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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Sohn des Landgerichtsarztes Dr. Jo-
seph P. geboren, machte seine Gym-
nasialstudien in Judenburg (Steier-
mark) u. Salzburg u. bezog 1834 die
Universität Jnnsbruck, wo er die phi-
losophischen Studien absolvierte und
die juridischen begann, die er seit dem
Herbst 1838 in Wien fortsetzte und
1840 daselbst beendete. Nachdem er
1842 zum Dr. jur. promoviert wor-
den, trat P. als Konzipient in die
Kanzlei des Advokaten Budinski und
wurde 1849 in das Justizministerium
berufen, dessen Leiter, der Minister
Bach, ihn mit der Vertretung der
Regierungsansichten in der offiziellen
Zeitung beauftragte. Jn demselben
Jahre wurde er in das Frankfurter
Parlament gewählt. Jn der Folge
wurde er Substitut der Staatsan-
waltschaft beim Wiener Landgerichte,
nebenbei Erzieher der Brüder des Kai-
fers und administrativer Leiter des
von ihm angeregten Baues der Vo-
tivkirche, begleitete 1857 den Erzher-
zog Ferdinand Max als Sektionsrat
in das Gouvernement zu Mailand
und wurde nach seiner Rückkehr
(1859) Rat beim Oberlandesgericht
in Wien, aber schon im folgenden
Jahre zu den Arbeiten an dem Ver-
fassungswerke berufen. Seinen An-
teil daran würdigte der Kaiser 1861
durch Erhebung P.s in den Ritter-
stand. P. starb am 11. März 1862 in
Wien.

S:

Hans v. Perthalers auser-
lesene Schriften; hrsg. von Ambros
Mayr; II, 1883 (Jnhalt: Biogra-
phie. - Lyrische Dichtungen. - Schön-
geistige Prosa. - Aus dem Briefwech-
sel. - Staatsmännische Schriften).

Pertz, Georg Wilhelm,

Sohn des
bekannten Geschichtsforschers G. H.
P., wurde am 18. Mai 1830 zu Han-
nover geboren und siedelte 1842 mit
seinem Vater nach Berlin über. Nach
vollendetem Gymnasialkursus stu-
dierte er von 1851-55 in Bonn und
Göttingen die Rechte und lebte dann
bis zum Jahre 1863 als Auskultator
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Pes
in Naumburg a. d. Saale. Zur Vor-
bereitung auf das zweite juristische
Examen kehrte er hierauf nach Ber-
lin zurück und reiste im Oktbr. 1864
über Naumburg nach Trier, wo der
Termin angesetzt war. Hier ver-
schwand er plötzlich und blieb acht
Tage verschollen, bis er dann in gei-
steskrankem Zustande bei seinem
jüngsten Bruder in Koblenz auftrat.
Er wurde hierauf der Heilanstalt des
Dr. Richartz in Endenich bei Bonn
übergeben, u. hier machte ein Schlag-
anfall seinem Leben am 11. Oktober
1870 ein Ende.

S:

Robert Burns
Lieder, übertragen, 1859. - Ver-
wandte Klänge (Engl. u. amerikan.
Ge., übertr.), 1860. - Fremdes und
Eigenes (Ge.), 1862.

*Peschel, Emil,

* am 6. Juli 1835
zu Dresden als der Sohn eines Kam-
mermusikus, genoß daselbst auf der
St. Annenschule seinen Schulunter-
richt, widmete sich dann in Gießen
dem Studium der neueren Sprachen
und Literatur und hielt sich zu seiner
weiteren linguistischen Ausbildung
1855-58 in England (Oxford) und
Amerika (Franklin College in Phila-
delphia) auf. Jn sein Vaterland
zurückgekehrt, promovierte P. und
bekleidete nun 1860-67 das Lehramt
für englische Sprache an der 1. Real-
schule zu Neustadt-Dresden. Daneben
war er als Lehrer an verschiedenen
Privatinstituten tätig, gab aber 1878
seine Lehrtätigkeit auf, um sich ganz
dem von ihm 1871-75 gegründeten
Körner-Museum zu widmen. Als die-
ses 1885 in den Besitz der Stadt
Dresden überging, ernannte die städ-
tische Behörde P. zum Direktor des
Museums. Der König von Sachsen
verlieh ihm 1890 den Titel eines
Hofrats.

S:

Wer Kinder liebt (Poet.
Reminiszenzen), 1873. - Verschiedene
Schriften über Theodor Körner.

