Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Rau
redakteur bis 1905 tätig war. Seit-
dem lebt er als Redakteur in Göt-
tingen.

S:

Zwei von den Armen
(E.), 1904. 3. A. 1905. - Gewitter im
Winkel (Dorfroman), 1905. - Das
bucklige Peterle und andere Novellen,
1906.

Raulf, Emanuel,

Pseud. für Ru-
dolf Wickerhauser;
s. d.!

Raunau, Rose,

siehe Rose
Cohn!

Raupp, Ludwig,

geb. am 14. Mai
1845 zu Karlsruhe in Baden, wid-
mete sich erst dem kaufmännischen
Berufe, ging aber mit 18 Jahren
zur Bühne u. wurde Schüler Eduard
Devrients. Er wirkte dann 23 Jahre
lang als Schauspieler, als technischer
Leiter und Regisseur an den Hof-
theatern in Karlsruhe, Oldenburg
und Meiningen, sowie an den Stadt-
theatern in Amsterdam, Breslau und
Frankfurt a. M., schied 1886 von der
Bühne und führte zwei Jahre lang
die Redaktion der "Badischen Presse"
in Karlsruhe, worauf er sich gänzlich
der Schriftstellerei zuwandte. Er
lebte seitdem in Berlin. Neuerdings
hat er sich wieder dem Bühnenwesen
gewidmet und ist er jetzt (1894) Ober-
inspektor und Regisseur am königl.
Theater in Wiesbaden.

S:

Ein Opfer
der Kunst (Dr. Lebensbild), 1874. -
Der Struwwelpeter und König Nuß-
knacker (Weihnachtszaubermärchen),
1883. - Till Eulenspiegel, oder: Eine
Fahrt durchs Märchenreich (M.),
1884. - Prinzessin Goldhaar (Dr.
M.), 1885.

*Raupp, Otto Heinrich,

geboren
am 25. Mai 1867 in dem Dörfchen
Dossenbach bei Schopfheim im badi-
schen Wiesental als der Sohn eines
Pfarrers, der bald darauf nach Eg-
ringen im sogenannten Reblande ver-
setzt ward. Von seinem Vater vorge-
bildet, besuchte er von der Obertertia
an das Gymnasium in Lörrach im
Wiesental, hat also seine ganze Kind-
heit und Jugend in alemannischem
[Spaltenumbruch]

Rau
Gebiet zugebracht und daher Land
und Leute dieses Gebiets und ihre
mundartliche Sprache gründlich ken-
nen gelernt. Er studierte in Heidel-
berg und ein Semester in Jena Theo-
logie und trat 1889 ins Amt. Kurze
Zeit wirkte er in Eberbach am Neckar,
im Dorfe Berwangen bei Eppingen
und in Müllheim bei Badenweiler;
dann kam er 1892 nach Freiburg
i. B., 1895 nach Mannheim u. 1898
nach Auggen bei Müllheim. Hier, im
Anblick des wunderschönen Blauen,
entstand sein erstes alemannisches
Gedicht, und was ihm dann während
seines neunmonatigen Aufenthalts
daselbst und dann als Pfarrer in
Mundingen bei Emmendingen, seinem
jetzigen Wirkungskreise, an alemanni-
scher Poesie durch Herz und Sinn ge-
zogen ist, hat er dann gesammelt und
herausgegeben. Dabei wandte er
eine neue, konsequent durchgeführte
Schreibweise an, nicht phonetisch
nach dem Sinne der Philologen, son-
dern eben folgerichtig und so, daß im
allgemeinen jeder es annähernd rich-
tig lesen kann. R. ist auch Mitarbeiter
an verschiedenen kirchlichen und poli-
tischen Zeitschriften und war 1902-11
verantwortlicher Redakteur des kirch-
lich-liberalen "Kirchenblatts." Seit
1907 ist er auch Dekan der Diözese
Emmendingen.

S:

Veiele un Zinkli
(Alemann. Ge.), 1901. 2. A. 1902. -
Aus ländlicher Stille (Ge.), 1907. -
Heckerösli (Alemann. Ge.), 1910.

