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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Nyd
Senn und Käser. Auf freiem Felde,
beim Überwachen des Viehes, folgte
er nicht nur dem Drange nach Wei-
terbildung, sondern es entstanden
dabei auch kleine berndeutsche Ge-
dichte, welche Rudolf Jenny, der
Verleger der "Schweizerischen Dorf-
zeitung" in Bern gern zum Abdruck
brachte. Bis zum Jahre 1874 blieb
R. in seinem Berufe, und er hat diese
Jahre redlich benutzt, sich unter Lei-
tung des Lehrers Christian Habegger
und des Pfarrers L. Frank wissen-
schaftlich weiterzubilden. Dann folgte
er einem Rufe Arnold Lang's (s. d.!)
in die Redaktion der "Berner Tages-
post", blieb aber nur anderthalb
Jahre in Bern und machte sich dar-
auf selbständig. Er erwarb in Kilch-
berg eine kleine Druckerei, übernahm
die Redaktion der in seinen Besitz über-
gegangenen "Schweizerischen Dorf-
zeitung", kaufte 1877 die Druckerei
in Herzogenbuchsee samt dem Verlage
der "Berner Volkszeitung" und gab
beide Blätter u. d. T. "Buchsi-Zytig"
heraus. Seine scharfe Opposition
zur Regierung und zu den Behörden
brachte ihn in mancherlei Konflikte,
so daß er 1882 sein Geschäft verkaufte
u. zum freien Schriftstellertum über-
ging. Seine Tätigkeit galt von 1885
bis zu seinem Tode besonders der
"Schweizerischen Wochenzeitung" in
Zürich. Seinen Wohnsitz nahm N. in
Niederönz bei Herzogenbuchsee, sie-
delte aber 1898 wegen der Ausbil-
dung u. Förderung seiner acht Kin-
der nach Zürich über, wo er am 5.
Mai 1909 starb. Er gab 1875-76 den
"Schweizerischen Dorfkalender", 1880
den "Berner Volkskalender", 1885
den Kalender "Wilhelm Tell", 1894
bis 1897 den "Joggeli-Kalender"
heraus.

S:

Tannmatter (E.), 1878.
- Bei der Kessigrube (3 En.), 1885. -
Der Leierkasten (Hum. Ge.), 1888. -
Hansli und Hans (E.), 1891. 3. A.
1898. - Der wilde Hämmel (E.), 1892.
3. A. 1898. - Welsch Zung ist untrüw
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Obe
(E.), 1893. - Hans de Chühjer, oder:
Uese Muni hat's (E.), 1894. - Thürst
am Schwendelberg (in mundarl. V.),
1894. - Ein Liebesopfer. Unstet und
flüchtig (2 En.), 1901.

O., M. von,

Pseud. für Marga-
rete von Oertzen;
s. d.!

Oben, J. von,

Pseud. für Hed-
wig Knüpfer;
s. d.!

*Oberbreyer, Max,

geb. am 24.
Juni 1851 (nicht: 1854) zu Magde-
burg als der einzige Sohn eines Kauf-
manns u. späteren Rentiers, besuchte
das königl. Domgymnasium daselbst
und das fürstliche Gymnasium in
Rudolstadt, studierte seit Ostern 1872
in Leipzig, Heidelberg, Halle u. Ber-
lin Geschichte u. klassische Philologie
u. erwarb sich 1875 in Berlin durch
eine Arbeit über Tacitus die philo-
sophische Doktorwürde. Nach größe-
ren, zur weiteren Ausbildung unter-
nommenen Reisen war er zuerst
Gymnasiallehrer in Berlin, dann
kommissarischer Kreisschulinspektor in
Düsseldorf-Krefeld u. darauf wieder
bei der Schulverwaltung in Berlin
beschäftigt. Ende 1878 verließ er den
Staatsdienst, um sich dem Beruse
eines Schriftstellers zu widmen, sie-
delte 1880 nach Magdeburg über, wo
er vier Jahre lang als Journalist u.
Redakteur tätig war, u. nahm dann
seinen Wohnsitz in Leipzig. Die thü-
ringische Stadt Saalburg, der er
nach einem großen Brande besondere
Dienste auf humanitärem Gebiete
geleistet, ernannte ihn 1886 znm
Ehrenbürger, wie ihn denn auch 1900
der deutsch-österreichische "Scheffel-
bund", die "Neue musikalisch-litera-
rische Gesellschaft" nnd die Leipziger
Schriftsteller- und Künstlergesellschaft
"Symposion" durch Verleihung der
Ehrenmitgliedschaft auszeichneten.
Nach dem Tode seiner greisen Mutter
siedelte er 1904 von Leipzig nach
Dresden über.