*Peschier, Eugen,

Sohn des um
die französische Sprache und Literatur
hochverdienten Genfers Ad. P., Pro-

*


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Per
Sohn des Landgerichtsarztes Dr. Jo-
ſeph P. geboren, machte ſeine Gym-
naſialſtudien in Judenburg (Steier-
mark) u. Salzburg u. bezog 1834 die
Univerſität Jnnsbruck, wo er die phi-
loſophiſchen Studien abſolvierte und
die juridiſchen begann, die er ſeit dem
Herbſt 1838 in Wien fortſetzte und
1840 daſelbſt beendete. Nachdem er
1842 zum Dr. jur. promoviert wor-
den, trat P. als Konzipient in die
Kanzlei des Advokaten Budinski und
wurde 1849 in das Juſtizminiſterium
berufen, deſſen Leiter, der Miniſter
Bach, ihn mit der Vertretung der
Regierungsanſichten in der offiziellen
Zeitung beauftragte. Jn demſelben
Jahre wurde er in das Frankfurter
Parlament gewählt. Jn der Folge
wurde er Subſtitut der Staatsan-
waltſchaft beim Wiener Landgerichte,
nebenbei Erzieher der Brüder des Kai-
fers und adminiſtrativer Leiter des
von ihm angeregten Baues der Vo-
tivkirche, begleitete 1857 den Erzher-
zog Ferdinand Max als Sektionsrat
in das Gouvernement zu Mailand
und wurde nach ſeiner Rückkehr
(1859) Rat beim Oberlandesgericht
in Wien, aber ſchon im folgenden
Jahre zu den Arbeiten an dem Ver-
faſſungswerke berufen. Seinen An-
teil daran würdigte der Kaiſer 1861
durch Erhebung P.s in den Ritter-
ſtand. P. ſtarb am 11. März 1862 in
Wien.

S:

Hans v. Perthalers auser-
leſene Schriften; hrsg. von Ambros
Mayr; II, 1883 (Jnhalt: Biogra-
phie. ‒ Lyriſche Dichtungen. ‒ Schön-
geiſtige Proſa. ‒ Aus dem Briefwech-
ſel. ‒ Staatsmänniſche Schriften).

Pertz, Georg Wilhelm,

Sohn des
bekannten Geſchichtsforſchers G. H.
P., wurde am 18. Mai 1830 zu Han-
nover geboren und ſiedelte 1842 mit
ſeinem Vater nach Berlin über. Nach
vollendetem Gymnaſialkurſus ſtu-
dierte er von 1851‒55 in Bonn und
Göttingen die Rechte und lebte dann
bis zum Jahre 1863 als Auskultator
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Peſ
in Naumburg a. d. Saale. Zur Vor-
bereitung auf das zweite juriſtiſche
Examen kehrte er hierauf nach Ber-
lin zurück und reiſte im Oktbr. 1864
über Naumburg nach Trier, wo der
Termin angeſetzt war. Hier ver-
ſchwand er plötzlich und blieb acht
Tage verſchollen, bis er dann in gei-
ſteskrankem Zuſtande bei ſeinem
jüngſten Bruder in Koblenz auftrat.
Er wurde hierauf der Heilanſtalt des
Dr. Richartz in Endenich bei Bonn
übergeben, u. hier machte ein Schlag-
anfall ſeinem Leben am 11. Oktober
1870 ein Ende.

S:

Robert Burns
Lieder, übertragen, 1859. ‒ Ver-
wandte Klänge (Engl. u. amerikan.
Ge., übertr.), 1860. ‒ Fremdes und
Eigenes (Ge.), 1862.

*Peſchel, Emil,

* am 6. Juli 1835
zu Dresden als der Sohn eines Kam-
mermuſikus, genoß daſelbſt auf der
St. Annenſchule ſeinen Schulunter-
richt, widmete ſich dann in Gießen
dem Studium der neueren Sprachen
und Literatur und hielt ſich zu ſeiner
weiteren linguiſtiſchen Ausbildung
1855‒58 in England (Oxford) und
Amerika (Franklin College in Phila-
delphia) auf. Jn ſein Vaterland
zurückgekehrt, promovierte P. und
bekleidete nun 1860‒67 das Lehramt
für engliſche Sprache an der 1. Real-
ſchule zu Neuſtadt-Dresden. Daneben
war er als Lehrer an verſchiedenen
Privatinſtituten tätig, gab aber 1878
ſeine Lehrtätigkeit auf, um ſich ganz
dem von ihm 1871‒75 gegründeten
Körner-Muſeum zu widmen. Als die-
ſes 1885 in den Beſitz der Stadt
Dresden überging, ernannte die ſtäd-
tiſche Behörde P. zum Direktor des
Muſeums. Der König von Sachſen
verlieh ihm 1890 den Titel eines
Hofrats.

S:

Wer Kinder liebt (Poet.
Reminiszenzen), 1873. ‒ Verſchiedene
Schriften über Theodor Körner.

