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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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mit dem Komponisten Paul P., wurde
aber schon im folgenden Jahre Witwe.
Seitdem wandte sie sich der Schrift-
stellerei zu und ist besonders für Ta-
gesblätter u. Zeitschriften tätig, seit
1898 auch als Redaktrize am "Ber-
liner Tageblatt". Der Frauenbewe-
gung hat sie ihr lebhaftes Jnteresse
zugewandt: sie gründete mit Emilie
Mosse und Elisabeth Vogeler 1884
den Verein Mädchenhort, ist Vor-
standsmitglied der Frauen- u. Mäd-
chengruppen für soziale Hilfsarbeit,
Mitglied des Berliner Frauenklubs
von 1900, des internationalen Ly-
zeumklubs u. a. Vereine.

S:

Romeos
Debüt (R.), 1888. - Märkische Skiz-
zen, 1905. 2. A. 1906. - Verschiedene
Schriften zur Frauenbewegung.

*Plötz, Ludwig von,

entstammt
einer alten pommerschen Adelsfami-
lie und wurde am 26. Septbr. 1867
zu Hannover geboren, wo damals
sein Vater als Leutnant im Halber-
städter Kürassierregiment zur neu
errichteten Offizierreitschule kom-
mandiert war. Der Sohn wurde
gleichfalls für den militärischen Be-
ruf bestimmt u. besuchte deshalb die
Kadettenanstalten zu Potsdam und
Groß-Lichterfelde bei Berlin. Er
fühlte aber wenig Befriedigung in
diesem Beruf, trat deshalb Ostern
1885 aus, bezog das Gymnasium zu
Stendal u. studierte 1889-92 in Göt-
tingen u. Leipzig die Rechte, worauf
er im Herbst 1892 das erste juristische
Examen ablegte. Jm Januar 1898
wurde er zum Assessor ernannt und
fand als solcher in Breslau Verwen-
dung. Nach seiner Übernahme in die
allgemeine Staatsverwaltung war er
Regierungsassessor in Liegnitz, wurde
am 1. September 1905 zum stellver-
tretenden Vorsitzenden des Schieds-
gerichts für Arbeiterversicherung im
Reg.-Bez. Oppeln mit dem Sitz in
Oppeln ernannt und hier 1906 zum
Regierungsrat befördert. Zu An-
fang d. J. 1909 wurde er nach Mün-
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ster in Westfalen versetzt.

S:

O alte
Burschenherrlichkeit (Geschn. eines
Alten Herrn), 1894. - Die Schlan-
genhaut (Lsp.), 1894. - Kein Raum
(Eine Kadettengesch.), 1897. - Das
Jauchzen der Geigen (R.), 1904.

*Plowitz, Erwin,

wurde am 30.
März 1848 zu Prag als das einzige
Kind vermögender Eltern geboren,
studierte im dortigen Gymnasium u.
widmete sich nach anderthalbjähri-
gem Studium der Philosophie an
den Universitäten zu Prag, Wien u.
Paris der Medizin. Jm Jahre 1869
promovierte er zum Doktor. Nach
einer mehrjährigen, aber undankba-
ren Spitals- u. Privatpraxis wandte
er sich speziell der Zahnheilkunde zu
u. lebt er noch jetzt als Zahnarzt in
Wien. Daneben war er vielfach als
Schriftsteller und Redakteur tätig,
z. B. 1875 bei der illustr. Wochen-
schrift "Donaunixen", 1887-88 bei
dem "Lachenden Wien", 1894-96 bei
der "Gegenwart", später bei dem "Jn-
land". Auch ist er Gründer des Grill-
parzer-Vereins", des Vorschuß- und
Hilfsvereins österr. Künstler" u. des
"Vereins der Konfessionslosen und
Freidenker".

S:

Jn Sturm und
Frieden (Aphorismen), 1870. - Dich-
tergrüße aus Österreich (Ge.), 1874.
- Bühnenwerke; II, 1901-06.

Plüß, Rudolf,

wurde am 22. Aug.
1850 zu Aarburg in der Schweiz als
der Sohn eines Gastwirts geboren.
Nachdem er 1866 die dortige Bezirks-
schule absolviert, trat er bei einem
Apotheker in Murten in die Lehre,
konditionierte dann seit 1869 als Ge-
hilfe in Brugg, Freiburg i. d. Schweiz
u. Soele u. bezog 1871 die Universi-
tät München. Hier blieb er ein Se-
mester und trat darauf in das Poly-
technikum zu Zürich ein. Eine schon
in München ausgebrochene Krank-
heit zwang ihn zur Unterbrechung
der Studien. Wieder genesen, sah er
sich durch äußere und innere Um-
stände veranlaßt, in den Handels-

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Plö
mit dem Komponiſten Paul P., wurde
aber ſchon im folgenden Jahre Witwe.
Seitdem wandte ſie ſich der Schrift-
ſtellerei zu und iſt beſonders für Ta-
gesblätter u. Zeitſchriften tätig, ſeit
1898 auch als Redaktrize am „Ber-
liner Tageblatt“. Der Frauenbewe-
gung hat ſie ihr lebhaftes Jntereſſe
zugewandt: ſie gründete mit Emilie
Moſſe und Eliſabeth Vogeler 1884
den Verein Mädchenhort, iſt Vor-
ſtandsmitglied der Frauen- u. Mäd-
chengruppen für ſoziale Hilfsarbeit,
Mitglied des Berliner Frauenklubs
von 1900, des internationalen Ly-
zeumklubs u. a. Vereine.