S:

Humoristische Ge-
dichte, 1876. - Abriß der deutschen

* 11*


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Senn und Käſer. Auf freiem Felde,
beim Überwachen des Viehes, folgte
er nicht nur dem Drange nach Wei-
terbildung, ſondern es entſtanden
dabei auch kleine berndeutſche Ge-
dichte, welche Rudolf Jenny, der
Verleger der „Schweizeriſchen Dorf-
zeitung“ in Bern gern zum Abdruck
brachte. Bis zum Jahre 1874 blieb
R. in ſeinem Berufe, und er hat dieſe
Jahre redlich benutzt, ſich unter Lei-
tung des Lehrers Chriſtian Habegger
und des Pfarrers L. Frank wiſſen-
ſchaftlich weiterzubilden. Dann folgte
er einem Rufe Arnold Lang’s (ſ. d.!)
in die Redaktion der „Berner Tages-
poſt“, blieb aber nur anderthalb
Jahre in Bern und machte ſich dar-
auf ſelbſtändig. Er erwarb in Kilch-
berg eine kleine Druckerei, übernahm
die Redaktion der in ſeinen Beſitz über-
gegangenen „Schweizeriſchen Dorf-
zeitung“, kaufte 1877 die Druckerei
in Herzogenbuchſee ſamt dem Verlage
der „Berner Volkszeitung“ und gab
beide Blätter u. d. T. „Buchſi-Zytig“
heraus. Seine ſcharfe Oppoſition
zur Regierung und zu den Behörden
brachte ihn in mancherlei Konflikte,
ſo daß er 1882 ſein Geſchäft verkaufte
u. zum freien Schriftſtellertum über-
ging. Seine Tätigkeit galt von 1885
bis zu ſeinem Tode beſonders der
„Schweizeriſchen Wochenzeitung“ in
Zürich. Seinen Wohnſitz nahm N. in
Niederönz bei Herzogenbuchſee, ſie-
delte aber 1898 wegen der Ausbil-
dung u. Förderung ſeiner acht Kin-
der nach Zürich über, wo er am 5.
Mai 1909 ſtarb. Er gab 1875‒76 den
„Schweizeriſchen Dorfkalender“, 1880
den „Berner Volkskalender“, 1885
den Kalender „Wilhelm Tell“, 1894
bis 1897 den „Joggeli-Kalender“
heraus.

S:

Tannmatter (E.), 1878.
‒ Bei der Keſſigrube (3 En.), 1885. ‒
Der Leierkaſten (Hum. Ge.), 1888. ‒
Hansli und Hans (E.), 1891. 3. A.
1898. ‒ Der wilde Hämmel (E.), 1892.
3. A. 1898. ‒ Welſch Zung iſt untrüw
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Obe
(E.), 1893. ‒ Hans de Chühjer, oder:
Ueſe Muni hat’s (E.), 1894. ‒ Thürſt
am Schwendelberg (in mundarl. V.),
1894. ‒ Ein Liebesopfer. Unſtet und
flüchtig (2 En.), 1901.

O., M. von,

Pſeud. für Marga-
rete von Oertzen;
ſ. d.!

Oben, J. von,

Pſeud. für Hed-
wig Knüpfer;
ſ. d.!

*Oberbreyer, Max,

geb. am 24.
Juni 1851 (nicht: 1854) zu Magde-
burg als der einzige Sohn eines Kauf-
manns u. ſpäteren Rentiers, beſuchte
das königl. Domgymnaſium daſelbſt
und das fürſtliche Gymnaſium in
Rudolſtadt, ſtudierte ſeit Oſtern 1872
in Leipzig, Heidelberg, Halle u. Ber-
lin Geſchichte u. klaſſiſche Philologie
u. erwarb ſich 1875 in Berlin durch
eine Arbeit über Tacitus die philo-
ſophiſche Doktorwürde. Nach größe-
ren, zur weiteren Ausbildung unter-
nommenen Reiſen war er zuerſt
Gymnaſiallehrer in Berlin, dann
kommiſſariſcher Kreisſchulinſpektor in
Düſſeldorf-Krefeld u. darauf wieder
bei der Schulverwaltung in Berlin
beſchäftigt. Ende 1878 verließ er den
Staatsdienſt, um ſich dem Beruſe
eines Schriftſtellers zu widmen, ſie-
delte 1880 nach Magdeburg über, wo
er vier Jahre lang als Journaliſt u.
Redakteur tätig war, u. nahm dann
ſeinen Wohnſitz in Leipzig. Die thü-
ringiſche Stadt Saalburg, der er
nach einem großen Brande beſondere
Dienſte auf humanitärem Gebiete
geleiſtet, ernannte ihn 1886 znm
Ehrenbürger, wie ihn denn auch 1900
der deutſch-öſterreichiſche „Scheffel-
bund“, die „Neue muſikaliſch-litera-
riſche Geſellſchaft“ nnd die Leipziger
Schriftſteller- und Künſtlergeſellſchaft
„Sympoſion“ durch Verleihung der
Ehrenmitgliedſchaft auszeichneten.
Nach dem Tode ſeiner greiſen Mutter
ſiedelte er 1904 von Leipzig nach
Dresden über.

