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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Pfaff
T.: Des Lebens Lust und Leid (Lr.)
1873.

*Pfaff, Karl Hermann Siegfried,


geb. am 7. März 1827 in Eßlingen
(Württemberg) als der Sohn des
Konrektors Karl P., der als württem-
berg. Geschichtschreiber bekannt ist,
besuchte das Lyzeum in seiner Vater-
stadt, dann durch vier Jahre das
theologische Seminar in Schönthal
und studierte danach in Tübingen
Philologie. Nach mehrmonatigem
Aufenthalt in Berlin (1849) und
Paris (1851) trat er in den würt-
tembergischen Staatsdienst und war
bis 1872 als Lehrer in Gingen, Mün-
singen und Tübingen tätig. Jm Ja-
nuar 1872 trat er in den reichslän-
dischen Schuldienst über und wirkte
bis Ostern 1893 als Professor am
Gymnasium in Buchsweiler (Unter-
elsaß), worauf er in den Ruhestand
trat und in seine Vaterstadt Eßlingen
zurückkehrte. Als Archivar der Stadt
beschäftigte er sich viel mit geschicht-
lichen Studien und veröffentlichte
mehrere Schriften, welche auf die Ge-
schichte Eßlingens Bezug nehmen.
Auch novellistische Arbeiten lieferte
er für verschiedene Zeitschriften. Ein
schweres Augenleiden hinderte ihn
seit 1902 an solcher Tätigkeit. Er
starb am 4. Oktober 1907.

S:

Mein
Liederbuch (Ge.), 1898. - Fünf Kai-
serlieder, 1906.

Pfaffenlob, Jgnaz,

Pseudon. für
Albrecht Deetz; s. d.!

Pfahlburg, J. L. von,

Pseudon.
für Johann Leopold Panske; s. d.!

*Pfalz, Franz,

geb. am 25. Juni
1832 in Borsdorf bei Leipzig als der
Sohn eines Chausseegelderhebers,
ward von seinem 12. Jahre an für
den Lehrerberuf vorbereitet und fand
in diesem fortan die Richtung aller
seiner Bestrebungen vorgezeichnet.
Er besuchte 1847-51 das Lehrer-
seminar in Grimma, wirkte zwei
Jahre als Hauslehrer und Dorf-
schullehrer und wurde 1853 Taub-
[Spaltenumbruch]

Pfan
stummenlehrer in Leipzig. Hier fand
er Gelegenheit, das Studium der
alten Sprachen unter guter Anlei-
tung privatim nachzuholen, bestand
Ostern 1856 an der Thomasschule die
Reifeprüfung und studierte nun unter
Drobisch, Zarncke, Ziller, Wachsmuth
und Overbeck Pädagogik, Geschichte
und deutsche Sprache und Literatur.
Nachdem er 1858 die Staatsprüfung
bestanden und die Würde eines Dr.
phil.
erlangt hatte, widmete er sich
dem höheren Schulwesen. Er wurde
Lehrer an der Realschule 1. Ordnung
in Dresden-Altstadt, später in Leip-
zig und übernahm hier 1873 das
Direktorat an der höheren Knaben-
schule, einer Anstalt, die er ohne
Schwierigkeit in eine sechsklassige
Realschule umgestaltete. Hieran wirkte
er, bis er Ostern 1901 in den Ruhe-
stand trat. Außer mehreren päda-
gogischen und Schulschriften ver-
öffentlichte er

S:

Bilder a. d. deut-
schen Städteleben im Mittelater; II,
1869-71. - Literaturgeschichtliche
Lebensbilder, 1881. - Ein Knaben-
leben vor sechzig Jahren; II, 1901-02.
- Fritz Spalteholz, der junge Volks-
schullehrer (Plaudereien), 1903.

Pfander, Gertrud,

geboren am
1. Mai 1874 in Basel als einziges
Kind einer unglücklichen Mutter, die
sich dann, da ihr Vater ihr sein Haus
verweigert hatte, mit einem älteren
Manne verheiratete, dessen Namen
dann Gertrud in der Folge führte.
Die Kindheit der letzteren war eine
lange Kette von Leiden und Demüti-
gungen. Mit sechs Jahren völlig
verwaist, kam sie zu Verwandten nach
Bern, wo sie erst die Primarschule
und vom 10. bis 15. Jahre die "Neue
Mädchenschule" besuchte. Später ge-
noß sie dann noch den Unterricht in
der "Handelsklasse". Nach dem Tode
ihrer Verwandten, die ihr ein kleines
Vermögen hinterließen, kehrte sie zu
den Großeltern zurück, pflegte ihre
Großmutter bis zu deren Tode und

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Pfaff
T.: Des Lebens Luſt und Leid (Lr.)
1873.

