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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Basel vorzugsweise Nationalökono-
mie, erwarb sich im Winter 1894-95
in Bern die Würde eines Dr. phil.
und ging dann für kurze Zeit als
Redakteur nach Leipzig, worauf er
wieder nach Bern zurückkehrte. Jn
der Folgezeit unternahm er große
Studienreisen nach den Niederlan-
den (1896), nach Siebenbürgen und
Rumänien (1899), und Wanderungen
in die Schweiz und die angrenzenden
Länder, sowie Hochgebirgstouren,
die er in mehreren besonderen Schrif-
ten beschrieb. Jm Jahre 1901 wurde
er zum Mitgliede der Matschappij der
Nederlandsche Letterkunde in Leyden
gewählt. Seit 1906 lebt N. wieder
in Siebenbürgen, zumeist in Her-
mannstadt. Außer mehreren histori-
schen Werken veröffentlichte er unter
seinem Namen

S:

Herzog Bernhards
Mission (Dramat. Szene), 1892. -
Die Heimkehr (Dr.), 1893. - Ein
Opfer (Dr.), 1894. - Sonnenunter-
gang (Dr.), 1894. - Die Studentin
(Lsp.), 1897. - Freiheit! (Dr.), 1897.
- Ein Alpenmärchen (Dram. D.),
1898. - Lieder, 1898. - Der Zeiten
Wende (Dr. mit e. Vorsp.), 1902.

*Nissel, Franz,

wurde am 14. März
1831 zu Wien, gelegentlich einer
Durchreise seiner Eltern durch diese
Stadt, geboren. Sein Vater Joseph
N., unter dem Namen Korner ein
beliebtes Mitglied der ersten Pro-
vinzialtheater, kam 1844 an das
Wiener Hofburgtheater, an dem er
bis zu seinem Tode tätig war; auch
seine Mutter gehörte bis zu des Va-
ters Übersiedelung nach Wien als
Schauspielerin und Sängerin der
Bühne an. Kein Wunder, daß der
Sohn frühzeitig mit der Bühne ver-
traut und zum Schaffen für dieselbe
angeregt wurde. Nachdem er die
Wiener Normalschule besucht, absol-
vierte er das Gymnasium zu den
Schotten mit bestem Erfolge, mußte
aber den Gedanken an öffentliche u.
regelmäßige Studien aufgeben, da
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ein heftig ausbrechendes Brustübel,
welches lange sehr bedenklich schien,
ihn durch mehrere Jahre zu äußer-
ster Schonung zwang. So blieb N.
fortan auf Selbstbildung angewie-
sen und widmete sich schließlich ganz
dem dichterischen Berufe. Nach ver-
schiedenen, nur als Studien zu be-
trachtenden Jugendarbeiten, wohin
auch die beiden mit Sigmund Schle-
singer gemeinsam verfaßten Trauer-
spiele "Die Jnquisitoren" u. "Nar-
ziß, der Freigelassene" gehören, öff-
neten sich N. im September 1856 die
Pforten des Wiener Hofburgthea-
ters, u. sein Schauspiel "Ein Wohl-
täter" wurde mit durchschlagendem
Erfolge aufgeführt. Dasselbe erhielt
sich lange auf dem Repertoir und
wurde auch auf vielen größeren deut-
schen Bühnen gegeben. Dieser Er-
folg ermutigte N. zu weiterem Schaf-
fen, u. es entstanden bis zum Jahre
1864 eine Reihe von Dramen. Dann
aber trat eine lange Pause ein. N.
hatte sich, nachdem ein Wanderleben
ihn seit 1859 durch verschiedene Teile
Österreichs, Deutschlands und in die
Schweiz geführt hatte, 1863 in Salz-
burg mit einer jungen Witwe, der
Opernsängerin Serafine Konrad,
geborenen Baronesse Binder v. Krie-
gelstein, vermählt, lebte mit derselben
in Salzburg, Graz und zuletzt im
Schlosse ihres Vaters in St. Georgen
bei Wildon in Steiermark, wo sie ihm
im Februar 1868, erst 29 Jahre alt,
durch den Tod entrissen ward. Drei
Kinder im zartesten Alter hatte sie
ihm hinterlassen. Da gleichzeitig
seine Gesundung eine abermalige,
nachhaltige Erschütterung erfuhr, so
trat eine sehr traurige Periode der
bittersten Sorgen ein, welche der
dichterischen Stimmung nicht gün-
stig war. Gleichwohl entstanden in
den nächsten Jahren einige Dramen,
die aber nicht zur Aufführung ge-
langten. Um sein 1877 vollendetes
Trauerspiel "Agnes v. Meran" nicht

