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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Naj
*Najmajer, Marie von,

wurde
am 3. Februar 1844 in Ofen (heut:
Budapest) als die Tochter des königl.
ungarischen Hofrats Franz von N.
geboren und verlebte als das einzige
Kind ihrer Eltern eine glückliche
Kindheit. Deutsch lernte sie erst in
Wien, wohin ihr Vater versetzt wor-
den war, und wo derselbe schon 1854
starb. Die Mutter, selbst eine Wiene-
rin, behielt nun ihren Wohnsitz in
Wien bei u. widmete sich ganz der Er-
ziehung ihres Kindes. Marie pflegte
mit großer Liebe Musik und Poesie.
Grillparzer, dem einige ihrer Gedichte
von seiner Freundin Josephine Fröh-
lich, der Gesanglehrerin Mariens,
vorgelegt wurden, ermunterte die
Dichterin auf das herzlichste zur
Herausgabe ihrer "Schneeglöckchen",
deren freundliche Aufnahme sie zu
weiterer Betätigung auf poetischem
Gebiete und zu eingehenden literari-
schen Studien veranlaßte. Die Dich-
terin hat ihren Wohnsitz in Wien bei-
behalten, ohne sich bei der Frauen-
bewegung werktätig zu beiteiligen,
trat aber doch mit Wort und Tat für
das Wohl der alleinstehenden, beson-
ders geistig arbeitenden Frauen ein,
um ihnen im Kampf ums Dasein Er-
leichterung zu gewähren. So rief sie
die erste Stipendiums-Stiftung für
weiblich Studierende an der Univer-
sität in Wien mit 7500 Gulden ins
Leben, half dem Verein der Schrift-
stellerinnen u. Künstlerinnen in Wien
durch eine erste Zuwendung von
10 000 Gulden einen selbständigen
Pensionsfonds gründen u. stiftete an
der ersten Gymnasial-Mädchenschule
in Wien einen Freiplatz mit 3000
Gulden. Sie starb am 25. Aug. 1904
in Aussee, wo sie sich zur Erholung
aufgehalten hatte. Den größten Teil
ihres Vermögens vermachte sie der
von ihr gegründeten u. ihren Namen
tragenden Stiftung für alleinstehende
Waisen von Staatsbeamten.

S:


Schneeglöckchen (Ge.), 1868. 2. Aufl.
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Nan
1872. - Gedichte. Neue Folge, 1872.
- Gurret-ül-Eyn (Ep. G.), 1874. -
Gräfin Ebba (Ep. G.), 1877. - Eine
Schwedenkönigin (Hist. R.); II, 1882.
- Johannisfeuer (D.), 1888. - Neue
Gedichte, 1890. - Hildegund (Bür-
gerliches Trsp.), 1899. - Der Stern
von Navarra (Hist. R.); II, 1900. -
Der Göttin Eigentum (Ge.), 1900. -
Kaiser Julian (Tr.), 1903. - Nach-
gelassene Gedichte, 1905. - Drama-
tischer Nachlaß (Hildegund. - Ännchen
von Tharau. - Der Goldschuh), 1907.

Nalli, Agathe,

bekannt unter
ihrem Mädchennamen Agathe Ru-
tenberg
und als Nally-Ruten-
berg,
wurde um 1840 in Berlin ge-
boren und erhielt von ihrem Vater,
einem begeisterten Jünger Pestalozzis,
eine sorgfältige Erziehung. Mit 15
Jahren fing sie an, ihre Gedanken in
Novellen und Erzählungen nieder-
zuschreiben und setzte diese Tätigkeit
auch fort, nachdem sie sich zur Lehre-
rin ausgebildet hatte und als solche
tätig war. Auf großen, ausgedehnten
Reisen lernte sie ganz Deutschland,
die Schweiz, England, Frankreich u.
Jtalien kennen. Jn Rom vermählte
sie sich mit einem Jtaliener, Fausto
Nalli, der als Beamter an einer dor-
tigen Bank angestellt war. Seitdem
hat sie ihren Wohnsitz in der Ewigen
Stadt, hat aber den Verkehr mit der
alten Heimat nicht abgebrochen, son-
dern kehrt noch häufig und selbst für
längere Zeit nach Berlin zurück.

S:


Rosa (Ein Lebensbild), 1857. - Allan
Orville (R.); III, 1858. - Novellen,
1861. - Die Rache einer Frau. Jn
Civita Vecchia (2 Nn.), 1890. - Was
die Wellen rauschen (Neue M.), 1896.
- Mein liebes altes Berlin (Erinne-
rungen), 1907. - Ragout fin (Nn.
vom Norden und Süden), 1908. -
Edelsteine aus der Märchenwelt, 2. A.
1909. - Sein totes Weib und andere
Novellen, 1910.