S:

Humoriſtiſche Ge-
dichte, 1876. ‒ Abriß der deutſchen

* 11*
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[163/0167] Nyd Obe Senn und Käſer. Auf freiem Felde, beim Überwachen des Viehes, folgte er nicht nur dem Drange nach Wei- terbildung, ſondern es entſtanden dabei auch kleine berndeutſche Ge- dichte, welche Rudolf Jenny, der Verleger der „Schweizeriſchen Dorf- zeitung“ in Bern gern zum Abdruck brachte. Bis zum Jahre 1874 blieb R. in ſeinem Berufe, und er hat dieſe Jahre redlich benutzt, ſich unter Lei- tung des Lehrers Chriſtian Habegger und des Pfarrers L. Frank wiſſen- ſchaftlich weiterzubilden. Dann folgte er einem Rufe Arnold Lang’s (ſ. d.!) in die Redaktion der „Berner Tages- poſt“, blieb aber nur anderthalb Jahre in Bern und machte ſich dar- auf ſelbſtändig. Er erwarb in Kilch- berg eine kleine Druckerei, übernahm die Redaktion der in ſeinen Beſitz über- gegangenen „Schweizeriſchen Dorf- zeitung“, kaufte 1877 die Druckerei in Herzogenbuchſee ſamt dem Verlage der „Berner Volkszeitung“ und gab beide Blätter u. d. T. „Buchſi-Zytig“ heraus. Seine ſcharfe Oppoſition zur Regierung und zu den Behörden brachte ihn in mancherlei Konflikte, ſo daß er 1882 ſein Geſchäft verkaufte u. zum freien Schriftſtellertum über- ging. Seine Tätigkeit galt von 1885 bis zu ſeinem Tode beſonders der „Schweizeriſchen Wochenzeitung“ in Zürich. Seinen Wohnſitz nahm N. in Niederönz bei Herzogenbuchſee, ſie- delte aber 1898 wegen der Ausbil- dung u. Förderung ſeiner acht Kin- der nach Zürich über, wo er am 5. Mai 1909 ſtarb. Er gab 1875‒76 den „Schweizeriſchen Dorfkalender“, 1880 den „Berner Volkskalender“, 1885 den Kalender „Wilhelm Tell“, 1894 bis 1897 den „Joggeli-Kalender“ heraus. S: Tannmatter (E.), 1878. ‒ Bei der Keſſigrube (3 En.), 1885. ‒ Der Leierkaſten (Hum. Ge.), 1888. ‒ Hansli und Hans (E.), 1891. 3. A. 1898. ‒ Der wilde Hämmel (E.), 1892. 3. A. 1898. ‒ Welſch Zung iſt untrüw (E.), 1893. ‒ Hans de Chühjer, oder: Ueſe Muni hat’s (E.), 1894. ‒ Thürſt am Schwendelberg (in mundarl. V.), 1894. ‒ Ein Liebesopfer. Unſtet und flüchtig (2 En.), 1901. O., M. von, Pſeud. für Marga- rete von Oertzen; ſ. d.! Oben, J. von, Pſeud. für Hed- wig Knüpfer; ſ. d.! *Oberbreyer, Max, geb. am 24. Juni 1851 (nicht: 1854) zu Magde- burg als der einzige Sohn eines Kauf- manns u. ſpäteren Rentiers, beſuchte das königl. Domgymnaſium daſelbſt und das fürſtliche Gymnaſium in Rudolſtadt, ſtudierte ſeit Oſtern 1872 in Leipzig, Heidelberg, Halle u. Ber- lin Geſchichte u. klaſſiſche Philologie u. erwarb ſich 1875 in Berlin durch eine Arbeit über Tacitus die philo- ſophiſche Doktorwürde. Nach größe- ren, zur weiteren Ausbildung unter- nommenen Reiſen war er zuerſt Gymnaſiallehrer in Berlin, dann kommiſſariſcher Kreisſchulinſpektor in Düſſeldorf-Krefeld u. darauf wieder bei der Schulverwaltung in Berlin beſchäftigt. Ende 1878 verließ er den Staatsdienſt, um ſich dem Beruſe eines Schriftſtellers zu widmen, ſie- delte 1880 nach Magdeburg über, wo er vier Jahre lang als Journaliſt u. Redakteur tätig war, u. nahm dann ſeinen Wohnſitz in Leipzig. Die thü- ringiſche Stadt Saalburg, der er nach einem großen Brande beſondere Dienſte auf humanitärem Gebiete geleiſtet, ernannte ihn 1886 znm Ehrenbürger, wie ihn denn auch 1900 der deutſch-öſterreichiſche „Scheffel- bund“, die „Neue muſikaliſch-litera- riſche Geſellſchaft“ nnd die Leipziger Schriftſteller- und Künſtlergeſellſchaft „Sympoſion“ durch Verleihung der Ehrenmitgliedſchaft auszeichneten. Nach dem Tode ſeiner greiſen Mutter ſiedelte er 1904 von Leipzig nach Dresden über. S: Humoriſtiſche Ge- dichte, 1876. ‒ Abriß der deutſchen * 11*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 163. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/167>, abgerufen am 23.03.2019.