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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Netz
Netz, Paul,

Pseud. für Gustav
Billig;
s. d.!

Neubauer, Karl,

geb. am 30. Juli
1877 in Protiwin (Böhmen) als
Sohn eines fürstlich Schwarzenberg-
schen Beamten, besuchte das Gym-
nasium in Krumau, studierte darauf
in Wien Jurisprudenz und wurde
1899 zum Dr. jur. promoviert. Dann
wandte er sich dem Studium der ger-
manischen u. romanischen Philologie
zu, erwarb sich 1902 auch die Würde
eines Dr. phil. und war während
des Winters 1902-03 als Supplent
an einer Wiener Privatrealschule
tätig. Aus Rücksicht auf seinen lei-
denden Zustand entsagte er dem Leh-
rerberufe und trat Ende Mai 1903
als Praktikant bei der Bibliothek der
k. k. Technischen Hochschule ein. Als
Kritiker und Essayist war er nebenher
für die verschiedensten deutschen
Blätter tätig. Ein jäher Tod riß ihn
am 7. April 1907 dahin, nachdem er
erst wenige Monate vorher den Bund
der Ehe geschlossen hatte.

S:

Ge-
dichte, 1903.

*Neubauer, Ernst Rudolf,

* am
14. April 1828 zu Jglau in Mähren,
besuchte das Gymnasium seiner Va-
terstadt, studierte später in Wien,
wo er während der Revolution 1848
als Korpsadjutant bei der akademi-
schen Legion diente, Jurisprudenz
und Philosophie, wandte sich 1849
dem Lehrfache zu und wurde 1851
Gymnasiallehrer in Czernowitz, wo
er nahezu ein Vierteljahrhundert in
höchst anregender Weise so ziemlich
alle Disziplinen lehrte, auch neben-
bei 1862-68 die Zeitung "Bukowina"
redigierte. Jm Jahre 1874 wurde
er Leiter des k. k. Gymnasiums zu
Radautz, trat 1884 mit dem Titel
eines Schulrats in den Ruhestand u.
starb daselbst am 4. Mai 1890. N.
ist auch wiederholt als Jmprovisa-
tor aufgetreten; doch haben ihn seine
amtlichen Pflichten verhindert, seine
Kunst, in der er jedem seiner Vor-
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Neu
gänger ebenbürtig zur Seite stand,
in weitere Kreise zu tragen. Am 27.
Juni 1891 wurde ihm von Freunden
ein imposantes Grabdenkmal gesetzt.

S:

Schilf und Weide (Ge.), 1847. -
Österreichische Lieder, 1849. - Lieder
aus der Bukowina; II, 1869-72. -
Anakreons Oden, metrisch übersetzt
1876. - Nogaja oder: Die Steppen-
schlacht (Ep. G.), 1876. - Die Jdeo-
nen (G.), 1882. - Verschiedene histo-
rische und ethnographische Schriften.

Neubaur, Franz,

geb. am 4. Jan.
1876 in Warmbrunn (Schlesien), lebte
(1900) als Journalist in Hirschberg,
1902 in Neu-Ruppin, 1903 in Schles-
wig.

S:

Der Faun (Verslustspiel),
1900. - Phrasen (Komödie), 1901.

*Neubert-Drobisch, Walther,


wurde am 30. Juni (18. Juni a. St.)
1865 als Sohn deutscher Eltern in
Bogojawslenski-Sawod im Gouver-
nement Orenburg (Rußl.) geb. Sein
Vater Eduard Neubert war dort
(1859-69) Generaldirektor der gräf-
lich Paschkoffschen Gruben, seine Mut-
ter Fanny, geb. Drobisch, stammte
aus Leipzig. Seine bewußte Kindheit
verlebte Walther N. 1870-77 in
Schmalkalden, wo der Vater inzwi-
schen Mitbesitzer einer Maschinen-
fabrik geworden war, besuchte hier
die Realschule und ging 1877 nach
Leipzig zu seinem Großvater, dem
bekannten Philosophen und Mathe-
matiker Moritz Wilhelm Drobisch.
Nachdem er hier bis Michaelis 1879
die Nikolaischule und danach das
Stiftsgymnasium in Merseburg be-
sucht hatte, studierte er von Oftern
1887-90 in Heidelberg, Leipzig und
Bonn Rechts- und Staatswissenschaf-
ten, bestand im Juni 1891 in Köln
das erste juristische Examen und er-
langte im Dezember 1891 die Würde
eines Dr. jur. Er arbeitete als Re-
ferendar an verschiedenen Gerichten
des Oberlandesgerichtsbezirks Kassel,
gab aber nach dem Tode seiner El-
tern die juristische Laufbahn auf, um

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Netz
Netz, Paul,

Pſeud. für Guſtav
Billig;
ſ. d.!

