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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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er die Chefredaktion der internation.
Zeitschrift für Jndustrie und Handel,
"Der Weltmarkt" führte und gleich-
zeitig als Schriftführer des "Deut-
schen Schriftstellerbundes" fungierte,
auch als Organ desselben Ende 1888
die Zeitschrift "Deutsche Schriftsteller-
welt" gründete. Jn den Jahren 1891
bis 1893 war er vorübergehend
Dramaturg des Neuen Theaters in
Altona-Hamburg und Redakteur der
"Görlitzer Zeitung", lebte danach wie-
der in Berlin, wo er die Chefredaktion
des "Berliner Jntelligenzblatts" und
"Berliner Anzeigers" führte, ging
1896 nach Hamburg, wo er erst die
"Hamburger Presse" und seit 1898
die "Hamburger Staatsbürger-Zei-
tu ng" redigierte, und lebte seit 1901
in redaktioneller Stellung in Meldorf
und Köthen und seit 1902 in Weißen-
fels. Jn den letzten Jahren war er
wieder in Berlin tätig, und hier ist
er am 29. Januar 1908 gestorben.

S:

Der neue Esau (Lsp.), 1863. -
Poetische Malereien (Ges. Ge.), 1866.
- Alte Sünden (R.), 1865. - Begra-
ben und aufgestanden (R.), 1866. -
Bilder a. d. Garnisonsleben, 1866. -
Cremon und Lombardsbrücke (R.),
1867. - Ein Meerschweinchen (Hum.),
1867. - Man sagt! (Hum.), 1867. -
Die Zigarre (Hum.), 1867. - Auf,
nach Paris! (Reisebriefe), 1867. -
Das Pariser Theater während der
Revolution 1789-93; 1868-69. - Der
Nemesis Walten (N.), 1868. - Bilder
aus Hamburg (Hum.), 1868. - Ge-
heilt (N.), 1871. - Zwei Familien (R.),
1873. - Ein seltsames Verhältnis (N.),
1874. - Das Geheimnis der Pension
(Lsp.), 1875. - Advokatenschliche (R.);
III, 1876. - Zwei Anwälte des Rechts
(R.), 1876. - Tante Doktor (N.),
1877. - Skizzen aus Marienlyst (Nn.),
1877. - Papa Bertolin (Schsp.), 1878.
- Komtesse Cäcilie (Schsp.), 1878. -
Auf hoher Wacht (Schsp.), 1878. -
Nur ein Schwefelholz (Lustsp.),
1878. - Jn der Erde! (Zauberposse),
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Rich
1879. - Eine von den Alten (Lsp.),
1879. - Lieder bei Hunger und Durst,
1880. - Unruhige Herzen (N.), 1880.
- Aus kleinen Orten und Winkeln
(Hum.), 1881. - Ein Dominikaner
(N.), 1882. - Aus Anstandsgefühl
verheiratet (Hum.), 1882. - Von Woge
zu Woge (N.), 1884. - Aus Kriminal-
akten (N.), 1885. - Eine Testaments-
vollstreckung (N.), 1885. - Unsere
Schutzleute (Volksst.), 1886. - Von
Meer zu Meer (P.), 1889.

