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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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erproben. Seit dem März 1898 hatte
sie ihren Wohnsitz in Karlsruhe, kehrte
dann im folgenden Jahre nach Ber-
lin zurück und verheiratete sich hier
am 1. Oktbr. 1901 mit dem Schrift-
steller J. E. Poritzky (s. den Folgen-
den!).

S:

Gedichte, 1896. - Einsame
Straße (Ge.), 1898. - Skizzen, 1898.

*Poritzky, J. E.,

geb. am 13. Ja-
nuar 1876 zu Lomza in Polen als der
Sohn eines Kaufmanns, kam frühe
mit seinen Eltern nach Karlsruhe in
Baden, besuchte hier erst die Volks-
schule und seit seinem neunten Jahre
die Oberrealschule und widmete sich
seit 1890 dem Kaufmannsstande, in
welchem er in den verschiedensten
Zweigen tätig war. Dann wollte er
Schauspieler werden, empfing auch
in Paris und Frankfurt a. M. dahin
abzielenden Unterricht, kehrte aber
schließlich zu seinem Berufe zurück,
bis er sich 1894 nach Berlin begab,
wo er seit 1897 Philosophie studierte.
Er lebt jetzt als Schriftsteller daselbst.

S:

Bolko (Tr.), 1895. - Tugend
(Dr.), 1894. - Heilige Nacht (Dr.),
1895. - Humoriftische Schwarzwald-
reise (1895). - Nikola Stachinoff
(Psychologischer R.), 1895. - Abseits
vom Leben (Sk. aus der Anatomie),
1896. - "Keinen Kadosch wird man
sagen ..." (Aus dem Tagebuche eines
Verwaisten), 1896. - Wie sollen wir
Heinrich Heine verstehen (Psycholog.
Studie), 1896. - Fern vom Glück
(Psychol. R.), 1897. 2. A. u. d. T.:
Kasimir Wirda (Moderner R. a. dem
Berliner Kleinleben), 1898. - Tod-
geweihte (Sk.), 1897. - Das Buckel-
chen und andere Skizzen, 1898. - Die
Studentin (Berliner N.), 1901. -
Brüder (Dr.), 1902. - Gedichte, 1902.
- Heine, Dostojewski, Gorkij (Essays),
1902. - Skizzen, 1903. - Die da müde
sind ... (Nn.), 1904. - Peter Brohs
Geständnis (E.), 1907. - Liebesge-
walten (Nn.), 1907. - Probleme und
Porträts (Essays), 1908. - Die Glück-
lichen (Märchenspiel), 1908. - Histo-
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rische Charakterbilder (f. d. Jugend
hrsg.), 1911. - Von jungen Philoso-
phen und alten Narren (Nn.), 1912.
- Liebesgeschichten, 1912. - Jm Reiche
der Geister (Nn.), 1912. - Kultur-
historische Charakterbilder, 1912.

*Pörksen, Peter Christian Emil,


wurde am 7. Juli 1840 zu Rettin bei
Neustadt in Holstein als der Sohn
eines Dorfschullehrers geboren, er-
hielt unter den damaligen dänischen
Verhältnissen nur einen sehr dürf-
tigen Unterricht in der Dorfschule u.
erlernte 1855-60 in Neustadt die
Buchdruckerkunst. Danach bereiste er
bis 1863 als Gehilfe Deutschland, bis
1867 seine Heimatprovinz, und ließ
sich dann in Kiel nieder, wo er in der
Universitätsbuchdruckerei Beschäfti-
gung fand. Nach dem finanziellen
Zusammenbruch derselben 1872 zog
er nach Jtzehoe, wo er als Korrektor
in die Buchdruckerei von J. G. Pfing-
sten eintrat und im April 1905 sein
goldenes Berufsjubiläum feiern
konnte. P. ist in seiner literarischen
und wissenschaftlichen Bildung völlig
Autodidakt.

