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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Redt
tisches Leiden ihn zur Niederlegung
seines Mandats nötigte. An Ehren-
bezeigungen hat es R. nicht gefehlt.
Die Universität Würzburg hatte ihm
bereits 1851 das Ehrendiplom eines
Dr. phil. zuerkannt, und der König
von Bayern verlieh ihm 1864 den
Maximilians-Orden für Kunst und
Wissenschaft. Jm Juni 1891 begab
er sich, an hochgradiger Neurasthenie
leidend, in die Heilanstalt St. Gil-
genberg bei Bayreuth, und hier starb
er am 6. Juli 1891 an einem Herz-
schlage.

S:

Amaranth (D.), 1849.
43. A. 1901. - Ein Märchen vom
Waldbächlein u. Tannenbaum, 1850.
4. A. 1853. - Gedichte, 1852. - Sieg-
linde (Trsp.), 1854. - Thomas Morus
(Hist. Tr.), 1856. - Philippine Welser
(Hist. Schausp.), 1859. 2. A. 1883. -
Der Zunftmeister von Nürnberg
(Hist. Schsp.), 1860. - Der Doge von
Venedig (Histor. Tr.), 1863. - Mit
einem Königsherzen, 1864. - Her-
mann Stark. Deutsches Leben (R.);
III, 1869. Volksausg. III, 1878-80.

Das Lied vom neuen Deutschen
Reich, 1871. 11. A. 1873. - Psycho-
logische Studien, 1872. - Odilo (D.),
1878. 4. A. 1883. - Ein deutsches
Hausbuch, 1883. 5. A. 1883. - Haus
Wartenberg (R.), 1884. 7. A. 1894.
- Hymen (R.), 1887. - Glück (R.),
1890.

Redtwitz(-Schmölz), Marie
Freiin von,

Tochter des Vorigen,
wurde am 9. Dezbr. 1856 auf Schloß
Schmölz in Oberfranken geboren u.
lebte längere Zeit als Hofdame der
Herzogin Amalie in Bayern in Mün-
chen u. jetzt (1900) in Meran.

S:

Ost
und West (Nn.), 1888.

Reffelt, Johann Hermann R.,


geb. am 12. Dezbr. 1811 zu Bramsche
bei Lingen im Hannöverschen, be-
suchte das Gymnasium und das Leh-
rerseminar zu Osnabrück, und war
dann 23 Jahre lang Lehrer, erst in
Melle und danach in Wester-Olden-
dorf. Jm Jahre 1856 folgte er einem
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Reg
Rufe als Teilnehmer an einer Er-
ziehungsanstalt in West-Bloomfield,
Neujersey; später ließ er sich in Neu-
york nieder, wo er zuerst an der
Schule des aus Bremen stammenden
Dr. Dulon tätig war, dann aber eine
Schule für Mädchen gründete. Jm
Jahre 1861 wurde er Lehrer an der
neuerrichteten Hoboken-Akademie, in
welcher Stellung er bis 1867 ver-
blieb. Er starb 1889.

S:

Dichtun-
gen, 2. A. 1882.

Regenstein, Charlotte,

pseudon.
Alexander Römer, wurde am
27. März 1835 zu Schwerin in Meck-
lenburg geboren, verwaiste frühe und
trat nach einer sehr still u. einförmig
verlebten Kindheit, kaum 15 Jahre
alt, mit einem Vetter in die Ehe. Jhr
Gatte hatte seine Studien aufgegeben
und war Offizier in der schleswig-
holsteinschen Armee geworden, um
für die Befreiung dieser Herzogtümer
mitzukämpfen. Die junge Gattin be-
gleitete ihn dorthin, und ihr junges
Gemüt erhielt dort Eindrücke, die
unverwischbar geblieben sind. Nach
Beendigung des Feldzuges von 1850
bis 1851 u. nach Auflösung der Ar-
mee trat der Gatte zu Schwerin in
die Beamtenlaufbahn, und die Dich-
terin kann die nun folgenden neun
Jahre als wolkenlos glückliche be-
zeichnen. Als aber ihr Mann 1860
plötzlich starb und sie vor die Aufgabe
gestellt wurde, mit sehr unzureichen-
den Mitteln für die Erziehung ihrer
vier Kinder allein zu sorgen, da blie-
ben die Tage der Sorge nicht aus,
und der nächste Zeitraum von zehn
Jahren brachte Kummer und Mühen
die Fülle. Durch eine Verkettung
besonderer Umstände trat Charlotte
R. 1870 in die Hofkreise ein; indessen
war ihre Natur für diese Sphäre
völlig ungeeignet, u. so schied sie nach
sechsjähriger Tätigkeit 1876 aus ihrer
Stellung am Hofe und siedelte bald
darauf nach Dresden über, wo sie sich
mit einer gleichgestimmten Freundin

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[Spaltenumbruch]

Redt
tiſches Leiden ihn zur Niederlegung
ſeines Mandats nötigte. An Ehren-
bezeigungen hat es R. nicht gefehlt.
Die Univerſität Würzburg hatte ihm
bereits 1851 das Ehrendiplom eines
Dr. phil. zuerkannt, und der König
von Bayern verlieh ihm 1864 den
Maximilians-Orden für Kunſt und
Wiſſenſchaft. Jm Juni 1891 begab
er ſich, an hochgradiger Neuraſthenie
leidend, in die Heilanſtalt St. Gil-
genberg bei Bayreuth, und hier ſtarb
er am 6. Juli 1891 an einem Herz-
ſchlage.

