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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Puch
Graz u. absolvierte 1836 seine Prü-
fungen in Salzburg mit gutem Er-
folge. Er etablierte sich nun als Arzt
in Vöcklamarkt, später in Ebensee u.
1842 in Schwanenstadt, wo er bis
zum Jahre 1866 seine Kunst als viel
gesuchter und höchst beliebter Arzt
übte. Dann zog er sich auf sein vor
der Stadt gelegenes Landhaus zu-
rück, seine Muße fröhlicher Gesellig-
keit widmend. Er + am 15. Febr. 1880.

S:

Hötschnpötschn (d. i. Heckenrosen;
Ge. in obderennsischer Mundart),
1880.

Puchner, Rudolf,

geb. am 24. Ja-
nuar 1829 in Beutelsbach, Oberamt
Schorndorf im Königreich Würt-
temberg, erhielt seine Erziehung in
der königlichen Erziehungsanstalt zu
Stetten im Remsthale und widmete
sich dann dem Kaufmannsstande. Un-
glückliche Verhältnisse bestimmten
ihn, 1849 nach Amerika auszuwan-
dern. Er siedelte sich in dem damals
eben zum Staate erhobenen Wis-
consin an und lebt noch jetzt zu Neu-
Holstein, wo er ein kaufmännisches
Geschäft gegründet hat.

S:

Klänge
aus dem Westen (Ge.), 1879. - Aglaja
(Ep. G.), 1887. - Anna Ruland (Sit-
tenbild a. d. Westen der Vereinigten
Staaten), 1903.

Puchta, Christian Rudolf Hein-
rich,

wurde am 19. August 1808 zu
Kadolzburg in Bayern geboren, wo
sein Vater, der als ausgezeichneter
juristischer Schriftsteller bekannte
Wolfgang Heinrich P., damals Land-
richter war, studierte seit 1826 in
Erlangen, wo Schelling u. Kraft den
größten Einfluß auf ihn ausübten,
und in Berlin, wo ihn besonders
Schleiermacher und Neander anzogen,
Theologie u. Philosophie. Jm Jahre
1852 wurde P. Stadtvikar in Mün-
chen, wo er eine Reihe älterer und
gleichaltriger berühmter Männer zu
Freunden gewann, wie Gotthilf Hein-
rich von Schubert, Prof. v. Thiersch,
Peter von Cornelius, Schnorr von
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Pud
Carolsfeld u. a. 1839 habilitierte er
sich als Privatdozent in der theolo-
gischen Fakultät in Erlangen, folgte
aber schon 1840 einem Rufe als Pro-
fessor der Philosophie und Religion
am Lyzeum in Speyer. Hier erkrankte
er im folgenden Jahre infolge geisti-
ger Überarbeitung und infolge des
Anblicks der entstellten Leiche eines
Freundes, der seinen Tod im Rhein
gesucht hatte, so schwer, daß man den
von Schwermut und Willensschwäche
kranken Mann in die Heilanstalt
Winnenthal in Württemberg bringen
mußte. Nach einem Jahre hatte er
seine Gesundheit wiedererlangt, und
um Rückfällen vorzubeugen, übertrug
man ihm die kleine Pfarrei Eyb bei
Ansbach. 1852 wurde er zweiter und
1856 erster Prediger an St. Jakob
in Augsburg, wo er am 12. Septem-
ber 1858 starb.

S:

Zeiten u. Dinge
(Ep. D.), 1835. - Morgen- u. Abend-
andacht in Gesängen, 1843; 2. A. u.
d. T.: Hausaltar, 1857. - Gedichte
Jn Auswahl hrsg. von A. Knapp
1860. - Geistliche Lieder u. Gedichte
hrsg. von Rudolf Eckart, 1908.

*Pudor, Heinrich,

heißt eigent-
lich Heinrich Scham und wurde
am 29. August 1865 zu Dresden ge-
boren, wo sein aus Leipzig stammen-
der Vater 1856 ein Konservatorium
der Musik gegründet hatte. Der Sohn
besuchte seit seinem 9. Jahre das
Kreuzgymnasium und außerdem das
Konservatorium, wo er bei Friedrich
Grützmacher Violoncello u. bei Pro-
fessor Rischbieter Kontrapunkt und
weiter Klavier studierte, da er nach
dem Wunsche des Vaters einmal das
Konservatorium weiterführen sollte
Nach Ablegung der Reifeprüfung am
Gymnasium trat P. als Cellist in
das Leipziger Stadttheater- und Ge-
wandhausorchester ein und wurde
gleichzeitig Student der Philosophie
an der dortigen Universität. Am 11
Oktober 1887 starb der Vater P.s
und der Sohn wurde nun Erbe des

*


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Puch
Graz u. abſolvierte 1836 ſeine Prü-
fungen in Salzburg mit gutem Er-
folge. Er etablierte ſich nun als Arzt
in Vöcklamarkt, ſpäter in Ebenſee u.
1842 in Schwanenſtadt, wo er bis
zum Jahre 1866 ſeine Kunſt als viel
geſuchter und höchſt beliebter Arzt
übte. Dann zog er ſich auf ſein vor
der Stadt gelegenes Landhaus zu-
rück, ſeine Muße fröhlicher Geſellig-
keit widmend. Er † am 15. Febr. 1880.

