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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Opp
widmete sich dann an der Technischen
Hochschule daselbst den Bauingenieur-
wesen und dem Studium der Philo-
sophie und Literatur. Jm Jahre 1902
bestand er die Staatsprüfung und
lebte er erst als Diplom-Jngenieur
und Regierungs-Bauführer in Leip-
zig, seit 1908 in Hannover u. wurde
hier 1910 zum Reg.-Baumeister beför-
dert.

S:

Die sizilianische Vesper (Tr.),
1902. - Hannoverscher Musenalma-
nach f. d. J. 1905, hrsg., 1904. - Fest-
spiel zur Schillerfeier), 1905. - Welt
und Seele (Ge.), 1905.

*Oppermann, Otto,

geb. am 10.
Juni 1873 in Blasewitz bei Dresden
als ein Sohn des (1900 +) Hofrats
und Professors Eduard O. in Dres-
den, studierte seit 1892 in Bonn, Ber-
lin und Leipzig erst Jurisprudenz,
seit 1893 aber Germanistik und Ge-
schichte, wurde 1897 in Leipzig zum
Dr. phil. promoviert, war 1898-1901
Volontär am Stadtarchiv in Köln,
1901-04 Mitarbeiter der Gesellschaft
für rheinische Geschichtskunde daselbst
und wurde im Herbst 1904 als außer-
ordentlicher Prosessor für mittel-
alterliche Geschichte und geschichtliche
Hilfswissenschaften an die Universi-
tät Utrecht berufen.

S:

Gedichte,
1896. - Neue Gedichte, 1901.

Oer, Maximilian Freiherr von,


wurde am 30. Septbr. 1806 auf dem
Familiengute zu Stromberg im Re-
gierungsbezirk Münster der preußi-
schen Provinz Westfalen als der äl-
teste Sohn des dortigen Landrats
Klemens von O. geboren. Bis zu
seinem 15. Jahre durch Hauslehrer
vorgebildet, bezog er 1821 das Gym-
nasium zu Münster, von wo er 1825
zur Universität Bonn abging, um
Jura und Kameralia zu studieren.
Jm Verlauf der folgenden Jahre be-
suchte er von Bonn aus noch die Uni-
versitäten Breslau und Berlin. An
Breslau knüpften sich die freund-
lichsten Erinnerungen seines akade-
mischen Lebens; denn hier genoß er
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Ore
nicht nur die Freuden des Burschen-
lebens, er fand auch einen wohltuen-
den Gegensatz durch Nahrung für
Geist und Phantasie. Durch den
Umgang mit H. Laube, Kühne, Reu-
mont u. a. wurde er veranlaßt, sein
poetisches Talent zu versuchen, und
eine Menge noch ungedruckter lyri-
scher Gedichte verdankt dieser Blüte-
zeit seines Lebens ihre Entstehung. Jm
Jahre 1829 begab sich O. zu seinen
Eltern nach Erfurt und trat bei der
dortigen Regierung 1831 als Refe-
rendar ein; allein seine Abneigung
gegen die Akten ließ ihn schon 1833
den Staatsdienst quittieren. Er zog
sich an einen reizenden Punkt des
Thüringer Waldes, nahe bei Arn-
stadt, zurück, um ganz dem Studium
der Geschichte und schriftstellerischer
Muße zu leben. Jm Jahre 1844 zog
er nach Arnstadt, wo er sich ange-
kauft hatte, u. ward von dem Für-
sten von Schwarzburg mit dem Titel
eines fürstlichen Rats beehrt. Ein
längeres Leiden lähmte seine schöpfe-
rische Kraft; er starb bereits am 9.
Aug. 1846 im Kreise seiner Familie
zu Erfurt.

S:

Meteorsteine (Ge.),
1835. - Balladen und Romanzen,
1837. - Erzählungen (Der Trom-
peter. - Treue. - Der heimliche
Staat. - Das Duell. - Die Fahrt
nach Köln), 1837.

*Orel, Joseph,

geb. am 16. März
1868 in Neutitschein (Mähren) als
der Sohn eines Buchbinders, besuchte
die Volksschule und Oberrealschule
daselbst, an der er die Matura ab-
legte, und widmete sich dann, da die
Mittel zu höheren Studien fehlten,
dem Berufe des Lehrers. Nachdem
er mit einem Jahre die Lehrerbil-
dungsanstalt in Troppau absolviert,
wurde er Lehrer in Römerstadt und
nach kurzer Zeit in dem in der Nähe
gelegenen Gebirgsdorfe Harrachs-
dorf, wo er noch jetzt im Amte steht.

S:

Ariogais (E. a. d. Quaden-Hel-
denzeit), 1896. - König Gabin

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Opp
widmete ſich dann an der Techniſchen
Hochſchule daſelbſt den Bauingenieur-
weſen und dem Studium der Philo-
ſophie und Literatur. Jm Jahre 1902
beſtand er die Staatsprüfung und
lebte er erſt als Diplom-Jngenieur
und Regierungs-Bauführer in Leip-
zig, ſeit 1908 in Hannover u. wurde
hier 1910 zum Reg.-Baumeiſter beför-
dert.

