die Augen der Sphinx (Ge-
samm. En.); 1.-7. Bd., 1908-10 (Jn-
halt: I. Jm Panzerautomobil um die
Erde. - II. Die Rätsel von Garden
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Kra
Hall. - III. Die Wildschützen vom
Kilimandscharo. - IV. Der Herr der
Lüfte. - V. Das Hohelied der Liebe.
- VI. Die Nihilit-Expedition. - VII.
Novacasas Abenteuer). - Jm "Zeppe-
lin" um die Welt; II, 1909. - Der
Graf von Saint-Germain (R.), 1910.
- Die neue Erde (Phantast.-weltgesch.
R.); 1. Bd. 1910.

Kraft, Werner,

siehe Frieda
Kraft!

*Kraft, Edlerv. Helmhacker,
Ottokar
August von,

wurde am 11.
Novbr. 1876 in Chrudim (Böhmen)
geboren, wo sein Vater Hermann
Kraft (das Adelsprädikat erwarb er
sich erst später) damals Oberleutnant
der k. k. Gendarmerie war. Dieser
wurde als Rittmeister nach Jütschin
versetzt, und hier besuchte der Sohn
vier Jahre lang die tschechische Volks-
schule und ein Jahr das Gymnasium.
Da er schon damals Neigung für den
militärischen Beruf zeigte, so kam er
1888 auf die Militär-Unterrealschule
in Eisenstadt (Ungarn), von wo ab
seine Erziehung eine rein deutsche
ward, 1892 auf die Militär-Oberreal-
schule in Mährisch-Weißkirchen, wo
er zum erstenmal die klassischen Dich-
ter las u. dadurch für das Studium
der Literaturgeschichte u. Philosophie
begeistert ward, und 1895 auf die
Theresianische Ritterakademie in Wie-
ner Neustadt, wo er drei schöne und
innerlich reiche Jahre verlebte, um
dann 1898 als Leutnant im Jnfant.-
Reg. Nr. 94 zu Theresienstadt (Böh-
men) in das Heer einzutreten. Die
Begeisterung für den Kasernen-und
Gamaschendienst war bei ihm längst
geschwunden, und er empfand es als
eine Art Erlösung, als er im Herbst
1903 als Oberleutnant an die Jn-
fanterie-Kadettenschule versetzt ward,
wo er als Lehrer der deutschen Sprache
und Literatur drei Jahre wirkte. Als
er dann wieder zur Truppe versetzt
wurde, ließ er sich krankheitshalber
beurlauben und versuchte hier u. da,

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Kra
ſeiner Rückkehr in die Heimat Lehrer
an den evang. Schulanſtalten ſeiner
Vaterſtadt (1838). Seit 1858 Pfarrer
der evang. Gemeinde Schirkanyen,
ſtarb er daſelbſt am 13. Juli 1893.

S:

Gedichte, 1888.

Kraft, Emil Robert,

geb. am
3. Oktbr. 1869 in Leipzig, beſuchte die
dortigen Schulen und ſpäter, um ſich
zum Techniker auszubilden, die Ge-
werbeſchule zu Chemnitz. Ein ſtarker
Hand zu Abenteuern trieb ihn aber
dazu, die Schule heimlich zu verlaſſen
u. als Schiffsjunge zur See zu gehen.
Unter ſchweren Anſtrengungen und
Entbehrungen arbeitete er ſich zum
Matroſen empor, abenteuerte unter
allen möglichen Verhältniſſen in Nord-
amerika, den Mittelmeerländern,
Arabien, Jndien, Japan uſw. umher
und diente nach ſeiner Heimkehr drei
Jahre in der deutſchen Marine. Jm
Jahre 1895 ließ er ſich als Schrift-
ſteller in London nieder, kehrte aber
ſchon 1896 nach ſeiner Vaterſtadt zu-
rück, wo er ſeitdem für die verſchieden-
ſten Zeitſchriften ſeine Erlebniſſe in
humoriſtiſcher Weiſe niederſchrieb. Er
lebt jetzt (1909) in Dresden.

