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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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mit allen Kräften dahin, aus der
Bühnenluft herauszukommen u. sich
durch ihre Feder ein neues Feld gei-
stigen, künstlerischen Schaffens zu
erkämpfen. Jm Winter 1876-77 be-
trat sie dann in Bautzen zum letzten-
mal die Bühne, u. seitdem widmete
sie sich ausschließlich literarischer
Tätigkeit. Sie starb in Meißen, wo
sie die letzten Jahre gewohnt hatte,
am 21. November 1884.

S:

Manuela
(R.), 1882. - Andere Romane in
Zeitschriften.

Pawel, Jaro,

geb. am 11. Okto-
ber 1852 in Budislau (Böhmen) be-
suchte das akademische Gymnasium
in Prag und studierte dann an der
Wiener Universität klassische Philo-
logie und Germanistik, erwarb sich
auch die Würde eines Dr. phil. Jm
Jahre 1884 wurde er Lehrer und
1902 Professor für Theorie und Ge-
schichte des Turnens an der Univer-
sität Wien und wirkte seit 1892 auch
als Turnlehrer an verschiedenen
höheren Lehranstalten Wiens u. seit
1902 am Lehrerseminar in St. Pöl-
ten bei Wien. Jm Jahre 1906 wurde
er Professor am Real-Obergymna-
sium in Baden bei Wien. Er unter-
nahm große Reisen, um die Turnan-
stalten in Deutschland, Dänemark,
Schweden und England kennen zu
lernen und schrieb eine Reihe von
Werken über das Turnwesen. Als
Literarhistoriker hat er sich besonders
mit den Werken Klopstocks befaßt.

S:

König Erik (Trsp.), 1877. - Gret-
chen Wunderhold (Romant. Ep.),
1879. - Klopstocks Oden, 1880. Kri-
tische Ausg. derselben, 1889. - Klop-
stocks Wingolf (Krit. Ausg.), 1882. -
Auswahl aus Klopstocks ungedrucktem
Briefwechsel, 1888. - Klopstocks Mes-
sias; II, 1888. - Auswahl aus Her-
ders noch ungedruckten Briefen, 1891.

*Pawel, Karl,

psd. Karl Paul,
wurde am 3. Januar 1877 in Brünn
(Mähren) geboren, wo sein Vater
Wenzel P. Direktor der ersten mäh-
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rischen Sparkasse war. Er besuchte
die Gymnasien in Brünn und Ung.
Hradisch (Mähren) und widmete sich
dann der "natürlichen" Pharmazie,
deren anstrengende Praxis ihn bald
zu erdrücken drohte. Er eilte nach
dem Süden, wo es ihm zwei Winter
hindurch möglich wurde, seinem in-
tensiven Naturempfinden nachgehen
zu können. Heimgekehrt, ließ er sich
in Wien und dann in Brünn nieder,
wo er seitdem als Schriftsteller lebt.

S:

Das Leben (Sk.), 1902. - Ge-
dachtes (Aphorismen), 1906. - Spott
(Aphorismen), 1907.

*Pawel-Rammingen, Alexan-
der Baron von,

wurde am 30. Juli
1855 zu Gotha als der Sohn des
(1882 +) Oberstleutnants und herzog-
lichen Flügel-Adjutanten, Kammer-
herrn Alexander v. P.-R. geboren,
erhielt seinen Unterricht in Gotha,
Bamberg, 1868-71 in Schnepfenthal,
mußte dann seiner Gesundheit we-
gen fast zwei Jahre ohne allen Un-
terricht auf Reisen in Böhmen,
Bayern, Tirol zubringen und emp-
fing darauf seine weitere Ausbil-
dung durch Privatunterricht. Jm
Jahre 1875 bezog er die polytech-
nische Hochschule in Hannover, 1877
die zu Dresden und 1878 das land-
wirtschaftliche Jnstitut der Univer-
sität Jena, worauf er sich zu seiner
praktischen Ausbildung als Land-
wirt je ein Jahr in Canitz bei Riesa,
in Schwabhausen bei Gotha und in
Callenberg bei Koburg aufhielt.
Nachdem er dann noch im Winter
1882-83 in Leipzig den Studien ob-
gelegen, übernahm er die Bewirt-
schaftung seines Gutes Lengröden
bei Eisenach. Jm Februar 1886
wurde er wegen Tötung des Barons
von König im Duell zu zwei Jahren
Festungshaft verurteilt, aber bald
darauf begnadigt. Seitdem lebte er
bei Thal in Thüringen, später in
Amalienruh, einem Landgut bei
Meiningen, seit 1905 in Gotha, seit

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Paw
mit allen Kräften dahin, aus der
Bühnenluft herauszukommen u. ſich
durch ihre Feder ein neues Feld gei-
ſtigen, künſtleriſchen Schaffens zu
erkämpfen. Jm Winter 1876‒77 be-
trat ſie dann in Bautzen zum letzten-
mal die Bühne, u. ſeitdem widmete
ſie ſich ausſchließlich literariſcher
Tätigkeit. Sie ſtarb in Meißen, wo
ſie die letzten Jahre gewohnt hatte,
am 21. November 1884.