*Rausch, Emma,

wurde am 8. Dez.
1831 zu Stettin als die Tochter des
Kaufmanns u. Weinhändlers War-
dius
geboren, verlebte nach des letz-
teren frühem Tode (1840) ihre Ju-
gend unter den Augen ihrer Mutter,
ihres Großvaters und teils in einer
Stettiner Pension. Als sich ihre
Mutter wieder verheiratet hatte (mit
dem Manne ihrer verstorbenen
Schwester), folgte ihr die Tochter
nach Stolp in Pommern. Nachdem
diese ihre Ausbildung in Breslau,

*


[Spaltenumbruch]

Rau
redakteur bis 1905 tätig war. Seit-
dem lebt er als Redakteur in Göt-
tingen.

S:

Zwei von den Armen
(E.), 1904. 3. A. 1905. ‒ Gewitter im
Winkel (Dorfroman), 1905. ‒ Das
bucklige Peterle und andere Novellen,
1906.

Raulf, Emanuel,

Pſeud. für Ru-
dolf Wickerhauſer;
ſ. d.!

Raunau, Roſe,

ſiehe Roſe
Cohn!

Raupp, Ludwig,

geb. am 14. Mai
1845 zu Karlsruhe in Baden, wid-
mete ſich erſt dem kaufmänniſchen
Berufe, ging aber mit 18 Jahren
zur Bühne u. wurde Schüler Eduard
Devrients. Er wirkte dann 23 Jahre
lang als Schauſpieler, als techniſcher
Leiter und Regiſſeur an den Hof-
theatern in Karlsruhe, Oldenburg
und Meiningen, ſowie an den Stadt-
theatern in Amſterdam, Breslau und
Frankfurt a. M., ſchied 1886 von der
Bühne und führte zwei Jahre lang
die Redaktion der „Badiſchen Preſſe“
in Karlsruhe, worauf er ſich gänzlich
der Schriftſtellerei zuwandte. Er
lebte ſeitdem in Berlin. Neuerdings
hat er ſich wieder dem Bühnenweſen
gewidmet und iſt er jetzt (1894) Ober-
inſpektor und Regiſſeur am königl.
Theater in Wiesbaden.

S:

Ein Opfer
der Kunſt (Dr. Lebensbild), 1874. ‒
Der Struwwelpeter und König Nuß-
knacker (Weihnachtszaubermärchen),
1883. ‒ Till Eulenſpiegel, oder: Eine
Fahrt durchs Märchenreich (M.),
1884. ‒ Prinzeſſin Goldhaar (Dr.
M.), 1885.

*Raupp, Otto Heinrich,

geboren
am 25. Mai 1867 in dem Dörfchen
Doſſenbach bei Schopfheim im badi-
ſchen Wieſental als der Sohn eines
Pfarrers, der bald darauf nach Eg-
ringen im ſogenannten Reblande ver-
ſetzt ward. Von ſeinem Vater vorge-
bildet, beſuchte er von der Obertertia
an das Gymnaſium in Lörrach im
Wieſental, hat alſo ſeine ganze Kind-
heit und Jugend in alemanniſchem
[Spaltenumbruch]

Rau
Gebiet zugebracht und daher Land
und Leute dieſes Gebiets und ihre
mundartliche Sprache gründlich ken-
nen gelernt. Er ſtudierte in Heidel-
berg und ein Semeſter in Jena Theo-
logie und trat 1889 ins Amt. Kurze
Zeit wirkte er in Eberbach am Neckar,
im Dorfe Berwangen bei Eppingen
und in Müllheim bei Badenweiler;
dann kam er 1892 nach Freiburg
i. B., 1895 nach Mannheim u. 1898
nach Auggen bei Müllheim. Hier, im
Anblick des wunderſchönen Blauen,
entſtand ſein erſtes alemanniſches
Gedicht, und was ihm dann während
ſeines neunmonatigen Aufenthalts
daſelbſt und dann als Pfarrer in
Mundingen bei Emmendingen, ſeinem
jetzigen Wirkungskreiſe, an alemanni-
ſcher Poeſie durch Herz und Sinn ge-
zogen iſt, hat er dann geſammelt und
herausgegeben. Dabei wandte er
eine neue, konſequent durchgeführte
Schreibweiſe an, nicht phonetiſch
nach dem Sinne der Philologen, ſon-
dern eben folgerichtig und ſo, daß im
allgemeinen jeder es annähernd rich-
tig leſen kann. R. iſt auch Mitarbeiter
an verſchiedenen kirchlichen und poli-
tiſchen Zeitſchriften und war 1902‒11
verantwortlicher Redakteur des kirch-
lich-liberalen „Kirchenblatts.“ Seit
1907 iſt er auch Dekan der Diözeſe
Emmendingen.

