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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Pee
men), seit 1905 Oberlehrer in Seelenz
bei Polna (Böhmen), seit 1906 Bür-
gerschullehrer in Stadt Gewitsch
Mähren) und seit 1908 in Mährisch-
Trübau.

S:

Jm Grenzwalde (Ge.),
1897. - Heimatsegen (E.), 1903.

*Peerdt, Ernst te,

geb. am 25. Nov.
1852 in Tecklenburg (Westfalen) als
der zweite Sohn des Kreisgerichts-
rats Heinrich te P., besuchte das Gym-
nasium in Wesel und bildete sich auf
den Malerakademien in Düsseldorf,
München und Berlin sowie durch
Privatunterricht bei dem berühmten
Akademie-Direktor Eduard Bende-
mann zum Maler aus. Seiner Mili-
ärpflicht genügte er 1874-75 als
Einjähriger bei dem 7. westfäl. Jnf.-
Reg. Jn den Jahren 1878-80 weilte
er zu Studienzwecken in Jtalien. Am
bekanntesten ist unter seinen Bildern
wohl die Duellßene "Um ein Nichts"
geworden, da es in photographischen
Reproduktionen in den Handel ge-
langte; sein bestes Bild aber "Ein
schöner Märztag", ging bekanntlich
seinerzeit in Jlmenau verloren.
P. lebt seit Jahren in Düsseldorf,
krankt aber leider seit 1888 an einem
chronischen Halsleiden mit inter-
mittierender Sprachlähmung, wo-
durch seine malerische und literarische
Produktion und Entwicklung stark
beeinträchtigt wird. Außer einigen
kunsthistorischen Schriften (z. B. Von
dem Wesen der Kunst, 1893 - Das
Problem der Darstellung der Zeit
in den Werken der malenden und
zeichnenden Kunst, 1899) veröffent-
lichte er

S:

Berufung (Volksstück),
1901. - Der Dichter und der Tod.
Have pia anima (Darstellung in
1 Akt. Bühnentext), 1906.

Peetz, Hartwig Freimund,

geb.
am 28. März 1822 zu Baireuth als
Sohn eines Subalternbeamten, ab-
solvierte seine Gymnasialstudien in
Baireuth, Regensburg und München
und studierte 1842-46 in Erlangen
erst Theologie, dann Jurisprudenz.
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Peg
Den Vorbereitungskursus in der ge-
richtlichen Praxis machte er in Bai-
reuth, und 1848 trat er bei der Re-
gierungsfinanzkammer von Ober-
bayern ein. Jm Jahre 1855 wurde
er königl. Rechnungskommissär, 1858
als solcher nach München versetzt und
1859 Verweser des Rentamts Trost-
berg. Hier verfaßte er seine Schrift
"Die Fischmaid in den bayerischen
Seen", welche ihm die Sympathie
des Königs Max II. von Bayern ver-
schaffte, der ihn beauftragte, an den
Arbeiten zur Bavaria teilzunehmen.
Jnfolge dessen schrieb P. "Die Orts-
geschichte des ehemaligen Fürsten-
tums Baireuth". Von 1860-82 war
P. Vorstand des Rentamts Traun-
stein im bayerischen Hochgebirge und
hier seit 1867 Vorstand des landwirt-
schaftlichen Vereins. Jm Jahre 1883
wurde er als Vorstand zum Land-
ratsamte München versetzt und 1890
zum königl. Regierungsrat ernannt.
Er starb am 18. April 1892. -- Außer
topographischen Arbeiten veröffent-
lichte er noch

S:

Chiemseer Volk (Er-
innerungen eines Chiemseer Amt-
mannes); II, 1892.

*Pego, Marie,

geb. am 7. Januar
1882 in Hamburg, war in den ersten
Jahren der Kindheit viel kränklich,
offenbarte aber seit ihrem neunten
Lebensjahre eine hervorragende gei-
stige Begabung, die dann in verschie-
denen Romanen und Gedichten sich
äußerte. Als dann ein ganzes Heft
mit leidenschaftlich bewegten, regel-
losen Versen einem kritischen Kenner
zu Gesicht kam, nahm er sich des jun-
gen, suchenden Talents an, und je
mehr sich in den folgenden vier Jah-
ren das Durcheinander in der Dich-
terin selbst klärte, um so harmonischer
gestalteten sich ihre Poesien. Danach
folgte eine bewegte Reisezeit, welche
die Dichterin weit durch Deutschland
herum bis nach Jtalien führte, wo
sie im Verkehr mit den verschieden-
artigsten Menschen viel zu lernen

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Pee
men), ſeit 1905 Oberlehrer in Seelenz
bei Polna (Böhmen), ſeit 1906 Bür-
gerſchullehrer in Stadt Gewitſch
Mähren) und ſeit 1908 in Mähriſch-
Trübau.

