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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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sundheit untergraben, u. bereits am
Bettag des Jahres 1849 starb er am
Nervenfieber.

S:

Heinrich Näf von
Kappel. Ein Dichterleben (Biogr. u.
Ge.); hrsg. von Rob. Weber, 1854.

*Nagel, Leo,

wurde am 15. März
1835 in Schloß Kwassitz bei Kremsier
in Mähren geboren, wo sein Vater
damals als Erzieher im Hause des
Grafen Lamberg lebte. Hier verblieb
er bis zum Jahre 1843, wo sein Va-
ter eine andere Erzieherstelle in einem
freiherrlichen Hause zu Kunstadt in
Mähren übernahm. Bis 1848 brachte
der Sohn, der von seinem Vater un-
terrichtet wurde, die Sommermonate
in Kunstadt und den Winter in Wien
zu, wo er auch als Privatist am
Schottengymnasium seine Prüfungen
bestand. Nach dem im Januar 1848
erfolgten Tode des Vaters kam N.
in Rohrwecks Erziehungsinstitut nach
Prag, absolvierte 1852 an dem Gym-
nasium der Prager Kleinseite seine
Naturitätsprüfung und unternahm
in dem folgenden Jahre seine erste
größere Reise durch Norddeutschland.
Seit 1853 dem Studium der Rechte
in Prag obliegend, promovierte er
1858 zum Dr. jur. und wurde 1866
zum Landesadvokaten zu Schluckenau
in Böhmen ernannt, wo er am 12.
April 1891 starb. Seit 1889 gehörte
er dem böhmischen Landtage als Ab-
geordneter an.

S:

Dichtergrüße aus
Nordböhmen (Ge.), 1872. 2. A. u. d.
T.: Gedichte, 1879. - Herbstblüten
(Neue Ge.), 1887.

*Nagel, Siegfried Robert,

geb.
am 28. Septbr. 1875 in Wien, wuchs
in einfachen, gesicherten Verhältnissen
auf und erhielt eine gute Erziehung.
Nach Besuch einer Volksschule trat er
in das Piaristengymnasium ein, das
er mit gutem Erfolge im Juli 1894
absolvierte. Schon während der Gym-
nasialzeit beschäftigte er sich mit dich-
terischen Arbeiten, die er dann an der
Universität Wien fortsetzte, an der er
altdeutsche Sprache und Literatur
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(unter Richard Heinzel) und moderne
Literatur (unter Jakob Minor) stu-
dierte. 1896 begründete er mit meh-
reren Freunden den Theaterverein
"Jugend", in dessen Rahmen eine
Reihe von modernen Werken zur öf-
fentlichen Aufführung oder Vorlesung
kamen. Jm Juli 1898 wurde er zum
Dr. phil. promoviert; im September
1899 ging er als Supplent nach
Brünn, wo er sich auf seine Lehramts-
prüfung vorbereitete, nach deren Er-
ledigung (Juni 1900) er sofort zum
Professor am Gymnasium in Pola
(Jstrien) ernannt wurde. Jn dieser
meist von Jtalienern bewohnten
Stadt lebte er sehr zurückgezogen sei-
nen Studien und literarischen Be-
strebungen und unternahm von hier
aus größere Reisen durch deutsche u.
österreich. Gebiete. Seit dem 1. Sep-
tember 1904 wirkt er als Professor
am Gymnasium in Steyr. Außer
einigen Werken über Literatur ver-
öffentlichte er

S:

Ein schrecklicher Tag
(Lustsp., Manuskr.), 1896. - Homo
(Märchensp., Manuskr.), 1897. - Drol-
lige Geschichten, 1899. 2. A. u. d. T.:
Mitternacht, 1905. - Der tote Punkt
(Bühnenstück), 1901. Neue A. 1906.
- Das Narrenhaus (Lustsp.), 1906. -
Deutscher Literaturatlas, 1907. -
Österreichische Dichter-Gedenktage,
1908. - Die Stadt der Lieder (Wie-
ner R.), 1909.

*Nagel, Vally,

wurde am 9. Juni
1880 in Rothenburg a. d. Oder (Schle-
sien) als Tochter des altlutherischen
Superintendenten Johannes N. ge-
boren, der 1884 als Geistlicher an die
Annenkirche in Berlin und 1891 an
die Spitze des in Breslau besindlichen
Kirchenregiments der altlutherischen
Kirche berufen ward, hier aber be-
reits 1895 starb. Vally vollendete
hier den Besuch der höheren Töchter-
schule u. widmete sich in den folgen-
den Jahren besonders musikalischen
Studien, da sie beabsichtigte, Musik-
lehrerin zu werden. Jedoch ent-

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Nag
ſundheit untergraben, u. bereits am
Bettag des Jahres 1849 ſtarb er am
Nervenfieber.