S:

Veiele un Zinkli
(Alemann. Ge.), 1901. 2. A. 1902. ‒
Aus ländlicher Stille (Ge.), 1907. ‒
Heckerösli (Alemann. Ge.), 1910.

*Rauſch, Emma,

wurde am 8. Dez.
1831 zu Stettin als die Tochter des
Kaufmanns u. Weinhändlers War-
dius
geboren, verlebte nach des letz-
teren frühem Tode (1840) ihre Ju-
gend unter den Augen ihrer Mutter,
ihres Großvaters und teils in einer
Stettiner Penſion. Als ſich ihre
Mutter wieder verheiratet hatte (mit
dem Manne ihrer verſtorbenen
Schweſter), folgte ihr die Tochter
nach Stolp in Pommern. Nachdem
dieſe ihre Ausbildung in Breslau,

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0401" n="397"/><lb/><cb/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Rau</hi></fw><lb/>
redakteur bis 1905 tätig war. Seit-<lb/>
dem lebt er als Redakteur in Göt-<lb/>
tingen. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p>Zwei von den Armen<lb/>
(E.), 1904. 3. A. 1905. &#x2012; Gewitter im<lb/>
Winkel (Dorfroman), 1905. &#x2012; Das<lb/>
bucklige Peterle und andere Novellen,<lb/>
1906.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Raulf,</hi> Emanuel,</persName>
        </head>
        <p> P&#x017F;eud. für <hi rendition="#g">Ru-<lb/>
dolf Wickerhau&#x017F;er;</hi> &#x017F;. d.!</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Raunau,</hi> Ro&#x017F;e,</persName>
        </head>
        <p> &#x017F;iehe <hi rendition="#g">Ro&#x017F;e<lb/>
Cohn!</hi></p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Raupp,</hi> Ludwig,</persName>
        </head>
        <p> geb. am 14. Mai<lb/>
1845 zu Karlsruhe in Baden, wid-<lb/>
mete &#x017F;ich er&#x017F;t dem kaufmänni&#x017F;chen<lb/>
Berufe, ging aber mit 18 Jahren<lb/>
zur Bühne u. wurde Schüler Eduard<lb/>
Devrients. Er wirkte dann 23 Jahre<lb/>
lang als Schau&#x017F;pieler, als techni&#x017F;cher<lb/>
Leiter und Regi&#x017F;&#x017F;eur an den Hof-<lb/>
theatern in Karlsruhe, Oldenburg<lb/>
und Meiningen, &#x017F;owie an den Stadt-<lb/>
theatern in Am&#x017F;terdam, Breslau und<lb/>
Frankfurt a. M., &#x017F;chied 1886 von der<lb/>
Bühne und führte zwei Jahre lang<lb/>
die Redaktion der &#x201E;Badi&#x017F;chen Pre&#x017F;&#x017F;e&#x201C;<lb/>
in Karlsruhe, worauf er &#x017F;ich gänzlich<lb/>
der Schrift&#x017F;tellerei zuwandte. Er<lb/>
lebte &#x017F;eitdem in Berlin. Neuerdings<lb/>
hat er &#x017F;ich wieder dem Bühnenwe&#x017F;en<lb/>
gewidmet und i&#x017F;t er jetzt (1894) Ober-<lb/>
in&#x017F;pektor und Regi&#x017F;&#x017F;eur am königl.<lb/>
Theater in Wiesbaden. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p>Ein Opfer<lb/>
der Kun&#x017F;t (Dr. Lebensbild), 1874. &#x2012;<lb/>
Der Struwwelpeter und König Nuß-<lb/>
knacker (Weihnachtszaubermärchen),<lb/>
1883. &#x2012; Till Eulen&#x017F;piegel, oder: Eine<lb/>
Fahrt durchs Märchenreich (M.),<lb/>
1884. &#x2012; Prinze&#x017F;&#x017F;in Goldhaar (Dr.<lb/>
M.), 1885.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<persName><hi rendition="#b">Raupp,</hi><hi rendition="#g">Otto</hi> Heinrich,</persName></head>
        <p> geboren<lb/>
am 25. Mai 1867 in dem Dörfchen<lb/>
Do&#x017F;&#x017F;enbach bei Schopfheim im badi-<lb/>
&#x017F;chen Wie&#x017F;ental als der Sohn eines<lb/>
Pfarrers, der bald darauf nach Eg-<lb/>