Neubauer, Karl,

geb. am 30. Juli
1877 in Protiwin (Böhmen) als
Sohn eines fürſtlich Schwarzenberg-
ſchen Beamten, beſuchte das Gym-
naſium in Krumau, ſtudierte darauf
in Wien Jurisprudenz und wurde
1899 zum Dr. jur. promoviert. Dann
wandte er ſich dem Studium der ger-
maniſchen u. romaniſchen Philologie
zu, erwarb ſich 1902 auch die Würde
eines Dr. phil. und war während
des Winters 1902-03 als Supplent
an einer Wiener Privatrealſchule
tätig. Aus Rückſicht auf ſeinen lei-
denden Zuſtand entſagte er dem Leh-
rerberufe und trat Ende Mai 1903
als Praktikant bei der Bibliothek der
k. k. Techniſchen Hochſchule ein. Als
Kritiker und Eſſayiſt war er nebenher
für die verſchiedenſten deutſchen
Blätter tätig. Ein jäher Tod riß ihn
am 7. April 1907 dahin, nachdem er
erſt wenige Monate vorher den Bund
der Ehe geſchloſſen hatte.

S:

Ge-
dichte, 1903.

*Neubauer, Ernſt Rudolf,

* am
14. April 1828 zu Jglau in Mähren,
beſuchte das Gymnaſium ſeiner Va-
terſtadt, ſtudierte ſpäter in Wien,
wo er während der Revolution 1848
als Korpsadjutant bei der akademi-
ſchen Legion diente, Jurisprudenz
und Philoſophie, wandte ſich 1849
dem Lehrfache zu und wurde 1851
Gymnaſiallehrer in Czernowitz, wo
er nahezu ein Vierteljahrhundert in
höchſt anregender Weiſe ſo ziemlich
alle Disziplinen lehrte, auch neben-
bei 1862‒68 die Zeitung „Bukowina“
redigierte. Jm Jahre 1874 wurde
er Leiter des k. k. Gymnaſiums zu
Radautz, trat 1884 mit dem Titel
eines Schulrats in den Ruheſtand u.
ſtarb daſelbſt am 4. Mai 1890. N.
iſt auch wiederholt als Jmproviſa-
tor aufgetreten; doch haben ihn ſeine
amtlichen Pflichten verhindert, ſeine
Kunſt, in der er jedem ſeiner Vor-
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Neu
gänger ebenbürtig zur Seite ſtand,
in weitere Kreiſe zu tragen. Am 27.
Juni 1891 wurde ihm von Freunden
ein impoſantes Grabdenkmal geſetzt.

S:

Schilf und Weide (Ge.), 1847. ‒
Öſterreichiſche Lieder, 1849. ‒ Lieder
aus der Bukowina; II, 1869‒72. ‒
Anakreons Oden, metriſch überſetzt
1876. ‒ Nogaja oder: Die Steppen-
ſchlacht (Ep. G.), 1876. ‒ Die Jdeo-
nen (G.), 1882. ‒ Verſchiedene hiſto-
riſche und ethnographiſche Schriften.

Neubaur, Franz,

geb. am 4. Jan.
1876 in Warmbrunn (Schleſien), lebte
(1900) als Journaliſt in Hirſchberg,
1902 in Neu-Ruppin, 1903 in Schles-
wig.

S:

Der Faun (Versluſtſpiel),
1900. ‒ Phraſen (Komödie), 1901.

*Neubert-Drobiſch, Walther,


wurde am 30. Juni (18. Juni a. St.)
1865 als Sohn deutſcher Eltern in
Bogojawslenski-Sawod im Gouver-
nement Orenburg (Rußl.) geb. Sein
Vater Eduard Neubert war dort
(1859‒69) Generaldirektor der gräf-
lich Paſchkoffſchen Gruben, ſeine Mut-
ter Fanny, geb. Drobiſch, ſtammte
aus Leipzig. Seine bewußte Kindheit
verlebte Walther N. 1870‒77 in
Schmalkalden, wo der Vater inzwi-
ſchen Mitbeſitzer einer Maſchinen-
fabrik geworden war, beſuchte hier
die Realſchule und ging 1877 nach
Leipzig zu ſeinem Großvater, dem
bekannten Philoſophen und Mathe-
matiker Moritz Wilhelm Drobiſch.
Nachdem er hier bis Michaelis 1879
die Nikolaiſchule und danach das
Stiftsgymnaſium in Merſeburg be-
ſucht hatte, ſtudierte er von Oftern
1887‒90 in Heidelberg, Leipzig und
Bonn Rechts- und Staatswiſſenſchaf-
ten, beſtand im Juni 1891 in Köln
das erſte juriſtiſche Examen und er-
langte im Dezember 1891 die Würde
eines Dr. jur. Er arbeitete als Re-
ferendar an verſchiedenen Gerichten
des Oberlandesgerichtsbezirks Kaſſel,
gab aber nach dem Tode ſeiner El-
tern die juriſtiſche Laufbahn auf, um

