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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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und Schärfe des Denkens eine starke
Freiheitsliebe und eine energische, fast
rücksichtslose Gradheit im Verkehr
verband. Jn der Schule kam sie nicht
besonders gut vorwärts, und erst, als
sie vom 14. bis 17. Jahre bei einer
vortrefflichen Lehrerin Einzelunter-
richt erhielt, fragen und diskutieren
konnte, erwachte ihre Freude am Ler-
nen und selbständigen Denken. Gro-
ßen Einfluß auf ihr Geistesleben ge-
wann in jener Zeit ihr Onkel, ein
bekannter Jurist, der sie zuerst zu
eigenem Schaffen auf literarischem
Gebiete anregte. Noch nicht ganz 20
Jahre alt, verheiratete sie sich mit dem
Fabrikbesitzer Ludwig R. in Berlin.
Jn einer Zeit starken geistigen und
körperlichen Niederdrucks, während
eines langen, einsamen Aufenthalts
in Davos und Meran kam ihr zum
erstenmal der Zarathustra und damit
Nietzsche in die Hand, und dem Stu-
dium seiner Werke ist es wohl zuzu-
schreiben, daß sie 1898 aus dem Juden-
tum austrat, ohne indes in eine kirch-
liche Gemeinschaft einzutreten. Jhr
freireligiöses, dogmenfeindl. Streben
kommt dann auch in ihrem ersten
Roman zum Ausdruck.

S:

Lebens-
flut (Ge.), 1899. - Der neue Gott
(R. a. d. Zeit des Moses); II, 1902.
2. A. 1905. - Wegwende (R.), 1903.
3. A. 1911. - "Und sie bewegt sich
doch" (N.), 1903. - Kettenträger (R.),
1906. - Sturm und Sonne (Ge.),
1909. - Todgeweihte Seelen (Nn.),
1909. - Das leuchtende Reich (R.),
1911.

Reiche, Theodor,

geb. am 2. Sept.
1839 in Adersheim bei Wolfenbüttel,
besuchte das Lehrerseminar in dieser
Stadt und wurde dann Lehrer in
Braunschweig. Jm Jahre 1889 ging
er nach Jena, wo er drei Jahre hin-
durch Vorlesungen an der Universität
hörte, und kehrte dann nach Braun-
schweig zurück, wo er seitdem schrift-
stellerisch tätig ist. Er gründete 1888
die plattdeutsche Monatsschrift "Mud-
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dersprake", die er sieben Jahre lang
(bis 1894) redigierte.

S:

Ernste
Klänge in plattdeutsch. Mdrt. [nieder-
sächs.-ostfälisch], 1891. 4. A. 1911. -
En jeder dahen, wor' e henhört (5
Bilder a. d. Braunschweiger Bauern-
leben), 1892. - Heitere Reimereien in
plattdeutscher u. hochdeutscher Mund-
art. 2. A. 1882. - Heitere Reimereien
in plattdeutscher Mundart. 3. A. 1891.

*Reichel, Emma,

pseud. Edela
Rüst,
wurde als Tochter des spä-
teren Hüttenbesitzers in Braubach,
Gustav Adolf R., am 18. Oktober
1860 in Königsberg in Preußen ge-
boren, besuchte dort die Schule, er-
hielt bei dem Hofschauspieler Gustav
Berndal in Berlin dramatischen
Unterricht und gehörte auch kurze
Zeit der Bühne für erstes Salonfach
an. Sie ging aber bald nach London,
wo sie für deutsche und englische Zei-
tungen unter wechselnden Pseudo-
nymen schrieb, und kehrte nach mehr-
jähriger Abwesenheit 1896 wieder
nach Berlin zurück, wo sie ihre schrift-
stellerische Tätigkeit fortsetzt.

