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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Pla
Weihnachten (Dramat. Lebensbild),
1902. - Der Roman der Prinzessin
Luise von Koburg (Ein Fürstenschick-
sal ohne Schleier), 1.-2. A. 1903. -
Zum viertenmal verlobt (P.), 1902.
- Liebschaften (En. eines Don Juan),
1. u. 2. A. 1903. - Thronflüchtig (Lie-
besfehl u. Liebesleid einer Kronprin-
zessin), 1.-3. A. 1903. - Der Esel vor
Gericht (Lsp.), 1904. - Die Heimkehr
des Geliebten (Schsp.), 1904. - Sisy-
phus' Geschlecht (Dr.), 1905. - Hyä-
nen der Liebe (Dr.), 1906.

*Planitz, Karl Edler von der,

psd.
Mikado, wurde am 30. Aug. 1845
in Dorfstadt bei Auerbach im sächsi-
schen Voigtlande als der Sohn eines
Gutsbesitzers geboren, erhielt seine
Erziehung und Bildung in Auerbach,
in Ebersdorf (Reuß), in Calbitz bei
Oschatz und seit 1859 in einer Vorbe-
reitungsanstalt fürs Kadettenhaus
in Dresden, worauf er 1860 in das
letztere aufgenommen wurde. 1865
trat er zu Dresden in das 11. Jn-
fanterie-Bataillon ein, wurde 1866
Offizier, machte als solcher den Feld-
zug in Böhmen mit u. stand danach
in Plauen, Leisnig und Döbeln in
Garnison. 1868 zum Premierleut-
nant im 5. Jnfanterieregiment zu
Zwickau befördert, machte er den
Krieg gegen Frankreich mit, wurde
1871 nach Straßburg im Elsaß ver-
setzt und 1874 zum Hauptmann er-
nannt. Jm folgenden Jahre wegen
Krankheit zur Disposition gestellt,
nahm er 1885 seinen Abschied u. lebte
nun als Schriftsteller in Dresden.
Jn einem Anfall von Schwermut
stürzte er sich am 10. Dezember 1899
aus dem Fenster seiner Wohnung
und war sofort tot.

S:

Sächsische
Schnadahüpfln - Schnadahüpfln der
alten Sachsen, ausgegraben bei Dres-
den, 1882. - Reglement für die Ver-
heiratung der Offiziere (Sat.), 1884.
- Goldblech (Kom. Zitate mit einem
Anhang humoristischer Ge.), 1885. -
Briefe August Bemmchens in Kame-
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Pla
run, 1885. - Des sächsischen Knaben
Wunderhorn (Ge. in sächsischer Mund-
art), 1888. - Die Mopsiade (Bur-
leske, frei nach der Jobsiade), 1888. -
Der Landsturm (Hum.), 1889. - Säch-
sisches Gaudeamus (Ge. in sächsischer
Mundart), 1890. - Militärhumo-
resken, 1889. - Wilhelm Tell in der
sächsischen Schweiz (Schsp., frei nach
Schiller in sächsischer Mdt.), 1897. -
Äh, äh! (Militärhum.), 1899.

Plankenberg, A. von,

Pseud. für
Agnes Bogler; s. d.!

Planta, Peter Konradin von,


wurde am 24. Sept. 1815 im Schlosse
Wildenberg zu Zernetz im Kt. Grau-
bünden geboren, erhielt den ersten
Elementarunterricht von seiner Mut-
ter, besuchte von 1825-28 das dama-
lige Jnstitut des Pfarrers Wetzel zu
Silvaplana im Engadin, von 1828
bis 1834 die Kantonsschule in Chur,
bis 1835 die Thomasschule in Leip-
zig und ging dann zur dortigen Uni-
versität über, wo er ein Jahr lang
Philosophie studierte. Von 1836-38
widmete er sich in Heidelberg dem
Studium der Rechtswissenschaft und
kehrte dann in die Heimat zurück.
Hier trat er als Sachwalter bei der
Veltliner Consisca-Kommission ein,
deren Aufgabe es war, die Erstattung
des von den cisalpinischen Behörden
im Jahre 1797 konfiszierten bünd-
nerischen Privateigentums zu be-
wirken. Doch zog ihn bald die Publi-
zistik mehr an als die Rechtshändel,
und so ließ er sich denn bereit finden,
die Redaktion der 1841 in Zürich ge-
gründeten Zeitschrift "Der Pfeil des
Tellen, eine Monatsschrift für Volk,
Wissenschaft und Politik" zu über-
nehmen. Da dieselbe aber keinen Er-
folg hatte, gründete er 1842 in Zü-
rich die "Neue Helvetia", der aber
ein gleiches Los beschieden war. Jm
Herbst 1843 siedelte P. nach Chur
über und redigierte hier mit kurzen
Unterbrechungen bis 1865 drei Zei-
tungen, die sich einander unter ver-

*


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Pla
Weihnachten (Dramat. Lebensbild),
1902. ‒ Der Roman der Prinzeſſin
Luiſe von Koburg (Ein Fürſtenſchick-
ſal ohne Schleier), 1.-2. A. 1903. ‒
Zum viertenmal verlobt (P.), 1902.
‒ Liebſchaften (En. eines Don Juan),
1. u. 2. A. 1903. ‒ Thronflüchtig (Lie-
besfehl u. Liebesleid einer Kronprin-
zeſſin), 1.-3. A. 1903. ‒ Der Eſel vor
Gericht (Lſp.), 1904. ‒ Die Heimkehr
des Geliebten (Schſp.), 1904. ‒ Siſy-
phus’ Geſchlecht (Dr.), 1905. ‒ Hyä-
nen der Liebe (Dr.), 1906.

