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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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wangen und starb hier am 11. Aug.
1846.

S:

Nachtbilder; 1. Bdchn. (En.:
Der Rival. - Die Geächtete), 1828. -
Die Hugenotten (Histor. N.), 1830. -
Abendstunden (En.), 1833.

*Pressel, Paul,

geb. am 16. Juni
1824 in Tübingen als der Sohn des
dortigen Dekans Johann Gottfried
P., besuchte seit 1838 das niedere
Seminar in Urach und studierte 1842
bis 1846 im Stift zu Tübingen Theo-
logie. Nach Ablegung seines Exa-
mens trieb er noch ein Jahr lang
in Tübingen Germanistik und ging
dann für ein halbes Jahr nach Paris.
Heimgekehrt, war er Pfarrvikar in
Alfdorf (O. A. Welzheim), danach
kurze Zeit Hofmeister in einem ade-
ligen Hause, Stadtvikar in Reutlin-
gen und Vorstand der dortigen höhe-
ren Töchterschule und kam dann als
Stadtvikar nach Ulm. Jm J. 1860
wurde P. Helfer in Brackenheim, 1866
Helfer und zugleich Schulinspektor in
Geislingen, 1871 Dekan in Neuen-
stadt am Kocher, 1872 auch Schul-
inspektor daselbst und 1876 erster
Münsterpfarrer und Dekan in Ulm,
wo ihm 1884 auch das Ulmer Schul-
inspektorat übertragen ward. Seit
1869 gehörte P. auch der württem-
bergischen Landessynode u. seit 1874
dem Ausschuß derselben an. Ein
Schlaganfall setzte 1887 seiner Tätig-
keit ein Ziel; er trat 1888 in den
Ruhestand und siedelte in das Haus
seiner einzigen Tochter nach Ellwan-
gen über. Nach dem Tode seines
Schwiegersohnes zog er mit Tochter
und Enkelkindern erst nach Eßlingen,
dann nach Tübingen, und hier ist er
am 4. April 1898 gestorben.

S:

Franz
von Sickingen (Ep. G.), 1860. - Die
geistliche Dichtung von Luther bis
Klopstock, 1864. - Einige Jugend- u.
Volksschriften.

*Pressel, Wilhelm Friedrich
Martin,

Bruder des Vorigen, wurde
am 25. Novbr. 1818 zu Tübingen als
der Sohn des Dekans u. Stadtpfar-
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Pre
rers Gottfried P. geboren, studierte
Theologie und wurde 1847 Pfarrer
in Wankheim bei Tübingen. Jn
demselben Jahre verheiratete er sich
mit Friederike Jäger (* 1822), die
sich als Verfasserin verschiedener
Schriften, besonders über spanische
und französische Geschichte, bekannt
gemacht hat. Jm Jahre 1874 wurde
P. auf die Pfarrei Lustnau-Beben-
hausen versetzt, wo er bis zu seiner
Pensionierung (1883) wirksam war.
Dann zog er nach Tübingen und
später (1891) nach Cannstatt. Von
seinen Schriften sind besonders die
"Briefe von Priscilla an Sabina a.
den Jahren 29-33 nach Chr. Geb."
(III, 1873-1875) bekannt geworden.

S:

Bebenhausen (Rz. a. seiner älte-
sten Gesch.), 1885.

*Pressentin, genannt v. Raut-
ter,
Botho von,

entstammt einer
ostpreußischen, reichbegüterten Adels-
familie u. wurde am 10. April 1840
zu Kanoten bei Gerdauen in Ost-
preußen geboren. Seinen ersten Un-
terricht im elterlichen Hause über-
wachte die zartsinnige, feingebildete
Mutter; dann kam er auf das Gym-
nasium zu Rastenburg, da der Vater
ihn für das Studium der Forstwis-
senschaft bestimmt hatte. Da aber
der letztere bald starb, so widmete
sich der Sohn dem Berufe eines Sol-
daten, trat als Avantageur beim
1. Garde-Dragonerregiment ein und
wurde bei Gelegenheit der militäri-
schen Neuorganisation als Offizier
zum 2. Garde-Dragonerregiment ver-
setzt. Als solcher benutzte er einen
einjährigen Urlaub, zunächst nach
Paris zu gehen. Hier wurde er dem
französischen Kaiserpaare vorgestellt
und bald danach mit Genehmigung
des Kaisers Napoleon III. dem 1.
Chasseurs d'Afrique-Regiment atta-
chiert. Jn Afrika machte er eine Ex-
pedition gegen aufrührerische Kaby-
len und außerdem viele ausgedehnte
Jagdzüge mit, deren Abenteuer er

*


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Pre
wangen und ſtarb hier am 11. Aug.
1846.

S:

Nachtbilder; 1. Bdchn. (En.:
Der Rival. ‒ Die Geächtete), 1828. ‒
Die Hugenotten (Hiſtor. N.), 1830. ‒
Abendſtunden (En.), 1833.