S:

Die
beiden Doktoren (Lsp.), 1895. - Eine
Damenkomitteesitzung (Schw.), 1896.
- Das Jnterview (Lsp.), 1896. - Das
Recht des Lebens. Der Fledermaus-
ball (Nn.), 1900. - Die Anhöh-Straße
(E.), 1901. - Die Baronsche (R. a.
Ostpreußen), 1902. 3. A. 1906. -
Frauenherzen (Nn.), 1902. - Das
Weib des anderen (E.), 1903. - Mam-
mons Geleit (R.), 1903. - Die Atlas-
töchter (R. a. d. Berliner Kleinleben),
1904. - Die Liebeskämpfer (R.), 1905.
- Goldsucher (R.), 1907. - Vom sel-
ben Ast (R. a. Ostpreußen), 1908. -
Der Orgel-Anger (R.), 1909. - Bunt
wie das Leben (E.), 1909. - Das
treibende Rad (Eine Erbschaftsgesch.),
1911.

*Reichel, Eugen,

der seine Dich-
tungen unter dem Pseudonym Eugen
Leyden
herausgab, wurde am 4.
Dezember 1853 zu Königsberg in Pr.
geboren, empfing daselbst auch seine

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und Schärfe des Denkens eine ſtarke
Freiheitsliebe und eine energiſche, faſt
rückſichtsloſe Gradheit im Verkehr
verband. Jn der Schule kam ſie nicht
beſonders gut vorwärts, und erſt, als
ſie vom 14. bis 17. Jahre bei einer
vortrefflichen Lehrerin Einzelunter-
richt erhielt, fragen und diskutieren
konnte, erwachte ihre Freude am Ler-
nen und ſelbſtändigen Denken. Gro-
ßen Einfluß auf ihr Geiſtesleben ge-
wann in jener Zeit ihr Onkel, ein
bekannter Juriſt, der ſie zuerſt zu
eigenem Schaffen auf literariſchem
Gebiete anregte. Noch nicht ganz 20
Jahre alt, verheiratete ſie ſich mit dem
Fabrikbeſitzer Ludwig R. in Berlin.
Jn einer Zeit ſtarken geiſtigen und
körperlichen Niederdrucks, während
eines langen, einſamen Aufenthalts
in Davos und Meran kam ihr zum
erſtenmal der Zarathuſtra und damit
Nietzſche in die Hand, und dem Stu-
dium ſeiner Werke iſt es wohl zuzu-
ſchreiben, daß ſie 1898 aus dem Juden-
tum austrat, ohne indes in eine kirch-
liche Gemeinſchaft einzutreten. Jhr
freireligiöſes, dogmenfeindl. Streben
kommt dann auch in ihrem erſten
Roman zum Ausdruck.

S:

Lebens-
flut (Ge.), 1899. ‒ Der neue Gott
(R. a. d. Zeit des Moſes); II, 1902.
2. A. 1905. ‒ Wegwende (R.), 1903.
3. A. 1911. ‒ „Und ſie bewegt ſich
doch“ (N.), 1903. ‒ Kettenträger (R.),
1906. ‒ Sturm und Sonne (Ge.),
1909. ‒ Todgeweihte Seelen (Nn.),
1909. ‒ Das leuchtende Reich (R.),
1911.

Reiche, Theodor,

geb. am 2. Sept.
1839 in Adersheim bei Wolfenbüttel,
beſuchte das Lehrerſeminar in dieſer
Stadt und wurde dann Lehrer in
Braunſchweig. Jm Jahre 1889 ging
er nach Jena, wo er drei Jahre hin-
durch Vorleſungen an der Univerſität
hörte, und kehrte dann nach Braun-
ſchweig zurück, wo er ſeitdem ſchrift-
ſtelleriſch tätig iſt. Er gründete 1888
die plattdeutſche Monatsſchrift „Mud-
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Rei
derſprake“, die er ſieben Jahre lang
(bis 1894) redigierte.