*Planitz, Karl Edler von der,

pſd.
Mikado, wurde am 30. Aug. 1845
in Dorfſtadt bei Auerbach im ſächſi-
ſchen Voigtlande als der Sohn eines
Gutsbeſitzers geboren, erhielt ſeine
Erziehung und Bildung in Auerbach,
in Ebersdorf (Reuß), in Calbitz bei
Oſchatz und ſeit 1859 in einer Vorbe-
reitungsanſtalt fürs Kadettenhaus
in Dresden, worauf er 1860 in das
letztere aufgenommen wurde. 1865
trat er zu Dresden in das 11. Jn-
fanterie-Bataillon ein, wurde 1866
Offizier, machte als ſolcher den Feld-
zug in Böhmen mit u. ſtand danach
in Plauen, Leisnig und Döbeln in
Garniſon. 1868 zum Premierleut-
nant im 5. Jnfanterieregiment zu
Zwickau befördert, machte er den
Krieg gegen Frankreich mit, wurde
1871 nach Straßburg im Elſaß ver-
ſetzt und 1874 zum Hauptmann er-
nannt. Jm folgenden Jahre wegen
Krankheit zur Dispoſition geſtellt,
nahm er 1885 ſeinen Abſchied u. lebte
nun als Schriftſteller in Dresden.
Jn einem Anfall von Schwermut
ſtürzte er ſich am 10. Dezember 1899
aus dem Fenſter ſeiner Wohnung
und war ſofort tot.

S:

Sächſiſche
Schnadahüpfln ‒ Schnadahüpfln der
alten Sachſen, ausgegraben bei Dres-
den, 1882. ‒ Reglement für die Ver-
heiratung der Offiziere (Sat.), 1884.
‒ Goldblech (Kom. Zitate mit einem
Anhang humoriſtiſcher Ge.), 1885. ‒
Briefe Auguſt Bemmchens in Kame-
[Spaltenumbruch]

Pla
run, 1885. ‒ Des ſächſiſchen Knaben
Wunderhorn (Ge. in ſächſiſcher Mund-
art), 1888. ‒ Die Mopſiade (Bur-
leske, frei nach der Jobſiade), 1888. ‒
Der Landſturm (Hum.), 1889. ‒ Säch-
ſiſches Gaudeamus (Ge. in ſächſiſcher
Mundart), 1890. ‒ Militärhumo-
resken, 1889. ‒ Wilhelm Tell in der
ſächſiſchen Schweiz (Schſp., frei nach
Schiller in ſächſiſcher Mdt.), 1897. ‒
Äh, äh! (Militärhum.), 1899.

Plankenberg, A. von,

Pſeud. für
Agnes Bogler; ſ. d.!

Planta, Peter Konradin von,


wurde am 24. Sept. 1815 im Schloſſe
Wildenberg zu Zernetz im Kt. Grau-
bünden geboren, erhielt den erſten
Elementarunterricht von ſeiner Mut-
ter, beſuchte von 1825-28 das dama-
lige Jnſtitut des Pfarrers Wetzel zu
Silvaplana im Engadin, von 1828
bis 1834 die Kantonsſchule in Chur,
bis 1835 die Thomasſchule in Leip-
zig und ging dann zur dortigen Uni-
verſität über, wo er ein Jahr lang
Philoſophie ſtudierte. Von 1836-38
widmete er ſich in Heidelberg dem
Studium der Rechtswiſſenſchaft und
kehrte dann in die Heimat zurück.
Hier trat er als Sachwalter bei der
Veltliner Conſisca-Kommiſſion ein,
deren Aufgabe es war, die Erſtattung
des von den cisalpiniſchen Behörden
im Jahre 1797 konfiszierten bünd-
neriſchen Privateigentums zu be-
wirken. Doch zog ihn bald die Publi-
ziſtik mehr an als die Rechtshändel,
und ſo ließ er ſich denn bereit finden,
die Redaktion der 1841 in Zürich ge-
gründeten Zeitſchrift „Der Pfeil des
Tellen, eine Monatsſchrift für Volk,
Wiſſenſchaft und Politik“ zu über-
nehmen. Da dieſelbe aber keinen Er-
folg hatte, gründete er 1842 in Zü-
rich die „Neue Helvetia“, der aber
ein gleiches Los beſchieden war. Jm
Herbſt 1843 ſiedelte P. nach Chur
über und redigierte hier mit kurzen
Unterbrechungen bis 1865 drei Zei-
tungen, die ſich einander unter ver-