S:

Jm Grenzwalde (Ge.),
1897. ‒ Heimatſegen (E.), 1903.

*Peerdt, Ernſt te,

geb. am 25. Nov.
1852 in Tecklenburg (Weſtfalen) als
der zweite Sohn des Kreisgerichts-
rats Heinrich te P., beſuchte das Gym-
naſium in Weſel und bildete ſich auf
den Malerakademien in Düſſeldorf,
München und Berlin ſowie durch
Privatunterricht bei dem berühmten
Akademie-Direktor Eduard Bende-
mann zum Maler aus. Seiner Mili-
ärpflicht genügte er 1874‒75 als
Einjähriger bei dem 7. weſtfäl. Jnf.-
Reg. Jn den Jahren 1878‒80 weilte
er zu Studienzwecken in Jtalien. Am
bekannteſten iſt unter ſeinen Bildern
wohl die Duellſzene „Um ein Nichts“
geworden, da es in photographiſchen
Reproduktionen in den Handel ge-
langte; ſein beſtes Bild aber „Ein
ſchöner Märztag“, ging bekanntlich
ſeinerzeit in Jlmenau verloren.
P. lebt ſeit Jahren in Düſſeldorf,
krankt aber leider ſeit 1888 an einem
chroniſchen Halsleiden mit inter-
mittierender Sprachlähmung, wo-
durch ſeine maleriſche und literariſche
Produktion und Entwicklung ſtark
beeinträchtigt wird. Außer einigen
kunſthiſtoriſchen Schriften (z. B. Von
dem Weſen der Kunſt, 1893 ‒ Das
Problem der Darſtellung der Zeit
in den Werken der malenden und
zeichnenden Kunſt, 1899) veröffent-
lichte er

S:

Berufung (Volksſtück),
1901. ‒ Der Dichter und der Tod.
Have pia anima (Darſtellung in
1 Akt. Bühnentext), 1906.

Peetz, Hartwig Freimund,

geb.
am 28. März 1822 zu Baireuth als
Sohn eines Subalternbeamten, ab-
ſolvierte ſeine Gymnaſialſtudien in
Baireuth, Regensburg und München
und ſtudierte 1842‒46 in Erlangen
erſt Theologie, dann Jurisprudenz.
[Spaltenumbruch]

Peg
Den Vorbereitungskurſus in der ge-
richtlichen Praxis machte er in Bai-
reuth, und 1848 trat er bei der Re-
gierungsfinanzkammer von Ober-
bayern ein. Jm Jahre 1855 wurde
er königl. Rechnungskommiſſär, 1858
als ſolcher nach München verſetzt und
1859 Verweſer des Rentamts Troſt-
berg. Hier verfaßte er ſeine Schrift
„Die Fiſchmaid in den bayeriſchen
Seen“, welche ihm die Sympathie
des Königs Max II. von Bayern ver-
ſchaffte, der ihn beauftragte, an den
Arbeiten zur Bavaria teilzunehmen.
Jnfolge deſſen ſchrieb P. „Die Orts-
geſchichte des ehemaligen Fürſten-
tums Baireuth“. Von 1860‒82 war
P. Vorſtand des Rentamts Traun-
ſtein im bayeriſchen Hochgebirge und
hier ſeit 1867 Vorſtand des landwirt-
ſchaftlichen Vereins. Jm Jahre 1883
wurde er als Vorſtand zum Land-
ratsamte München verſetzt und 1890
zum königl. Regierungsrat ernannt.
Er ſtarb am 18. April 1892. — Außer
topographiſchen Arbeiten veröffent-
lichte er noch

S:

Chiemſeer Volk (Er-
innerungen eines Chiemſeer Amt-
mannes); II, 1892.

*Pego, Marie,

geb. am 7. Januar
1882 in Hamburg, war in den erſten
Jahren der Kindheit viel kränklich,
offenbarte aber ſeit ihrem neunten
Lebensjahre eine hervorragende gei-
ſtige Begabung, die dann in verſchie-
denen Romanen und Gedichten ſich
äußerte. Als dann ein ganzes Heft
mit leidenſchaftlich bewegten, regel-
loſen Verſen einem kritiſchen Kenner
zu Geſicht kam, nahm er ſich des jun-
gen, ſuchenden Talents an, und je
mehr ſich in den folgenden vier Jah-
ren das Durcheinander in der Dich-
terin ſelbſt klärte, um ſo harmoniſcher
geſtalteten ſich ihre Poeſien. Danach
folgte eine bewegte Reiſezeit, welche
die Dichterin weit durch Deutſchland
herum bis nach Jtalien führte, wo
ſie im Verkehr mit den verſchieden-
artigſten Menſchen viel zu lernen