S:


Jochen der Taugenichts oder: Ma-
troſenliebe zu Waſſer und zu Lande,
1902. ‒ Die Veſtalinnen. Eine Reiſe
um die Erde (Abenteuer zu Waſſer u.
zu Lande), 1903. ‒ Ein moderner
Lederſtrumpf (R.), 1903. ‒ Schnell-
dampfer-Mikrokosmus (Realiſtiſche
Badenovellen), 1904 (Jnhalt: Das
Matroſenlied. ‒ Die neue Stewardeß.
‒ Der Quadermeiſter. ‒ Jm Zwiſchen-
deck. ‒ Ein Lebenslauf). ‒ Detektiv
Nobodys Erlebniſſe und Abenteuer
auf der Reiſe, 1904. ‒ Die Roulette
(Realiſtiſche Nn. aus Monte-Carlo),
1904. ‒ Um die indiſche Kaiſerkrone
(Erlebniſſe eines Deutſchen im Lande
d. Wunder), 1906. ‒ Wir Seezigeuner,
1907. ‒ Die Augen der Sphinx (Ge-
ſamm. En.); 1.‒7. Bd., 1908‒10 (Jn-
halt: I. Jm Panzerautomobil um die
Erde. ‒ II. Die Rätſel von Garden
[Spaltenumbruch]

Kra
Hall. ‒ III. Die Wildſchützen vom
Kilimandſcharo. ‒ IV. Der Herr der
Lüfte. ‒ V. Das Hohelied der Liebe.
VI. Die Nihilit-Expedition. ‒ VII.
Novacaſas Abenteuer). ‒ Jm „Zeppe-
lin‟ um die Welt; II, 1909. ‒ Der
Graf von Saint-Germain (R.), 1910.
‒ Die neue Erde (Phantaſt.-weltgeſch.
R.); 1. Bd. 1910.

Kraft, Werner,

ſiehe Frieda
Kraft!

*Kraft, Edlerv. Helmhacker,
Ottokar
Auguſt von,

wurde am 11.
Novbr. 1876 in Chrudim (Böhmen)
geboren, wo ſein Vater Hermann
Kraft (das Adelsprädikat erwarb er
ſich erſt ſpäter) damals Oberleutnant
der k. k. Gendarmerie war. Dieſer
wurde als Rittmeiſter nach Jütſchin
verſetzt, und hier beſuchte der Sohn
vier Jahre lang die tſchechiſche Volks-
ſchule und ein Jahr das Gymnaſium.
Da er ſchon damals Neigung für den
militäriſchen Beruf zeigte, ſo kam er
1888 auf die Militär-Unterrealſchule
in Eiſenſtadt (Ungarn), von wo ab
ſeine Erziehung eine rein deutſche
ward, 1892 auf die Militär-Oberreal-
ſchule in Mähriſch-Weißkirchen, wo
er zum erſtenmal die klaſſiſchen Dich-
ter las u. dadurch für das Studium
der Literaturgeſchichte u. Philoſophie
begeiſtert ward, und 1895 auf die
Thereſianiſche Ritterakademie in Wie-
ner Neuſtadt, wo er drei ſchöne und
innerlich reiche Jahre verlebte, um
dann 1898 als Leutnant im Jnfant.-
Reg. Nr. 94 zu Thereſienſtadt (Böh-
men) in das Heer einzutreten. Die
Begeiſterung für den Kaſernen-und
Gamaſchendienſt war bei ihm längſt
geſchwunden, und er empfand es als
eine Art Erlöſung, als er im Herbſt
1903 als Oberleutnant an die Jn-
fanterie-Kadettenſchule verſetzt ward,
wo er als Lehrer der deutſchen Sprache
und Literatur drei Jahre wirkte. Als
er dann wieder zur Truppe verſetzt
wurde, ließ er ſich krankheitshalber
beurlauben und verſuchte hier u. da,

