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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Schicksal nach Berlin, dem Ziel ihres
heimlichsten Sehnens, führte, wo sie
als Gattin nicht nur ein häusliches
Glück, sondern auch als Dichterin in
der Sprache ihrer Heimat Anerken-
nung fand. Jm J. 1911 folgte sie
ihrem Gatten, dem bekannten Hippo-
logen an der Berliner landwirtschaftl.
Hochschule, Dr. Max Müller, nach Ja-
pan, wohin derselbe einen Ruf an das
kaiserl. Agrikultural-Kollege in Sap-
poro erhalten hatte.

S:

Schelmen-
stücke (Plattdeutsche Ge.), 1907.

*Müller-Guttenbrunn, Adam,


pseud. Jgnotus, geb. am 22. Ok-
tober 1852 zu Guttenbrunn im Ba-
nate, machte seine Studien in Temes-
var, Hermannstadt und Wien, trat
1873 in österreichische Staatsdienste
u. lebte von da ab bis 1879 in Linz.
Hier entstanden zahlreiche lyrische Ge-
dichte, zwei Dramen, von denen "Grä-
fin Judith" dem Dichter seinen ersten
Bühnenerfolg eintrug. Ende 1879
siedelte M. nach Wien über, wo er
durch seine kühne Fortsetzung von
Augiers berühmtem "Haus Four-
chambault" Heinrich Laube so sehr
für sich zu interessieren wußte, daß
dieser eine sehr schmeichelhafte Vor-
rede zu dem Drama schrieb. M. wirkte
in Wien noch einige Jahre als Tele-
graphenbeamter, quittierte aber dann
den Staatsdienst und wandte sich der
Journalistik zu. Vom Herbst 1886
bis 1892 war er als Feuilletonredak-
teur u. Theaterkritiker bei der "Deut-
schen Zeitung" tätig, gab seit 1886
auch den "Kalender des deutschen
Schulvereins" heraus. Jm Sommer
1892 übernahm er die Direktion des
neuen Wiener "Raimund-Theaters",
wozu er im Sommer 1893 die be-
hördliche Konzession erhielt, und das
er im Novbr. d. J. eröffnete. Allein
schon im März 1896 schied er, durch
Jntrigen manchertei Art veranlaßt,
aus dieser Stellung und schrieb über
die Zeit seines Direktorats die be-
kannte Schrift "Das Raimund-The-
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ater. Passionsgeschichte einer deutsch.
Volksbühne" (1897). Jm Sommer
1898 pachtete er das neue städtische
Kaiser-Jubiläumstheater. Für seinen
Roman "Die Glocken der Heimat"
erhielt er 1911 aus der Bauernfeld-
Stiftung eine Ehrendotation.

S:


Gräfin Judith (Dramen), 1877. -
Des Hauses Fourchambault Ende
(Drama), 1881. - Jm Banne der
Pflicht (Schauspiel), 1881. - Frau
Dornröschen (R.), 1884. - Gescheiterte
Liebe (Nn.), 1889. - Das Wiener
Theaterleben, 1890. - Jrma (Schsp.),
1891. - Dramaturgische Gänge, 1892.
- Jm Jahrhundert Grillparzers (Li-
teratur- und Lebensbilder), 1892.
3. A. 1904. - Die gefesselte Phantasie
(Zur Eröffnung des Raimund-The-
aters), 1893. - Die Magyarin (E. a.
d. ung. Räuberl.), 1895. - Deutsche
Kulturbilder aus Ungarn, 1896. -
Kleists Hermannsschlacht -- ein Ge-
dicht auf Österreich; erläutert und
eingerichtet, 1898. - Zwischen zwei
Theaterfeldzügen (Neue dramaturg.
Gänge), 1902. - Streber & Komp.
(Schsp.), 1906. - Die Dame in Weiß
(Wiener R.), 1907. - Götzendämme-
rung (Kulturbild a. Ungarn), 1.-7. T.
1910. - Der kleine Schwab' (Aben-
teuer e. Knaben), 1.-5. T. 1910. -
Die Glocken der Heimat (R.), 1910. -
Rund um den häuslichen Herd, 1910.
Arme Komödianten (Geschn.), 1911.

*Müller-Herfurth, Jean Bap-
tist
Karl,

geb. am 4. Dezbr. 1860 in
Frankfurt a. M., widmete sich nach
Absolvierung seiner Studien dem Be-
rufe eines Journalisten und war für
eine ganze Reihe von Blättern tätig.
1891 gründete er in Frankfurt a. M.
die Zeitschrift "Sonne", die er 1903
veräußerte, um dann im folgenden
Jahre die satirische Wochenschrift
"Die Fackel" ins Leben zu rufen, die
er noch jetzt leitet.

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Von Station
zu Station (Heiteres), 1890. - Augen-
blicksbilder vom Feldberg (V. a. dem
Fremdenbuche des alten Feldberg-

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Schickſal nach Berlin, dem Ziel ihres
heimlichſten Sehnens, führte, wo ſie
als Gattin nicht nur ein häusliches
Glück, ſondern auch als Dichterin in
der Sprache ihrer Heimat Anerken-
nung fand. Jm J. 1911 folgte ſie
ihrem Gatten, dem bekannten Hippo-
logen an der Berliner landwirtſchaftl.
Hochſchule, Dr. Max Müller, nach Ja-
pan, wohin derſelbe einen Ruf an das
kaiſerl. Agrikultural-Kollege in Sap-
poro erhalten hatte.