*Richter, Fernande,

pseud. Edna
Fern,
wurde am 21. Febr. 1861 in
Rössing bei Nordstemmen (Hannover)
als die Tochter des Gutsbesitzers Ost-
haus
geb., wuchs als einziges Mäd-
chen unter vier älteren Brüdern in
der Freiheit und Ungebundenheit des
Landlebens auf und hat sich seitdem
auch die in jener Zeit erweckte Liebe
zur Natur bewahrt. Jhren Unterricht
erhielt sie durch Erzieherinnen im
elterlichen Hause. Als sie 13 Jahre
alt war, übernahm ihr Vater die
Pachtung des dem Herzog von Corvey
gehörigen Gutes Blankenau bei Höx-
ter a. d. Weser, und Fernande kam
nun in das Kloster des Sacre Coeur
Blumenthal bei Aachen, wo sie zwei
Jahre weilte und sich besonders mit
der französischen Sprache vertraut
machte. Nach der Heimkehr verlebte
sie glückliche Mädchenjahre bei dem
regen Verkehr im Elternhause, wie
auch in Hildesheim und Osnabrück,
an welchen Orten sie Musikunterricht
genoß. Später verzog die Familie
nach einem Gute des Fürsten Wolfegg,
Hopfenweiler bei Waldsee in Ober-
schwaben, wanderte aber, durch
schlechte Vermögensverhältnisse ge-
zwungen, 1881 nach Amerika aus.
Dort hat die Schriftstellerin auf einer
Farm in Südwest-Missouri und spä-
ter in der größten Stadt des Westens,
St. Louis, Gelegenheit gehabt, das
arbeitsame Leben in Amerika kennen
zu lernen. Jm Jahre 1882 verhei-
ratete sie sich zu einer nicht glücklichen

*


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Rich
er die Chefredaktion der internation.
Zeitſchrift für Jnduſtrie und Handel,
„Der Weltmarkt“ führte und gleich-
zeitig als Schriftführer des „Deut-
ſchen Schriftſtellerbundes“ fungierte,
auch als Organ desſelben Ende 1888
die Zeitſchrift „Deutſche Schriftſteller-
welt“ gründete. Jn den Jahren 1891
bis 1893 war er vorübergehend
Dramaturg des Neuen Theaters in
Altona-Hamburg und Redakteur der
„Görlitzer Zeitung“, lebte danach wie-
der in Berlin, wo er die Chefredaktion
des „Berliner Jntelligenzblatts“ und
„Berliner Anzeigers“ führte, ging
1896 nach Hamburg, wo er erſt die
„Hamburger Preſſe“ und ſeit 1898
die „Hamburger Staatsbürger-Zei-
tu ng“ redigierte, und lebte ſeit 1901
in redaktioneller Stellung in Meldorf
und Köthen und ſeit 1902 in Weißen-
fels. Jn den letzten Jahren war er
wieder in Berlin tätig, und hier iſt
er am 29. Januar 1908 geſtorben.

S:

Der neue Eſau (Lſp.), 1863. ‒
Poetiſche Malereien (Geſ. Ge.), 1866.
‒ Alte Sünden (R.), 1865. ‒ Begra-
ben und aufgeſtanden (R.), 1866. ‒
Bilder a. d. Garniſonsleben, 1866. ‒
Cremon und Lombardsbrücke (R.),
1867. ‒ Ein Meerſchweinchen (Hum.),
1867. ‒ Man ſagt! (Hum.), 1867. ‒
Die Zigarre (Hum.), 1867. ‒ Auf,
nach Paris! (Reiſebriefe), 1867. ‒
Das Pariſer Theater während der
Revolution 1789‒93; 1868-69. ‒ Der
Nemeſis Walten (N.), 1868. ‒ Bilder
aus Hamburg (Hum.), 1868. ‒ Ge-
heilt (N.), 1871. ‒ Zwei Familien (R.),
1873. ‒ Ein ſeltſames Verhältnis (N.),
1874. ‒ Das Geheimnis der Penſion
(Lſp.), 1875. ‒ Advokatenſchliche (R.);
III, 1876. ‒ Zwei Anwälte des Rechts
(R.), 1876. ‒ Tante Doktor (N.),
1877. ‒ Skizzen aus Marienlyſt (Nn.),
1877. ‒ Papa Bertolin (Schſp.), 1878.
‒ Komteſſe Cäcilie (Schſp.), 1878. ‒
Auf hoher Wacht (Schſp.), 1878. ‒
Nur ein Schwefelholz (Luſtſp.),
1878. ‒ Jn der Erde! (Zauberpoſſe),
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Rich
1879. ‒ Eine von den Alten (Lſp.),
1879. ‒ Lieder bei Hunger und Durſt,
1880. ‒ Unruhige Herzen (N.), 1880.
‒ Aus kleinen Orten und Winkeln
(Hum.), 1881. ‒ Ein Dominikaner
(N.), 1882. ‒ Aus Anſtandsgefühl
verheiratet (Hum.), 1882. ‒ Von Woge
zu Woge (N.), 1884. ‒ Aus Kriminal-
akten (N.), 1885. ‒ Eine Teſtaments-
vollſtreckung (N.), 1885. ‒ Unſere
Schutzleute (Volksſt.), 1886. ‒ Von
Meer zu Meer (P.), 1889.