S:

Hötſchnpötſchn (d. i. Heckenroſen;
Ge. in obderennſiſcher Mundart),
1880.

Puchner, Rudolf,

geb. am 24. Ja-
nuar 1829 in Beutelsbach, Oberamt
Schorndorf im Königreich Würt-
temberg, erhielt ſeine Erziehung in
der königlichen Erziehungsanſtalt zu
Stetten im Remsthale und widmete
ſich dann dem Kaufmannsſtande. Un-
glückliche Verhältniſſe beſtimmten
ihn, 1849 nach Amerika auszuwan-
dern. Er ſiedelte ſich in dem damals
eben zum Staate erhobenen Wis-
conſin an und lebt noch jetzt zu Neu-
Holſtein, wo er ein kaufmänniſches
Geſchäft gegründet hat.

S:

Klänge
aus dem Weſten (Ge.), 1879. ‒ Aglaja
(Ep. G.), 1887. ‒ Anna Ruland (Sit-
tenbild a. d. Weſten der Vereinigten
Staaten), 1903.

Puchta, Chriſtian Rudolf Hein-
rich,

wurde am 19. Auguſt 1808 zu
Kadolzburg in Bayern geboren, wo
ſein Vater, der als ausgezeichneter
juriſtiſcher Schriftſteller bekannte
Wolfgang Heinrich P., damals Land-
richter war, ſtudierte ſeit 1826 in
Erlangen, wo Schelling u. Kraft den
größten Einfluß auf ihn ausübten,
und in Berlin, wo ihn beſonders
Schleiermacher und Neander anzogen,
Theologie u. Philoſophie. Jm Jahre
1852 wurde P. Stadtvikar in Mün-
chen, wo er eine Reihe älterer und
gleichaltriger berühmter Männer zu
Freunden gewann, wie Gotthilf Hein-
rich von Schubert, Prof. v. Thierſch,
Peter von Cornelius, Schnorr von
[Spaltenumbruch]

Pud
Carolsfeld u. a. 1839 habilitierte er
ſich als Privatdozent in der theolo-
giſchen Fakultät in Erlangen, folgte
aber ſchon 1840 einem Rufe als Pro-
feſſor der Philoſophie und Religion
am Lyzeum in Speyer. Hier erkrankte
er im folgenden Jahre infolge geiſti-
ger Überarbeitung und infolge des
Anblicks der entſtellten Leiche eines
Freundes, der ſeinen Tod im Rhein
geſucht hatte, ſo ſchwer, daß man den
von Schwermut und Willensſchwäche
kranken Mann in die Heilanſtalt
Winnenthal in Württemberg bringen
mußte. Nach einem Jahre hatte er
ſeine Geſundheit wiedererlangt, und
um Rückfällen vorzubeugen, übertrug
man ihm die kleine Pfarrei Eyb bei
Ansbach. 1852 wurde er zweiter und
1856 erſter Prediger an St. Jakob
in Augsburg, wo er am 12. Septem-
ber 1858 ſtarb.

S:

Zeiten u. Dinge
(Ep. D.), 1835. ‒ Morgen- u. Abend-
andacht in Geſängen, 1843; 2. A. u.
d. T.: Hausaltar, 1857. ‒ Gedichte
Jn Auswahl hrsg. von A. Knapp
1860. ‒ Geiſtliche Lieder u. Gedichte
hrsg. von Rudolf Eckart, 1908.

*Pudor, Heinrich,

heißt eigent-
lich Heinrich Scham und wurde
am 29. Auguſt 1865 zu Dresden ge-
boren, wo ſein aus Leipzig ſtammen-
der Vater 1856 ein Konſervatorium
der Muſik gegründet hatte. Der Sohn
beſuchte ſeit ſeinem 9. Jahre das
Kreuzgymnaſium und außerdem das
Konſervatorium, wo er bei Friedrich
Grützmacher Violoncello u. bei Pro-
feſſor Riſchbieter Kontrapunkt und
weiter Klavier ſtudierte, da er nach
dem Wunſche des Vaters einmal das
Konſervatorium weiterführen ſollte
Nach Ablegung der Reifeprüfung am
Gymnaſium trat P. als Celliſt in
das Leipziger Stadttheater- und Ge-
wandhausorcheſter ein und wurde
gleichzeitig Student der Philoſophie
an der dortigen Univerſität. Am 11
Oktober 1887 ſtarb der Vater P.s
und der Sohn wurde nun Erbe des