S:

Manuela
(R.), 1882. ‒ Andere Romane in
Zeitſchriften.

Pawel, Jaro,

geb. am 11. Okto-
ber 1852 in Budislau (Böhmen) be-
ſuchte das akademiſche Gymnaſium
in Prag und ſtudierte dann an der
Wiener Univerſität klaſſiſche Philo-
logie und Germaniſtik, erwarb ſich
auch die Würde eines Dr. phil. Jm
Jahre 1884 wurde er Lehrer und
1902 Profeſſor für Theorie und Ge-
ſchichte des Turnens an der Univer-
ſität Wien und wirkte ſeit 1892 auch
als Turnlehrer an verſchiedenen
höheren Lehranſtalten Wiens u. ſeit
1902 am Lehrerſeminar in St. Pöl-
ten bei Wien. Jm Jahre 1906 wurde
er Profeſſor am Real-Obergymna-
ſium in Baden bei Wien. Er unter-
nahm große Reiſen, um die Turnan-
ſtalten in Deutſchland, Dänemark,
Schweden und England kennen zu
lernen und ſchrieb eine Reihe von
Werken über das Turnweſen. Als
Literarhiſtoriker hat er ſich beſonders
mit den Werken Klopſtocks befaßt.

S:

König Erik (Trſp.), 1877. ‒ Gret-
chen Wunderhold (Romant. Ep.),
1879. ‒ Klopſtocks Oden, 1880. Kri-
tiſche Ausg. derſelben, 1889. ‒ Klop-
ſtocks Wingolf (Krit. Ausg.), 1882. ‒
Auswahl aus Klopſtocks ungedrucktem
Briefwechſel, 1888. ‒ Klopſtocks Meſ-
ſias; II, 1888. ‒ Auswahl aus Her-
ders noch ungedruckten Briefen, 1891.

*Pawel, Karl,

pſd. Karl Paul,
wurde am 3. Januar 1877 in Brünn
(Mähren) geboren, wo ſein Vater
Wenzel P. Direktor der erſten mäh-
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Paw
riſchen Sparkaſſe war. Er beſuchte
die Gymnaſien in Brünn und Ung.
Hradiſch (Mähren) und widmete ſich
dann der „natürlichen“ Pharmazie,
deren anſtrengende Praxis ihn bald
zu erdrücken drohte. Er eilte nach
dem Süden, wo es ihm zwei Winter
hindurch möglich wurde, ſeinem in-
tenſiven Naturempfinden nachgehen
zu können. Heimgekehrt, ließ er ſich
in Wien und dann in Brünn nieder,
wo er ſeitdem als Schriftſteller lebt.

S:

Das Leben (Sk.), 1902. ‒ Ge-
dachtes (Aphorismen), 1906. ‒ Spott
(Aphorismen), 1907.

*Pawel-Rammingen, Alexan-
der Baron von,

wurde am 30. Juli
1855 zu Gotha als der Sohn des
(1882 †) Oberſtleutnants und herzog-
lichen Flügel-Adjutanten, Kammer-
herrn Alexander v. P.-R. geboren,
erhielt ſeinen Unterricht in Gotha,
Bamberg, 1868‒71 in Schnepfenthal,
mußte dann ſeiner Geſundheit we-
gen faſt zwei Jahre ohne allen Un-
terricht auf Reiſen in Böhmen,
Bayern, Tirol zubringen und emp-
fing darauf ſeine weitere Ausbil-
dung durch Privatunterricht. Jm
Jahre 1875 bezog er die polytech-
niſche Hochſchule in Hannover, 1877
die zu Dresden und 1878 das land-
wirtſchaftliche Jnſtitut der Univer-
ſität Jena, worauf er ſich zu ſeiner
praktiſchen Ausbildung als Land-
wirt je ein Jahr in Canitz bei Rieſa,
in Schwabhauſen bei Gotha und in
Callenberg bei Koburg aufhielt.
Nachdem er dann noch im Winter
1882‒83 in Leipzig den Studien ob-
gelegen, übernahm er die Bewirt-
ſchaftung ſeines Gutes Lengröden
bei Eiſenach. Jm Februar 1886
wurde er wegen Tötung des Barons
von König im Duell zu zwei Jahren
Feſtungshaft verurteilt, aber bald
darauf begnadigt. Seitdem lebte er
bei Thal in Thüringen, ſpäter in
Amalienruh, einem Landgut bei
Meiningen, ſeit 1905 in Gotha, ſeit

