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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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die Fabrik und wieder heim. Als sie
einst im Winter den Weg auf schnee-
bedeckter Straße zurücklegte, stürzte
sie in der grausamen Kälte und Fin-
sternis in einen Bach und wurde in
der Folge so krank, daß die Glied-
maßen den Dienst versagten. Jn
Teplitz fand sie nicht nur Linderung
ihres Leidens, sondern auch Wohl-
täter, die es ihr möglich machten, ihr
Brot auch fernerhin selbst zu verdie-
nen. Sie hat das im Laufe der Jahre
durch verschiedene Beschäftigung er-
reicht und betreibt jetzt einen Handel
mit Kleiderstoffresten. Auch ihren
alten Vater pflegt sie und vertritt
Mutterstelle an den zwei verwaisten
Kindern ihres Bruders.

S:

Gedichte
(mit Begleitwort v. Karl Schratten-
thal), 1906.

*Pramberger, Romuald

(eigent-
lich Julius Gottfried), pseud. Wal-
ter Elsenau,
wurde am 12. April
1877 in Groß-Pechlarn (Niederöster-
reich) als Sohn des Kaufmanns und
Bürgermeisters Gottfried P. geboren
und, da letzterer bereits 1883 starb,
von seiner Mutter sehr sorgfältig er-
zogen. Letztere siedelte dann auch nach
Melk über, wo der Sohn 1890 ins
Gymnasium eintrat. Nach absolvier-
ter Maturitätsprüfung schwankte er
längere Zeit, wohin er sich eigentlich
wenden sollte, wurde dann am 1. Sep-
tember 1899 Mitglied des Benedik-
tinerordens in Melk, studierte nach
abgelegtem Probejahr, das er ganz
dem Studium der Ästhetik, Literatur
und Geschichte gewidmet hatte, auf
der Universität in Jnnsbruck Theo-
logie und Philosophie und ging im
Oktober 1902 nach Rom, wo er bis
Juli 1903 im Anselmianum weilte
und auch Zeit fand, die Schönheit
dieser Stadt und die bildende Macht
des klassischen Bodens zu genießen.
Reisen durch fast ganz Jtalien und
übers Meer erweiterten seinen Hori-
zont. Jn das Benediktinerstift zu
St. Lambrecht in Obersteiermark
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übergetreten, vollendete er in Salz-
burg seine theolog. Studien, legte am
11. Juli 1904 die feierlichen Ordens-
gelübde ab und erhielt am 24. Juli
d. J. die Priesterweihe. Seit dieser
Zeit war er bald als Lehrer am Pri-
vatgymnasium, bald als Seelsorger
im Stift oder in den zum Stift ge-
hörigen Pfarreien tätig, gegenwärtig
(1909) in Schloß Kainbach bei Graz
(Steiermark).

S:

Der Pfleger auf
(der Ruine) Stein (E. aus den steir.
Bergen), 1907. - Die Lambertuszelle
(E. a. d. 8. Jahrh.), 1908. - Marien-
minne (Hist. En.); III, 1909 (Jnhalt:
I. Die Kreuzfahrer. - II. Abt Hart-
mann. - III. Marienminne).

Prantner, Ferdinand,

pseud. Leo
Wolfram,
wurde 1817 zu Wien
als der Sohn eines Seidenhändlers
geboren u. nach dessen frühem Tode
von seinem Oheim, dem Kabinetts-
direktor Dollinger, erzogen. Ganz
besonderen Einfluß auf ihn hatte
seine geistreiche Tante, welche die
jesuitischen Errungenschaften seiner
Gymnasial- und Universitätsbildung
mit der größten Liebenswürdigkeit
beseitigte. Nachdem P. seine Studien
beendet, trat er 1836 in den Staats-
dienst und zwar in das Kabinett des
Fürsten Metternich. Es war kein
Wunder, daß er sich aus demselben
bald heraussehnte, um so mehr, als
verschiedene öffentliche Arbeiten, die
er in der "Neuen Freien Presse" hatte
abdrucken lassen, ihm mehrfach ernst-
liche Rügen von seinen Vorgesetzten
zuzogen. Eine überaus glückliche Hei-
rat, die er 1840 eingegangen war,
hatte ihn übrigens ganz unabhängig
hingestellt, u. so war er schon im Be-
griffe, sein Vaterland zu verlassen u.
im Auslande für dasselbe zu wirken,
als durch Österreichs Fall im Jahre
1866 die Verhältnisse in der Heimat
einen Umschwung erfuhren. Der Kai-
ser ernannte P. 1868 zum Sektions-
rat und 1869 zum Hof- und Ministe-
rialrat im Ministerium des kaiserl.