S:

Sturmbraut. Ein
Sang vom Strande (Ep. D.), 1894.

*Port, Frieda,

wurde in München
geboren, wo sie als einziges Kind
eines Beamten in einfachen Verhält-
nissen, aber von liebevollen Eltern
sorgsam behütet, ihre Kindheit ver-
lebte. Schon in dieser Zeit war sie
häufig Besucherin der in der Nähe
gelegenen Propyläen, der Glyptothek,
des Aquariums, wodurch ihre Vor-
liebe zur Antike, besonders zum Grie-
chentum, geweckt wurde. Nach dem
Tode ihrer Mutter kam Frieda zu
einer Schwester ihres Vaters, die Er-
zieherin der Töchter des Barons
Sina in Wien gewesen war, nach
Nürnberg. Das Leben gestaltete sich
für sie, die damals 14 Jahre alt war,
in dem Hause der Tante ganz anders,
als es in München gewesen war.
Dort galt häusliche Tüchtigkeit als
erste Tugend, u. großer Wert wurde

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Por
erproben. Seit dem März 1898 hatte
ſie ihren Wohnſitz in Karlsruhe, kehrte
dann im folgenden Jahre nach Ber-
lin zurück und verheiratete ſich hier
am 1. Oktbr. 1901 mit dem Schrift-
ſteller J. E. Poritzky (ſ. den Folgen-
den!).

S:

Gedichte, 1896. ‒ Einſame
Straße (Ge.), 1898. ‒ Skizzen, 1898.

*Poritzky, J. E.,

geb. am 13. Ja-
nuar 1876 zu Lomza in Polen als der
Sohn eines Kaufmanns, kam frühe
mit ſeinen Eltern nach Karlsruhe in
Baden, beſuchte hier erſt die Volks-
ſchule und ſeit ſeinem neunten Jahre
die Oberrealſchule und widmete ſich
ſeit 1890 dem Kaufmannsſtande, in
welchem er in den verſchiedenſten
Zweigen tätig war. Dann wollte er
Schauſpieler werden, empfing auch
in Paris und Frankfurt a. M. dahin
abzielenden Unterricht, kehrte aber
ſchließlich zu ſeinem Berufe zurück,
bis er ſich 1894 nach Berlin begab,
wo er ſeit 1897 Philoſophie ſtudierte.
Er lebt jetzt als Schriftſteller daſelbſt.

S:

Bolko (Tr.), 1895. ‒ Tugend
(Dr.), 1894. ‒ Heilige Nacht (Dr.),
1895. ‒ Humoriftiſche Schwarzwald-
reiſe (1895). ‒ Nikola Stachinoff
(Pſychologiſcher R.), 1895. ‒ Abſeits
vom Leben (Sk. aus der Anatomie),
1896. ‒ „Keinen Kadoſch wird man
ſagen …“ (Aus dem Tagebuche eines
Verwaiſten), 1896. ‒ Wie ſollen wir
Heinrich Heine verſtehen (Pſycholog.
Studie), 1896. ‒ Fern vom Glück
(Pſychol. R.), 1897. 2. A. u. d. T.:
Kaſimir Wirda (Moderner R. a. dem
Berliner Kleinleben), 1898. ‒ Tod-
geweihte (Sk.), 1897. ‒ Das Buckel-
chen und andere Skizzen, 1898. ‒ Die
Studentin (Berliner N.), 1901. ‒
Brüder (Dr.), 1902. ‒ Gedichte, 1902.
‒ Heine, Doſtojewski, Gorkij (Eſſays),
1902. ‒ Skizzen, 1903. ‒ Die da müde
ſind … (Nn.), 1904. ‒ Peter Brohs
Geſtändnis (E.), 1907. ‒ Liebesge-
walten (Nn.), 1907. ‒ Probleme und
Porträts (Eſſays), 1908. ‒ Die Glück-
lichen (Märchenſpiel), 1908. ‒ Hiſto-
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Por
riſche Charakterbilder (f. d. Jugend
hrsg.), 1911. ‒ Von jungen Philoſo-
phen und alten Narren (Nn.), 1912.
‒ Liebesgeſchichten, 1912. ‒ Jm Reiche
der Geiſter (Nn.), 1912. ‒ Kultur-
hiſtoriſche Charakterbilder, 1912.

