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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ott
E. M. Vacano), 1890. - Jm Banne
der Chambriere (Artistennovellen,
mit E. M. Vacano), 1891. - Pauvres
Saltimbanques
(Biogr. berühmter
Artisten), 1891. - Fahrend Volk
(Jnteressante Vertreter der wan-
dernden Künstlerwelt), 1892. - Wie
wurde ich stark (mit Bernh. Leitner),
1892. - Hoplah! (2 Geschn. aus der
Zirkuswelt: Cavalcade. - Auf schwan-
ken Bahnen), 1890. 2. A. 1896. -
Die Straße entlang (Vagantenge-
schn.), 1895. - Wanderndes Volk
(Sk. und Nn. a. d. Zirkusleben mit
M. Behrend), 1896. - Artistenblut
(Novelletten), 1896. - Alfredo (den
Aufzeichnungen eines alten Kunst-
reiters nacherzählt), 1896. - Kama-
rinskij (Zirkusroman), 1896. - Ab-
normitäten (Bilder von der Messe),
1897. - Die am Feldrain starben
(Artistengeschn.), 1898. - Unter Flit-
tern (desgl.), 1907. 2. A. 1908. -
Leute, die ich sah (Memoiren), 1907.
- Zirkusblut (Artistengeschn.), 1908.
- Satanella (Vagantengeschn.), 1909.
- Tam-Tam (Nn. a. d. Artistenleben),
1909. - Das Artistentum und seine
Geschichte, 1910. - Die Gaukler und
die Gauklerwelt, 1910.

Otto, Johannes,

Pseud. für Jo-
hannes Otto Jacobi; s. d.!

Otto, Karl,

Pseudon. für Otto
Dessart;
s. d.!

*Otto (oder: Otto-Peters),
Luise,

wurde am 26. März 1819 zu
Meißen im Königreich Sachsen gebo-
ren. Das jüngste Kind eines daselbst
hochgeachteten Juristen, kränklich u.
schwächlich, geistig jedoch rasch sich
entfaltend, wurde ihre Erziehung
mit größter Sorgfalt geleitet. Die
Juli-Revolution von 1830 begei-
sterte sie zu dem ersten Gedicht, das
zwar in der Form sehr mangelhaft
war, aber doch einer in so jungen
Jahren seltenen patriotischen und
freiheitlichen Gesinnung Ausdruck
gab. Jn ihrem siebzehnten Lebens-
jahre verlor sie ihre Eltern inner-
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Ott
halb dreier Monate, u. lebte sie seit-
dem mit zwei älteren Schwestern und
einer Tante in tiefer Zurückgezogen-
heit auf einem der Familie gehöri-
gen Weinberge. Hier, in ländlicher
Abgeschiedenheit, hatte sie vollauf
Muße, sich durch Lektüre zu bilden,
zu vertiefen u. zu produzieren. Jm
Jahre 1840 verlobte sich Luise mit
dem Advokaten Gustav Müller zu
Dresden, welcher, selbst der Poesie
zugetan, ihre Entwicklung mit fei-
nem Sinn förderte, aber schon 1841
an der Auszehrung starb. Dieser
Schlag erschütterte sie tief; dem
Schmerze zu entrinnen, warf sie sich
auf die schriftstellerische Tätigkeit
und ließ in rascher Folge mehrere
Romane erscheinen, die bereits mit
weiblichen Emanzipationsgedanken
erfüllt waren. Jm Jahre 1847 trat
sie mit ihren Gedichten an die Öf-
fentlichkeit, in denen sich wärmste
Begeisterung für Freiheit und Größe
des Vaterlandes, für Fortschritt jeg-
licher Art ausspricht. Es kamen die
Stürme des Jahres 1848, die Luise
vorausgesehen. Jetzt sang sie Frei-
heitshymnen, die überall verstreut
in Zeitschriften erschienen, und schloß
sich enge der demokratischen Partei
an, in deren Sinne sie auch 1849
eine "Frauen-Zeitung für höhere
weibliche Jnteressen" gründete und
bis 1852 herausgab. Das gemein-
same Parteistreben hatte die Dichte-
rin bereits 1848 mit dem Dichter
August Peters (s. d.) zusammen-
geführt. Als sächsischer u. badischer
Mitkämpfer wurde derselbe bis 1856
in Haft gehalten. Während seiner
Gefangenschaft lebte unsere Dichte-
rin nur für ihn; sie hatte sich zwi-
schen Eisenstäben bei einem Besuche
im Zellengefängnis zu Bruchsal
(August 1851) mit ihm verlobt; aber
erst 1858 war es dem schwergeprüf-
ten Paare vergönnt, sich zu vermäh-
len. Sie gründeten in Leipzig die
demokratische "Mitteldeutsche Volks-