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Pra
die Fabrik und wieder heim. Als ſie
einſt im Winter den Weg auf ſchnee-
bedeckter Straße zurücklegte, ſtürzte
ſie in der grauſamen Kälte und Fin-
ſternis in einen Bach und wurde in
der Folge ſo krank, daß die Glied-
maßen den Dienſt verſagten. Jn
Teplitz fand ſie nicht nur Linderung
ihres Leidens, ſondern auch Wohl-
täter, die es ihr möglich machten, ihr
Brot auch fernerhin ſelbſt zu verdie-
nen. Sie hat das im Laufe der Jahre
durch verſchiedene Beſchäftigung er-
reicht und betreibt jetzt einen Handel
mit Kleiderſtoffreſten. Auch ihren
alten Vater pflegt ſie und vertritt
Mutterſtelle an den zwei verwaiſten
Kindern ihres Bruders.

S:

Gedichte
(mit Begleitwort v. Karl Schratten-
thal), 1906.

*Pramberger, Romuald

(eigent-
lich Julius Gottfried), pſeud. Wal-
ter Elſenau,
wurde am 12. April
1877 in Groß-Pechlarn (Niederöſter-
reich) als Sohn des Kaufmanns und
Bürgermeiſters Gottfried P. geboren
und, da letzterer bereits 1883 ſtarb,
von ſeiner Mutter ſehr ſorgfältig er-
zogen. Letztere ſiedelte dann auch nach
Melk über, wo der Sohn 1890 ins
Gymnaſium eintrat. Nach abſolvier-
ter Maturitätsprüfung ſchwankte er
längere Zeit, wohin er ſich eigentlich
wenden ſollte, wurde dann am 1. Sep-
tember 1899 Mitglied des Benedik-
tinerordens in Melk, ſtudierte nach
abgelegtem Probejahr, das er ganz
dem Studium der Äſthetik, Literatur
und Geſchichte gewidmet hatte, auf
der Univerſität in Jnnsbruck Theo-
logie und Philoſophie und ging im
Oktober 1902 nach Rom, wo er bis
Juli 1903 im Anſelmianum weilte
und auch Zeit fand, die Schönheit
dieſer Stadt und die bildende Macht
des klaſſiſchen Bodens zu genießen.
Reiſen durch faſt ganz Jtalien und
übers Meer erweiterten ſeinen Hori-
zont. Jn das Benediktinerſtift zu
St. Lambrecht in Oberſteiermark
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Pra
übergetreten, vollendete er in Salz-
burg ſeine theolog. Studien, legte am
11. Juli 1904 die feierlichen Ordens-
gelübde ab und erhielt am 24. Juli
d. J. die Prieſterweihe. Seit dieſer
Zeit war er bald als Lehrer am Pri-
vatgymnaſium, bald als Seelſorger
im Stift oder in den zum Stift ge-
hörigen Pfarreien tätig, gegenwärtig
(1909) in Schloß Kainbach bei Graz
(Steiermark).

S:

Der Pfleger auf
(der Ruine) Stein (E. aus den ſteir.
Bergen), 1907. ‒ Die Lambertuszelle
(E. a. d. 8. Jahrh.), 1908. ‒ Marien-
minne (Hiſt. En.); III, 1909 (Jnhalt:
I. Die Kreuzfahrer. ‒ II. Abt Hart-
mann. ‒ III. Marienminne).

Prantner, Ferdinand,

pſeud. Leo
Wolfram,
wurde 1817 zu Wien
als der Sohn eines Seidenhändlers
geboren u. nach deſſen frühem Tode
von ſeinem Oheim, dem Kabinetts-
direktor Dollinger, erzogen. Ganz
beſonderen Einfluß auf ihn hatte
ſeine geiſtreiche Tante, welche die
jeſuitiſchen Errungenſchaften ſeiner
Gymnaſial- und Univerſitätsbildung
mit der größten Liebenswürdigkeit
beſeitigte. Nachdem P. ſeine Studien
beendet, trat er 1836 in den Staats-
dienſt und zwar in das Kabinett des
Fürſten Metternich. Es war kein
Wunder, daß er ſich aus demſelben
bald herausſehnte, um ſo mehr, als
verſchiedene öffentliche Arbeiten, die
er in der „Neuen Freien Preſſe“ hatte
abdrucken laſſen, ihm mehrfach ernſt-
liche Rügen von ſeinen Vorgeſetzten
zuzogen. Eine überaus glückliche Hei-
rat, die er 1840 eingegangen war,
hatte ihn übrigens ganz unabhängig
hingeſtellt, u. ſo war er ſchon im Be-
griffe, ſein Vaterland zu verlaſſen u.
im Auslande für dasſelbe zu wirken,
als durch Öſterreichs Fall im Jahre
1866 die Verhältniſſe in der Heimat
einen Umſchwung erfuhren. Der Kai-
ſer ernannte P. 1868 zum Sektions-
rat und 1869 zum Hof- und Miniſte-
rialrat im Miniſterium des kaiſerl.