S:

Ernſte
Klänge in plattdeutſch. Mdrt. [nieder-
ſächſ.-oſtfäliſch], 1891. 4. A. 1911. ‒
En jeder dahen, wor’ e henhört (5
Bilder a. d. Braunſchweiger Bauern-
leben), 1892. ‒ Heitere Reimereien in
plattdeutſcher u. hochdeutſcher Mund-
art. 2. A. 1882. ‒ Heitere Reimereien
in plattdeutſcher Mundart. 3. A. 1891.

*Reichel, Emma,

pſeud. Edela
Rüſt,
wurde als Tochter des ſpä-
teren Hüttenbeſitzers in Braubach,
Guſtav Adolf R., am 18. Oktober
1860 in Königsberg in Preußen ge-
boren, beſuchte dort die Schule, er-
hielt bei dem Hofſchauſpieler Guſtav
Berndal in Berlin dramatiſchen
Unterricht und gehörte auch kurze
Zeit der Bühne für erſtes Salonfach
an. Sie ging aber bald nach London,
wo ſie für deutſche und engliſche Zei-
tungen unter wechſelnden Pſeudo-
nymen ſchrieb, und kehrte nach mehr-
jähriger Abweſenheit 1896 wieder
nach Berlin zurück, wo ſie ihre ſchrift-
ſtelleriſche Tätigkeit fortſetzt.

S:

Die
beiden Doktoren (Lſp.), 1895. ‒ Eine
Damenkomitteeſitzung (Schw.), 1896.
‒ Das Jnterview (Lſp.), 1896. ‒ Das
Recht des Lebens. Der Fledermaus-
ball (Nn.), 1900. ‒ Die Anhöh-Straße
(E.), 1901. ‒ Die Baronſche (R. a.
Oſtpreußen), 1902. 3. A. 1906. ‒
Frauenherzen (Nn.), 1902. ‒ Das
Weib des anderen (E.), 1903. ‒ Mam-
mons Geleit (R.), 1903. ‒ Die Atlas-
töchter (R. a. d. Berliner Kleinleben),
1904. ‒ Die Liebeskämpfer (R.), 1905.
‒ Goldſucher (R.), 1907. ‒ Vom ſel-
ben Aſt (R. a. Oſtpreußen), 1908. ‒
Der Orgel-Anger (R.), 1909. ‒ Bunt
wie das Leben (E.), 1909. ‒ Das
treibende Rad (Eine Erbſchaftsgeſch.),
1911.