ringen im &#x017F;ogenannten Reblande ver-<lb/>
&#x017F;etzt ward. Von &#x017F;einem Vater vorge-<lb/>
bildet, be&#x017F;uchte er von der Obertertia<lb/>
an das Gymna&#x017F;ium in Lörrach im<lb/>
Wie&#x017F;ental, hat al&#x017F;o &#x017F;eine ganze Kind-<lb/>
heit und Jugend in alemanni&#x017F;chem<lb/><cb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Rau</hi></fw><lb/>
Gebiet zugebracht und daher Land<lb/>
und Leute die&#x017F;es Gebiets und ihre<lb/>
mundartliche Sprache gründlich ken-<lb/>
nen gelernt. Er &#x017F;tudierte in Heidel-<lb/>
berg und ein Seme&#x017F;ter in Jena Theo-<lb/>
logie und trat 1889 ins Amt. Kurze<lb/>
Zeit wirkte er in Eberbach am Neckar,<lb/>
im Dorfe Berwangen bei Eppingen<lb/>
und in Müllheim bei Badenweiler;<lb/>
dann kam er 1892 nach Freiburg<lb/>
i. B., 1895 nach Mannheim u. 1898<lb/>
nach Auggen bei Müllheim. Hier, im<lb/>
Anblick des wunder&#x017F;chönen Blauen,<lb/>
ent&#x017F;tand &#x017F;ein er&#x017F;tes alemanni&#x017F;ches<lb/>
Gedicht, und was ihm dann während<lb/>
&#x017F;eines neunmonatigen Aufenthalts<lb/>
da&#x017F;elb&#x017F;t und dann als Pfarrer in<lb/>
Mundingen bei Emmendingen, &#x017F;einem<lb/>
jetzigen Wirkungskrei&#x017F;e, an alemanni-<lb/>
&#x017F;cher Poe&#x017F;ie durch Herz und Sinn ge-<lb/>
zogen i&#x017F;t, hat er dann ge&#x017F;ammelt und<lb/>
herausgegeben. Dabei wandte er<lb/>
eine neue, kon&#x017F;equent durchgeführte<lb/>
Schreibwei&#x017F;e an, nicht phoneti&#x017F;ch<lb/>
nach dem Sinne der Philologen, &#x017F;on-<lb/>
dern eben folgerichtig und &#x017F;o, daß im<lb/>
allgemeinen jeder es annähernd rich-<lb/>
tig le&#x017F;en kann. R. i&#x017F;t auch Mitarbeiter<lb/>
an ver&#x017F;chiedenen kirchlichen und poli-<lb/>
ti&#x017F;chen Zeit&#x017F;chriften und war 1902&#x2012;11<lb/>
verantwortlicher Redakteur des kirch-<lb/>
lich-liberalen &#x201E;Kirchenblatts.&#x201C; Seit<lb/>
1907 i&#x017F;t er auch Dekan der Diöze&#x017F;e<lb/>
Emmendingen. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p>Veiele un Zinkli<lb/>
(Alemann. Ge.), 1901. 2. A. 1902. &#x2012;<lb/>
Aus ländlicher Stille (Ge.), 1907. &#x2012;<lb/>
Heckerösli (Alemann. Ge.), 1910.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<persName><hi rendition="#b">Rau&#x017F;ch,</hi> Emma,</persName></head>
        <p> wurde am 8. Dez.<lb/>
1831 zu Stettin als die Tochter des<lb/>
Kaufmanns u. Weinhändlers <hi rendition="#g">War-<lb/>
dius</hi> geboren, verlebte nach des letz-<lb/>
teren frühem Tode (1840) ihre Ju-<lb/>
gend unter den Augen ihrer Mutter,<lb/>
ihres Großvaters und teils in einer<lb/>
Stettiner Pen&#x017F;ion. Als &#x017F;ich ihre<lb/>
Mutter wieder verheiratet hatte (mit<lb/>
dem Manne ihrer ver&#x017F;torbenen<lb/>
Schwe&#x017F;ter), folgte ihr die Tochter<lb/>
nach Stolp in Pommern. Nachdem<lb/>