S:

Schelmen-
ſtücke (Plattdeutſche Ge.), 1907.

*Müller-Guttenbrunn, Adam,


pſeud. Jgnotus, geb. am 22. Ok-
tober 1852 zu Guttenbrunn im Ba-
nate, machte ſeine Studien in Temes-
vár, Hermannſtadt und Wien, trat
1873 in öſterreichiſche Staatsdienſte
u. lebte von da ab bis 1879 in Linz.
Hier entſtanden zahlreiche lyriſche Ge-
dichte, zwei Dramen, von denen „Grä-
fin Judith“ dem Dichter ſeinen erſten
Bühnenerfolg eintrug. Ende 1879
ſiedelte M. nach Wien über, wo er
durch ſeine kühne Fortſetzung von
Augiers berühmtem „Haus Four-
chambault“ Heinrich Laube ſo ſehr
für ſich zu intereſſieren wußte, daß
dieſer eine ſehr ſchmeichelhafte Vor-
rede zu dem Drama ſchrieb. M. wirkte
in Wien noch einige Jahre als Tele-
graphenbeamter, quittierte aber dann
den Staatsdienſt und wandte ſich der
Journaliſtik zu. Vom Herbſt 1886
bis 1892 war er als Feuilletonredak-
teur u. Theaterkritiker bei der „Deut-
ſchen Zeitung“ tätig, gab ſeit 1886
auch den „Kalender des deutſchen
Schulvereins“ heraus. Jm Sommer
1892 übernahm er die Direktion des
neuen Wiener „Raimund-Theaters“,
wozu er im Sommer 1893 die be-
hördliche Konzeſſion erhielt, und das
er im Novbr. d. J. eröffnete. Allein
ſchon im März 1896 ſchied er, durch
Jntrigen manchertei Art veranlaßt,
aus dieſer Stellung und ſchrieb über
die Zeit ſeines Direktorats die be-
kannte Schrift „Das Raimund-The-
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Mül
ater. Paſſionsgeſchichte einer deutſch.
Volksbühne“ (1897). Jm Sommer
1898 pachtete er das neue ſtädtiſche
Kaiſer-Jubiläumstheater. Für ſeinen
Roman „Die Glocken der Heimat“
erhielt er 1911 aus der Bauernfeld-
Stiftung eine Ehrendotation.

S:


Gräfin Judith (Dramen), 1877. ‒
Des Hauſes Fourchambault Ende
(Drama), 1881. ‒ Jm Banne der
Pflicht (Schauſpiel), 1881. ‒ Frau
Dornröschen (R.), 1884. ‒ Geſcheiterte
Liebe (Nn.), 1889. ‒ Das Wiener
Theaterleben, 1890. ‒ Jrma (Schſp.),
1891. ‒ Dramaturgiſche Gänge, 1892.
‒ Jm Jahrhundert Grillparzers (Li-
teratur- und Lebensbilder), 1892.
3. A. 1904. ‒ Die gefeſſelte Phantaſie
(Zur Eröffnung des Raimund-The-
aters), 1893. ‒ Die Magyarin (E. a.
d. ung. Räuberl.), 1895. ‒ Deutſche
Kulturbilder aus Ungarn, 1896. ‒
Kleiſts Hermannsſchlacht — ein Ge-
dicht auf Öſterreich; erläutert und
eingerichtet, 1898. ‒ Zwiſchen zwei
Theaterfeldzügen (Neue dramaturg.
Gänge), 1902. ‒ Streber & Komp.
(Schſp.), 1906. ‒ Die Dame in Weiß
(Wiener R.), 1907. ‒ Götzendämme-
rung (Kulturbild a. Ungarn), 1.-7. T.
1910. ‒ Der kleine Schwab’ (Aben-
teuer e. Knaben), 1.-5. T. 1910. ‒
Die Glocken der Heimat (R.), 1910. ‒
Rund um den häuslichen Herd, 1910.
Arme Komödianten (Geſchn.), 1911.

*Müller-Herfurth, Jean Bap-
tiſt
Karl,

geb. am 4. Dezbr. 1860 in
Frankfurt a. M., widmete ſich nach
Abſolvierung ſeiner Studien dem Be-
rufe eines Journaliſten und war für
eine ganze Reihe von Blättern tätig.
1891 gründete er in Frankfurt a. M.
die Zeitſchrift „Sonne“, die er 1903
veräußerte, um dann im folgenden
Jahre die ſatiriſche Wochenſchrift
„Die Fackel“ ins Leben zu rufen, die
er noch jetzt leitet.