*
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[362/0366] Puch Pud Graz u. abſolvierte 1836 ſeine Prü- fungen in Salzburg mit gutem Er- folge. Er etablierte ſich nun als Arzt in Vöcklamarkt, ſpäter in Ebenſee u. 1842 in Schwanenſtadt, wo er bis zum Jahre 1866 ſeine Kunſt als viel geſuchter und höchſt beliebter Arzt übte. Dann zog er ſich auf ſein vor der Stadt gelegenes Landhaus zu- rück, ſeine Muße fröhlicher Geſellig- keit widmend. Er † am 15. Febr. 1880. S: Hötſchnpötſchn (d. i. Heckenroſen; Ge. in obderennſiſcher Mundart), 1880. Puchner, Rudolf, geb. am 24. Ja- nuar 1829 in Beutelsbach, Oberamt Schorndorf im Königreich Würt- temberg, erhielt ſeine Erziehung in der königlichen Erziehungsanſtalt zu Stetten im Remsthale und widmete ſich dann dem Kaufmannsſtande. Un- glückliche Verhältniſſe beſtimmten ihn, 1849 nach Amerika auszuwan- dern. Er ſiedelte ſich in dem damals eben zum Staate erhobenen Wis- conſin an und lebt noch jetzt zu Neu- Holſtein, wo er ein kaufmänniſches Geſchäft gegründet hat. S: Klänge aus dem Weſten (Ge.), 1879. ‒ Aglaja (Ep. G.), 1887. ‒ Anna Ruland (Sit- tenbild a. d. Weſten der Vereinigten Staaten), 1903. Puchta, Chriſtian Rudolf Hein- rich, wurde am 19. Auguſt 1808 zu Kadolzburg in Bayern geboren, wo ſein Vater, der als ausgezeichneter juriſtiſcher Schriftſteller bekannte Wolfgang Heinrich P., damals Land- richter war, ſtudierte ſeit 1826 in Erlangen, wo Schelling u. Kraft den größten Einfluß auf ihn ausübten, und in Berlin, wo ihn beſonders Schleiermacher und Neander anzogen, Theologie u. Philoſophie. Jm Jahre 1852 wurde P. Stadtvikar in Mün- chen, wo er eine Reihe älterer und gleichaltriger berühmter Männer zu Freunden gewann, wie Gotthilf Hein- rich von Schubert, Prof. v. Thierſch, Peter von Cornelius, Schnorr von Carolsfeld u. a. 1839 habilitierte er ſich als Privatdozent in der theolo- giſchen Fakultät in Erlangen, folgte aber ſchon 1840 einem Rufe als Pro- feſſor der Philoſophie und Religion am Lyzeum in Speyer. Hier erkrankte er im folgenden Jahre infolge geiſti- ger Überarbeitung und infolge des Anblicks der entſtellten Leiche eines Freundes, der ſeinen Tod im Rhein geſucht hatte, ſo ſchwer, daß man den von Schwermut und Willensſchwäche kranken Mann in die Heilanſtalt Winnenthal in Württemberg bringen mußte. Nach einem Jahre hatte er ſeine Geſundheit wiedererlangt, und um Rückfällen vorzubeugen, übertrug man ihm die kleine Pfarrei Eyb bei Ansbach. 1852 wurde er zweiter und 1856 erſter Prediger an St. Jakob in Augsburg, wo er am 12. Septem- ber 1858 ſtarb. S: Zeiten u. Dinge (Ep. D.), 1835. ‒ Morgen- u. Abend- andacht in Geſängen, 1843; 2. A. u. d. T.: Hausaltar, 1857. ‒ Gedichte Jn Auswahl hrsg. von A. Knapp 1860. ‒ Geiſtliche Lieder u. Gedichte hrsg. von Rudolf Eckart, 1908. *Pudor, Heinrich, heißt eigent- lich Heinrich Scham und wurde am 29. Auguſt 1865 zu Dresden ge- boren, wo ſein aus Leipzig ſtammen- der Vater 1856 ein Konſervatorium der Muſik gegründet hatte. Der Sohn beſuchte ſeit ſeinem 9. Jahre das Kreuzgymnaſium und außerdem das Konſervatorium, wo er bei Friedrich Grützmacher Violoncello u. bei Pro- feſſor Riſchbieter Kontrapunkt und weiter Klavier ſtudierte, da er nach dem Wunſche des Vaters einmal das Konſervatorium weiterführen ſollte Nach Ablegung der Reifeprüfung am Gymnaſium trat P. als Celliſt in das Leipziger Stadttheater- und Ge- wandhausorcheſter ein und wurde gleichzeitig Student der Philoſophie an der dortigen Univerſität. Am 11 Oktober 1887 ſtarb der Vater P.s und der Sohn wurde nun Erbe des *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 362. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/366>, abgerufen am 23.03.2019.