*


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Ott
E. M. Vacano), 1890. ‒ Jm Banne
der Chambrière (Artiſtennovellen,
mit E. M. Vacano), 1891. ‒ Pauvres
Saltimbanques
(Biogr. berühmter
Artiſten), 1891. ‒ Fahrend Volk
(Jntereſſante Vertreter der wan-
dernden Künſtlerwelt), 1892. ‒ Wie
wurde ich ſtark (mit Bernh. Leitner),
1892. ‒ Hoplah! (2 Geſchn. aus der
Zirkuswelt: Cavalcade. ‒ Auf ſchwan-
ken Bahnen), 1890. 2. A. 1896. ‒
Die Straße entlang (Vagantenge-
ſchn.), 1895. ‒ Wanderndes Volk
(Sk. und Nn. a. d. Zirkusleben mit
M. Behrend), 1896. ‒ Artiſtenblut
(Novelletten), 1896. ‒ Alfredo (den
Aufzeichnungen eines alten Kunſt-
reiters nacherzählt), 1896. ‒ Kama-
rinskij (Zirkusroman), 1896. ‒ Ab-
normitäten (Bilder von der Meſſe),
1897. ‒ Die am Feldrain ſtarben
(Artiſtengeſchn.), 1898. ‒ Unter Flit-
tern (desgl.), 1907. 2. A. 1908. ‒
Leute, die ich ſah (Memoiren), 1907.
‒ Zirkusblut (Artiſtengeſchn.), 1908.
‒ Satanella (Vagantengeſchn.), 1909.
‒ Tam-Tam (Nn. a. d. Artiſtenleben),
1909. ‒ Das Artiſtentum und ſeine
Geſchichte, 1910. ‒ Die Gaukler und
die Gauklerwelt, 1910.

Otto, Johannes,

Pſeud. für Jo-
hannes Otto Jacobi; ſ. d.!

Otto, Karl,

Pſeudon. für Otto
Deſſart;
ſ. d.!

*Otto (oder: Otto-Peters),
Luiſe,

wurde am 26. März 1819 zu
Meißen im Königreich Sachſen gebo-
ren. Das jüngſte Kind eines daſelbſt
hochgeachteten Juriſten, kränklich u.
ſchwächlich, geiſtig jedoch raſch ſich
entfaltend, wurde ihre Erziehung
mit größter Sorgfalt geleitet. Die
Juli-Revolution von 1830 begei-
ſterte ſie zu dem erſten Gedicht, das
zwar in der Form ſehr mangelhaft
war, aber doch einer in ſo jungen
Jahren ſeltenen patriotiſchen und
freiheitlichen Geſinnung Ausdruck
gab. Jn ihrem ſiebzehnten Lebens-
jahre verlor ſie ihre Eltern inner-
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Ott
halb dreier Monate, u. lebte ſie ſeit-
dem mit zwei älteren Schweſtern und
einer Tante in tiefer Zurückgezogen-
heit auf einem der Familie gehöri-
gen Weinberge. Hier, in ländlicher
Abgeſchiedenheit, hatte ſie vollauf
Muße, ſich durch Lektüre zu bilden,
zu vertiefen u. zu produzieren. Jm
Jahre 1840 verlobte ſich Luiſe mit
dem Advokaten Guſtav Müller zu
Dresden, welcher, ſelbſt der Poeſie
zugetan, ihre Entwicklung mit fei-
nem Sinn förderte, aber ſchon 1841
an der Auszehrung ſtarb. Dieſer
Schlag erſchütterte ſie tief; dem
Schmerze zu entrinnen, warf ſie ſich
auf die ſchriftſtelleriſche Tätigkeit
und ließ in raſcher Folge mehrere
Romane erſcheinen, die bereits mit
weiblichen Emanzipationsgedanken
erfüllt waren. Jm Jahre 1847 trat
ſie mit ihren Gedichten an die Öf-
fentlichkeit, in denen ſich wärmſte
Begeiſterung für Freiheit und Größe
des Vaterlandes, für Fortſchritt jeg-
licher Art ausſpricht. Es kamen die
Stürme des Jahres 1848, die Luiſe
vorausgeſehen. Jetzt ſang ſie Frei-
heitshymnen, die überall verſtreut
in Zeitſchriften erſchienen, und ſchloß
ſich enge der demokratiſchen Partei
an, in deren Sinne ſie auch 1849
eine „Frauen-Zeitung für höhere
weibliche Jntereſſen“ gründete und
bis 1852 herausgab. Das gemein-
ſame Parteiſtreben hatte die Dichte-
rin bereits 1848 mit dem Dichter
Auguſt Peters (ſ. d.) zuſammen-
geführt. Als ſächſiſcher u. badiſcher
Mitkämpfer wurde derſelbe bis 1856
in Haft gehalten. Während ſeiner
Gefangenſchaft lebte unſere Dichte-
rin nur für ihn; ſie hatte ſich zwi-
ſchen Eiſenſtäben bei einem Beſuche
im Zellengefängnis zu Bruchſal
(Auguſt 1851) mit ihm verlobt; aber
erſt 1858 war es dem ſchwergeprüf-
ten Paare vergönnt, ſich zu vermäh-
len. Sie gründeten in Leipzig die
demokratiſche „Mitteldeutſche Volks-