*Pfaff, Karl Hermann Siegfried,


geb. am 7. März 1827 in Eßlingen
(Württemberg) als der Sohn des
Konrektors Karl P., der als württem-
berg. Geſchichtſchreiber bekannt iſt,
beſuchte das Lyzeum in ſeiner Vater-
ſtadt, dann durch vier Jahre das
theologiſche Seminar in Schönthal
und ſtudierte danach in Tübingen
Philologie. Nach mehrmonatigem
Aufenthalt in Berlin (1849) und
Paris (1851) trat er in den würt-
tembergiſchen Staatsdienſt und war
bis 1872 als Lehrer in Gingen, Mün-
ſingen und Tübingen tätig. Jm Ja-
nuar 1872 trat er in den reichslän-
diſchen Schuldienſt über und wirkte
bis Oſtern 1893 als Profeſſor am
Gymnaſium in Buchsweiler (Unter-
elſaß), worauf er in den Ruheſtand
trat und in ſeine Vaterſtadt Eßlingen
zurückkehrte. Als Archivar der Stadt
beſchäftigte er ſich viel mit geſchicht-
lichen Studien und veröffentlichte
mehrere Schriften, welche auf die Ge-
ſchichte Eßlingens Bezug nehmen.
Auch novelliſtiſche Arbeiten lieferte
er für verſchiedene Zeitſchriften. Ein
ſchweres Augenleiden hinderte ihn
ſeit 1902 an ſolcher Tätigkeit. Er
ſtarb am 4. Oktober 1907.

S:

Mein
Liederbuch (Ge.), 1898. ‒ Fünf Kai-
ſerlieder, 1906.

Pfaffenlob, Jgnaz,

Pſeudon. für
Albrecht Deetz; ſ. d.!

Pfahlburg, J. L. von,

Pſeudon.
für Johann Leopold Panske; ſ. d.!

*Pfalz, Franz,

geb. am 25. Juni
1832 in Borsdorf bei Leipzig als der
Sohn eines Chauſſeegelderhebers,
ward von ſeinem 12. Jahre an für
den Lehrerberuf vorbereitet und fand
in dieſem fortan die Richtung aller
ſeiner Beſtrebungen vorgezeichnet.
Er beſuchte 1847‒51 das Lehrer-
ſeminar in Grimma, wirkte zwei
Jahre als Hauslehrer und Dorf-
ſchullehrer und wurde 1853 Taub-
[Spaltenumbruch]

Pfan
ſtummenlehrer in Leipzig. Hier fand
er Gelegenheit, das Studium der
alten Sprachen unter guter Anlei-
tung privatim nachzuholen, beſtand
Oſtern 1856 an der Thomasſchule die
Reifeprüfung und ſtudierte nun unter
Drobiſch, Zarncke, Ziller, Wachsmuth
und Overbeck Pädagogik, Geſchichte
und deutſche Sprache und Literatur.
Nachdem er 1858 die Staatsprüfung
beſtanden und die Würde eines Dr.
phil.
erlangt hatte, widmete er ſich
dem höheren Schulweſen. Er wurde
Lehrer an der Realſchule 1. Ordnung
in Dresden-Altſtadt, ſpäter in Leip-
zig und übernahm hier 1873 das
Direktorat an der höheren Knaben-
ſchule, einer Anſtalt, die er ohne
Schwierigkeit in eine ſechsklaſſige
Realſchule umgeſtaltete. Hieran wirkte
er, bis er Oſtern 1901 in den Ruhe-
ſtand trat. Außer mehreren päda-
gogiſchen und Schulſchriften ver-
öffentlichte er

S:

Bilder a. d. deut-
ſchen Städteleben im Mittelater; II,
1869‒71. ‒ Literaturgeſchichtliche
Lebensbilder, 1881. ‒ Ein Knaben-
leben vor ſechzig Jahren; II, 1901‒02.
‒ Fritz Spalteholz, der junge Volks-
ſchullehrer (Plaudereien), 1903.

Pfander, Gertrud,

geboren am
1. Mai 1874 in Baſel als einziges
Kind einer unglücklichen Mutter, die
ſich dann, da ihr Vater ihr ſein Haus
verweigert hatte, mit einem älteren
Manne verheiratete, deſſen Namen
dann Gertrud in der Folge führte.
Die Kindheit der letzteren war eine
lange Kette von Leiden und Demüti-
gungen. Mit ſechs Jahren völlig
verwaiſt, kam ſie zu Verwandten nach
Bern, wo ſie erſt die Primarſchule
und vom 10. bis 15. Jahre die „Neue
Mädchenſchule“ beſuchte. Später ge-
noß ſie dann noch den Unterricht in
der „Handelsklaſſe“. Nach dem Tode
ihrer Verwandten, die ihr ein kleines
Vermögen hinterließen, kehrte ſie zu
den Großeltern zurück, pflegte ihre
Großmutter bis zu deren Tode und