die&#x017F;e ihre Ausbildung in Breslau,<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[397/0401] Rau Rau redakteur bis 1905 tätig war. Seit- dem lebt er als Redakteur in Göt- tingen. S: Zwei von den Armen (E.), 1904. 3. A. 1905. ‒ Gewitter im Winkel (Dorfroman), 1905. ‒ Das bucklige Peterle und andere Novellen, 1906. Raulf, Emanuel, Pſeud. für Ru- dolf Wickerhauſer; ſ. d.! Raunau, Roſe, ſiehe Roſe Cohn! Raupp, Ludwig, geb. am 14. Mai 1845 zu Karlsruhe in Baden, wid- mete ſich erſt dem kaufmänniſchen Berufe, ging aber mit 18 Jahren zur Bühne u. wurde Schüler Eduard Devrients. Er wirkte dann 23 Jahre lang als Schauſpieler, als techniſcher Leiter und Regiſſeur an den Hof- theatern in Karlsruhe, Oldenburg und Meiningen, ſowie an den Stadt- theatern in Amſterdam, Breslau und Frankfurt a. M., ſchied 1886 von der Bühne und führte zwei Jahre lang die Redaktion der „Badiſchen Preſſe“ in Karlsruhe, worauf er ſich gänzlich der Schriftſtellerei zuwandte. Er lebte ſeitdem in Berlin. Neuerdings hat er ſich wieder dem Bühnenweſen gewidmet und iſt er jetzt (1894) Ober- inſpektor und Regiſſeur am königl. Theater in Wiesbaden. S: Ein Opfer der Kunſt (Dr. Lebensbild), 1874. ‒ Der Struwwelpeter und König Nuß- knacker (Weihnachtszaubermärchen), 1883. ‒ Till Eulenſpiegel, oder: Eine Fahrt durchs Märchenreich (M.), 1884. ‒ Prinzeſſin Goldhaar (Dr. M.), 1885. *Raupp, Otto Heinrich, geboren am 25. Mai 1867 in dem Dörfchen Doſſenbach bei Schopfheim im badi- ſchen Wieſental als der Sohn eines Pfarrers, der bald darauf nach Eg- ringen im ſogenannten Reblande ver- ſetzt ward. Von ſeinem Vater vorge- bildet, beſuchte er von der Obertertia an das Gymnaſium in Lörrach im Wieſental, hat alſo ſeine ganze Kind- heit und Jugend in alemanniſchem Gebiet zugebracht und daher Land und Leute dieſes Gebiets und ihre mundartliche Sprache gründlich ken- nen gelernt. Er ſtudierte in Heidel- berg und ein Semeſter in Jena Theo- logie und trat 1889 ins Amt. Kurze Zeit wirkte er in Eberbach am Neckar, im Dorfe Berwangen bei Eppingen und in Müllheim bei Badenweiler; dann kam er 1892 nach Freiburg i. B., 1895 nach Mannheim u. 1898 nach Auggen bei Müllheim. Hier, im Anblick des wunderſchönen Blauen, entſtand ſein erſtes alemanniſches Gedicht, und was ihm dann während ſeines neunmonatigen Aufenthalts daſelbſt und dann als Pfarrer in Mundingen bei Emmendingen, ſeinem jetzigen Wirkungskreiſe, an alemanni- ſcher Poeſie durch Herz und Sinn ge- zogen iſt, hat er dann geſammelt und herausgegeben. Dabei wandte er eine neue, konſequent durchgeführte Schreibweiſe an, nicht phonetiſch nach dem Sinne der Philologen, ſon- dern eben folgerichtig und ſo, daß im allgemeinen jeder es annähernd rich- tig leſen kann. R. iſt auch Mitarbeiter an verſchiedenen kirchlichen und poli- tiſchen Zeitſchriften und war 1902‒11 verantwortlicher Redakteur des kirch- lich-liberalen „Kirchenblatts.“ Seit 1907 iſt er auch Dekan der Diözeſe Emmendingen. S: Veiele un Zinkli (Alemann. Ge.), 1901. 2. A. 1902. ‒ Aus ländlicher Stille (Ge.), 1907. ‒ Heckerösli (Alemann. Ge.), 1910. *Rauſch, Emma, wurde am 8. Dez. 1831 zu Stettin als die Tochter des Kaufmanns u. Weinhändlers War- dius geboren, verlebte nach des letz- teren frühem Tode (1840) ihre Ju- gend unter den Augen ihrer Mutter, ihres Großvaters und teils in einer Stettiner Penſion. Als ſich ihre Mutter wieder verheiratet hatte (mit dem Manne ihrer verſtorbenen Schweſter), folgte ihr die Tochter nach Stolp in Pommern. Nachdem dieſe ihre Ausbildung in Breslau, *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/401
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 397. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/401>, abgerufen am 16.11.2018.