*Peſchier, Eugen,

Sohn des um
die franzöſiſche Sprache und Literatur
hochverdienten Genfers Ad. P., Pro-

*
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[253/0257] Per Peſ Sohn des Landgerichtsarztes Dr. Jo- ſeph P. geboren, machte ſeine Gym- naſialſtudien in Judenburg (Steier- mark) u. Salzburg u. bezog 1834 die Univerſität Jnnsbruck, wo er die phi- loſophiſchen Studien abſolvierte und die juridiſchen begann, die er ſeit dem Herbſt 1838 in Wien fortſetzte und 1840 daſelbſt beendete. Nachdem er 1842 zum Dr. jur. promoviert wor- den, trat P. als Konzipient in die Kanzlei des Advokaten Budinski und wurde 1849 in das Juſtizminiſterium berufen, deſſen Leiter, der Miniſter Bach, ihn mit der Vertretung der Regierungsanſichten in der offiziellen Zeitung beauftragte. Jn demſelben Jahre wurde er in das Frankfurter Parlament gewählt. Jn der Folge wurde er Subſtitut der Staatsan- waltſchaft beim Wiener Landgerichte, nebenbei Erzieher der Brüder des Kai- fers und adminiſtrativer Leiter des von ihm angeregten Baues der Vo- tivkirche, begleitete 1857 den Erzher- zog Ferdinand Max als Sektionsrat in das Gouvernement zu Mailand und wurde nach ſeiner Rückkehr (1859) Rat beim Oberlandesgericht in Wien, aber ſchon im folgenden Jahre zu den Arbeiten an dem Ver- faſſungswerke berufen. Seinen An- teil daran würdigte der Kaiſer 1861 durch Erhebung P.s in den Ritter- ſtand. P. ſtarb am 11. März 1862 in Wien. S: Hans v. Perthalers auser- leſene Schriften; hrsg. von Ambros Mayr; II, 1883 (Jnhalt: Biogra- phie. ‒ Lyriſche Dichtungen. ‒ Schön- geiſtige Proſa. ‒ Aus dem Briefwech- ſel. ‒ Staatsmänniſche Schriften). Pertz, Georg Wilhelm, Sohn des bekannten Geſchichtsforſchers G. H. P., wurde am 18. Mai 1830 zu Han- nover geboren und ſiedelte 1842 mit ſeinem Vater nach Berlin über. Nach vollendetem Gymnaſialkurſus ſtu- dierte er von 1851‒55 in Bonn und Göttingen die Rechte und lebte dann bis zum Jahre 1863 als Auskultator in Naumburg a. d. Saale. Zur Vor- bereitung auf das zweite juriſtiſche Examen kehrte er hierauf nach Ber- lin zurück und reiſte im Oktbr. 1864 über Naumburg nach Trier, wo der Termin angeſetzt war. Hier ver- ſchwand er plötzlich und blieb acht Tage verſchollen, bis er dann in gei- ſteskrankem Zuſtande bei ſeinem jüngſten Bruder in Koblenz auftrat. Er wurde hierauf der Heilanſtalt des Dr. Richartz in Endenich bei Bonn übergeben, u. hier machte ein Schlag- anfall ſeinem Leben am 11. Oktober 1870 ein Ende. S: Robert Burns Lieder, übertragen, 1859. ‒ Ver- wandte Klänge (Engl. u. amerikan. Ge., übertr.), 1860. ‒ Fremdes und Eigenes (Ge.), 1862. *Peſchel, Emil, * am 6. Juli 1835 zu Dresden als der Sohn eines Kam- mermuſikus, genoß daſelbſt auf der St. Annenſchule ſeinen Schulunter- richt, widmete ſich dann in Gießen dem Studium der neueren Sprachen und Literatur und hielt ſich zu ſeiner weiteren linguiſtiſchen Ausbildung 1855‒58 in England (Oxford) und Amerika (Franklin College in Phila- delphia) auf. Jn ſein Vaterland zurückgekehrt, promovierte P. und bekleidete nun 1860‒67 das Lehramt für engliſche Sprache an der 1. Real- ſchule zu Neuſtadt-Dresden. Daneben war er als Lehrer an verſchiedenen Privatinſtituten tätig, gab aber 1878 ſeine Lehrtätigkeit auf, um ſich ganz dem von ihm 1871‒75 gegründeten Körner-Muſeum zu widmen. Als die- ſes 1885 in den Beſitz der Stadt Dresden überging, ernannte die ſtäd- tiſche Behörde P. zum Direktor des Muſeums. Der König von Sachſen verlieh ihm 1890 den Titel eines Hofrats. S: Wer Kinder liebt (Poet. Reminiszenzen), 1873. ‒ Verſchiedene Schriften über Theodor Körner. *Peſchier, Eugen, Sohn des um die franzöſiſche Sprache und Literatur hochverdienten Genfers Ad. P., Pro- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 253. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/257>, abgerufen am 14.11.2018.