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[240/0244] Paw Paw mit allen Kräften dahin, aus der Bühnenluft herauszukommen u. ſich durch ihre Feder ein neues Feld gei- ſtigen, künſtleriſchen Schaffens zu erkämpfen. Jm Winter 1876‒77 be- trat ſie dann in Bautzen zum letzten- mal die Bühne, u. ſeitdem widmete ſie ſich ausſchließlich literariſcher Tätigkeit. Sie ſtarb in Meißen, wo ſie die letzten Jahre gewohnt hatte, am 21. November 1884. S: Manuela (R.), 1882. ‒ Andere Romane in Zeitſchriften. Pawel, Jaro, geb. am 11. Okto- ber 1852 in Budislau (Böhmen) be- ſuchte das akademiſche Gymnaſium in Prag und ſtudierte dann an der Wiener Univerſität klaſſiſche Philo- logie und Germaniſtik, erwarb ſich auch die Würde eines Dr. phil. Jm Jahre 1884 wurde er Lehrer und 1902 Profeſſor für Theorie und Ge- ſchichte des Turnens an der Univer- ſität Wien und wirkte ſeit 1892 auch als Turnlehrer an verſchiedenen höheren Lehranſtalten Wiens u. ſeit 1902 am Lehrerſeminar in St. Pöl- ten bei Wien. Jm Jahre 1906 wurde er Profeſſor am Real-Obergymna- ſium in Baden bei Wien. Er unter- nahm große Reiſen, um die Turnan- ſtalten in Deutſchland, Dänemark, Schweden und England kennen zu lernen und ſchrieb eine Reihe von Werken über das Turnweſen. Als Literarhiſtoriker hat er ſich beſonders mit den Werken Klopſtocks befaßt. S: König Erik (Trſp.), 1877. ‒ Gret- chen Wunderhold (Romant. Ep.), 1879. ‒ Klopſtocks Oden, 1880. Kri- tiſche Ausg. derſelben, 1889. ‒ Klop- ſtocks Wingolf (Krit. Ausg.), 1882. ‒ Auswahl aus Klopſtocks ungedrucktem Briefwechſel, 1888. ‒ Klopſtocks Meſ- ſias; II, 1888. ‒ Auswahl aus Her- ders noch ungedruckten Briefen, 1891. *Pawel, Karl, pſd. Karl Paul, wurde am 3. Januar 1877 in Brünn (Mähren) geboren, wo ſein Vater Wenzel P. Direktor der erſten mäh- riſchen Sparkaſſe war. Er beſuchte die Gymnaſien in Brünn und Ung. Hradiſch (Mähren) und widmete ſich dann der „natürlichen“ Pharmazie, deren anſtrengende Praxis ihn bald zu erdrücken drohte. Er eilte nach dem Süden, wo es ihm zwei Winter hindurch möglich wurde, ſeinem in- tenſiven Naturempfinden nachgehen zu können. Heimgekehrt, ließ er ſich in Wien und dann in Brünn nieder, wo er ſeitdem als Schriftſteller lebt. S: Das Leben (Sk.), 1902. ‒ Ge- dachtes (Aphorismen), 1906. ‒ Spott (Aphorismen), 1907. *Pawel-Rammingen, Alexan- der Baron von, wurde am 30. Juli 1855 zu Gotha als der Sohn des (1882 †) Oberſtleutnants und herzog- lichen Flügel-Adjutanten, Kammer- herrn Alexander v. P.-R. geboren, erhielt ſeinen Unterricht in Gotha, Bamberg, 1868‒71 in Schnepfenthal, mußte dann ſeiner Geſundheit we- gen faſt zwei Jahre ohne allen Un- terricht auf Reiſen in Böhmen, Bayern, Tirol zubringen und emp- fing darauf ſeine weitere Ausbil- dung durch Privatunterricht. Jm Jahre 1875 bezog er die polytech- niſche Hochſchule in Hannover, 1877 die zu Dresden und 1878 das land- wirtſchaftliche Jnſtitut der Univer- ſität Jena, worauf er ſich zu ſeiner praktiſchen Ausbildung als Land- wirt je ein Jahr in Canitz bei Rieſa, in Schwabhauſen bei Gotha und in Callenberg bei Koburg aufhielt. Nachdem er dann noch im Winter 1882‒83 in Leipzig den Studien ob- gelegen, übernahm er die Bewirt- ſchaftung ſeines Gutes Lengröden bei Eiſenach. Jm Februar 1886 wurde er wegen Tötung des Barons von König im Duell zu zwei Jahren Feſtungshaft verurteilt, aber bald darauf begnadigt. Seitdem lebte er bei Thal in Thüringen, ſpäter in Amalienruh, einem Landgut bei Meiningen, ſeit 1905 in Gotha, ſeit *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 240. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/244>, abgerufen am 18.02.2019.