*
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[88/0092] Kra Kra ſeiner Rückkehr in die Heimat Lehrer an den evang. Schulanſtalten ſeiner Vaterſtadt (1838). Seit 1858 Pfarrer der evang. Gemeinde Schirkanyen, ſtarb er daſelbſt am 13. Juli 1893. S: Gedichte, 1888. Kraft, Emil Robert, geb. am 3. Oktbr. 1869 in Leipzig, beſuchte die dortigen Schulen und ſpäter, um ſich zum Techniker auszubilden, die Ge- werbeſchule zu Chemnitz. Ein ſtarker Hand zu Abenteuern trieb ihn aber dazu, die Schule heimlich zu verlaſſen u. als Schiffsjunge zur See zu gehen. Unter ſchweren Anſtrengungen und Entbehrungen arbeitete er ſich zum Matroſen empor, abenteuerte unter allen möglichen Verhältniſſen in Nord- amerika, den Mittelmeerländern, Arabien, Jndien, Japan uſw. umher und diente nach ſeiner Heimkehr drei Jahre in der deutſchen Marine. Jm Jahre 1895 ließ er ſich als Schrift- ſteller in London nieder, kehrte aber ſchon 1896 nach ſeiner Vaterſtadt zu- rück, wo er ſeitdem für die verſchieden- ſten Zeitſchriften ſeine Erlebniſſe in humoriſtiſcher Weiſe niederſchrieb. Er lebt jetzt (1909) in Dresden. S: Jochen der Taugenichts oder: Ma- troſenliebe zu Waſſer und zu Lande, 1902. ‒ Die Veſtalinnen. Eine Reiſe um die Erde (Abenteuer zu Waſſer u. zu Lande), 1903. ‒ Ein moderner Lederſtrumpf (R.), 1903. ‒ Schnell- dampfer-Mikrokosmus (Realiſtiſche Badenovellen), 1904 (Jnhalt: Das Matroſenlied. ‒ Die neue Stewardeß. ‒ Der Quadermeiſter. ‒ Jm Zwiſchen- deck. ‒ Ein Lebenslauf). ‒ Detektiv Nobodys Erlebniſſe und Abenteuer auf der Reiſe, 1904. ‒ Die Roulette (Realiſtiſche Nn. aus Monte-Carlo), 1904. ‒ Um die indiſche Kaiſerkrone (Erlebniſſe eines Deutſchen im Lande d. Wunder), 1906. ‒ Wir Seezigeuner, 1907. ‒ Die Augen der Sphinx (Ge- ſamm. En.); 1.‒7. Bd., 1908‒10 (Jn- halt: I. Jm Panzerautomobil um die Erde. ‒ II. Die Rätſel von Garden Hall. ‒ III. Die Wildſchützen vom Kilimandſcharo. ‒ IV. Der Herr der Lüfte. ‒ V. Das Hohelied der Liebe. ‒ VI. Die Nihilit-Expedition. ‒ VII. Novacaſas Abenteuer). ‒ Jm „Zeppe- lin‟ um die Welt; II, 1909. ‒ Der Graf von Saint-Germain (R.), 1910. ‒ Die neue Erde (Phantaſt.-weltgeſch. R.); 1. Bd. 1910. Kraft, Werner, ſiehe Frieda Kraft! *Kraft, Edlerv. Helmhacker, Ottokar Auguſt von, wurde am 11. Novbr. 1876 in Chrudim (Böhmen) geboren, wo ſein Vater Hermann Kraft (das Adelsprädikat erwarb er ſich erſt ſpäter) damals Oberleutnant der k. k. Gendarmerie war. Dieſer wurde als Rittmeiſter nach Jütſchin verſetzt, und hier beſuchte der Sohn vier Jahre lang die tſchechiſche Volks- ſchule und ein Jahr das Gymnaſium. Da er ſchon damals Neigung für den militäriſchen Beruf zeigte, ſo kam er 1888 auf die Militär-Unterrealſchule in Eiſenſtadt (Ungarn), von wo ab ſeine Erziehung eine rein deutſche ward, 1892 auf die Militär-Oberreal- ſchule in Mähriſch-Weißkirchen, wo er zum erſtenmal die klaſſiſchen Dich- ter las u. dadurch für das Studium der Literaturgeſchichte u. Philoſophie begeiſtert ward, und 1895 auf die Thereſianiſche Ritterakademie in Wie- ner Neuſtadt, wo er drei ſchöne und innerlich reiche Jahre verlebte, um dann 1898 als Leutnant im Jnfant.- Reg. Nr. 94 zu Thereſienſtadt (Böh- men) in das Heer einzutreten. Die Begeiſterung für den Kaſernen-und Gamaſchendienſt war bei ihm längſt geſchwunden, und er empfand es als eine Art Erlöſung, als er im Herbſt 1903 als Oberleutnant an die Jn- fanterie-Kadettenſchule verſetzt ward, wo er als Lehrer der deutſchen Sprache und Literatur drei Jahre wirkte. Als er dann wieder zur Truppe verſetzt wurde, ließ er ſich krankheitshalber beurlauben und verſuchte hier u. da, *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 88. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/92>, abgerufen am 27.03.2019.