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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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reich, England, Deutschland und die
Niederlande u. ließ sich dann in sei-
ner Vaterstadt nieder, wo er seitdem
als Schriftsteller tätig gewesen ist.
Auch gehörte er viele Jahre der Ber-
liner Stadtverordneten-Versamm-
lung an. Er starb am 28. Februar
1888 daselbst.

S:

Katharina v. Trocz-
now (Hist. R.), 1861. - Aus den Ta-
gen des großen Königs, 1864. - Auch
Blut und Eisen! (En.), 1867 (Jnhalt:
Schill und Gollnow. - Der Schul-
meister von Hagelsberg. - An der
Göhrde). - Ein Dichterherz (N.),
1866. - Von nah und fern, 1866. -
Geglänzt und erloschen (R.); III,
1866. - Der kleine Abbe v. Savoyen
(Hist. R.); II, 1868. - Unter den Fit-
tichen des schwarzen Adlers (Histor.
Skizzenbuch), 1868. - Die Marquise
von St. Prie (R.); III, 1873. - Der
Verurteilte (E.), 1876. - Historische
Erzählungen; 1 Bändchen, 1877. -
Geschichtsbilder (En. und Sk.); II,
1878. - Hodica. (Kulturgesch. R.);
III, 1886. - Leopold von Anhalt-
Dessau (Lebensbild), 1887. - Ver-
schiedene Jugendschriften.

*Pflugfelder, Atta (Albert),

geb.
am 30. September 1878 in Essen a. d.
Ruhr, wurde nach Absolvierung der
Realschule zum kaufmännischen Beruf
bestimmt, drang jedoch nach kurzer
Zeit mit seinem Plan, sich der Schrift-
stellerei zu widmen, durch. Er be-
suchte 1900-02 die Universität Gie-
ßen und war hier schon als Student
verantwortlicher Redakteur der
"Gießener Neuesten Nachrichten";
dann redigierte er 1902-04 die "Rhei-
nisch-Westfälische Zeitung" in Essen
und war dann als freier Journalist
und Schriftsteller daselbst tätig, bis
er sich nach seiner Verheiratung im
Dezember 1906 in Grafenberg bei
Düsseldorf niederließ.

S:

Menschen
oder: Des Sängers Tod (Dr.), 1906.
- Amors Beute (N.), 1910.

Pflugk-Harttung, Julius

Al-
bert G. von, ein Sohn des Gutsbe-
[Spaltenumbruch]

Pflu
sitzers F. Harttung und der Elise
von Pflugk, die durch Adoption und
Kabinettsorder Kaiser Wilhelms II.
geadelt ward, wurde am 8. März 1848
auf dem Landsitz seines Vaters, War-
nikow bei Wittstock (Prov. Branden-
burg) geboren, kam bald darauf nach
Mecklenburg, wo er den ersten Unter-
richt durch Privatlehrer empfing, u.
später mit seiner Mutter nach Ham-
burg. Hier und in Altona erhielt er
seine weitere Schulbildung, trat mit
14 Jahren in das Geschäft seines
Stiefvaters ein, wurde aber, da er
keine sonderliche Lust dazu zeigte, auf
ein Jahr nach Amerika geschickt, wo
er in Neuyork, Boston und Provi-
dence tätig war. Heimgekehrt, über-
nahm er die Leitung eines der Laden-
geschäfte seines Stiefvaters. Von
fremdem Verkehr fast gänzlich abge-
schlossen, ging er unsicher tastend sei-
nen Neigungen nach, lernte Englisch
und Französisch, schrieb Gedichte und
Dramen und übte sich vor allem im
Zeichnen, wozu er am meisten Talent
verspürte. Aber alle Versuche, sich
der Malerkunst widmen zu dürfen,
scheiterten an dem Widerstande der
Eltern. Nachdem er das Einjährigen-
Examen bestanden, genügte er 1868
bis 1869 in Hamburg seiner Militär-
pflicht, zog 1870 mit nach Frankreich
wurde aber in Orleans krank und
danach in die Heimat zurückgesandt.
Jetzt beschloß P., sich den Studien zu
widmen. Er ging nach Bonn, wo er
Vorlesungen hörte und sich gleich-
zeitig auf das Maturitätsexamen vor-
bereitete, welches er nach 11/2 Jahren
in Hamm bestand. Durch Sybels
Einfluß widmete er sich dem Studium
der Geschichte, das er in Berlin und
Göttingen fortsetzte, erwarb sich 1876
in Bonn den Doktorgrad und habi-
litierte sich 1877 in Tübingen, wo
er nach einigen Jahren den Profes-
sortitel erhielt. 1886 wurde er an
Jakob Burckhardts Stelle als ordent-
licher Professor der Geschichte nach

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Pflu
reich, England, Deutſchland und die
Niederlande u. ließ ſich dann in ſei-
ner Vaterſtadt nieder, wo er ſeitdem
als Schriftſteller tätig geweſen iſt.
Auch gehörte er viele Jahre der Ber-
liner Stadtverordneten-Verſamm-
lung an. Er ſtarb am 28. Februar
1888 daſelbſt.