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[115/0119] Netz Neu Netz, Paul, Pſeud. für Guſtav Billig; ſ. d.! Neubauer, Karl, geb. am 30. Juli 1877 in Protiwin (Böhmen) als Sohn eines fürſtlich Schwarzenberg- ſchen Beamten, beſuchte das Gym- naſium in Krumau, ſtudierte darauf in Wien Jurisprudenz und wurde 1899 zum Dr. jur. promoviert. Dann wandte er ſich dem Studium der ger- maniſchen u. romaniſchen Philologie zu, erwarb ſich 1902 auch die Würde eines Dr. phil. und war während des Winters 1902-03 als Supplent an einer Wiener Privatrealſchule tätig. Aus Rückſicht auf ſeinen lei- denden Zuſtand entſagte er dem Leh- rerberufe und trat Ende Mai 1903 als Praktikant bei der Bibliothek der k. k. Techniſchen Hochſchule ein. Als Kritiker und Eſſayiſt war er nebenher für die verſchiedenſten deutſchen Blätter tätig. Ein jäher Tod riß ihn am 7. April 1907 dahin, nachdem er erſt wenige Monate vorher den Bund der Ehe geſchloſſen hatte. S: Ge- dichte, 1903. *Neubauer, Ernſt Rudolf, * am 14. April 1828 zu Jglau in Mähren, beſuchte das Gymnaſium ſeiner Va- terſtadt, ſtudierte ſpäter in Wien, wo er während der Revolution 1848 als Korpsadjutant bei der akademi- ſchen Legion diente, Jurisprudenz und Philoſophie, wandte ſich 1849 dem Lehrfache zu und wurde 1851 Gymnaſiallehrer in Czernowitz, wo er nahezu ein Vierteljahrhundert in höchſt anregender Weiſe ſo ziemlich alle Disziplinen lehrte, auch neben- bei 1862‒68 die Zeitung „Bukowina“ redigierte. Jm Jahre 1874 wurde er Leiter des k. k. Gymnaſiums zu Radautz, trat 1884 mit dem Titel eines Schulrats in den Ruheſtand u. ſtarb daſelbſt am 4. Mai 1890. N. iſt auch wiederholt als Jmproviſa- tor aufgetreten; doch haben ihn ſeine amtlichen Pflichten verhindert, ſeine Kunſt, in der er jedem ſeiner Vor- gänger ebenbürtig zur Seite ſtand, in weitere Kreiſe zu tragen. Am 27. Juni 1891 wurde ihm von Freunden ein impoſantes Grabdenkmal geſetzt. S: Schilf und Weide (Ge.), 1847. ‒ Öſterreichiſche Lieder, 1849. ‒ Lieder aus der Bukowina; II, 1869‒72. ‒ Anakreons Oden, metriſch überſetzt 1876. ‒ Nogaja oder: Die Steppen- ſchlacht (Ep. G.), 1876. ‒ Die Jdeo- nen (G.), 1882. ‒ Verſchiedene hiſto- riſche und ethnographiſche Schriften. Neubaur, Franz, geb. am 4. Jan. 1876 in Warmbrunn (Schleſien), lebte (1900) als Journaliſt in Hirſchberg, 1902 in Neu-Ruppin, 1903 in Schles- wig. S: Der Faun (Versluſtſpiel), 1900. ‒ Phraſen (Komödie), 1901. *Neubert-Drobiſch, Walther, wurde am 30. Juni (18. Juni a. St.) 1865 als Sohn deutſcher Eltern in Bogojawslenski-Sawod im Gouver- nement Orenburg (Rußl.) geb. Sein Vater Eduard Neubert war dort (1859‒69) Generaldirektor der gräf- lich Paſchkoffſchen Gruben, ſeine Mut- ter Fanny, geb. Drobiſch, ſtammte aus Leipzig. Seine bewußte Kindheit verlebte Walther N. 1870‒77 in Schmalkalden, wo der Vater inzwi- ſchen Mitbeſitzer einer Maſchinen- fabrik geworden war, beſuchte hier die Realſchule und ging 1877 nach Leipzig zu ſeinem Großvater, dem bekannten Philoſophen und Mathe- matiker Moritz Wilhelm Drobiſch. Nachdem er hier bis Michaelis 1879 die Nikolaiſchule und danach das Stiftsgymnaſium in Merſeburg be- ſucht hatte, ſtudierte er von Oftern 1887‒90 in Heidelberg, Leipzig und Bonn Rechts- und Staatswiſſenſchaf- ten, beſtand im Juni 1891 in Köln das erſte juriſtiſche Examen und er- langte im Dezember 1891 die Würde eines Dr. jur. Er arbeitete als Re- ferendar an verſchiedenen Gerichten des Oberlandesgerichtsbezirks Kaſſel, gab aber nach dem Tode ſeiner El- tern die juriſtiſche Laufbahn auf, um * 8*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 115. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/119>, abgerufen am 23.02.2019.