S:

Amaranth (D.), 1849.
43. A. 1901. ‒ Ein Märchen vom
Waldbächlein u. Tannenbaum, 1850.
4. A. 1853. ‒ Gedichte, 1852. ‒ Sieg-
linde (Trſp.), 1854. ‒ Thomas Morus
(Hiſt. Tr.), 1856. ‒ Philippine Welſer
(Hiſt. Schauſp.), 1859. 2. A. 1883. ‒
Der Zunftmeiſter von Nürnberg
(Hiſt. Schſp.), 1860. ‒ Der Doge von
Venedig (Hiſtor. Tr.), 1863. ‒ Mit
einem Königsherzen, 1864. ‒ Her-
mann Stark. Deutſches Leben (R.);
III, 1869. Volksausg. III, 1878‒80.

Das Lied vom neuen Deutſchen
Reich, 1871. 11. A. 1873. ‒ Pſycho-
logiſche Studien, 1872. ‒ Odilo (D.),
1878. 4. A. 1883. ‒ Ein deutſches
Hausbuch, 1883. 5. A. 1883. ‒ Haus
Wartenberg (R.), 1884. 7. A. 1894.
‒ Hymen (R.), 1887. ‒ Glück (R.),
1890.

Redtwitz(-Schmölz), Marie
Freiin von,

Tochter des Vorigen,
wurde am 9. Dezbr. 1856 auf Schloß
Schmölz in Oberfranken geboren u.
lebte längere Zeit als Hofdame der
Herzogin Amalie in Bayern in Mün-
chen u. jetzt (1900) in Meran.

S:

Oſt
und Weſt (Nn.), 1888.

Reffelt, Johann Hermann R.,


geb. am 12. Dezbr. 1811 zu Bramſche
bei Lingen im Hannöverſchen, be-
ſuchte das Gymnaſium und das Leh-
rerſeminar zu Osnabrück, und war
dann 23 Jahre lang Lehrer, erſt in
Melle und danach in Weſter-Olden-
dorf. Jm Jahre 1856 folgte er einem
[Spaltenumbruch]

Reg
Rufe als Teilnehmer an einer Er-
ziehungsanſtalt in Weſt-Bloomfield,
Neujerſey; ſpäter ließ er ſich in Neu-
york nieder, wo er zuerſt an der
Schule des aus Bremen ſtammenden
Dr. Dulon tätig war, dann aber eine
Schule für Mädchen gründete. Jm
Jahre 1861 wurde er Lehrer an der
neuerrichteten Hoboken-Akademie, in
welcher Stellung er bis 1867 ver-
blieb. Er ſtarb 1889.

S:

Dichtun-
gen, 2. A. 1882.

Regenſtein, Charlotte,

pſeudon.
Alexander Römer, wurde am
27. März 1835 zu Schwerin in Meck-
lenburg geboren, verwaiſte frühe und
trat nach einer ſehr ſtill u. einförmig
verlebten Kindheit, kaum 15 Jahre
alt, mit einem Vetter in die Ehe. Jhr
Gatte hatte ſeine Studien aufgegeben
und war Offizier in der ſchleswig-
holſteinſchen Armee geworden, um
für die Befreiung dieſer Herzogtümer
mitzukämpfen. Die junge Gattin be-
gleitete ihn dorthin, und ihr junges
Gemüt erhielt dort Eindrücke, die
unverwiſchbar geblieben ſind. Nach
Beendigung des Feldzuges von 1850
bis 1851 u. nach Auflöſung der Ar-
mee trat der Gatte zu Schwerin in
die Beamtenlaufbahn, und die Dich-
terin kann die nun folgenden neun
Jahre als wolkenlos glückliche be-
zeichnen. Als aber ihr Mann 1860
plötzlich ſtarb und ſie vor die Aufgabe
geſtellt wurde, mit ſehr unzureichen-
den Mitteln für die Erziehung ihrer
vier Kinder allein zu ſorgen, da blie-
ben die Tage der Sorge nicht aus,
und der nächſte Zeitraum von zehn
Jahren brachte Kummer und Mühen
die Fülle. Durch eine Verkettung
beſonderer Umſtände trat Charlotte
R. 1870 in die Hofkreiſe ein; indeſſen
war ihre Natur für dieſe Sphäre
völlig ungeeignet, u. ſo ſchied ſie nach
ſechsjähriger Tätigkeit 1876 aus ihrer
Stellung am Hofe und ſiedelte bald
darauf nach Dresden über, wo ſie ſich
mit einer gleichgeſtimmten Freundin

