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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Resch
Resch, Helene,

siehe Helene
Linke-Resch!

*Resch, Wilhelm,

geb. am 19. Aug.
1876 zu Grafenau im Bayerischen
Walde als Sohn eines Marktsekre-
tärs, wandte sich nach vollendetem
Studium dem Justizdienste zu, in
welchem er jetzt als Assistent der
Staatsanwaltschaft in München tä-
tig ist. Eifriges Selbststudium ermög-
lichte ihm die Fähigkeit zu literari-
scher Arbeit, die sich in erster Linie
auf die Dialektdichtung und das
Volksdrama erstreckt.

S:

Jnntaler
Bleamei (Ge. in oberbayer. Mdt.),
1907. - Des Wilderers Christtag
(Weihnachtsst. a. d. bayer. Bergen),
1911 (Sv.) - Verruchte Lieb' (Ober-
bayer. Volksst.), o. J. (Sv.) - Der
Schandfleck vom Dorf (desgl.), o. J.
(Sv.) - Burghardt der Goldschmied
(Alt-Münchener Weihnachtsst.), o. J.
(Sv.) - Vergeltung (Weihnachtsst.
a. d. Bergen), o. J. (Sv.) - Das
Wodansopfer (Altgerman. Festsp.),
1911. - Der Liebe Sieg, oder: Die
Versöhnung am Christfeste. (Dr. a.
d. bayer. Vorbergen), 1911. - "O die
Weiber!" (Gebirgsposse), 1912. - Die
Erbschaft (Ein Stück a. d. Leben),
1912. - Weihnacht (Dr. M.), 1912.

Reschif,

Pseud. für K. W. Theodor
Fischer; s. d.!

*Resee, Alfons de,

geb. am 25.
Novbr. 1872 (nicht 1867) zu Neustadt
in Westpreußen, besuchte das dortige
Gymnasium und widmete sich schon
in jungen Jahren der Schriftstelle-
rei. Er war dann Theatersekretär
und trat, nachdem er vorher für die
"Elbinger Zeitung", für den "Grau-
denzer Geselligen" und die "Alt-
preußische Zeitung" gearbeitet hatte,
1896 in die Redaktion der "Danziger
Neuesten Nachrichten" in Danzig ein,
der er bis 1900 angehörte. Dann be-
zog er die Universität Königsberg, an
der er bis 1904 Philosophie, Geschichte,
Literatur, Kunstgeschichte, später auch
Staatswissenschaft und National-
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Resi
ökonomie studierte. Darauf wurd
er Chefredakteur der "Königsberge
Neuesten Nachrichten", kaufte sich auch
in Königsberg an und wurde in die
Stadtverordnetenversammlung ge-
wählt. Jm Herbst 1909 erwarb er
käuflich die sehr bedeutende Quan-
delsche Buchdruckerei und Verlags-
anstalt in Jnsterburg mit dem "Ost-
preußischen Tageblatt" und den
Wochenschriften "Für Alt und Jung"
und "Die heimatliche Scholle". Er
ist gleichzeitig Chefredakteur dieser
Blätter.

S:

Mütterchens Lied (N.)
1894. - Seine Rettungsmedaille und
andere heitere Geschichten, 1896. -
Wegeblüten (Ge.), 1899. 2. Bd., 1903.
- Dissonanzen (Nn. und Sk.), 1904.
- Cranz im Lied (Ernste und heitere
Klänge vom heimatl. Strand), 1905.
- Die Faxen des Onkel Fidelius
Späßke (Humor. Dn.), 1910, 3. Aufl.
1911.

Resimius-Berkow, W.,

geb. am
10. April 1862 in Lüneburg als Toch-
ter sehr armer Eltern, verlebte im
Kreise von elf Geschwistern eine freud-
lose und entbehrungsreiche Kindheit
Mit 12 Jahren schrieb sie kleine Ge-
dichte auf die Schiefertafel und kleine
Papierschnitzel, erntete aber als Lohn
nur körperliche Züchtigung. Nach
Verlassen der Schule trat sie als
Magd in den Dienst, erhielt aber, da
sie klein und schwach war, nur min-
derwertige Stellen, die sonst niemand
haben wollte. Ein neuer Versuch,
sich in der Dichtkunst wieder zu be-
tätigen, endigte mit Verhöhnung von
seiten ihrer Herrschaft, so daß sie aus
Verzweiflung ihr Buch mit den Ge-
dichten vernichtete. Nach ihrer Ver-
heiratung kamen die Schicksalsschläge
in ununterbrochener Folge: sie selber
wurde schwer krank, ihr Mann ner-
venleidend, so daß ihr die Sorge um
die Familie allein zufiel; ihre Tochter
starb und bald darauf verlor sie auch
den Mann. Als sie dann eine zweite
Ehe eingegangen, mußte sie ihren

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Reſch
Reſch, Helene,

ſiehe Helene
Linke-Reſch!