*
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[212/0216] Ott Ott E. M. Vacano), 1890. ‒ Jm Banne der Chambrière (Artiſtennovellen, mit E. M. Vacano), 1891. ‒ Pauvres Saltimbanques (Biogr. berühmter Artiſten), 1891. ‒ Fahrend Volk (Jntereſſante Vertreter der wan- dernden Künſtlerwelt), 1892. ‒ Wie wurde ich ſtark (mit Bernh. Leitner), 1892. ‒ Hoplah! (2 Geſchn. aus der Zirkuswelt: Cavalcade. ‒ Auf ſchwan- ken Bahnen), 1890. 2. A. 1896. ‒ Die Straße entlang (Vagantenge- ſchn.), 1895. ‒ Wanderndes Volk (Sk. und Nn. a. d. Zirkusleben mit M. Behrend), 1896. ‒ Artiſtenblut (Novelletten), 1896. ‒ Alfredo (den Aufzeichnungen eines alten Kunſt- reiters nacherzählt), 1896. ‒ Kama- rinskij (Zirkusroman), 1896. ‒ Ab- normitäten (Bilder von der Meſſe), 1897. ‒ Die am Feldrain ſtarben (Artiſtengeſchn.), 1898. ‒ Unter Flit- tern (desgl.), 1907. 2. A. 1908. ‒ Leute, die ich ſah (Memoiren), 1907. ‒ Zirkusblut (Artiſtengeſchn.), 1908. ‒ Satanella (Vagantengeſchn.), 1909. ‒ Tam-Tam (Nn. a. d. Artiſtenleben), 1909. ‒ Das Artiſtentum und ſeine Geſchichte, 1910. ‒ Die Gaukler und die Gauklerwelt, 1910. Otto, Johannes, Pſeud. für Jo- hannes Otto Jacobi; ſ. d.! Otto, Karl, Pſeudon. für Otto Deſſart; ſ. d.! *Otto (oder: Otto-Peters), Luiſe, wurde am 26. März 1819 zu Meißen im Königreich Sachſen gebo- ren. Das jüngſte Kind eines daſelbſt hochgeachteten Juriſten, kränklich u. ſchwächlich, geiſtig jedoch raſch ſich entfaltend, wurde ihre Erziehung mit größter Sorgfalt geleitet. Die Juli-Revolution von 1830 begei- ſterte ſie zu dem erſten Gedicht, das zwar in der Form ſehr mangelhaft war, aber doch einer in ſo jungen Jahren ſeltenen patriotiſchen und freiheitlichen Geſinnung Ausdruck gab. Jn ihrem ſiebzehnten Lebens- jahre verlor ſie ihre Eltern inner- halb dreier Monate, u. lebte ſie ſeit- dem mit zwei älteren Schweſtern und einer Tante in tiefer Zurückgezogen- heit auf einem der Familie gehöri- gen Weinberge. Hier, in ländlicher Abgeſchiedenheit, hatte ſie vollauf Muße, ſich durch Lektüre zu bilden, zu vertiefen u. zu produzieren. Jm Jahre 1840 verlobte ſich Luiſe mit dem Advokaten Guſtav Müller zu Dresden, welcher, ſelbſt der Poeſie zugetan, ihre Entwicklung mit fei- nem Sinn förderte, aber ſchon 1841 an der Auszehrung ſtarb. Dieſer Schlag erſchütterte ſie tief; dem Schmerze zu entrinnen, warf ſie ſich auf die ſchriftſtelleriſche Tätigkeit und ließ in raſcher Folge mehrere Romane erſcheinen, die bereits mit weiblichen Emanzipationsgedanken erfüllt waren. Jm Jahre 1847 trat ſie mit ihren Gedichten an die Öf- fentlichkeit, in denen ſich wärmſte Begeiſterung für Freiheit und Größe des Vaterlandes, für Fortſchritt jeg- licher Art ausſpricht. Es kamen die Stürme des Jahres 1848, die Luiſe vorausgeſehen. Jetzt ſang ſie Frei- heitshymnen, die überall verſtreut in Zeitſchriften erſchienen, und ſchloß ſich enge der demokratiſchen Partei an, in deren Sinne ſie auch 1849 eine „Frauen-Zeitung für höhere weibliche Jntereſſen“ gründete und bis 1852 herausgab. Das gemein- ſame Parteiſtreben hatte die Dichte- rin bereits 1848 mit dem Dichter Auguſt Peters (ſ. d.) zuſammen- geführt. Als ſächſiſcher u. badiſcher Mitkämpfer wurde derſelbe bis 1856 in Haft gehalten. Während ſeiner Gefangenſchaft lebte unſere Dichte- rin nur für ihn; ſie hatte ſich zwi- ſchen Eiſenſtäben bei einem Beſuche im Zellengefängnis zu Bruchſal (Auguſt 1851) mit ihm verlobt; aber erſt 1858 war es dem ſchwergeprüf- ten Paare vergönnt, ſich zu vermäh- len. Sie gründeten in Leipzig die demokratiſche „Mitteldeutſche Volks- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 212. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/216>, abgerufen am 20.02.2019.