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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Reß
Sohn in eine Heilanstalt bringen.
Jn all diesem Jammer fand sie end-
lich Trost und Befreiung und neuen
Lebensmut in der Dichtkunst.

S:

Lütt
Heidelärk (Plattd. Gesch. in V.),
1910.

Reß, Robert,

geb. am 2. Juni 1871
in Prag, lebt (1903) in Berlin.

S:


Farben (Ge.), 1899.

*Ressel, Emil,

geb. am 20. Nov.
1861 zu Lusdorf a. d. Tafelsichte in
Böhmen als der Sohn eines Bauern,
besuchte die Volksschule daselbst, die
Bürgerschule in Friedland und die
Lehrerbildungsanstalt in Leitmeritz.
Als Lehrer war er seit 1882 in meh-
reren Orten des Friedländer Be-
zirks (Heinersdorf, Bärnsdorf, Düt-
tersbach), dann des Rumburger
Bezirks (Teichstatt, Niedergrund,
Nieder-Ehrenberg und Kreibitz) tätig
und steht seit 1902 in der nordböh-
mischen Jndustriestadt Warnsdorf
im Amte. Als Vortragsmeister und
Rezitator ist er in weiten Kreisen
gesucht und geschätzt.

S:

Lieder-
strauß aus Böhmens Norden (Ge.),
1888. - Theodor Körner und seine
Zeit, 1891. - Flammenzeichen (Frei-
heits- und Vaterlandsgesänge), 1896.
2. Aufl. 1897. - Jm Rauschen der
Eichen (Sturm- u. Trutzlieder), 1899.
- Balders Blut. Tellstätten (2 Dn.),
1900. - Deutsche Kämpfe - Walas
Kunde (Dn.), 1902. - Jm Grauen
der Nächte (Volksschsp.), 1903.

*Ressel, Gustav Andreas,

geb.
am 5. April 1861 in Wien, wo sein
Vater ein bescheidenes Amt in einer
kaiserlichen Buchhaltung bekleidete,
besuchte das Gymnasium, mußte
aber, als er 1877 Vater und Mutter
verlor, 1878 ein Amt in der Güter-
verwaltung des Fürsten Sulkowsky
in Wien übernehmen und sich nun
autodidaktisch weiterbilden. Jm
Jahre 1882 trat er beim Wiener
Magistrat als Beamter ein, regte
1890 gemeinschaftlich mit Josef Nes-
beda die Gründung des Raimund-
[Spaltenumbruch]

Ress
Theaters in Wien als echtes Volks-
schauspielhaus an und blieb für die
Verwirklichung dieses Unternehmens
unausgesetzt tätig. So bekleidete er,
vom Wiener Magistrate beurlaubt,
1893-95 die Stelle eines Sekretärs
an dieser Bühne. 1896 kehrte er in
den städtischen Dienst zurück und ist
seitdem Archivar im Wiener Stadt-
archiv.

S:

Die Glücksgodl (P., mit
Camillo Morgan), 1891. - Wiener
Vorstadtgeschichten (bevorw. von
Adam Müller-Guttenbrunn), 1894. -
Arme Narr'n (Neue Wiener Geschn.),
1899. - Rare Leut' (desgl.), 1903. -
G'spaßige Menschen (desgl.), 1906. -
Der junge Herr (Lebensbild), 1902.
- Das Raimund-Theater (Denk-
schrift), 1892. 3. A. 1893. - Alfred
Teniers' Dichtungen, hrsg., 2. A.
1895. - Verschiedene Fachschriften.

Ressel, Joseph,

geb. am 10. März
1810 zu Reichenberg in Böhmen,
beendete seine Gymnasialstudien in
Leitmeritz u. studierte dann in Prag
u. darauf in Wien die Rechte. Durch
den Verkehr mit dem Schauspieler
Karl Laroche und dem Dichter Grill-
parzer wurde ihm hier die mächtigste
geistige und künstlerische Anregung
zuteil. Nach beendetem Studium er-
griff R. die Beamtenlaufbahn. Er
diente ein Jahr als Bureaupraktikant
und sechs Jahre als Konzeptprakti-
kant in Prag, kam dann zur Lemberger
und später zur Prager Kammer-
prokuratur als Aushilfsreferent und
wurde 1850 k. k. Kollegialgerichts-
assessor in Rumburg. Von hier kam
er 1855 zum Bezirksgerichte nach
Bensen, 1864 nach Arnau, 1870 nach
Braunau und 1876 zum Kreisgerichte
in seiner Vaterstadt Reichenberg. Jm
folgenden Jahre trat er in den Ruhe-
stand und lebte fortan ausschließlich
den Wissenschaften und der Poesie.
Er starb in Reichenberg am 7. Jan.
1897.

S:

Kaiser Heinrich IV. (Histor.
Dr., hrsg. von seinem Sohne Wilh.
Ressel), 1891. 2. A. u. d. T.: Kaiser

*


[Spaltenumbruch]

Reß
Sohn in eine Heilanſtalt bringen.
Jn all dieſem Jammer fand ſie end-
lich Troſt und Befreiung und neuen
Lebensmut in der Dichtkunſt.