S:

Von Station
zu Station (Heiteres), 1890. ‒ Augen-
blicksbilder vom Feldberg (V. a. dem
Fremdenbuche des alten Feldberg-

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[75/0079] Mül Mül Schickſal nach Berlin, dem Ziel ihres heimlichſten Sehnens, führte, wo ſie als Gattin nicht nur ein häusliches Glück, ſondern auch als Dichterin in der Sprache ihrer Heimat Anerken- nung fand. Jm J. 1911 folgte ſie ihrem Gatten, dem bekannten Hippo- logen an der Berliner landwirtſchaftl. Hochſchule, Dr. Max Müller, nach Ja- pan, wohin derſelbe einen Ruf an das kaiſerl. Agrikultural-Kollege in Sap- poro erhalten hatte. S: Schelmen- ſtücke (Plattdeutſche Ge.), 1907. *Müller-Guttenbrunn, Adam, pſeud. Jgnotus, geb. am 22. Ok- tober 1852 zu Guttenbrunn im Ba- nate, machte ſeine Studien in Temes- vár, Hermannſtadt und Wien, trat 1873 in öſterreichiſche Staatsdienſte u. lebte von da ab bis 1879 in Linz. Hier entſtanden zahlreiche lyriſche Ge- dichte, zwei Dramen, von denen „Grä- fin Judith“ dem Dichter ſeinen erſten Bühnenerfolg eintrug. Ende 1879 ſiedelte M. nach Wien über, wo er durch ſeine kühne Fortſetzung von Augiers berühmtem „Haus Four- chambault“ Heinrich Laube ſo ſehr für ſich zu intereſſieren wußte, daß dieſer eine ſehr ſchmeichelhafte Vor- rede zu dem Drama ſchrieb. M. wirkte in Wien noch einige Jahre als Tele- graphenbeamter, quittierte aber dann den Staatsdienſt und wandte ſich der Journaliſtik zu. Vom Herbſt 1886 bis 1892 war er als Feuilletonredak- teur u. Theaterkritiker bei der „Deut- ſchen Zeitung“ tätig, gab ſeit 1886 auch den „Kalender des deutſchen Schulvereins“ heraus. Jm Sommer 1892 übernahm er die Direktion des neuen Wiener „Raimund-Theaters“, wozu er im Sommer 1893 die be- hördliche Konzeſſion erhielt, und das er im Novbr. d. J. eröffnete. Allein ſchon im März 1896 ſchied er, durch Jntrigen manchertei Art veranlaßt, aus dieſer Stellung und ſchrieb über die Zeit ſeines Direktorats die be- kannte Schrift „Das Raimund-The- ater. Paſſionsgeſchichte einer deutſch. Volksbühne“ (1897). Jm Sommer 1898 pachtete er das neue ſtädtiſche Kaiſer-Jubiläumstheater. Für ſeinen Roman „Die Glocken der Heimat“ erhielt er 1911 aus der Bauernfeld- Stiftung eine Ehrendotation. S: Gräfin Judith (Dramen), 1877. ‒ Des Hauſes Fourchambault Ende (Drama), 1881. ‒ Jm Banne der Pflicht (Schauſpiel), 1881. ‒ Frau Dornröschen (R.), 1884. ‒ Geſcheiterte Liebe (Nn.), 1889. ‒ Das Wiener Theaterleben, 1890. ‒ Jrma (Schſp.), 1891. ‒ Dramaturgiſche Gänge, 1892. ‒ Jm Jahrhundert Grillparzers (Li- teratur- und Lebensbilder), 1892. 3. A. 1904. ‒ Die gefeſſelte Phantaſie (Zur Eröffnung des Raimund-The- aters), 1893. ‒ Die Magyarin (E. a. d. ung. Räuberl.), 1895. ‒ Deutſche Kulturbilder aus Ungarn, 1896. ‒ Kleiſts Hermannsſchlacht — ein Ge- dicht auf Öſterreich; erläutert und eingerichtet, 1898. ‒ Zwiſchen zwei Theaterfeldzügen (Neue dramaturg. Gänge), 1902. ‒ Streber & Komp. (Schſp.), 1906. ‒ Die Dame in Weiß (Wiener R.), 1907. ‒ Götzendämme- rung (Kulturbild a. Ungarn), 1.-7. T. 1910. ‒ Der kleine Schwab’ (Aben- teuer e. Knaben), 1.-5. T. 1910. ‒ Die Glocken der Heimat (R.), 1910. ‒ Rund um den häuslichen Herd, 1910. Arme Komödianten (Geſchn.), 1911. *Müller-Herfurth, Jean Bap- tiſt Karl, geb. am 4. Dezbr. 1860 in Frankfurt a. M., widmete ſich nach Abſolvierung ſeiner Studien dem Be- rufe eines Journaliſten und war für eine ganze Reihe von Blättern tätig. 1891 gründete er in Frankfurt a. M. die Zeitſchrift „Sonne“, die er 1903 veräußerte, um dann im folgenden Jahre die ſatiriſche Wochenſchrift „Die Fackel“ ins Leben zu rufen, die er noch jetzt leitet. S: Von Station zu Station (Heiteres), 1890. ‒ Augen- blicksbilder vom Feldberg (V. a. dem Fremdenbuche des alten Feldberg- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 75. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/79>, abgerufen am 24.02.2019.