* 16*
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[243/0247] Pee Peg men), ſeit 1905 Oberlehrer in Seelenz bei Polna (Böhmen), ſeit 1906 Bür- gerſchullehrer in Stadt Gewitſch Mähren) und ſeit 1908 in Mähriſch- Trübau. S: Jm Grenzwalde (Ge.), 1897. ‒ Heimatſegen (E.), 1903. *Peerdt, Ernſt te, geb. am 25. Nov. 1852 in Tecklenburg (Weſtfalen) als der zweite Sohn des Kreisgerichts- rats Heinrich te P., beſuchte das Gym- naſium in Weſel und bildete ſich auf den Malerakademien in Düſſeldorf, München und Berlin ſowie durch Privatunterricht bei dem berühmten Akademie-Direktor Eduard Bende- mann zum Maler aus. Seiner Mili- ärpflicht genügte er 1874‒75 als Einjähriger bei dem 7. weſtfäl. Jnf.- Reg. Jn den Jahren 1878‒80 weilte er zu Studienzwecken in Jtalien. Am bekannteſten iſt unter ſeinen Bildern wohl die Duellſzene „Um ein Nichts“ geworden, da es in photographiſchen Reproduktionen in den Handel ge- langte; ſein beſtes Bild aber „Ein ſchöner Märztag“, ging bekanntlich ſeinerzeit in Jlmenau verloren. P. lebt ſeit Jahren in Düſſeldorf, krankt aber leider ſeit 1888 an einem chroniſchen Halsleiden mit inter- mittierender Sprachlähmung, wo- durch ſeine maleriſche und literariſche Produktion und Entwicklung ſtark beeinträchtigt wird. Außer einigen kunſthiſtoriſchen Schriften (z. B. Von dem Weſen der Kunſt, 1893 ‒ Das Problem der Darſtellung der Zeit in den Werken der malenden und zeichnenden Kunſt, 1899) veröffent- lichte er S: Berufung (Volksſtück), 1901. ‒ Der Dichter und der Tod. Have pia anima (Darſtellung in 1 Akt. Bühnentext), 1906. Peetz, Hartwig Freimund, geb. am 28. März 1822 zu Baireuth als Sohn eines Subalternbeamten, ab- ſolvierte ſeine Gymnaſialſtudien in Baireuth, Regensburg und München und ſtudierte 1842‒46 in Erlangen erſt Theologie, dann Jurisprudenz. Den Vorbereitungskurſus in der ge- richtlichen Praxis machte er in Bai- reuth, und 1848 trat er bei der Re- gierungsfinanzkammer von Ober- bayern ein. Jm Jahre 1855 wurde er königl. Rechnungskommiſſär, 1858 als ſolcher nach München verſetzt und 1859 Verweſer des Rentamts Troſt- berg. Hier verfaßte er ſeine Schrift „Die Fiſchmaid in den bayeriſchen Seen“, welche ihm die Sympathie des Königs Max II. von Bayern ver- ſchaffte, der ihn beauftragte, an den Arbeiten zur Bavaria teilzunehmen. Jnfolge deſſen ſchrieb P. „Die Orts- geſchichte des ehemaligen Fürſten- tums Baireuth“. Von 1860‒82 war P. Vorſtand des Rentamts Traun- ſtein im bayeriſchen Hochgebirge und hier ſeit 1867 Vorſtand des landwirt- ſchaftlichen Vereins. Jm Jahre 1883 wurde er als Vorſtand zum Land- ratsamte München verſetzt und 1890 zum königl. Regierungsrat ernannt. Er ſtarb am 18. April 1892. — Außer topographiſchen Arbeiten veröffent- lichte er noch S: Chiemſeer Volk (Er- innerungen eines Chiemſeer Amt- mannes); II, 1892. *Pego, Marie, geb. am 7. Januar 1882 in Hamburg, war in den erſten Jahren der Kindheit viel kränklich, offenbarte aber ſeit ihrem neunten Lebensjahre eine hervorragende gei- ſtige Begabung, die dann in verſchie- denen Romanen und Gedichten ſich äußerte. Als dann ein ganzes Heft mit leidenſchaftlich bewegten, regel- loſen Verſen einem kritiſchen Kenner zu Geſicht kam, nahm er ſich des jun- gen, ſuchenden Talents an, und je mehr ſich in den folgenden vier Jah- ren das Durcheinander in der Dich- terin ſelbſt klärte, um ſo harmoniſcher geſtalteten ſich ihre Poeſien. Danach folgte eine bewegte Reiſezeit, welche die Dichterin weit durch Deutſchland herum bis nach Jtalien führte, wo ſie im Verkehr mit den verſchieden- artigſten Menſchen viel zu lernen * 16*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 243. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/247>, abgerufen am 23.03.2019.