*Reichel, Eugen,

der ſeine Dich-
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Leyden
herausgab, wurde am 4.
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[411/0415] Rei Rei und Schärfe des Denkens eine ſtarke Freiheitsliebe und eine energiſche, faſt rückſichtsloſe Gradheit im Verkehr verband. Jn der Schule kam ſie nicht beſonders gut vorwärts, und erſt, als ſie vom 14. bis 17. Jahre bei einer vortrefflichen Lehrerin Einzelunter- richt erhielt, fragen und diskutieren konnte, erwachte ihre Freude am Ler- nen und ſelbſtändigen Denken. Gro- ßen Einfluß auf ihr Geiſtesleben ge- wann in jener Zeit ihr Onkel, ein bekannter Juriſt, der ſie zuerſt zu eigenem Schaffen auf literariſchem Gebiete anregte. Noch nicht ganz 20 Jahre alt, verheiratete ſie ſich mit dem Fabrikbeſitzer Ludwig R. in Berlin. Jn einer Zeit ſtarken geiſtigen und körperlichen Niederdrucks, während eines langen, einſamen Aufenthalts in Davos und Meran kam ihr zum erſtenmal der Zarathuſtra und damit Nietzſche in die Hand, und dem Stu- dium ſeiner Werke iſt es wohl zuzu- ſchreiben, daß ſie 1898 aus dem Juden- tum austrat, ohne indes in eine kirch- liche Gemeinſchaft einzutreten. Jhr freireligiöſes, dogmenfeindl. Streben kommt dann auch in ihrem erſten Roman zum Ausdruck. S: Lebens- flut (Ge.), 1899. ‒ Der neue Gott (R. a. d. Zeit des Moſes); II, 1902. 2. A. 1905. ‒ Wegwende (R.), 1903. 3. A. 1911. ‒ „Und ſie bewegt ſich doch“ (N.), 1903. ‒ Kettenträger (R.), 1906. ‒ Sturm und Sonne (Ge.), 1909. ‒ Todgeweihte Seelen (Nn.), 1909. ‒ Das leuchtende Reich (R.), 1911. Reiche, Theodor, geb. am 2. Sept. 1839 in Adersheim bei Wolfenbüttel, beſuchte das Lehrerſeminar in dieſer Stadt und wurde dann Lehrer in Braunſchweig. Jm Jahre 1889 ging er nach Jena, wo er drei Jahre hin- durch Vorleſungen an der Univerſität hörte, und kehrte dann nach Braun- ſchweig zurück, wo er ſeitdem ſchrift- ſtelleriſch tätig iſt. Er gründete 1888 die plattdeutſche Monatsſchrift „Mud- derſprake“, die er ſieben Jahre lang (bis 1894) redigierte. S: Ernſte Klänge in plattdeutſch. Mdrt. [nieder- ſächſ.-oſtfäliſch], 1891. 4. A. 1911. ‒ En jeder dahen, wor’ e henhört (5 Bilder a. d. Braunſchweiger Bauern- leben), 1892. ‒ Heitere Reimereien in plattdeutſcher u. hochdeutſcher Mund- art. 2. A. 1882. ‒ Heitere Reimereien in plattdeutſcher Mundart. 3. A. 1891. *Reichel, Emma, pſeud. Edela Rüſt, wurde als Tochter des ſpä- teren Hüttenbeſitzers in Braubach, Guſtav Adolf R., am 18. Oktober 1860 in Königsberg in Preußen ge- boren, beſuchte dort die Schule, er- hielt bei dem Hofſchauſpieler Guſtav Berndal in Berlin dramatiſchen Unterricht und gehörte auch kurze Zeit der Bühne für erſtes Salonfach an. Sie ging aber bald nach London, wo ſie für deutſche und engliſche Zei- tungen unter wechſelnden Pſeudo- nymen ſchrieb, und kehrte nach mehr- jähriger Abweſenheit 1896 wieder nach Berlin zurück, wo ſie ihre ſchrift- ſtelleriſche Tätigkeit fortſetzt. S: Die beiden Doktoren (Lſp.), 1895. ‒ Eine Damenkomitteeſitzung (Schw.), 1896. ‒ Das Jnterview (Lſp.), 1896. ‒ Das Recht des Lebens. Der Fledermaus- ball (Nn.), 1900. ‒ Die Anhöh-Straße (E.), 1901. ‒ Die Baronſche (R. a. Oſtpreußen), 1902. 3. A. 1906. ‒ Frauenherzen (Nn.), 1902. ‒ Das Weib des anderen (E.), 1903. ‒ Mam- mons Geleit (R.), 1903. ‒ Die Atlas- töchter (R. a. d. Berliner Kleinleben), 1904. ‒ Die Liebeskämpfer (R.), 1905. ‒ Goldſucher (R.), 1907. ‒ Vom ſel- ben Aſt (R. a. Oſtpreußen), 1908. ‒ Der Orgel-Anger (R.), 1909. ‒ Bunt wie das Leben (E.), 1909. ‒ Das treibende Rad (Eine Erbſchaftsgeſch.), 1911. *Reichel, Eugen, der ſeine Dich- tungen unter dem Pſeudonym Eugen Leyden herausgab, wurde am 4. Dezember 1853 zu Königsberg in Pr. geboren, empfing daſelbſt auch ſeine *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 411. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/415>, abgerufen am 23.02.2019.