*
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[299/0303] Pla Pla Weihnachten (Dramat. Lebensbild), 1902. ‒ Der Roman der Prinzeſſin Luiſe von Koburg (Ein Fürſtenſchick- ſal ohne Schleier), 1.-2. A. 1903. ‒ Zum viertenmal verlobt (P.), 1902. ‒ Liebſchaften (En. eines Don Juan), 1. u. 2. A. 1903. ‒ Thronflüchtig (Lie- besfehl u. Liebesleid einer Kronprin- zeſſin), 1.-3. A. 1903. ‒ Der Eſel vor Gericht (Lſp.), 1904. ‒ Die Heimkehr des Geliebten (Schſp.), 1904. ‒ Siſy- phus’ Geſchlecht (Dr.), 1905. ‒ Hyä- nen der Liebe (Dr.), 1906. *Planitz, Karl Edler von der, pſd. Mikado, wurde am 30. Aug. 1845 in Dorfſtadt bei Auerbach im ſächſi- ſchen Voigtlande als der Sohn eines Gutsbeſitzers geboren, erhielt ſeine Erziehung und Bildung in Auerbach, in Ebersdorf (Reuß), in Calbitz bei Oſchatz und ſeit 1859 in einer Vorbe- reitungsanſtalt fürs Kadettenhaus in Dresden, worauf er 1860 in das letztere aufgenommen wurde. 1865 trat er zu Dresden in das 11. Jn- fanterie-Bataillon ein, wurde 1866 Offizier, machte als ſolcher den Feld- zug in Böhmen mit u. ſtand danach in Plauen, Leisnig und Döbeln in Garniſon. 1868 zum Premierleut- nant im 5. Jnfanterieregiment zu Zwickau befördert, machte er den Krieg gegen Frankreich mit, wurde 1871 nach Straßburg im Elſaß ver- ſetzt und 1874 zum Hauptmann er- nannt. Jm folgenden Jahre wegen Krankheit zur Dispoſition geſtellt, nahm er 1885 ſeinen Abſchied u. lebte nun als Schriftſteller in Dresden. Jn einem Anfall von Schwermut ſtürzte er ſich am 10. Dezember 1899 aus dem Fenſter ſeiner Wohnung und war ſofort tot. S: Sächſiſche Schnadahüpfln ‒ Schnadahüpfln der alten Sachſen, ausgegraben bei Dres- den, 1882. ‒ Reglement für die Ver- heiratung der Offiziere (Sat.), 1884. ‒ Goldblech (Kom. Zitate mit einem Anhang humoriſtiſcher Ge.), 1885. ‒ Briefe Auguſt Bemmchens in Kame- run, 1885. ‒ Des ſächſiſchen Knaben Wunderhorn (Ge. in ſächſiſcher Mund- art), 1888. ‒ Die Mopſiade (Bur- leske, frei nach der Jobſiade), 1888. ‒ Der Landſturm (Hum.), 1889. ‒ Säch- ſiſches Gaudeamus (Ge. in ſächſiſcher Mundart), 1890. ‒ Militärhumo- resken, 1889. ‒ Wilhelm Tell in der ſächſiſchen Schweiz (Schſp., frei nach Schiller in ſächſiſcher Mdt.), 1897. ‒ Äh, äh! (Militärhum.), 1899. Plankenberg, A. von, Pſeud. für Agnes Bogler; ſ. d.! Planta, Peter Konradin von, wurde am 24. Sept. 1815 im Schloſſe Wildenberg zu Zernetz im Kt. Grau- bünden geboren, erhielt den erſten Elementarunterricht von ſeiner Mut- ter, beſuchte von 1825-28 das dama- lige Jnſtitut des Pfarrers Wetzel zu Silvaplana im Engadin, von 1828 bis 1834 die Kantonsſchule in Chur, bis 1835 die Thomasſchule in Leip- zig und ging dann zur dortigen Uni- verſität über, wo er ein Jahr lang Philoſophie ſtudierte. Von 1836-38 widmete er ſich in Heidelberg dem Studium der Rechtswiſſenſchaft und kehrte dann in die Heimat zurück. Hier trat er als Sachwalter bei der Veltliner Conſisca-Kommiſſion ein, deren Aufgabe es war, die Erſtattung des von den cisalpiniſchen Behörden im Jahre 1797 konfiszierten bünd- neriſchen Privateigentums zu be- wirken. Doch zog ihn bald die Publi- ziſtik mehr an als die Rechtshändel, und ſo ließ er ſich denn bereit finden, die Redaktion der 1841 in Zürich ge- gründeten Zeitſchrift „Der Pfeil des Tellen, eine Monatsſchrift für Volk, Wiſſenſchaft und Politik“ zu über- nehmen. Da dieſelbe aber keinen Er- folg hatte, gründete er 1842 in Zü- rich die „Neue Helvetia“, der aber ein gleiches Los beſchieden war. Jm Herbſt 1843 ſiedelte P. nach Chur über und redigierte hier mit kurzen Unterbrechungen bis 1865 drei Zei- tungen, die ſich einander unter ver- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 299. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/303>, abgerufen am 17.11.2018.