S:

Die ſizilianiſche Vesper (Tr.),
1902. ‒ Hannoverſcher Muſenalma-
nach f. d. J. 1905, hrsg., 1904. ‒ Feſt-
ſpiel zur Schillerfeier), 1905. ‒ Welt
und Seele (Ge.), 1905.

*Oppermann, Otto,

geb. am 10.
Juni 1873 in Blaſewitz bei Dresden
als ein Sohn des (1900 †) Hofrats
und Profeſſors Eduard O. in Dres-
den, ſtudierte ſeit 1892 in Bonn, Ber-
lin und Leipzig erſt Jurisprudenz,
ſeit 1893 aber Germaniſtik und Ge-
ſchichte, wurde 1897 in Leipzig zum
Dr. phil. promoviert, war 1898‒1901
Volontär am Stadtarchiv in Köln,
1901‒04 Mitarbeiter der Geſellſchaft
für rheiniſche Geſchichtskunde daſelbſt
und wurde im Herbſt 1904 als außer-
ordentlicher Proſeſſor für mittel-
alterliche Geſchichte und geſchichtliche
Hilfswiſſenſchaften an die Univerſi-
tät Utrecht berufen.

S:

Gedichte,
1896. ‒ Neue Gedichte, 1901.

Oer, Maximilian Freiherr von,


wurde am 30. Septbr. 1806 auf dem
Familiengute zu Stromberg im Re-
gierungsbezirk Münſter der preußi-
ſchen Provinz Weſtfalen als der äl-
teſte Sohn des dortigen Landrats
Klemens von O. geboren. Bis zu
ſeinem 15. Jahre durch Hauslehrer
vorgebildet, bezog er 1821 das Gym-
naſium zu Münſter, von wo er 1825
zur Univerſität Bonn abging, um
Jura und Kameralia zu ſtudieren.
Jm Verlauf der folgenden Jahre be-
ſuchte er von Bonn aus noch die Uni-
verſitäten Breslau und Berlin. An
Breslau knüpften ſich die freund-
lichſten Erinnerungen ſeines akade-
miſchen Lebens; denn hier genoß er
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Ore
nicht nur die Freuden des Burſchen-
lebens, er fand auch einen wohltuen-
den Gegenſatz durch Nahrung für
Geiſt und Phantaſie. Durch den
Umgang mit H. Laube, Kühne, Reu-
mont u. a. wurde er veranlaßt, ſein
poetiſches Talent zu verſuchen, und
eine Menge noch ungedruckter lyri-
ſcher Gedichte verdankt dieſer Blüte-
zeit ſeines Lebens ihre Entſtehung. Jm
Jahre 1829 begab ſich O. zu ſeinen
Eltern nach Erfurt und trat bei der
dortigen Regierung 1831 als Refe-
rendar ein; allein ſeine Abneigung
gegen die Akten ließ ihn ſchon 1833
den Staatsdienſt quittieren. Er zog
ſich an einen reizenden Punkt des
Thüringer Waldes, nahe bei Arn-
ſtadt, zurück, um ganz dem Studium
der Geſchichte und ſchriftſtelleriſcher
Muße zu leben. Jm Jahre 1844 zog
er nach Arnſtadt, wo er ſich ange-
kauft hatte, u. ward von dem Für-
ſten von Schwarzburg mit dem Titel
eines fürſtlichen Rats beehrt. Ein
längeres Leiden lähmte ſeine ſchöpfe-
riſche Kraft; er ſtarb bereits am 9.
Aug. 1846 im Kreiſe ſeiner Familie
zu Erfurt.

S:

Meteorſteine (Ge.),
1835. ‒ Balladen und Romanzen,
1837. ‒ Erzählungen (Der Trom-
peter. ‒ Treue. ‒ Der heimliche
Staat. ‒ Das Duell. ‒ Die Fahrt
nach Köln), 1837.

*Orel, Joſeph,

geb. am 16. März
1868 in Neutitſchein (Mähren) als
der Sohn eines Buchbinders, beſuchte
die Volksſchule und Oberrealſchule
daſelbſt, an der er die Matura ab-
legte, und widmete ſich dann, da die
Mittel zu höheren Studien fehlten,
dem Berufe des Lehrers. Nachdem
er mit einem Jahre die Lehrerbil-
dungsanſtalt in Troppau abſolviert,
wurde er Lehrer in Römerſtadt und
nach kurzer Zeit in dem in der Nähe
gelegenen Gebirgsdorfe Harrachs-
dorf, wo er noch jetzt im Amte ſteht.