S:

Romeos
Debüt (R.), 1888. ‒ Märkiſche Skiz-
zen, 1905. 2. A. 1906. ‒ Verſchiedene
Schriften zur Frauenbewegung.

*Plötz, Ludwig von,

entſtammt
einer alten pommerſchen Adelsfami-
lie und wurde am 26. Septbr. 1867
zu Hannover geboren, wo damals
ſein Vater als Leutnant im Halber-
ſtädter Küraſſierregiment zur neu
errichteten Offizierreitſchule kom-
mandiert war. Der Sohn wurde
gleichfalls für den militäriſchen Be-
ruf beſtimmt u. beſuchte deshalb die
Kadettenanſtalten zu Potsdam und
Groß-Lichterfelde bei Berlin. Er
fühlte aber wenig Befriedigung in
dieſem Beruf, trat deshalb Oſtern
1885 aus, bezog das Gymnaſium zu
Stendal u. ſtudierte 1889-92 in Göt-
tingen u. Leipzig die Rechte, worauf
er im Herbſt 1892 das erſte juriſtiſche
Examen ablegte. Jm Januar 1898
wurde er zum Aſſeſſor ernannt und
fand als ſolcher in Breslau Verwen-
dung. Nach ſeiner Übernahme in die
allgemeine Staatsverwaltung war er
Regierungsaſſeſſor in Liegnitz, wurde
am 1. September 1905 zum ſtellver-
tretenden Vorſitzenden des Schieds-
gerichts für Arbeiterverſicherung im
Reg.-Bez. Oppeln mit dem Sitz in
Oppeln ernannt und hier 1906 zum
Regierungsrat befördert. Zu An-
fang d. J. 1909 wurde er nach Mün-
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Plü
ſter in Weſtfalen verſetzt.

S:

O alte
Burſchenherrlichkeit (Geſchn. eines
Alten Herrn), 1894. ‒ Die Schlan-
genhaut (Lſp.), 1894. ‒ Kein Raum
(Eine Kadettengeſch.), 1897. ‒ Das
Jauchzen der Geigen (R.), 1904.

*Plowitz, Erwin,

wurde am 30.
März 1848 zu Prag als das einzige
Kind vermögender Eltern geboren,
ſtudierte im dortigen Gymnaſium u.
widmete ſich nach anderthalbjähri-
gem Studium der Philoſophie an
den Univerſitäten zu Prag, Wien u.
Paris der Medizin. Jm Jahre 1869
promovierte er zum Doktor. Nach
einer mehrjährigen, aber undankba-
ren Spitals- u. Privatpraxis wandte
er ſich ſpeziell der Zahnheilkunde zu
u. lebt er noch jetzt als Zahnarzt in
Wien. Daneben war er vielfach als
Schriftſteller und Redakteur tätig,
z. B. 1875 bei der illuſtr. Wochen-
ſchrift „Donaunixen“, 1887-88 bei
dem „Lachenden Wien“, 1894-96 bei
der „Gegenwart“, ſpäter bei dem „Jn-
land“. Auch iſt er Gründer des Grill-
parzer-Vereins“, des Vorſchuß- und
Hilfsvereins öſterr. Künſtler“ u. des
„Vereins der Konfeſſionsloſen und
Freidenker“.

S:

Jn Sturm und
Frieden (Aphorismen), 1870. ‒ Dich-
tergrüße aus Öſterreich (Ge.), 1874.
‒ Bühnenwerke; II, 1901-06.

Plüß, Rudolf,

wurde am 22. Aug.
1850 zu Aarburg in der Schweiz als
der Sohn eines Gaſtwirts geboren.
Nachdem er 1866 die dortige Bezirks-
ſchule abſolviert, trat er bei einem
Apotheker in Murten in die Lehre,
konditionierte dann ſeit 1869 als Ge-
hilfe in Brugg, Freiburg i. d. Schweiz
u. Soele u. bezog 1871 die Univerſi-
tät München. Hier blieb er ein Se-
meſter und trat darauf in das Poly-
technikum zu Zürich ein. Eine ſchon
in München ausgebrochene Krank-
heit zwang ihn zur Unterbrechung
der Studien. Wieder geneſen, ſah er
ſich durch äußere und innere Um-
ſtände veranlaßt, in den Handels-