*Nann, Josefa,

wurde am 14. Ok-
tober 1864 in Achdorf an der Wutach

* 7*

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Naj
*Najmájer, Marie von,

wurde
am 3. Februar 1844 in Ofen (heut:
Budapeſt) als die Tochter des königl.
ungariſchen Hofrats Franz von N.
geboren und verlebte als das einzige
Kind ihrer Eltern eine glückliche
Kindheit. Deutſch lernte ſie erſt in
Wien, wohin ihr Vater verſetzt wor-
den war, und wo derſelbe ſchon 1854
ſtarb. Die Mutter, ſelbſt eine Wiene-
rin, behielt nun ihren Wohnſitz in
Wien bei u. widmete ſich ganz der Er-
ziehung ihres Kindes. Marie pflegte
mit großer Liebe Muſik und Poeſie.
Grillparzer, dem einige ihrer Gedichte
von ſeiner Freundin Joſephine Fröh-
lich, der Geſanglehrerin Mariens,
vorgelegt wurden, ermunterte die
Dichterin auf das herzlichſte zur
Herausgabe ihrer „Schneeglöckchen“,
deren freundliche Aufnahme ſie zu
weiterer Betätigung auf poetiſchem
Gebiete und zu eingehenden literari-
ſchen Studien veranlaßte. Die Dich-
terin hat ihren Wohnſitz in Wien bei-
behalten, ohne ſich bei der Frauen-
bewegung werktätig zu beiteiligen,
trat aber doch mit Wort und Tat für
das Wohl der alleinſtehenden, beſon-
ders geiſtig arbeitenden Frauen ein,
um ihnen im Kampf ums Daſein Er-
leichterung zu gewähren. So rief ſie
die erſte Stipendiums-Stiftung für
weiblich Studierende an der Univer-
ſität in Wien mit 7500 Gulden ins
Leben, half dem Verein der Schrift-
ſtellerinnen u. Künſtlerinnen in Wien
durch eine erſte Zuwendung von
10 000 Gulden einen ſelbſtändigen
Penſionsfonds gründen u. ſtiftete an
der erſten Gymnaſial-Mädchenſchule
in Wien einen Freiplatz mit 3000
Gulden. Sie ſtarb am 25. Aug. 1904
in Auſſee, wo ſie ſich zur Erholung
aufgehalten hatte. Den größten Teil
ihres Vermögens vermachte ſie der
von ihr gegründeten u. ihren Namen
tragenden Stiftung für alleinſtehende
Waiſen von Staatsbeamten.

S:


Schneeglöckchen (Ge.), 1868. 2. Aufl.
[Spaltenumbruch]

Nan
1872. ‒ Gedichte. Neue Folge, 1872.
‒ Gurret-ül-Eyn (Ep. G.), 1874. ‒
Gräfin Ebba (Ep. G.), 1877. ‒ Eine
Schwedenkönigin (Hiſt. R.); II, 1882.
‒ Johannisfeuer (D.), 1888. ‒ Neue
Gedichte, 1890. ‒ Hildegund (Bür-
gerliches Trſp.), 1899. ‒ Der Stern
von Navarra (Hiſt. R.); II, 1900. ‒
Der Göttin Eigentum (Ge.), 1900. ‒
Kaiſer Julian (Tr.), 1903. ‒ Nach-
gelaſſene Gedichte, 1905. ‒ Drama-
tiſcher Nachlaß (Hildegund. ‒ Ännchen
von Tharau. ‒ Der Goldſchuh), 1907.

Nalli, Agathe,

bekannt unter
ihrem Mädchennamen Agathe Ru-
tenberg
und als Nally-Ruten-
berg,
wurde um 1840 in Berlin ge-
boren und erhielt von ihrem Vater,
einem begeiſterten Jünger Peſtalozzis,
eine ſorgfältige Erziehung. Mit 15
Jahren fing ſie an, ihre Gedanken in
Novellen und Erzählungen nieder-
zuſchreiben und ſetzte dieſe Tätigkeit
auch fort, nachdem ſie ſich zur Lehre-
rin ausgebildet hatte und als ſolche
tätig war. Auf großen, ausgedehnten
Reiſen lernte ſie ganz Deutſchland,
die Schweiz, England, Frankreich u.
Jtalien kennen. Jn Rom vermählte
ſie ſich mit einem Jtaliener, Fauſto
Nalli, der als Beamter an einer dor-
tigen Bank angeſtellt war. Seitdem
hat ſie ihren Wohnſitz in der Ewigen
Stadt, hat aber den Verkehr mit der
alten Heimat nicht abgebrochen, ſon-
dern kehrt noch häufig und ſelbſt für
längere Zeit nach Berlin zurück.

S:


Roſa (Ein Lebensbild), 1857. ‒ Allan
Orville (R.); III, 1858. ‒ Novellen,
1861. ‒ Die Rache einer Frau. Jn
Civita Vecchia (2 Nn.), 1890. ‒ Was
die Wellen rauſchen (Neue M.), 1896.
‒ Mein liebes altes Berlin (Erinne-
rungen), 1907. ‒ Râgout fin (Nn.
vom Norden und Süden), 1908. ‒
Edelſteine aus der Märchenwelt, 2. A.
1909. ‒ Sein totes Weib und andere
Novellen, 1910.