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Baſel vorzugsweiſe Nationalökono-
mie, erwarb ſich im Winter 1894‒95
in Bern die Würde eines Dr. phil.
und ging dann für kurze Zeit als
Redakteur nach Leipzig, worauf er
wieder nach Bern zurückkehrte. Jn
der Folgezeit unternahm er große
Studienreiſen nach den Niederlan-
den (1896), nach Siebenbürgen und
Rumänien (1899), und Wanderungen
in die Schweiz und die angrenzenden
Länder, ſowie Hochgebirgstouren,
die er in mehreren beſonderen Schrif-
ten beſchrieb. Jm Jahre 1901 wurde
er zum Mitgliede der Matſchappij der
Nederlandſche Letterkunde in Leyden
gewählt. Seit 1906 lebt N. wieder
in Siebenbürgen, zumeiſt in Her-
mannſtadt. Außer mehreren hiſtori-
ſchen Werken veröffentlichte er unter
ſeinem Namen

S:

Herzog Bernhards
Miſſion (Dramat. Szene), 1892. ‒
Die Heimkehr (Dr.), 1893. ‒ Ein
Opfer (Dr.), 1894. ‒ Sonnenunter-
gang (Dr.), 1894. ‒ Die Studentin
(Lſp.), 1897. ‒ Freiheit! (Dr.), 1897.
‒ Ein Alpenmärchen (Dram. D.),
1898. ‒ Lieder, 1898. ‒ Der Zeiten
Wende (Dr. mit e. Vorſp.), 1902.

*Niſſel, Franz,

wurde am 14. März
1831 zu Wien, gelegentlich einer
Durchreiſe ſeiner Eltern durch dieſe
Stadt, geboren. Sein Vater Joſeph
N., unter dem Namen Korner ein
beliebtes Mitglied der erſten Pro-
vinzialtheater, kam 1844 an das
Wiener Hofburgtheater, an dem er
bis zu ſeinem Tode tätig war; auch
ſeine Mutter gehörte bis zu des Va-
ters Überſiedelung nach Wien als
Schauſpielerin und Sängerin der
Bühne an. Kein Wunder, daß der
Sohn frühzeitig mit der Bühne ver-
traut und zum Schaffen für dieſelbe
angeregt wurde. Nachdem er die
Wiener Normalſchule beſucht, abſol-
vierte er das Gymnaſium zu den
Schotten mit beſtem Erfolge, mußte
aber den Gedanken an öffentliche u.
regelmäßige Studien aufgeben, da
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ein heftig ausbrechendes Bruſtübel,
welches lange ſehr bedenklich ſchien,
ihn durch mehrere Jahre zu äußer-
ſter Schonung zwang. So blieb N.
fortan auf Selbſtbildung angewie-
ſen und widmete ſich ſchließlich ganz
dem dichteriſchen Berufe. Nach ver-
ſchiedenen, nur als Studien zu be-
trachtenden Jugendarbeiten, wohin
auch die beiden mit Sigmund Schle-
ſinger gemeinſam verfaßten Trauer-
ſpiele „Die Jnquiſitoren“ u. „Nar-
ziß, der Freigelaſſene“ gehören, öff-
neten ſich N. im September 1856 die
Pforten des Wiener Hofburgthea-
ters, u. ſein Schauſpiel „Ein Wohl-
täter“ wurde mit durchſchlagendem
Erfolge aufgeführt. Dasſelbe erhielt
ſich lange auf dem Repertoir und
wurde auch auf vielen größeren deut-
ſchen Bühnen gegeben. Dieſer Er-
folg ermutigte N. zu weiterem Schaf-
fen, u. es entſtanden bis zum Jahre
1864 eine Reihe von Dramen. Dann
aber trat eine lange Pauſe ein. N.
hatte ſich, nachdem ein Wanderleben
ihn ſeit 1859 durch verſchiedene Teile
Öſterreichs, Deutſchlands und in die
Schweiz geführt hatte, 1863 in Salz-
burg mit einer jungen Witwe, der
Opernſängerin Serafine Konrad,
geborenen Baroneſſe Binder v. Krie-
gelſtein, vermählt, lebte mit derſelben
in Salzburg, Graz und zuletzt im
Schloſſe ihres Vaters in St. Georgen
bei Wildon in Steiermark, wo ſie ihm
im Februar 1868, erſt 29 Jahre alt,
durch den Tod entriſſen ward. Drei
Kinder im zarteſten Alter hatte ſie
ihm hinterlaſſen. Da gleichzeitig
ſeine Geſundung eine abermalige,
nachhaltige Erſchütterung erfuhr, ſo
trat eine ſehr traurige Periode der
bitterſten Sorgen ein, welche der
dichteriſchen Stimmung nicht gün-
ſtig war. Gleichwohl entſtanden in
den nächſten Jahren einige Dramen,
die aber nicht zur Aufführung ge-
langten. Um ſein 1877 vollendetes
Trauerſpiel „Agnes v. Meran“ nicht