*Richter, Fernande,

pſeud. Edna
Fern,
wurde am 21. Febr. 1861 in
Röſſing bei Nordſtemmen (Hannover)
als die Tochter des Gutsbeſitzers Oſt-
haus
geb., wuchs als einziges Mäd-
chen unter vier älteren Brüdern in
der Freiheit und Ungebundenheit des
Landlebens auf und hat ſich ſeitdem
auch die in jener Zeit erweckte Liebe
zur Natur bewahrt. Jhren Unterricht
erhielt ſie durch Erzieherinnen im
elterlichen Hauſe. Als ſie 13 Jahre
alt war, übernahm ihr Vater die
Pachtung des dem Herzog von Corvey
gehörigen Gutes Blankenau bei Höx-
ter a. d. Weſer, und Fernande kam
nun in das Kloſter des Sacré Coeur
Blumenthal bei Aachen, wo ſie zwei
Jahre weilte und ſich beſonders mit
der franzöſiſchen Sprache vertraut
machte. Nach der Heimkehr verlebte
ſie glückliche Mädchenjahre bei dem
regen Verkehr im Elternhauſe, wie
auch in Hildesheim und Osnabrück,
an welchen Orten ſie Muſikunterricht
genoß. Später verzog die Familie
nach einem Gute des Fürſten Wolfegg,
Hopfenweiler bei Waldſee in Ober-
ſchwaben, wanderte aber, durch
ſchlechte Vermögensverhältniſſe ge-
zwungen, 1881 nach Amerika aus.
Dort hat die Schriftſtellerin auf einer
Farm in Südweſt-Miſſouri und ſpä-
ter in der größten Stadt des Weſtens,
St. Louis, Gelegenheit gehabt, das
arbeitſame Leben in Amerika kennen
zu lernen. Jm Jahre 1882 verhei-
ratete ſie ſich zu einer nicht glücklichen