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[308/0312] Plö Plü mit dem Komponiſten Paul P., wurde aber ſchon im folgenden Jahre Witwe. Seitdem wandte ſie ſich der Schrift- ſtellerei zu und iſt beſonders für Ta- gesblätter u. Zeitſchriften tätig, ſeit 1898 auch als Redaktrize am „Ber- liner Tageblatt“. Der Frauenbewe- gung hat ſie ihr lebhaftes Jntereſſe zugewandt: ſie gründete mit Emilie Moſſe und Eliſabeth Vogeler 1884 den Verein Mädchenhort, iſt Vor- ſtandsmitglied der Frauen- u. Mäd- chengruppen für ſoziale Hilfsarbeit, Mitglied des Berliner Frauenklubs von 1900, des internationalen Ly- zeumklubs u. a. Vereine. S: Romeos Debüt (R.), 1888. ‒ Märkiſche Skiz- zen, 1905. 2. A. 1906. ‒ Verſchiedene Schriften zur Frauenbewegung. *Plötz, Ludwig von, entſtammt einer alten pommerſchen Adelsfami- lie und wurde am 26. Septbr. 1867 zu Hannover geboren, wo damals ſein Vater als Leutnant im Halber- ſtädter Küraſſierregiment zur neu errichteten Offizierreitſchule kom- mandiert war. Der Sohn wurde gleichfalls für den militäriſchen Be- ruf beſtimmt u. beſuchte deshalb die Kadettenanſtalten zu Potsdam und Groß-Lichterfelde bei Berlin. Er fühlte aber wenig Befriedigung in dieſem Beruf, trat deshalb Oſtern 1885 aus, bezog das Gymnaſium zu Stendal u. ſtudierte 1889-92 in Göt- tingen u. Leipzig die Rechte, worauf er im Herbſt 1892 das erſte juriſtiſche Examen ablegte. Jm Januar 1898 wurde er zum Aſſeſſor ernannt und fand als ſolcher in Breslau Verwen- dung. Nach ſeiner Übernahme in die allgemeine Staatsverwaltung war er Regierungsaſſeſſor in Liegnitz, wurde am 1. September 1905 zum ſtellver- tretenden Vorſitzenden des Schieds- gerichts für Arbeiterverſicherung im Reg.-Bez. Oppeln mit dem Sitz in Oppeln ernannt und hier 1906 zum Regierungsrat befördert. Zu An- fang d. J. 1909 wurde er nach Mün- ſter in Weſtfalen verſetzt. S: O alte Burſchenherrlichkeit (Geſchn. eines Alten Herrn), 1894. ‒ Die Schlan- genhaut (Lſp.), 1894. ‒ Kein Raum (Eine Kadettengeſch.), 1897. ‒ Das Jauchzen der Geigen (R.), 1904. *Plowitz, Erwin, wurde am 30. März 1848 zu Prag als das einzige Kind vermögender Eltern geboren, ſtudierte im dortigen Gymnaſium u. widmete ſich nach anderthalbjähri- gem Studium der Philoſophie an den Univerſitäten zu Prag, Wien u. Paris der Medizin. Jm Jahre 1869 promovierte er zum Doktor. Nach einer mehrjährigen, aber undankba- ren Spitals- u. Privatpraxis wandte er ſich ſpeziell der Zahnheilkunde zu u. lebt er noch jetzt als Zahnarzt in Wien. Daneben war er vielfach als Schriftſteller und Redakteur tätig, z. B. 1875 bei der illuſtr. Wochen- ſchrift „Donaunixen“, 1887-88 bei dem „Lachenden Wien“, 1894-96 bei der „Gegenwart“, ſpäter bei dem „Jn- land“. Auch iſt er Gründer des Grill- parzer-Vereins“, des Vorſchuß- und Hilfsvereins öſterr. Künſtler“ u. des „Vereins der Konfeſſionsloſen und Freidenker“. S: Jn Sturm und Frieden (Aphorismen), 1870. ‒ Dich- tergrüße aus Öſterreich (Ge.), 1874. ‒ Bühnenwerke; II, 1901-06. Plüß, Rudolf, wurde am 22. Aug. 1850 zu Aarburg in der Schweiz als der Sohn eines Gaſtwirts geboren. Nachdem er 1866 die dortige Bezirks- ſchule abſolviert, trat er bei einem Apotheker in Murten in die Lehre, konditionierte dann ſeit 1869 als Ge- hilfe in Brugg, Freiburg i. d. Schweiz u. Soele u. bezog 1871 die Univerſi- tät München. Hier blieb er ein Se- meſter und trat darauf in das Poly- technikum zu Zürich ein. Eine ſchon in München ausgebrochene Krank- heit zwang ihn zur Unterbrechung der Studien. Wieder geneſen, ſah er ſich durch äußere und innere Um- ſtände veranlaßt, in den Handels- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 308. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/312>, abgerufen am 17.02.2019.