S:

Lütt
Heidelärk (Plattd. Geſch. in V.),
1910.

Reß, Robert,

geb. am 2. Juni 1871
in Prag, lebt (1903) in Berlin.

S:


Farben (Ge.), 1899.

*Reſſel, Emil,

geb. am 20. Nov.
1861 zu Lusdorf a. d. Tafelſichte in
Böhmen als der Sohn eines Bauern,
beſuchte die Volksſchule daſelbſt, die
Bürgerſchule in Friedland und die
Lehrerbildungsanſtalt in Leitmeritz.
Als Lehrer war er ſeit 1882 in meh-
reren Orten des Friedländer Be-
zirks (Heinersdorf, Bärnsdorf, Düt-
tersbach), dann des Rumburger
Bezirks (Teichſtatt, Niedergrund,
Nieder-Ehrenberg und Kreibitz) tätig
und ſteht ſeit 1902 in der nordböh-
miſchen Jnduſtrieſtadt Warnsdorf
im Amte. Als Vortragsmeiſter und
Rezitator iſt er in weiten Kreiſen
geſucht und geſchätzt.

S:

Lieder-
ſtrauß aus Böhmens Norden (Ge.),
1888. ‒ Theodor Körner und ſeine
Zeit, 1891. ‒ Flammenzeichen (Frei-
heits- und Vaterlandsgeſänge), 1896.
2. Aufl. 1897. ‒ Jm Rauſchen der
Eichen (Sturm- u. Trutzlieder), 1899.
‒ Balders Blut. Tellſtätten (2 Dn.),
1900. ‒ Deutſche Kämpfe ‒ Walas
Kunde (Dn.), 1902. ‒ Jm Grauen
der Nächte (Volksſchſp.), 1903.

*Reſſel, Guſtav Andreas,

geb.
am 5. April 1861 in Wien, wo ſein
Vater ein beſcheidenes Amt in einer
kaiſerlichen Buchhaltung bekleidete,
beſuchte das Gymnaſium, mußte
aber, als er 1877 Vater und Mutter
verlor, 1878 ein Amt in der Güter-
verwaltung des Fürſten Sulkowsky
in Wien übernehmen und ſich nun
autodidaktiſch weiterbilden. Jm
Jahre 1882 trat er beim Wiener
Magiſtrat als Beamter ein, regte
1890 gemeinſchaftlich mit Joſef Nes-
beda die Gründung des Raimund-
[Spaltenumbruch]

Reſſ
Theaters in Wien als echtes Volks-
ſchauſpielhaus an und blieb für die
Verwirklichung dieſes Unternehmens
unausgeſetzt tätig. So bekleidete er,
vom Wiener Magiſtrate beurlaubt,
1893‒95 die Stelle eines Sekretärs
an dieſer Bühne. 1896 kehrte er in
den ſtädtiſchen Dienſt zurück und iſt
ſeitdem Archivar im Wiener Stadt-
archiv.

S:

Die Glücksgodl (P., mit
Camillo Morgan), 1891. ‒ Wiener
Vorſtadtgeſchichten (bevorw. von
Adam Müller-Guttenbrunn), 1894. ‒
Arme Narr’n (Neue Wiener Geſchn.),
1899. ‒ Rare Leut’ (desgl.), 1903. ‒
G’ſpaßige Menſchen (desgl.), 1906. ‒
Der junge Herr (Lebensbild), 1902.
‒ Das Raimund-Theater (Denk-
ſchrift), 1892. 3. A. 1893. ‒ Alfred
Teniers’ Dichtungen, hrsg., 2. A.
1895. ‒ Verſchiedene Fachſchriften.

Reſſel, Joſeph,

geb. am 10. März
1810 zu Reichenberg in Böhmen,
beendete ſeine Gymnaſialſtudien in
Leitmeritz u. ſtudierte dann in Prag
u. darauf in Wien die Rechte. Durch
den Verkehr mit dem Schauſpieler
Karl Laroche und dem Dichter Grill-
parzer wurde ihm hier die mächtigſte
geiſtige und künſtleriſche Anregung
zuteil. Nach beendetem Studium er-
griff R. die Beamtenlaufbahn. Er
diente ein Jahr als Bureaupraktikant
und ſechs Jahre als Konzeptprakti-
kant in Prag, kam dann zur Lemberger
und ſpäter zur Prager Kammer-
prokuratur als Aushilfsreferent und
wurde 1850 k. k. Kollegialgerichts-
aſſeſſor in Rumburg. Von hier kam
er 1855 zum Bezirksgerichte nach
Benſen, 1864 nach Arnau, 1870 nach
Braunau und 1876 zum Kreisgerichte
in ſeiner Vaterſtadt Reichenberg. Jm
folgenden Jahre trat er in den Ruhe-
ſtand und lebte fortan ausſchließlich
den Wiſſenſchaften und der Poeſie.
Er ſtarb in Reichenberg am 7. Jan.
1897.