S:

Heinrich Näf von
Kappel. Ein Dichterleben (Biogr. u.
Ge.); hrsg. von Rob. Weber, 1854.

*Nagel, Leo,

wurde am 15. März
1835 in Schloß Kwaſſitz bei Kremſier
in Mähren geboren, wo ſein Vater
damals als Erzieher im Hauſe des
Grafen Lamberg lebte. Hier verblieb
er bis zum Jahre 1843, wo ſein Va-
ter eine andere Erzieherſtelle in einem
freiherrlichen Hauſe zu Kunſtadt in
Mähren übernahm. Bis 1848 brachte
der Sohn, der von ſeinem Vater un-
terrichtet wurde, die Sommermonate
in Kunſtadt und den Winter in Wien
zu, wo er auch als Privatiſt am
Schottengymnaſium ſeine Prüfungen
beſtand. Nach dem im Januar 1848
erfolgten Tode des Vaters kam N.
in Rohrwecks Erziehungsinſtitut nach
Prag, abſolvierte 1852 an dem Gym-
naſium der Prager Kleinſeite ſeine
Naturitätsprüfung und unternahm
in dem folgenden Jahre ſeine erſte
größere Reiſe durch Norddeutſchland.
Seit 1853 dem Studium der Rechte
in Prag obliegend, promovierte er
1858 zum Dr. jur. und wurde 1866
zum Landesadvokaten zu Schluckenau
in Böhmen ernannt, wo er am 12.
April 1891 ſtarb. Seit 1889 gehörte
er dem böhmiſchen Landtage als Ab-
geordneter an.

S:

Dichtergrüße aus
Nordböhmen (Ge.), 1872. 2. A. u. d.
T.: Gedichte, 1879. ‒ Herbſtblüten
(Neue Ge.), 1887.

*Nagel, Siegfried Robert,

geb.
am 28. Septbr. 1875 in Wien, wuchs
in einfachen, geſicherten Verhältniſſen
auf und erhielt eine gute Erziehung.
Nach Beſuch einer Volksſchule trat er
in das Piariſtengymnaſium ein, das
er mit gutem Erfolge im Juli 1894
abſolvierte. Schon während der Gym-
naſialzeit beſchäftigte er ſich mit dich-
teriſchen Arbeiten, die er dann an der
Univerſität Wien fortſetzte, an der er
altdeutſche Sprache und Literatur
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Nag
(unter Richard Heinzel) und moderne
Literatur (unter Jakob Minor) ſtu-
dierte. 1896 begründete er mit meh-
reren Freunden den Theaterverein
„Jugend“, in deſſen Rahmen eine
Reihe von modernen Werken zur öf-
fentlichen Aufführung oder Vorleſung
kamen. Jm Juli 1898 wurde er zum
Dr. phil. promoviert; im September
1899 ging er als Supplent nach
Brünn, wo er ſich auf ſeine Lehramts-
prüfung vorbereitete, nach deren Er-
ledigung (Juni 1900) er ſofort zum
Profeſſor am Gymnaſium in Pola
(Jſtrien) ernannt wurde. Jn dieſer
meiſt von Jtalienern bewohnten
Stadt lebte er ſehr zurückgezogen ſei-
nen Studien und literariſchen Be-
ſtrebungen und unternahm von hier
aus größere Reiſen durch deutſche u.
öſterreich. Gebiete. Seit dem 1. Sep-
tember 1904 wirkt er als Profeſſor
am Gymnaſium in Steyr. Außer
einigen Werken über Literatur ver-
öffentlichte er

S:

Ein ſchrecklicher Tag
(Luſtſp., Manuſkr.), 1896. ‒ Homo
(Märchenſp., Manuſkr.), 1897. ‒ Drol-
lige Geſchichten, 1899. 2. A. u. d. T.:
Mitternacht, 1905. ‒ Der tote Punkt
(Bühnenſtück), 1901. Neue A. 1906.
‒ Das Narrenhaus (Luſtſp.), 1906. ‒
Deutſcher Literaturatlas, 1907. ‒
Öſterreichiſche Dichter-Gedenktage,
1908. ‒ Die Stadt der Lieder (Wie-
ner R.), 1909.

*Nagel, Vally,

wurde am 9. Juni
1880 in Rothenburg a. d. Oder (Schle-
ſien) als Tochter des altlutheriſchen
Superintendenten Johannes N. ge-
boren, der 1884 als Geiſtlicher an die
Annenkirche in Berlin und 1891 an
die Spitze des in Breslau beſindlichen
Kirchenregiments der altlutheriſchen
Kirche berufen ward, hier aber be-
reits 1895 ſtarb. Vally vollendete
hier den Beſuch der höheren Töchter-
ſchule u. widmete ſich in den folgen-
den Jahren beſonders muſikaliſchen
Studien, da ſie beabſichtigte, Muſik-
lehrerin zu werden. Jedoch ent-