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[142/0146] Niſ Niſ Baſel vorzugsweiſe Nationalökono- mie, erwarb ſich im Winter 1894‒95 in Bern die Würde eines Dr. phil. und ging dann für kurze Zeit als Redakteur nach Leipzig, worauf er wieder nach Bern zurückkehrte. Jn der Folgezeit unternahm er große Studienreiſen nach den Niederlan- den (1896), nach Siebenbürgen und Rumänien (1899), und Wanderungen in die Schweiz und die angrenzenden Länder, ſowie Hochgebirgstouren, die er in mehreren beſonderen Schrif- ten beſchrieb. Jm Jahre 1901 wurde er zum Mitgliede der Matſchappij der Nederlandſche Letterkunde in Leyden gewählt. Seit 1906 lebt N. wieder in Siebenbürgen, zumeiſt in Her- mannſtadt. Außer mehreren hiſtori- ſchen Werken veröffentlichte er unter ſeinem Namen S: Herzog Bernhards Miſſion (Dramat. Szene), 1892. ‒ Die Heimkehr (Dr.), 1893. ‒ Ein Opfer (Dr.), 1894. ‒ Sonnenunter- gang (Dr.), 1894. ‒ Die Studentin (Lſp.), 1897. ‒ Freiheit! (Dr.), 1897. ‒ Ein Alpenmärchen (Dram. D.), 1898. ‒ Lieder, 1898. ‒ Der Zeiten Wende (Dr. mit e. Vorſp.), 1902. *Niſſel, Franz, wurde am 14. März 1831 zu Wien, gelegentlich einer Durchreiſe ſeiner Eltern durch dieſe Stadt, geboren. Sein Vater Joſeph N., unter dem Namen Korner ein beliebtes Mitglied der erſten Pro- vinzialtheater, kam 1844 an das Wiener Hofburgtheater, an dem er bis zu ſeinem Tode tätig war; auch ſeine Mutter gehörte bis zu des Va- ters Überſiedelung nach Wien als Schauſpielerin und Sängerin der Bühne an. Kein Wunder, daß der Sohn frühzeitig mit der Bühne ver- traut und zum Schaffen für dieſelbe angeregt wurde. Nachdem er die Wiener Normalſchule beſucht, abſol- vierte er das Gymnaſium zu den Schotten mit beſtem Erfolge, mußte aber den Gedanken an öffentliche u. regelmäßige Studien aufgeben, da ein heftig ausbrechendes Bruſtübel, welches lange ſehr bedenklich ſchien, ihn durch mehrere Jahre zu äußer- ſter Schonung zwang. So blieb N. fortan auf Selbſtbildung angewie- ſen und widmete ſich ſchließlich ganz dem dichteriſchen Berufe. Nach ver- ſchiedenen, nur als Studien zu be- trachtenden Jugendarbeiten, wohin auch die beiden mit Sigmund Schle- ſinger gemeinſam verfaßten Trauer- ſpiele „Die Jnquiſitoren“ u. „Nar- ziß, der Freigelaſſene“ gehören, öff- neten ſich N. im September 1856 die Pforten des Wiener Hofburgthea- ters, u. ſein Schauſpiel „Ein Wohl- täter“ wurde mit durchſchlagendem Erfolge aufgeführt. Dasſelbe erhielt ſich lange auf dem Repertoir und wurde auch auf vielen größeren deut- ſchen Bühnen gegeben. Dieſer Er- folg ermutigte N. zu weiterem Schaf- fen, u. es entſtanden bis zum Jahre 1864 eine Reihe von Dramen. Dann aber trat eine lange Pauſe ein. N. hatte ſich, nachdem ein Wanderleben ihn ſeit 1859 durch verſchiedene Teile Öſterreichs, Deutſchlands und in die Schweiz geführt hatte, 1863 in Salz- burg mit einer jungen Witwe, der Opernſängerin Serafine Konrad, geborenen Baroneſſe Binder v. Krie- gelſtein, vermählt, lebte mit derſelben in Salzburg, Graz und zuletzt im Schloſſe ihres Vaters in St. Georgen bei Wildon in Steiermark, wo ſie ihm im Februar 1868, erſt 29 Jahre alt, durch den Tod entriſſen ward. Drei Kinder im zarteſten Alter hatte ſie ihm hinterlaſſen. Da gleichzeitig ſeine Geſundung eine abermalige, nachhaltige Erſchütterung erfuhr, ſo trat eine ſehr traurige Periode der bitterſten Sorgen ein, welche der dichteriſchen Stimmung nicht gün- ſtig war. Gleichwohl entſtanden in den nächſten Jahren einige Dramen, die aber nicht zur Aufführung ge- langten. Um ſein 1877 vollendetes Trauerſpiel „Agnes v. Meran“ nicht *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 142. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/146>, abgerufen am 23.02.2019.