S:

Ariogais (E. a. d. Quaden-Hel-
denzeit), 1896. ‒ König Gabin

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[189/0193] Opp Ore widmete ſich dann an der Techniſchen Hochſchule daſelbſt den Bauingenieur- weſen und dem Studium der Philo- ſophie und Literatur. Jm Jahre 1902 beſtand er die Staatsprüfung und lebte er erſt als Diplom-Jngenieur und Regierungs-Bauführer in Leip- zig, ſeit 1908 in Hannover u. wurde hier 1910 zum Reg.-Baumeiſter beför- dert. S: Die ſizilianiſche Vesper (Tr.), 1902. ‒ Hannoverſcher Muſenalma- nach f. d. J. 1905, hrsg., 1904. ‒ Feſt- ſpiel zur Schillerfeier), 1905. ‒ Welt und Seele (Ge.), 1905. *Oppermann, Otto, geb. am 10. Juni 1873 in Blaſewitz bei Dresden als ein Sohn des (1900 †) Hofrats und Profeſſors Eduard O. in Dres- den, ſtudierte ſeit 1892 in Bonn, Ber- lin und Leipzig erſt Jurisprudenz, ſeit 1893 aber Germaniſtik und Ge- ſchichte, wurde 1897 in Leipzig zum Dr. phil. promoviert, war 1898‒1901 Volontär am Stadtarchiv in Köln, 1901‒04 Mitarbeiter der Geſellſchaft für rheiniſche Geſchichtskunde daſelbſt und wurde im Herbſt 1904 als außer- ordentlicher Proſeſſor für mittel- alterliche Geſchichte und geſchichtliche Hilfswiſſenſchaften an die Univerſi- tät Utrecht berufen. S: Gedichte, 1896. ‒ Neue Gedichte, 1901. Oer, Maximilian Freiherr von, wurde am 30. Septbr. 1806 auf dem Familiengute zu Stromberg im Re- gierungsbezirk Münſter der preußi- ſchen Provinz Weſtfalen als der äl- teſte Sohn des dortigen Landrats Klemens von O. geboren. Bis zu ſeinem 15. Jahre durch Hauslehrer vorgebildet, bezog er 1821 das Gym- naſium zu Münſter, von wo er 1825 zur Univerſität Bonn abging, um Jura und Kameralia zu ſtudieren. Jm Verlauf der folgenden Jahre be- ſuchte er von Bonn aus noch die Uni- verſitäten Breslau und Berlin. An Breslau knüpften ſich die freund- lichſten Erinnerungen ſeines akade- miſchen Lebens; denn hier genoß er nicht nur die Freuden des Burſchen- lebens, er fand auch einen wohltuen- den Gegenſatz durch Nahrung für Geiſt und Phantaſie. Durch den Umgang mit H. Laube, Kühne, Reu- mont u. a. wurde er veranlaßt, ſein poetiſches Talent zu verſuchen, und eine Menge noch ungedruckter lyri- ſcher Gedichte verdankt dieſer Blüte- zeit ſeines Lebens ihre Entſtehung. Jm Jahre 1829 begab ſich O. zu ſeinen Eltern nach Erfurt und trat bei der dortigen Regierung 1831 als Refe- rendar ein; allein ſeine Abneigung gegen die Akten ließ ihn ſchon 1833 den Staatsdienſt quittieren. Er zog ſich an einen reizenden Punkt des Thüringer Waldes, nahe bei Arn- ſtadt, zurück, um ganz dem Studium der Geſchichte und ſchriftſtelleriſcher Muße zu leben. Jm Jahre 1844 zog er nach Arnſtadt, wo er ſich ange- kauft hatte, u. ward von dem Für- ſten von Schwarzburg mit dem Titel eines fürſtlichen Rats beehrt. Ein längeres Leiden lähmte ſeine ſchöpfe- riſche Kraft; er ſtarb bereits am 9. Aug. 1846 im Kreiſe ſeiner Familie zu Erfurt. S: Meteorſteine (Ge.), 1835. ‒ Balladen und Romanzen, 1837. ‒ Erzählungen (Der Trom- peter. ‒ Treue. ‒ Der heimliche Staat. ‒ Das Duell. ‒ Die Fahrt nach Köln), 1837. *Orel, Joſeph, geb. am 16. März 1868 in Neutitſchein (Mähren) als der Sohn eines Buchbinders, beſuchte die Volksſchule und Oberrealſchule daſelbſt, an der er die Matura ab- legte, und widmete ſich dann, da die Mittel zu höheren Studien fehlten, dem Berufe des Lehrers. Nachdem er mit einem Jahre die Lehrerbil- dungsanſtalt in Troppau abſolviert, wurde er Lehrer in Römerſtadt und nach kurzer Zeit in dem in der Nähe gelegenen Gebirgsdorfe Harrachs- dorf, wo er noch jetzt im Amte ſteht. S: Ariogais (E. a. d. Quaden-Hel- denzeit), 1896. ‒ König Gabin *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 189. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/193>, abgerufen am 24.02.2019.