S:

Katharina v. Trocz-
now (Hiſt. R.), 1861. ‒ Aus den Ta-
gen des großen Königs, 1864. ‒ Auch
Blut und Eiſen! (En.), 1867 (Jnhalt:
Schill und Gollnow. ‒ Der Schul-
meiſter von Hagelsberg. ‒ An der
Göhrde). ‒ Ein Dichterherz (N.),
1866. ‒ Von nah und fern, 1866. ‒
Geglänzt und erloſchen (R.); III,
1866. ‒ Der kleine Abbé v. Savoyen
(Hiſt. R.); II, 1868. ‒ Unter den Fit-
tichen des ſchwarzen Adlers (Hiſtor.
Skizzenbuch), 1868. ‒ Die Marquiſe
von St. Prie (R.); III, 1873. ‒ Der
Verurteilte (E.), 1876. ‒ Hiſtoriſche
Erzählungen; 1 Bändchen, 1877. ‒
Geſchichtsbilder (En. und Sk.); II,
1878. ‒ Hodica. (Kulturgeſch. R.);
III, 1886. ‒ Leopold von Anhalt-
Deſſau (Lebensbild), 1887. ‒ Ver-
ſchiedene Jugendſchriften.

*Pflugfelder, Atta (Albert),

geb.
am 30. September 1878 in Eſſen a. d.
Ruhr, wurde nach Abſolvierung der
Realſchule zum kaufmänniſchen Beruf
beſtimmt, drang jedoch nach kurzer
Zeit mit ſeinem Plan, ſich der Schrift-
ſtellerei zu widmen, durch. Er be-
ſuchte 1900‒02 die Univerſität Gie-
ßen und war hier ſchon als Student
verantwortlicher Redakteur der
„Gießener Neueſten Nachrichten“;
dann redigierte er 1902‒04 die „Rhei-
niſch-Weſtfäliſche Zeitung“ in Eſſen
und war dann als freier Journaliſt
und Schriftſteller daſelbſt tätig, bis
er ſich nach ſeiner Verheiratung im
Dezember 1906 in Grafenberg bei
Düſſeldorf niederließ.

S:

Menſchen
oder: Des Sängers Tod (Dr.), 1906.
‒ Amors Beute (N.), 1910.

Pflugk-Harttung, Julius

Al-
bert G. von, ein Sohn des Gutsbe-
[Spaltenumbruch]

Pflu
ſitzers F. Harttung und der Eliſe
von Pflugk, die durch Adoption und
Kabinettsorder Kaiſer Wilhelms II.
geadelt ward, wurde am 8. März 1848
auf dem Landſitz ſeines Vaters, War-
nikow bei Wittſtock (Prov. Branden-
burg) geboren, kam bald darauf nach
Mecklenburg, wo er den erſten Unter-
richt durch Privatlehrer empfing, u.
ſpäter mit ſeiner Mutter nach Ham-
burg. Hier und in Altona erhielt er
ſeine weitere Schulbildung, trat mit
14 Jahren in das Geſchäft ſeines
Stiefvaters ein, wurde aber, da er
keine ſonderliche Luſt dazu zeigte, auf
ein Jahr nach Amerika geſchickt, wo
er in Neuyork, Boſton und Provi-
dence tätig war. Heimgekehrt, über-
nahm er die Leitung eines der Laden-
geſchäfte ſeines Stiefvaters. Von
fremdem Verkehr faſt gänzlich abge-
ſchloſſen, ging er unſicher taſtend ſei-
nen Neigungen nach, lernte Engliſch
und Franzöſiſch, ſchrieb Gedichte und
Dramen und übte ſich vor allem im
Zeichnen, wozu er am meiſten Talent
verſpürte. Aber alle Verſuche, ſich
der Malerkunſt widmen zu dürfen,
ſcheiterten an dem Widerſtande der
Eltern. Nachdem er das Einjährigen-
Examen beſtanden, genügte er 1868
bis 1869 in Hamburg ſeiner Militär-
pflicht, zog 1870 mit nach Frankreich
wurde aber in Orleans krank und
danach in die Heimat zurückgeſandt.
Jetzt beſchloß P., ſich den Studien zu
widmen. Er ging nach Bonn, wo er
Vorleſungen hörte und ſich gleich-
zeitig auf das Maturitätsexamen vor-
bereitete, welches er nach 1½ Jahren
in Hamm beſtand. Durch Sybels
Einfluß widmete er ſich dem Studium
der Geſchichte, das er in Berlin und
Göttingen fortſetzte, erwarb ſich 1876
in Bonn den Doktorgrad und habi-
litierte ſich 1877 in Tübingen, wo
er nach einigen Jahren den Profeſ-
ſortitel erhielt. 1886 wurde er an
Jakob Burckhardts Stelle als ordent-
licher Profeſſor der Geſchichte nach