*Preſſel, Paul,

geb. am 16. Juni
1824 in Tübingen als der Sohn des
dortigen Dekans Johann Gottfried
P., beſuchte ſeit 1838 das niedere
Seminar in Urach und ſtudierte 1842
bis 1846 im Stift zu Tübingen Theo-
logie. Nach Ablegung ſeines Exa-
mens trieb er noch ein Jahr lang
in Tübingen Germaniſtik und ging
dann für ein halbes Jahr nach Paris.
Heimgekehrt, war er Pfarrvikar in
Alfdorf (O. A. Welzheim), danach
kurze Zeit Hofmeiſter in einem ade-
ligen Hauſe, Stadtvikar in Reutlin-
gen und Vorſtand der dortigen höhe-
ren Töchterſchule und kam dann als
Stadtvikar nach Ulm. Jm J. 1860
wurde P. Helfer in Brackenheim, 1866
Helfer und zugleich Schulinſpektor in
Geislingen, 1871 Dekan in Neuen-
ſtadt am Kocher, 1872 auch Schul-
inſpektor daſelbſt und 1876 erſter
Münſterpfarrer und Dekan in Ulm,
wo ihm 1884 auch das Ulmer Schul-
inſpektorat übertragen ward. Seit
1869 gehörte P. auch der württem-
bergiſchen Landesſynode u. ſeit 1874
dem Ausſchuß derſelben an. Ein
Schlaganfall ſetzte 1887 ſeiner Tätig-
keit ein Ziel; er trat 1888 in den
Ruheſtand und ſiedelte in das Haus
ſeiner einzigen Tochter nach Ellwan-
gen über. Nach dem Tode ſeines
Schwiegerſohnes zog er mit Tochter
und Enkelkindern erſt nach Eßlingen,
dann nach Tübingen, und hier iſt er
am 4. April 1898 geſtorben.

S:

Franz
von Sickingen (Ep. G.), 1860. ‒ Die
geiſtliche Dichtung von Luther bis
Klopſtock, 1864. ‒ Einige Jugend- u.
Volksſchriften.

*Preſſel, Wilhelm Friedrich
Martin,

Bruder des Vorigen, wurde
am 25. Novbr. 1818 zu Tübingen als
der Sohn des Dekans u. Stadtpfar-
[Spaltenumbruch]

Pre
rers Gottfried P. geboren, ſtudierte
Theologie und wurde 1847 Pfarrer
in Wankheim bei Tübingen. Jn
demſelben Jahre verheiratete er ſich
mit Friederike Jäger (* 1822), die
ſich als Verfaſſerin verſchiedener
Schriften, beſonders über ſpaniſche
und franzöſiſche Geſchichte, bekannt
gemacht hat. Jm Jahre 1874 wurde
P. auf die Pfarrei Luſtnau-Beben-
hauſen verſetzt, wo er bis zu ſeiner
Penſionierung (1883) wirkſam war.
Dann zog er nach Tübingen und
ſpäter (1891) nach Cannſtatt. Von
ſeinen Schriften ſind beſonders die
„Briefe von Priscilla an Sabina a.
den Jahren 29‒33 nach Chr. Geb.“
(III, 1873-1875) bekannt geworden.

S:

Bebenhauſen (Rz. a. ſeiner älte-
ſten Geſch.), 1885.

*Preſſentin, genannt v. Raut-
ter,
Botho von,

entſtammt einer
oſtpreußiſchen, reichbegüterten Adels-
familie u. wurde am 10. April 1840
zu Kanoten bei Gerdauen in Oſt-
preußen geboren. Seinen erſten Un-
terricht im elterlichen Hauſe über-
wachte die zartſinnige, feingebildete
Mutter; dann kam er auf das Gym-
naſium zu Raſtenburg, da der Vater
ihn für das Studium der Forſtwiſ-
ſenſchaft beſtimmt hatte. Da aber
der letztere bald ſtarb, ſo widmete
ſich der Sohn dem Berufe eines Sol-
daten, trat als Avantageur beim
1. Garde-Dragonerregiment ein und
wurde bei Gelegenheit der militäri-
ſchen Neuorganiſation als Offizier
zum 2. Garde-Dragonerregiment ver-
ſetzt. Als ſolcher benutzte er einen
einjährigen Urlaub, zunächſt nach
Paris zu gehen. Hier wurde er dem
franzöſiſchen Kaiſerpaare vorgeſtellt
und bald danach mit Genehmigung
des Kaiſers Napoleon III. dem 1.
Chaſſeurs d’Afrique-Regiment atta-
chiert. Jn Afrika machte er eine Ex-
pedition gegen aufrühreriſche Kaby-
len und außerdem viele ausgedehnte
Jagdzüge mit, deren Abenteuer er