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[334/0338] Pra Pra die Fabrik und wieder heim. Als ſie einſt im Winter den Weg auf ſchnee- bedeckter Straße zurücklegte, ſtürzte ſie in der grauſamen Kälte und Fin- ſternis in einen Bach und wurde in der Folge ſo krank, daß die Glied- maßen den Dienſt verſagten. Jn Teplitz fand ſie nicht nur Linderung ihres Leidens, ſondern auch Wohl- täter, die es ihr möglich machten, ihr Brot auch fernerhin ſelbſt zu verdie- nen. Sie hat das im Laufe der Jahre durch verſchiedene Beſchäftigung er- reicht und betreibt jetzt einen Handel mit Kleiderſtoffreſten. Auch ihren alten Vater pflegt ſie und vertritt Mutterſtelle an den zwei verwaiſten Kindern ihres Bruders. S: Gedichte (mit Begleitwort v. Karl Schratten- thal), 1906. *Pramberger, Romuald (eigent- lich Julius Gottfried), pſeud. Wal- ter Elſenau, wurde am 12. April 1877 in Groß-Pechlarn (Niederöſter- reich) als Sohn des Kaufmanns und Bürgermeiſters Gottfried P. geboren und, da letzterer bereits 1883 ſtarb, von ſeiner Mutter ſehr ſorgfältig er- zogen. Letztere ſiedelte dann auch nach Melk über, wo der Sohn 1890 ins Gymnaſium eintrat. Nach abſolvier- ter Maturitätsprüfung ſchwankte er längere Zeit, wohin er ſich eigentlich wenden ſollte, wurde dann am 1. Sep- tember 1899 Mitglied des Benedik- tinerordens in Melk, ſtudierte nach abgelegtem Probejahr, das er ganz dem Studium der Äſthetik, Literatur und Geſchichte gewidmet hatte, auf der Univerſität in Jnnsbruck Theo- logie und Philoſophie und ging im Oktober 1902 nach Rom, wo er bis Juli 1903 im Anſelmianum weilte und auch Zeit fand, die Schönheit dieſer Stadt und die bildende Macht des klaſſiſchen Bodens zu genießen. Reiſen durch faſt ganz Jtalien und übers Meer erweiterten ſeinen Hori- zont. Jn das Benediktinerſtift zu St. Lambrecht in Oberſteiermark übergetreten, vollendete er in Salz- burg ſeine theolog. Studien, legte am 11. Juli 1904 die feierlichen Ordens- gelübde ab und erhielt am 24. Juli d. J. die Prieſterweihe. Seit dieſer Zeit war er bald als Lehrer am Pri- vatgymnaſium, bald als Seelſorger im Stift oder in den zum Stift ge- hörigen Pfarreien tätig, gegenwärtig (1909) in Schloß Kainbach bei Graz (Steiermark). S: Der Pfleger auf (der Ruine) Stein (E. aus den ſteir. Bergen), 1907. ‒ Die Lambertuszelle (E. a. d. 8. Jahrh.), 1908. ‒ Marien- minne (Hiſt. En.); III, 1909 (Jnhalt: I. Die Kreuzfahrer. ‒ II. Abt Hart- mann. ‒ III. Marienminne). Prantner, Ferdinand, pſeud. Leo Wolfram, wurde 1817 zu Wien als der Sohn eines Seidenhändlers geboren u. nach deſſen frühem Tode von ſeinem Oheim, dem Kabinetts- direktor Dollinger, erzogen. Ganz beſonderen Einfluß auf ihn hatte ſeine geiſtreiche Tante, welche die jeſuitiſchen Errungenſchaften ſeiner Gymnaſial- und Univerſitätsbildung mit der größten Liebenswürdigkeit beſeitigte. Nachdem P. ſeine Studien beendet, trat er 1836 in den Staats- dienſt und zwar in das Kabinett des Fürſten Metternich. Es war kein Wunder, daß er ſich aus demſelben bald herausſehnte, um ſo mehr, als verſchiedene öffentliche Arbeiten, die er in der „Neuen Freien Preſſe“ hatte abdrucken laſſen, ihm mehrfach ernſt- liche Rügen von ſeinen Vorgeſetzten zuzogen. Eine überaus glückliche Hei- rat, die er 1840 eingegangen war, hatte ihn übrigens ganz unabhängig hingeſtellt, u. ſo war er ſchon im Be- griffe, ſein Vaterland zu verlaſſen u. im Auslande für dasſelbe zu wirken, als durch Öſterreichs Fall im Jahre 1866 die Verhältniſſe in der Heimat einen Umſchwung erfuhren. Der Kai- ſer ernannte P. 1868 zum Sektions- rat und 1869 zum Hof- und Miniſte- rialrat im Miniſterium des kaiſerl. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 334. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/338>, abgerufen am 23.03.2019.