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[276/0280] Pflu Pflu reich, England, Deutſchland und die Niederlande u. ließ ſich dann in ſei- ner Vaterſtadt nieder, wo er ſeitdem als Schriftſteller tätig geweſen iſt. Auch gehörte er viele Jahre der Ber- liner Stadtverordneten-Verſamm- lung an. Er ſtarb am 28. Februar 1888 daſelbſt. S: Katharina v. Trocz- now (Hiſt. R.), 1861. ‒ Aus den Ta- gen des großen Königs, 1864. ‒ Auch Blut und Eiſen! (En.), 1867 (Jnhalt: Schill und Gollnow. ‒ Der Schul- meiſter von Hagelsberg. ‒ An der Göhrde). ‒ Ein Dichterherz (N.), 1866. ‒ Von nah und fern, 1866. ‒ Geglänzt und erloſchen (R.); III, 1866. ‒ Der kleine Abbé v. Savoyen (Hiſt. R.); II, 1868. ‒ Unter den Fit- tichen des ſchwarzen Adlers (Hiſtor. Skizzenbuch), 1868. ‒ Die Marquiſe von St. Prie (R.); III, 1873. ‒ Der Verurteilte (E.), 1876. ‒ Hiſtoriſche Erzählungen; 1 Bändchen, 1877. ‒ Geſchichtsbilder (En. und Sk.); II, 1878. ‒ Hodica. (Kulturgeſch. R.); III, 1886. ‒ Leopold von Anhalt- Deſſau (Lebensbild), 1887. ‒ Ver- ſchiedene Jugendſchriften. *Pflugfelder, Atta (Albert), geb. am 30. September 1878 in Eſſen a. d. Ruhr, wurde nach Abſolvierung der Realſchule zum kaufmänniſchen Beruf beſtimmt, drang jedoch nach kurzer Zeit mit ſeinem Plan, ſich der Schrift- ſtellerei zu widmen, durch. Er be- ſuchte 1900‒02 die Univerſität Gie- ßen und war hier ſchon als Student verantwortlicher Redakteur der „Gießener Neueſten Nachrichten“; dann redigierte er 1902‒04 die „Rhei- niſch-Weſtfäliſche Zeitung“ in Eſſen und war dann als freier Journaliſt und Schriftſteller daſelbſt tätig, bis er ſich nach ſeiner Verheiratung im Dezember 1906 in Grafenberg bei Düſſeldorf niederließ. S: Menſchen oder: Des Sängers Tod (Dr.), 1906. ‒ Amors Beute (N.), 1910. Pflugk-Harttung, Julius Al- bert G. von, ein Sohn des Gutsbe- ſitzers F. Harttung und der Eliſe von Pflugk, die durch Adoption und Kabinettsorder Kaiſer Wilhelms II. geadelt ward, wurde am 8. März 1848 auf dem Landſitz ſeines Vaters, War- nikow bei Wittſtock (Prov. Branden- burg) geboren, kam bald darauf nach Mecklenburg, wo er den erſten Unter- richt durch Privatlehrer empfing, u. ſpäter mit ſeiner Mutter nach Ham- burg. Hier und in Altona erhielt er ſeine weitere Schulbildung, trat mit 14 Jahren in das Geſchäft ſeines Stiefvaters ein, wurde aber, da er keine ſonderliche Luſt dazu zeigte, auf ein Jahr nach Amerika geſchickt, wo er in Neuyork, Boſton und Provi- dence tätig war. Heimgekehrt, über- nahm er die Leitung eines der Laden- geſchäfte ſeines Stiefvaters. Von fremdem Verkehr faſt gänzlich abge- ſchloſſen, ging er unſicher taſtend ſei- nen Neigungen nach, lernte Engliſch und Franzöſiſch, ſchrieb Gedichte und Dramen und übte ſich vor allem im Zeichnen, wozu er am meiſten Talent verſpürte. Aber alle Verſuche, ſich der Malerkunſt widmen zu dürfen, ſcheiterten an dem Widerſtande der Eltern. Nachdem er das Einjährigen- Examen beſtanden, genügte er 1868 bis 1869 in Hamburg ſeiner Militär- pflicht, zog 1870 mit nach Frankreich wurde aber in Orleans krank und danach in die Heimat zurückgeſandt. Jetzt beſchloß P., ſich den Studien zu widmen. Er ging nach Bonn, wo er Vorleſungen hörte und ſich gleich- zeitig auf das Maturitätsexamen vor- bereitete, welches er nach 1½ Jahren in Hamm beſtand. Durch Sybels Einfluß widmete er ſich dem Studium der Geſchichte, das er in Berlin und Göttingen fortſetzte, erwarb ſich 1876 in Bonn den Doktorgrad und habi- litierte ſich 1877 in Tübingen, wo er nach einigen Jahren den Profeſ- ſortitel erhielt. 1886 wurde er an Jakob Burckhardts Stelle als ordent- licher Profeſſor der Geſchichte nach *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 276. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/280>, abgerufen am 18.02.2019.