*Reſch, Wilhelm,

geb. am 19. Aug.
1876 zu Grafenau im Bayeriſchen
Walde als Sohn eines Marktſekre-
tärs, wandte ſich nach vollendetem
Studium dem Juſtizdienſte zu, in
welchem er jetzt als Aſſiſtent der
Staatsanwaltſchaft in München tä-
tig iſt. Eifriges Selbſtſtudium ermög-
lichte ihm die Fähigkeit zu literari-
ſcher Arbeit, die ſich in erſter Linie
auf die Dialektdichtung und das
Volksdrama erſtreckt.

S:

Jnntaler
Bleamei (Ge. in oberbayer. Mdt.),
1907. ‒ Des Wilderers Chriſttag
(Weihnachtsſt. a. d. bayer. Bergen),
1911 (Sv.) ‒ Verruchte Lieb’ (Ober-
bayer. Volksſt.), o. J. (Sv.) ‒ Der
Schandfleck vom Dorf (desgl.), o. J.
(Sv.) ‒ Burghardt der Goldſchmied
(Alt-Münchener Weihnachtsſt.), o. J.
(Sv.) ‒ Vergeltung (Weihnachtsſt.
a. d. Bergen), o. J. (Sv.) ‒ Das
Wodansopfer (Altgerman. Feſtſp.),
1911. ‒ Der Liebe Sieg, oder: Die
Verſöhnung am Chriſtfeſte. (Dr. a.
d. bayer. Vorbergen), 1911. ‒ „O die
Weiber!“ (Gebirgspoſſe), 1912. ‒ Die
Erbſchaft (Ein Stück a. d. Leben),
1912. ‒ Weihnacht (Dr. M.), 1912.

Reſchif,

Pſeud. für K. W. Theodor
Fiſcher; ſ. d.!

*Reſée, Alfons de,

geb. am 25.
Novbr. 1872 (nicht 1867) zu Neuſtadt
in Weſtpreußen, beſuchte das dortige
Gymnaſium und widmete ſich ſchon
in jungen Jahren der Schriftſtelle-
rei. Er war dann Theaterſekretär
und trat, nachdem er vorher für die
„Elbinger Zeitung“, für den „Grau-
denzer Geſelligen“ und die „Alt-
preußiſche Zeitung“ gearbeitet hatte,
1896 in die Redaktion der „Danziger
Neueſten Nachrichten“ in Danzig ein,
der er bis 1900 angehörte. Dann be-
zog er die Univerſität Königsberg, an
der er bis 1904 Philoſophie, Geſchichte,
Literatur, Kunſtgeſchichte, ſpäter auch
Staatswiſſenſchaft und National-
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Reſi
ökonomie ſtudierte. Darauf wurd
er Chefredakteur der „Königsberge
Neueſten Nachrichten“, kaufte ſich auch
in Königsberg an und wurde in die
Stadtverordnetenverſammlung ge-
wählt. Jm Herbſt 1909 erwarb er
käuflich die ſehr bedeutende Quan-
delſche Buchdruckerei und Verlags-
anſtalt in Jnſterburg mit dem „Oſt-
preußiſchen Tageblatt“ und den
Wochenſchriften „Für Alt und Jung“
und „Die heimatliche Scholle“. Er
iſt gleichzeitig Chefredakteur dieſer
Blätter.

S:

Mütterchens Lied (N.)
1894. ‒ Seine Rettungsmedaille und
andere heitere Geſchichten, 1896. ‒
Wegeblüten (Ge.), 1899. 2. Bd., 1903.
‒ Diſſonanzen (Nn. und Sk.), 1904.
‒ Cranz im Lied (Ernſte und heitere
Klänge vom heimatl. Strand), 1905.
‒ Die Faxen des Onkel Fidelius
Späßke (Humor. Dn.), 1910, 3. Aufl.
1911.

Reſimius-Berkow, W.,

geb. am
10. April 1862 in Lüneburg als Toch-
ter ſehr armer Eltern, verlebte im
Kreiſe von elf Geſchwiſtern eine freud-
loſe und entbehrungsreiche Kindheit
Mit 12 Jahren ſchrieb ſie kleine Ge-
dichte auf die Schiefertafel und kleine
Papierſchnitzel, erntete aber als Lohn
nur körperliche Züchtigung. Nach
Verlaſſen der Schule trat ſie als
Magd in den Dienſt, erhielt aber, da
ſie klein und ſchwach war, nur min-
derwertige Stellen, die ſonſt niemand
haben wollte. Ein neuer Verſuch,
ſich in der Dichtkunſt wieder zu be-
tätigen, endigte mit Verhöhnung von
ſeiten ihrer Herrſchaft, ſo daß ſie aus
Verzweiflung ihr Buch mit den Ge-
dichten vernichtete. Nach ihrer Ver-
heiratung kamen die Schickſalsſchläge
in ununterbrochener Folge: ſie ſelber
wurde ſchwer krank, ihr Mann ner-
venleidend, ſo daß ihr die Sorge um
die Familie allein zufiel; ihre Tochter
ſtarb und bald darauf verlor ſie auch
den Mann. Als ſie dann eine zweite
Ehe eingegangen, mußte ſie ihren