*Pörkſen, Peter Chriſtian Emil,


wurde am 7. Juli 1840 zu Rettin bei
Neuſtadt in Holſtein als der Sohn
eines Dorfſchullehrers geboren, er-
hielt unter den damaligen däniſchen
Verhältniſſen nur einen ſehr dürf-
tigen Unterricht in der Dorfſchule u.
erlernte 1855‒60 in Neuſtadt die
Buchdruckerkunſt. Danach bereiſte er
bis 1863 als Gehilfe Deutſchland, bis
1867 ſeine Heimatprovinz, und ließ
ſich dann in Kiel nieder, wo er in der
Univerſitätsbuchdruckerei Beſchäfti-
gung fand. Nach dem finanziellen
Zuſammenbruch derſelben 1872 zog
er nach Jtzehoe, wo er als Korrektor
in die Buchdruckerei von J. G. Pfing-
ſten eintrat und im April 1905 ſein
goldenes Berufsjubiläum feiern
konnte. P. iſt in ſeiner literariſchen
und wiſſenſchaftlichen Bildung völlig
Autodidakt.

S:

Sturmbraut. Ein
Sang vom Strande (Ep. D.), 1894.

*Port, Frieda,

wurde in München
geboren, wo ſie als einziges Kind
eines Beamten in einfachen Verhält-
niſſen, aber von liebevollen Eltern
ſorgſam behütet, ihre Kindheit ver-
lebte. Schon in dieſer Zeit war ſie
häufig Beſucherin der in der Nähe
gelegenen Propyläen, der Glyptothek,
des Aquariums, wodurch ihre Vor-
liebe zur Antike, beſonders zum Grie-
chentum, geweckt wurde. Nach dem
Tode ihrer Mutter kam Frieda zu
einer Schweſter ihres Vaters, die Er-
zieherin der Töchter des Barons
Sina in Wien geweſen war, nach
Nürnberg. Das Leben geſtaltete ſich
für ſie, die damals 14 Jahre alt war,
in dem Hauſe der Tante ganz anders,
als es in München geweſen war.
Dort galt häusliche Tüchtigkeit als
erſte Tugend, u. großer Wert wurde