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[404/0408] Redt Reg tiſches Leiden ihn zur Niederlegung ſeines Mandats nötigte. An Ehren- bezeigungen hat es R. nicht gefehlt. Die Univerſität Würzburg hatte ihm bereits 1851 das Ehrendiplom eines Dr. phil. zuerkannt, und der König von Bayern verlieh ihm 1864 den Maximilians-Orden für Kunſt und Wiſſenſchaft. Jm Juni 1891 begab er ſich, an hochgradiger Neuraſthenie leidend, in die Heilanſtalt St. Gil- genberg bei Bayreuth, und hier ſtarb er am 6. Juli 1891 an einem Herz- ſchlage. S: Amaranth (D.), 1849. 43. A. 1901. ‒ Ein Märchen vom Waldbächlein u. Tannenbaum, 1850. 4. A. 1853. ‒ Gedichte, 1852. ‒ Sieg- linde (Trſp.), 1854. ‒ Thomas Morus (Hiſt. Tr.), 1856. ‒ Philippine Welſer (Hiſt. Schauſp.), 1859. 2. A. 1883. ‒ Der Zunftmeiſter von Nürnberg (Hiſt. Schſp.), 1860. ‒ Der Doge von Venedig (Hiſtor. Tr.), 1863. ‒ Mit einem Königsherzen, 1864. ‒ Her- mann Stark. Deutſches Leben (R.); III, 1869. Volksausg. III, 1878‒80. Das Lied vom neuen Deutſchen Reich, 1871. 11. A. 1873. ‒ Pſycho- logiſche Studien, 1872. ‒ Odilo (D.), 1878. 4. A. 1883. ‒ Ein deutſches Hausbuch, 1883. 5. A. 1883. ‒ Haus Wartenberg (R.), 1884. 7. A. 1894. ‒ Hymen (R.), 1887. ‒ Glück (R.), 1890. Redtwitz(-Schmölz), Marie Freiin von, Tochter des Vorigen, wurde am 9. Dezbr. 1856 auf Schloß Schmölz in Oberfranken geboren u. lebte längere Zeit als Hofdame der Herzogin Amalie in Bayern in Mün- chen u. jetzt (1900) in Meran. S: Oſt und Weſt (Nn.), 1888. Reffelt, Johann Hermann R., geb. am 12. Dezbr. 1811 zu Bramſche bei Lingen im Hannöverſchen, be- ſuchte das Gymnaſium und das Leh- rerſeminar zu Osnabrück, und war dann 23 Jahre lang Lehrer, erſt in Melle und danach in Weſter-Olden- dorf. Jm Jahre 1856 folgte er einem Rufe als Teilnehmer an einer Er- ziehungsanſtalt in Weſt-Bloomfield, Neujerſey; ſpäter ließ er ſich in Neu- york nieder, wo er zuerſt an der Schule des aus Bremen ſtammenden Dr. Dulon tätig war, dann aber eine Schule für Mädchen gründete. Jm Jahre 1861 wurde er Lehrer an der neuerrichteten Hoboken-Akademie, in welcher Stellung er bis 1867 ver- blieb. Er ſtarb 1889. S: Dichtun- gen, 2. A. 1882. Regenſtein, Charlotte, pſeudon. Alexander Römer, wurde am 27. März 1835 zu Schwerin in Meck- lenburg geboren, verwaiſte frühe und trat nach einer ſehr ſtill u. einförmig verlebten Kindheit, kaum 15 Jahre alt, mit einem Vetter in die Ehe. Jhr Gatte hatte ſeine Studien aufgegeben und war Offizier in der ſchleswig- holſteinſchen Armee geworden, um für die Befreiung dieſer Herzogtümer mitzukämpfen. Die junge Gattin be- gleitete ihn dorthin, und ihr junges Gemüt erhielt dort Eindrücke, die unverwiſchbar geblieben ſind. Nach Beendigung des Feldzuges von 1850 bis 1851 u. nach Auflöſung der Ar- mee trat der Gatte zu Schwerin in die Beamtenlaufbahn, und die Dich- terin kann die nun folgenden neun Jahre als wolkenlos glückliche be- zeichnen. Als aber ihr Mann 1860 plötzlich ſtarb und ſie vor die Aufgabe geſtellt wurde, mit ſehr unzureichen- den Mitteln für die Erziehung ihrer vier Kinder allein zu ſorgen, da blie- ben die Tage der Sorge nicht aus, und der nächſte Zeitraum von zehn Jahren brachte Kummer und Mühen die Fülle. Durch eine Verkettung beſonderer Umſtände trat Charlotte R. 1870 in die Hofkreiſe ein; indeſſen war ihre Natur für dieſe Sphäre völlig ungeeignet, u. ſo ſchied ſie nach ſechsjähriger Tätigkeit 1876 aus ihrer Stellung am Hofe und ſiedelte bald darauf nach Dresden über, wo ſie ſich mit einer gleichgeſtimmten Freundin *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 404. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/408>, abgerufen am 17.02.2019.