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[97/0101] Nag Nag ſundheit untergraben, u. bereits am Bettag des Jahres 1849 ſtarb er am Nervenfieber. S: Heinrich Näf von Kappel. Ein Dichterleben (Biogr. u. Ge.); hrsg. von Rob. Weber, 1854. *Nagel, Leo, wurde am 15. März 1835 in Schloß Kwaſſitz bei Kremſier in Mähren geboren, wo ſein Vater damals als Erzieher im Hauſe des Grafen Lamberg lebte. Hier verblieb er bis zum Jahre 1843, wo ſein Va- ter eine andere Erzieherſtelle in einem freiherrlichen Hauſe zu Kunſtadt in Mähren übernahm. Bis 1848 brachte der Sohn, der von ſeinem Vater un- terrichtet wurde, die Sommermonate in Kunſtadt und den Winter in Wien zu, wo er auch als Privatiſt am Schottengymnaſium ſeine Prüfungen beſtand. Nach dem im Januar 1848 erfolgten Tode des Vaters kam N. in Rohrwecks Erziehungsinſtitut nach Prag, abſolvierte 1852 an dem Gym- naſium der Prager Kleinſeite ſeine Naturitätsprüfung und unternahm in dem folgenden Jahre ſeine erſte größere Reiſe durch Norddeutſchland. Seit 1853 dem Studium der Rechte in Prag obliegend, promovierte er 1858 zum Dr. jur. und wurde 1866 zum Landesadvokaten zu Schluckenau in Böhmen ernannt, wo er am 12. April 1891 ſtarb. Seit 1889 gehörte er dem böhmiſchen Landtage als Ab- geordneter an. S: Dichtergrüße aus Nordböhmen (Ge.), 1872. 2. A. u. d. T.: Gedichte, 1879. ‒ Herbſtblüten (Neue Ge.), 1887. *Nagel, Siegfried Robert, geb. am 28. Septbr. 1875 in Wien, wuchs in einfachen, geſicherten Verhältniſſen auf und erhielt eine gute Erziehung. Nach Beſuch einer Volksſchule trat er in das Piariſtengymnaſium ein, das er mit gutem Erfolge im Juli 1894 abſolvierte. Schon während der Gym- naſialzeit beſchäftigte er ſich mit dich- teriſchen Arbeiten, die er dann an der Univerſität Wien fortſetzte, an der er altdeutſche Sprache und Literatur (unter Richard Heinzel) und moderne Literatur (unter Jakob Minor) ſtu- dierte. 1896 begründete er mit meh- reren Freunden den Theaterverein „Jugend“, in deſſen Rahmen eine Reihe von modernen Werken zur öf- fentlichen Aufführung oder Vorleſung kamen. Jm Juli 1898 wurde er zum Dr. phil. promoviert; im September 1899 ging er als Supplent nach Brünn, wo er ſich auf ſeine Lehramts- prüfung vorbereitete, nach deren Er- ledigung (Juni 1900) er ſofort zum Profeſſor am Gymnaſium in Pola (Jſtrien) ernannt wurde. Jn dieſer meiſt von Jtalienern bewohnten Stadt lebte er ſehr zurückgezogen ſei- nen Studien und literariſchen Be- ſtrebungen und unternahm von hier aus größere Reiſen durch deutſche u. öſterreich. Gebiete. Seit dem 1. Sep- tember 1904 wirkt er als Profeſſor am Gymnaſium in Steyr. Außer einigen Werken über Literatur ver- öffentlichte er S: Ein ſchrecklicher Tag (Luſtſp., Manuſkr.), 1896. ‒ Homo (Märchenſp., Manuſkr.), 1897. ‒ Drol- lige Geſchichten, 1899. 2. A. u. d. T.: Mitternacht, 1905. ‒ Der tote Punkt (Bühnenſtück), 1901. Neue A. 1906. ‒ Das Narrenhaus (Luſtſp.), 1906. ‒ Deutſcher Literaturatlas, 1907. ‒ Öſterreichiſche Dichter-Gedenktage, 1908. ‒ Die Stadt der Lieder (Wie- ner R.), 1909. *Nagel, Vally, wurde am 9. Juni 1880 in Rothenburg a. d. Oder (Schle- ſien) als Tochter des altlutheriſchen Superintendenten Johannes N. ge- boren, der 1884 als Geiſtlicher an die Annenkirche in Berlin und 1891 an die Spitze des in Breslau beſindlichen Kirchenregiments der altlutheriſchen Kirche berufen ward, hier aber be- reits 1895 ſtarb. Vally vollendete hier den Beſuch der höheren Töchter- ſchule u. widmete ſich in den folgen- den Jahren beſonders muſikaliſchen Studien, da ſie beabſichtigte, Muſik- lehrerin zu werden. Jedoch ent- * 7

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 97. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/101>, abgerufen am 17.11.2018.