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[328/0332] Por Por erproben. Seit dem März 1898 hatte ſie ihren Wohnſitz in Karlsruhe, kehrte dann im folgenden Jahre nach Ber- lin zurück und verheiratete ſich hier am 1. Oktbr. 1901 mit dem Schrift- ſteller J. E. Poritzky (ſ. den Folgen- den!). S: Gedichte, 1896. ‒ Einſame Straße (Ge.), 1898. ‒ Skizzen, 1898. *Poritzky, J. E., geb. am 13. Ja- nuar 1876 zu Lomza in Polen als der Sohn eines Kaufmanns, kam frühe mit ſeinen Eltern nach Karlsruhe in Baden, beſuchte hier erſt die Volks- ſchule und ſeit ſeinem neunten Jahre die Oberrealſchule und widmete ſich ſeit 1890 dem Kaufmannsſtande, in welchem er in den verſchiedenſten Zweigen tätig war. Dann wollte er Schauſpieler werden, empfing auch in Paris und Frankfurt a. M. dahin abzielenden Unterricht, kehrte aber ſchließlich zu ſeinem Berufe zurück, bis er ſich 1894 nach Berlin begab, wo er ſeit 1897 Philoſophie ſtudierte. Er lebt jetzt als Schriftſteller daſelbſt. S: Bolko (Tr.), 1895. ‒ Tugend (Dr.), 1894. ‒ Heilige Nacht (Dr.), 1895. ‒ Humoriftiſche Schwarzwald- reiſe (1895). ‒ Nikola Stachinoff (Pſychologiſcher R.), 1895. ‒ Abſeits vom Leben (Sk. aus der Anatomie), 1896. ‒ „Keinen Kadoſch wird man ſagen …“ (Aus dem Tagebuche eines Verwaiſten), 1896. ‒ Wie ſollen wir Heinrich Heine verſtehen (Pſycholog. Studie), 1896. ‒ Fern vom Glück (Pſychol. R.), 1897. 2. A. u. d. T.: Kaſimir Wirda (Moderner R. a. dem Berliner Kleinleben), 1898. ‒ Tod- geweihte (Sk.), 1897. ‒ Das Buckel- chen und andere Skizzen, 1898. ‒ Die Studentin (Berliner N.), 1901. ‒ Brüder (Dr.), 1902. ‒ Gedichte, 1902. ‒ Heine, Doſtojewski, Gorkij (Eſſays), 1902. ‒ Skizzen, 1903. ‒ Die da müde ſind … (Nn.), 1904. ‒ Peter Brohs Geſtändnis (E.), 1907. ‒ Liebesge- walten (Nn.), 1907. ‒ Probleme und Porträts (Eſſays), 1908. ‒ Die Glück- lichen (Märchenſpiel), 1908. ‒ Hiſto- riſche Charakterbilder (f. d. Jugend hrsg.), 1911. ‒ Von jungen Philoſo- phen und alten Narren (Nn.), 1912. ‒ Liebesgeſchichten, 1912. ‒ Jm Reiche der Geiſter (Nn.), 1912. ‒ Kultur- hiſtoriſche Charakterbilder, 1912. *Pörkſen, Peter Chriſtian Emil, wurde am 7. Juli 1840 zu Rettin bei Neuſtadt in Holſtein als der Sohn eines Dorfſchullehrers geboren, er- hielt unter den damaligen däniſchen Verhältniſſen nur einen ſehr dürf- tigen Unterricht in der Dorfſchule u. erlernte 1855‒60 in Neuſtadt die Buchdruckerkunſt. Danach bereiſte er bis 1863 als Gehilfe Deutſchland, bis 1867 ſeine Heimatprovinz, und ließ ſich dann in Kiel nieder, wo er in der Univerſitätsbuchdruckerei Beſchäfti- gung fand. Nach dem finanziellen Zuſammenbruch derſelben 1872 zog er nach Jtzehoe, wo er als Korrektor in die Buchdruckerei von J. G. Pfing- ſten eintrat und im April 1905 ſein goldenes Berufsjubiläum feiern konnte. P. iſt in ſeiner literariſchen und wiſſenſchaftlichen Bildung völlig Autodidakt. S: Sturmbraut. Ein Sang vom Strande (Ep. D.), 1894. *Port, Frieda, wurde in München geboren, wo ſie als einziges Kind eines Beamten in einfachen Verhält- niſſen, aber von liebevollen Eltern ſorgſam behütet, ihre Kindheit ver- lebte. Schon in dieſer Zeit war ſie häufig Beſucherin der in der Nähe gelegenen Propyläen, der Glyptothek, des Aquariums, wodurch ihre Vor- liebe zur Antike, beſonders zum Grie- chentum, geweckt wurde. Nach dem Tode ihrer Mutter kam Frieda zu einer Schweſter ihres Vaters, die Er- zieherin der Töchter des Barons Sina in Wien geweſen war, nach Nürnberg. Das Leben geſtaltete ſich für ſie, die damals 14 Jahre alt war, in dem Hauſe der Tante ganz anders, als es in München geweſen war. Dort galt häusliche Tüchtigkeit als erſte Tugend, u. großer Wert wurde *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 328. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/332>, abgerufen am 12.12.2018.