*Nann, Joſefa,

wurde am 14. Ok-
tober 1864 in Achdorf an der Wutach

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[99/0103] Naj Nan *Najmájer, Marie von, wurde am 3. Februar 1844 in Ofen (heut: Budapeſt) als die Tochter des königl. ungariſchen Hofrats Franz von N. geboren und verlebte als das einzige Kind ihrer Eltern eine glückliche Kindheit. Deutſch lernte ſie erſt in Wien, wohin ihr Vater verſetzt wor- den war, und wo derſelbe ſchon 1854 ſtarb. Die Mutter, ſelbſt eine Wiene- rin, behielt nun ihren Wohnſitz in Wien bei u. widmete ſich ganz der Er- ziehung ihres Kindes. Marie pflegte mit großer Liebe Muſik und Poeſie. Grillparzer, dem einige ihrer Gedichte von ſeiner Freundin Joſephine Fröh- lich, der Geſanglehrerin Mariens, vorgelegt wurden, ermunterte die Dichterin auf das herzlichſte zur Herausgabe ihrer „Schneeglöckchen“, deren freundliche Aufnahme ſie zu weiterer Betätigung auf poetiſchem Gebiete und zu eingehenden literari- ſchen Studien veranlaßte. Die Dich- terin hat ihren Wohnſitz in Wien bei- behalten, ohne ſich bei der Frauen- bewegung werktätig zu beiteiligen, trat aber doch mit Wort und Tat für das Wohl der alleinſtehenden, beſon- ders geiſtig arbeitenden Frauen ein, um ihnen im Kampf ums Daſein Er- leichterung zu gewähren. So rief ſie die erſte Stipendiums-Stiftung für weiblich Studierende an der Univer- ſität in Wien mit 7500 Gulden ins Leben, half dem Verein der Schrift- ſtellerinnen u. Künſtlerinnen in Wien durch eine erſte Zuwendung von 10 000 Gulden einen ſelbſtändigen Penſionsfonds gründen u. ſtiftete an der erſten Gymnaſial-Mädchenſchule in Wien einen Freiplatz mit 3000 Gulden. Sie ſtarb am 25. Aug. 1904 in Auſſee, wo ſie ſich zur Erholung aufgehalten hatte. Den größten Teil ihres Vermögens vermachte ſie der von ihr gegründeten u. ihren Namen tragenden Stiftung für alleinſtehende Waiſen von Staatsbeamten. S: Schneeglöckchen (Ge.), 1868. 2. Aufl. 1872. ‒ Gedichte. Neue Folge, 1872. ‒ Gurret-ül-Eyn (Ep. G.), 1874. ‒ Gräfin Ebba (Ep. G.), 1877. ‒ Eine Schwedenkönigin (Hiſt. R.); II, 1882. ‒ Johannisfeuer (D.), 1888. ‒ Neue Gedichte, 1890. ‒ Hildegund (Bür- gerliches Trſp.), 1899. ‒ Der Stern von Navarra (Hiſt. R.); II, 1900. ‒ Der Göttin Eigentum (Ge.), 1900. ‒ Kaiſer Julian (Tr.), 1903. ‒ Nach- gelaſſene Gedichte, 1905. ‒ Drama- tiſcher Nachlaß (Hildegund. ‒ Ännchen von Tharau. ‒ Der Goldſchuh), 1907. Nalli, Agathe, bekannt unter ihrem Mädchennamen Agathe Ru- tenberg und als Nally-Ruten- berg, wurde um 1840 in Berlin ge- boren und erhielt von ihrem Vater, einem begeiſterten Jünger Peſtalozzis, eine ſorgfältige Erziehung. Mit 15 Jahren fing ſie an, ihre Gedanken in Novellen und Erzählungen nieder- zuſchreiben und ſetzte dieſe Tätigkeit auch fort, nachdem ſie ſich zur Lehre- rin ausgebildet hatte und als ſolche tätig war. Auf großen, ausgedehnten Reiſen lernte ſie ganz Deutſchland, die Schweiz, England, Frankreich u. Jtalien kennen. Jn Rom vermählte ſie ſich mit einem Jtaliener, Fauſto Nalli, der als Beamter an einer dor- tigen Bank angeſtellt war. Seitdem hat ſie ihren Wohnſitz in der Ewigen Stadt, hat aber den Verkehr mit der alten Heimat nicht abgebrochen, ſon- dern kehrt noch häufig und ſelbſt für längere Zeit nach Berlin zurück. S: Roſa (Ein Lebensbild), 1857. ‒ Allan Orville (R.); III, 1858. ‒ Novellen, 1861. ‒ Die Rache einer Frau. Jn Civita Vecchia (2 Nn.), 1890. ‒ Was die Wellen rauſchen (Neue M.), 1896. ‒ Mein liebes altes Berlin (Erinne- rungen), 1907. ‒ Râgout fin (Nn. vom Norden und Süden), 1908. ‒ Edelſteine aus der Märchenwelt, 2. A. 1909. ‒ Sein totes Weib und andere Novellen, 1910. *Nann, Joſefa, wurde am 14. Ok- tober 1864 in Achdorf an der Wutach * 7*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 99. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/103>, abgerufen am 22.02.2019.