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[343/0347] Pre Pre wangen und ſtarb hier am 11. Aug. 1846. S: Nachtbilder; 1. Bdchn. (En.: Der Rival. ‒ Die Geächtete), 1828. ‒ Die Hugenotten (Hiſtor. N.), 1830. ‒ Abendſtunden (En.), 1833. *Preſſel, Paul, geb. am 16. Juni 1824 in Tübingen als der Sohn des dortigen Dekans Johann Gottfried P., beſuchte ſeit 1838 das niedere Seminar in Urach und ſtudierte 1842 bis 1846 im Stift zu Tübingen Theo- logie. Nach Ablegung ſeines Exa- mens trieb er noch ein Jahr lang in Tübingen Germaniſtik und ging dann für ein halbes Jahr nach Paris. Heimgekehrt, war er Pfarrvikar in Alfdorf (O. A. Welzheim), danach kurze Zeit Hofmeiſter in einem ade- ligen Hauſe, Stadtvikar in Reutlin- gen und Vorſtand der dortigen höhe- ren Töchterſchule und kam dann als Stadtvikar nach Ulm. Jm J. 1860 wurde P. Helfer in Brackenheim, 1866 Helfer und zugleich Schulinſpektor in Geislingen, 1871 Dekan in Neuen- ſtadt am Kocher, 1872 auch Schul- inſpektor daſelbſt und 1876 erſter Münſterpfarrer und Dekan in Ulm, wo ihm 1884 auch das Ulmer Schul- inſpektorat übertragen ward. Seit 1869 gehörte P. auch der württem- bergiſchen Landesſynode u. ſeit 1874 dem Ausſchuß derſelben an. Ein Schlaganfall ſetzte 1887 ſeiner Tätig- keit ein Ziel; er trat 1888 in den Ruheſtand und ſiedelte in das Haus ſeiner einzigen Tochter nach Ellwan- gen über. Nach dem Tode ſeines Schwiegerſohnes zog er mit Tochter und Enkelkindern erſt nach Eßlingen, dann nach Tübingen, und hier iſt er am 4. April 1898 geſtorben. S: Franz von Sickingen (Ep. G.), 1860. ‒ Die geiſtliche Dichtung von Luther bis Klopſtock, 1864. ‒ Einige Jugend- u. Volksſchriften. *Preſſel, Wilhelm Friedrich Martin, Bruder des Vorigen, wurde am 25. Novbr. 1818 zu Tübingen als der Sohn des Dekans u. Stadtpfar- rers Gottfried P. geboren, ſtudierte Theologie und wurde 1847 Pfarrer in Wankheim bei Tübingen. Jn demſelben Jahre verheiratete er ſich mit Friederike Jäger (* 1822), die ſich als Verfaſſerin verſchiedener Schriften, beſonders über ſpaniſche und franzöſiſche Geſchichte, bekannt gemacht hat. Jm Jahre 1874 wurde P. auf die Pfarrei Luſtnau-Beben- hauſen verſetzt, wo er bis zu ſeiner Penſionierung (1883) wirkſam war. Dann zog er nach Tübingen und ſpäter (1891) nach Cannſtatt. Von ſeinen Schriften ſind beſonders die „Briefe von Priscilla an Sabina a. den Jahren 29‒33 nach Chr. Geb.“ (III, 1873-1875) bekannt geworden. S: Bebenhauſen (Rz. a. ſeiner älte- ſten Geſch.), 1885. *Preſſentin, genannt v. Raut- ter, Botho von, entſtammt einer oſtpreußiſchen, reichbegüterten Adels- familie u. wurde am 10. April 1840 zu Kanoten bei Gerdauen in Oſt- preußen geboren. Seinen erſten Un- terricht im elterlichen Hauſe über- wachte die zartſinnige, feingebildete Mutter; dann kam er auf das Gym- naſium zu Raſtenburg, da der Vater ihn für das Studium der Forſtwiſ- ſenſchaft beſtimmt hatte. Da aber der letztere bald ſtarb, ſo widmete ſich der Sohn dem Berufe eines Sol- daten, trat als Avantageur beim 1. Garde-Dragonerregiment ein und wurde bei Gelegenheit der militäri- ſchen Neuorganiſation als Offizier zum 2. Garde-Dragonerregiment ver- ſetzt. Als ſolcher benutzte er einen einjährigen Urlaub, zunächſt nach Paris zu gehen. Hier wurde er dem franzöſiſchen Kaiſerpaare vorgeſtellt und bald danach mit Genehmigung des Kaiſers Napoleon III. dem 1. Chaſſeurs d’Afrique-Regiment atta- chiert. Jn Afrika machte er eine Ex- pedition gegen aufrühreriſche Kaby- len und außerdem viele ausgedehnte Jagdzüge mit, deren Abenteuer er *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 343. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/347>, abgerufen am 18.02.2019.