*
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[440/0444] Reſch Reſi Reſch, Helene, ſiehe Helene Linke-Reſch! *Reſch, Wilhelm, geb. am 19. Aug. 1876 zu Grafenau im Bayeriſchen Walde als Sohn eines Marktſekre- tärs, wandte ſich nach vollendetem Studium dem Juſtizdienſte zu, in welchem er jetzt als Aſſiſtent der Staatsanwaltſchaft in München tä- tig iſt. Eifriges Selbſtſtudium ermög- lichte ihm die Fähigkeit zu literari- ſcher Arbeit, die ſich in erſter Linie auf die Dialektdichtung und das Volksdrama erſtreckt. S: Jnntaler Bleamei (Ge. in oberbayer. Mdt.), 1907. ‒ Des Wilderers Chriſttag (Weihnachtsſt. a. d. bayer. Bergen), 1911 (Sv.) ‒ Verruchte Lieb’ (Ober- bayer. Volksſt.), o. J. (Sv.) ‒ Der Schandfleck vom Dorf (desgl.), o. J. (Sv.) ‒ Burghardt der Goldſchmied (Alt-Münchener Weihnachtsſt.), o. J. (Sv.) ‒ Vergeltung (Weihnachtsſt. a. d. Bergen), o. J. (Sv.) ‒ Das Wodansopfer (Altgerman. Feſtſp.), 1911. ‒ Der Liebe Sieg, oder: Die Verſöhnung am Chriſtfeſte. (Dr. a. d. bayer. Vorbergen), 1911. ‒ „O die Weiber!“ (Gebirgspoſſe), 1912. ‒ Die Erbſchaft (Ein Stück a. d. Leben), 1912. ‒ Weihnacht (Dr. M.), 1912. Reſchif, Pſeud. für K. W. Theodor Fiſcher; ſ. d.! *Reſée, Alfons de, geb. am 25. Novbr. 1872 (nicht 1867) zu Neuſtadt in Weſtpreußen, beſuchte das dortige Gymnaſium und widmete ſich ſchon in jungen Jahren der Schriftſtelle- rei. Er war dann Theaterſekretär und trat, nachdem er vorher für die „Elbinger Zeitung“, für den „Grau- denzer Geſelligen“ und die „Alt- preußiſche Zeitung“ gearbeitet hatte, 1896 in die Redaktion der „Danziger Neueſten Nachrichten“ in Danzig ein, der er bis 1900 angehörte. Dann be- zog er die Univerſität Königsberg, an der er bis 1904 Philoſophie, Geſchichte, Literatur, Kunſtgeſchichte, ſpäter auch Staatswiſſenſchaft und National- ökonomie ſtudierte. Darauf wurd er Chefredakteur der „Königsberge Neueſten Nachrichten“, kaufte ſich auch in Königsberg an und wurde in die Stadtverordnetenverſammlung ge- wählt. Jm Herbſt 1909 erwarb er käuflich die ſehr bedeutende Quan- delſche Buchdruckerei und Verlags- anſtalt in Jnſterburg mit dem „Oſt- preußiſchen Tageblatt“ und den Wochenſchriften „Für Alt und Jung“ und „Die heimatliche Scholle“. Er iſt gleichzeitig Chefredakteur dieſer Blätter. S: Mütterchens Lied (N.) 1894. ‒ Seine Rettungsmedaille und andere heitere Geſchichten, 1896. ‒ Wegeblüten (Ge.), 1899. 2. Bd., 1903. ‒ Diſſonanzen (Nn. und Sk.), 1904. ‒ Cranz im Lied (Ernſte und heitere Klänge vom heimatl. Strand), 1905. ‒ Die Faxen des Onkel Fidelius Späßke (Humor. Dn.), 1910, 3. Aufl. 1911. Reſimius-Berkow, W., geb. am 10. April 1862 in Lüneburg als Toch- ter ſehr armer Eltern, verlebte im Kreiſe von elf Geſchwiſtern eine freud- loſe und entbehrungsreiche Kindheit Mit 12 Jahren ſchrieb ſie kleine Ge- dichte auf die Schiefertafel und kleine Papierſchnitzel, erntete aber als Lohn nur körperliche Züchtigung. Nach Verlaſſen der Schule trat ſie als Magd in den Dienſt, erhielt aber, da ſie klein und ſchwach war, nur min- derwertige Stellen, die ſonſt niemand haben wollte. Ein neuer Verſuch, ſich in der Dichtkunſt wieder zu be- tätigen, endigte mit Verhöhnung von ſeiten ihrer Herrſchaft, ſo daß ſie aus Verzweiflung ihr Buch mit den Ge- dichten vernichtete. Nach ihrer Ver- heiratung kamen die Schickſalsſchläge in ununterbrochener Folge: ſie ſelber wurde ſchwer krank, ihr Mann ner- venleidend, ſo daß ihr die Sorge um die Familie allein zufiel; ihre Tochter ſtarb und bald darauf verlor ſie auch den Mann. Als ſie dann eine zweite Ehe eingegangen, mußte ſie ihren *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 440. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/444>, abgerufen am 20.02.2019.