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[457/0461] Rich Rich er die Chefredaktion der internation. Zeitſchrift für Jnduſtrie und Handel, „Der Weltmarkt“ führte und gleich- zeitig als Schriftführer des „Deut- ſchen Schriftſtellerbundes“ fungierte, auch als Organ desſelben Ende 1888 die Zeitſchrift „Deutſche Schriftſteller- welt“ gründete. Jn den Jahren 1891 bis 1893 war er vorübergehend Dramaturg des Neuen Theaters in Altona-Hamburg und Redakteur der „Görlitzer Zeitung“, lebte danach wie- der in Berlin, wo er die Chefredaktion des „Berliner Jntelligenzblatts“ und „Berliner Anzeigers“ führte, ging 1896 nach Hamburg, wo er erſt die „Hamburger Preſſe“ und ſeit 1898 die „Hamburger Staatsbürger-Zei- tu ng“ redigierte, und lebte ſeit 1901 in redaktioneller Stellung in Meldorf und Köthen und ſeit 1902 in Weißen- fels. Jn den letzten Jahren war er wieder in Berlin tätig, und hier iſt er am 29. Januar 1908 geſtorben. S: Der neue Eſau (Lſp.), 1863. ‒ Poetiſche Malereien (Geſ. Ge.), 1866. ‒ Alte Sünden (R.), 1865. ‒ Begra- ben und aufgeſtanden (R.), 1866. ‒ Bilder a. d. Garniſonsleben, 1866. ‒ Cremon und Lombardsbrücke (R.), 1867. ‒ Ein Meerſchweinchen (Hum.), 1867. ‒ Man ſagt! (Hum.), 1867. ‒ Die Zigarre (Hum.), 1867. ‒ Auf, nach Paris! (Reiſebriefe), 1867. ‒ Das Pariſer Theater während der Revolution 1789‒93; 1868-69. ‒ Der Nemeſis Walten (N.), 1868. ‒ Bilder aus Hamburg (Hum.), 1868. ‒ Ge- heilt (N.), 1871. ‒ Zwei Familien (R.), 1873. ‒ Ein ſeltſames Verhältnis (N.), 1874. ‒ Das Geheimnis der Penſion (Lſp.), 1875. ‒ Advokatenſchliche (R.); III, 1876. ‒ Zwei Anwälte des Rechts (R.), 1876. ‒ Tante Doktor (N.), 1877. ‒ Skizzen aus Marienlyſt (Nn.), 1877. ‒ Papa Bertolin (Schſp.), 1878. ‒ Komteſſe Cäcilie (Schſp.), 1878. ‒ Auf hoher Wacht (Schſp.), 1878. ‒ Nur ein Schwefelholz (Luſtſp.), 1878. ‒ Jn der Erde! (Zauberpoſſe), 1879. ‒ Eine von den Alten (Lſp.), 1879. ‒ Lieder bei Hunger und Durſt, 1880. ‒ Unruhige Herzen (N.), 1880. ‒ Aus kleinen Orten und Winkeln (Hum.), 1881. ‒ Ein Dominikaner (N.), 1882. ‒ Aus Anſtandsgefühl verheiratet (Hum.), 1882. ‒ Von Woge zu Woge (N.), 1884. ‒ Aus Kriminal- akten (N.), 1885. ‒ Eine Teſtaments- vollſtreckung (N.), 1885. ‒ Unſere Schutzleute (Volksſt.), 1886. ‒ Von Meer zu Meer (P.), 1889. *Richter, Fernande, pſeud. Edna Fern, wurde am 21. Febr. 1861 in Röſſing bei Nordſtemmen (Hannover) als die Tochter des Gutsbeſitzers Oſt- haus geb., wuchs als einziges Mäd- chen unter vier älteren Brüdern in der Freiheit und Ungebundenheit des Landlebens auf und hat ſich ſeitdem auch die in jener Zeit erweckte Liebe zur Natur bewahrt. Jhren Unterricht erhielt ſie durch Erzieherinnen im elterlichen Hauſe. Als ſie 13 Jahre alt war, übernahm ihr Vater die Pachtung des dem Herzog von Corvey gehörigen Gutes Blankenau bei Höx- ter a. d. Weſer, und Fernande kam nun in das Kloſter des Sacré Coeur Blumenthal bei Aachen, wo ſie zwei Jahre weilte und ſich beſonders mit der franzöſiſchen Sprache vertraut machte. Nach der Heimkehr verlebte ſie glückliche Mädchenjahre bei dem regen Verkehr im Elternhauſe, wie auch in Hildesheim und Osnabrück, an welchen Orten ſie Muſikunterricht genoß. Später verzog die Familie nach einem Gute des Fürſten Wolfegg, Hopfenweiler bei Waldſee in Ober- ſchwaben, wanderte aber, durch ſchlechte Vermögensverhältniſſe ge- zwungen, 1881 nach Amerika aus. Dort hat die Schriftſtellerin auf einer Farm in Südweſt-Miſſouri und ſpä- ter in der größten Stadt des Weſtens, St. Louis, Gelegenheit gehabt, das arbeitſame Leben in Amerika kennen zu lernen. Jm Jahre 1882 verhei- ratete ſie ſich zu einer nicht glücklichen *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 457. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/461>, abgerufen am 23.03.2019.