S:

Kaiſer Heinrich IV. (Hiſtor.
Dr., hrsg. von ſeinem Sohne Wilh.
Reſſel), 1891. 2. A. u. d. T.: Kaiſer

*
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[441/0445] Reß Reſſ Sohn in eine Heilanſtalt bringen. Jn all dieſem Jammer fand ſie end- lich Troſt und Befreiung und neuen Lebensmut in der Dichtkunſt. S: Lütt Heidelärk (Plattd. Geſch. in V.), 1910. Reß, Robert, geb. am 2. Juni 1871 in Prag, lebt (1903) in Berlin. S: Farben (Ge.), 1899. *Reſſel, Emil, geb. am 20. Nov. 1861 zu Lusdorf a. d. Tafelſichte in Böhmen als der Sohn eines Bauern, beſuchte die Volksſchule daſelbſt, die Bürgerſchule in Friedland und die Lehrerbildungsanſtalt in Leitmeritz. Als Lehrer war er ſeit 1882 in meh- reren Orten des Friedländer Be- zirks (Heinersdorf, Bärnsdorf, Düt- tersbach), dann des Rumburger Bezirks (Teichſtatt, Niedergrund, Nieder-Ehrenberg und Kreibitz) tätig und ſteht ſeit 1902 in der nordböh- miſchen Jnduſtrieſtadt Warnsdorf im Amte. Als Vortragsmeiſter und Rezitator iſt er in weiten Kreiſen geſucht und geſchätzt. S: Lieder- ſtrauß aus Böhmens Norden (Ge.), 1888. ‒ Theodor Körner und ſeine Zeit, 1891. ‒ Flammenzeichen (Frei- heits- und Vaterlandsgeſänge), 1896. 2. Aufl. 1897. ‒ Jm Rauſchen der Eichen (Sturm- u. Trutzlieder), 1899. ‒ Balders Blut. Tellſtätten (2 Dn.), 1900. ‒ Deutſche Kämpfe ‒ Walas Kunde (Dn.), 1902. ‒ Jm Grauen der Nächte (Volksſchſp.), 1903. *Reſſel, Guſtav Andreas, geb. am 5. April 1861 in Wien, wo ſein Vater ein beſcheidenes Amt in einer kaiſerlichen Buchhaltung bekleidete, beſuchte das Gymnaſium, mußte aber, als er 1877 Vater und Mutter verlor, 1878 ein Amt in der Güter- verwaltung des Fürſten Sulkowsky in Wien übernehmen und ſich nun autodidaktiſch weiterbilden. Jm Jahre 1882 trat er beim Wiener Magiſtrat als Beamter ein, regte 1890 gemeinſchaftlich mit Joſef Nes- beda die Gründung des Raimund- Theaters in Wien als echtes Volks- ſchauſpielhaus an und blieb für die Verwirklichung dieſes Unternehmens unausgeſetzt tätig. So bekleidete er, vom Wiener Magiſtrate beurlaubt, 1893‒95 die Stelle eines Sekretärs an dieſer Bühne. 1896 kehrte er in den ſtädtiſchen Dienſt zurück und iſt ſeitdem Archivar im Wiener Stadt- archiv. S: Die Glücksgodl (P., mit Camillo Morgan), 1891. ‒ Wiener Vorſtadtgeſchichten (bevorw. von Adam Müller-Guttenbrunn), 1894. ‒ Arme Narr’n (Neue Wiener Geſchn.), 1899. ‒ Rare Leut’ (desgl.), 1903. ‒ G’ſpaßige Menſchen (desgl.), 1906. ‒ Der junge Herr (Lebensbild), 1902. ‒ Das Raimund-Theater (Denk- ſchrift), 1892. 3. A. 1893. ‒ Alfred Teniers’ Dichtungen, hrsg., 2. A. 1895. ‒ Verſchiedene Fachſchriften. Reſſel, Joſeph, geb. am 10. März 1810 zu Reichenberg in Böhmen, beendete ſeine Gymnaſialſtudien in Leitmeritz u. ſtudierte dann in Prag u. darauf in Wien die Rechte. Durch den Verkehr mit dem Schauſpieler Karl Laroche und dem Dichter Grill- parzer wurde ihm hier die mächtigſte geiſtige und künſtleriſche Anregung zuteil. Nach beendetem Studium er- griff R. die Beamtenlaufbahn. Er diente ein Jahr als Bureaupraktikant und ſechs Jahre als Konzeptprakti- kant in Prag, kam dann zur Lemberger und ſpäter zur Prager Kammer- prokuratur als Aushilfsreferent und wurde 1850 k. k. Kollegialgerichts- aſſeſſor in Rumburg. Von hier kam er 1855 zum Bezirksgerichte nach Benſen, 1864 nach Arnau, 1870 nach Braunau und 1876 zum Kreisgerichte in ſeiner Vaterſtadt Reichenberg. Jm folgenden Jahre trat er in den Ruhe- ſtand und lebte fortan ausſchließlich den Wiſſenſchaften und der Poeſie. Er ſtarb in Reichenberg am 7. Jan. 1897. S: Kaiſer Heinrich IV. (Hiſtor. Dr., hrsg. von ſeinem Sohne Wilh. Reſſel), 1891. 2. A. u. d. T.: Kaiſer *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 441. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/445>, abgerufen am 16.11.2018.