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[268/0272] Pfaff Pfan T.: Des Lebens Luſt und Leid (Lr.) 1873. *Pfaff, Karl Hermann Siegfried, geb. am 7. März 1827 in Eßlingen (Württemberg) als der Sohn des Konrektors Karl P., der als württem- berg. Geſchichtſchreiber bekannt iſt, beſuchte das Lyzeum in ſeiner Vater- ſtadt, dann durch vier Jahre das theologiſche Seminar in Schönthal und ſtudierte danach in Tübingen Philologie. Nach mehrmonatigem Aufenthalt in Berlin (1849) und Paris (1851) trat er in den würt- tembergiſchen Staatsdienſt und war bis 1872 als Lehrer in Gingen, Mün- ſingen und Tübingen tätig. Jm Ja- nuar 1872 trat er in den reichslän- diſchen Schuldienſt über und wirkte bis Oſtern 1893 als Profeſſor am Gymnaſium in Buchsweiler (Unter- elſaß), worauf er in den Ruheſtand trat und in ſeine Vaterſtadt Eßlingen zurückkehrte. Als Archivar der Stadt beſchäftigte er ſich viel mit geſchicht- lichen Studien und veröffentlichte mehrere Schriften, welche auf die Ge- ſchichte Eßlingens Bezug nehmen. Auch novelliſtiſche Arbeiten lieferte er für verſchiedene Zeitſchriften. Ein ſchweres Augenleiden hinderte ihn ſeit 1902 an ſolcher Tätigkeit. Er ſtarb am 4. Oktober 1907. S: Mein Liederbuch (Ge.), 1898. ‒ Fünf Kai- ſerlieder, 1906. Pfaffenlob, Jgnaz, Pſeudon. für Albrecht Deetz; ſ. d.! Pfahlburg, J. L. von, Pſeudon. für Johann Leopold Panske; ſ. d.! *Pfalz, Franz, geb. am 25. Juni 1832 in Borsdorf bei Leipzig als der Sohn eines Chauſſeegelderhebers, ward von ſeinem 12. Jahre an für den Lehrerberuf vorbereitet und fand in dieſem fortan die Richtung aller ſeiner Beſtrebungen vorgezeichnet. Er beſuchte 1847‒51 das Lehrer- ſeminar in Grimma, wirkte zwei Jahre als Hauslehrer und Dorf- ſchullehrer und wurde 1853 Taub- ſtummenlehrer in Leipzig. Hier fand er Gelegenheit, das Studium der alten Sprachen unter guter Anlei- tung privatim nachzuholen, beſtand Oſtern 1856 an der Thomasſchule die Reifeprüfung und ſtudierte nun unter Drobiſch, Zarncke, Ziller, Wachsmuth und Overbeck Pädagogik, Geſchichte und deutſche Sprache und Literatur. Nachdem er 1858 die Staatsprüfung beſtanden und die Würde eines Dr. phil. erlangt hatte, widmete er ſich dem höheren Schulweſen. Er wurde Lehrer an der Realſchule 1. Ordnung in Dresden-Altſtadt, ſpäter in Leip- zig und übernahm hier 1873 das Direktorat an der höheren Knaben- ſchule, einer Anſtalt, die er ohne Schwierigkeit in eine ſechsklaſſige Realſchule umgeſtaltete. Hieran wirkte er, bis er Oſtern 1901 in den Ruhe- ſtand trat. Außer mehreren päda- gogiſchen und Schulſchriften ver- öffentlichte er S: Bilder a. d. deut- ſchen Städteleben im Mittelater; II, 1869‒71. ‒ Literaturgeſchichtliche Lebensbilder, 1881. ‒ Ein Knaben- leben vor ſechzig Jahren; II, 1901‒02. ‒ Fritz Spalteholz, der junge Volks- ſchullehrer (Plaudereien), 1903. Pfander, Gertrud, geboren am 1. Mai 1874 in Baſel als einziges Kind einer unglücklichen Mutter, die ſich dann, da ihr Vater ihr ſein Haus verweigert hatte, mit einem älteren Manne verheiratete, deſſen Namen dann Gertrud in der Folge führte. Die Kindheit der letzteren war eine lange Kette von Leiden und Demüti- gungen. Mit ſechs Jahren völlig verwaiſt, kam ſie zu Verwandten nach Bern, wo ſie erſt die Primarſchule und vom 10. bis 15. Jahre die „Neue Mädchenſchule“ beſuchte. Später ge- noß ſie dann noch den Unterricht in der „Handelsklaſſe“. Nach dem Tode ihrer Verwandten, die ihr ein kleines Vermögen hinterließen, kehrte ſie zu den Großeltern zurück, pflegte ihre Großmutter bis zu deren Tode und *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 268. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/272>, abgerufen am 19.02.2019.