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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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kam frühe nach Berlin, besuchte hier
das Joachimsthalsche Gymnasium u.
studierte auf der dortigen Universi-
tät Philologie u. Philosophie. Seit
1832 lebte er in Leipzig als Mit-Re-
dakteur der "Blätter für literarische
Unterhaltung". Da er dem "Jungen
Deutschland" (siehe Gutzkow!) zuge-
zählt wurde, so waren seine Be-
mühungen, sich als akademischer Leh-
rer in Berlin zu habilitieren, erfolg-
los. Seiner von der Zensur unter-
drückten Zeitschrift "Literarischer
Zodiakus" (seit 1835) ließ er 1836
bis 1837 die "Dioskuren für Kunst
und Wissenschaft", 1838 die Viertel-
jahrsschrift "Der Freihafen" (bis
1844) u. 1840 die Wochenschrift "Der
Pilot" (bis 1843) folgen. Seit 1839
lebte er in Berlin, wo er sich noch in
demselben Jahre mit Klara Müller
aus Neubrandenburg vermählte.
Durch Schellings Verwendung wurde
er 1842 Privatdozent in der philo-
sophischen Fakultät u. im Jahre 1848,
meist wohl, um ihn aus dem Ber-
liner Herde der revolutionären Be-
wegungen zu entfernen, als Profes-
sor der allgemeinen Literatur und
Geschichte an die Universität Bres-
lau versetzt. Durch besondere Gunst
der Umstände schon 1850 nach Berlin
zurückgerufen, ließ er hier bald seine
Vorlesungen fallen und widmete sich
seinem Amte als Universitätsbiblio-
thekar, bis ein Streit mit Pertz M.s
Beseitigung mit Wartegeld zur Folge
hatte. M. + in Berlin am 30. Novbr.
1861.

S:

Das Duett (R.), 1831. -
Madelon, oder: Die Romantiker in
Paris (N.), 1832. - Der Basilisk (N.),
1834. - Kritische Wälder, 1834. -
Moderne Lebenswirren (Br. und
Abenteuer eines Salzschreibers),
1834. - Madonna (Unterhaltgn. mit
einer Heiligen), 1835. - Charaktere
und Situationen (Nn., Skn. etc.); II,
1837. - Die Kunst der deutschen
Prosa, 1837. - Spaziergänge und
Weltfahrten III, 1838-39. - Völ-
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kerschau auf Reisen, 1. Bd., 1839. -
Der Delphin (Almanach); II, 1838
bis 1839. - Thomas Münzer (R.);
III, 1841. - Geschichte der Literatur
der Gegenwart, 1842. - Geschichte
der Gesellschaft, 1844. - Carmela,
oder: Die Wiedertaufe (R.), 1844. -
Ästhetik, 1845. - Allgemeine Lite-
raturgeschichte; III, 1846. - Men-
doza, der Vater der Schelme (R.);
II, 1846-47. - Dramaturgie; II,
1849. - Die Matadore (R.); II, 1850.
- Maechiavelli, 1851. - Ein deutscher
Herzog, 1855. - Ein französisches
Landschloß (N.), 1855. - Pariser
Kaiserskizzen, 1857. - Graf Mira-
beau; IV, 1858. - Paris und Louis
Napoleon (Neue Sk.); II, 1859. -
Cagliostro in Petersburg (N.), 1858.
- Robespierre (R.); III, 1859. -
Kleine Romane; II, 1859 (Jnhalt:
I. Eine Welt des Glanzes. - Eine
mecklenburgische Prinzessin. - Histo-
rische Bilder aus d. Leben eines Di-
plomaten. - II. Der Kardinal Girdo.
- Nichols. - Simons Versuchung). -
Jtalienische Zustände; IV, 1860. -
Zar Paul (R.); VI, 1861. - Gesam-
melte Schriften; II, 1843-44.

Münich, Walther von,

Pseud. für
Anton Abt; s. d.!

Münkel, Louis,

geb. am 1. Dezbr.
1810 zu Hiddestorf in der Nähe von
Hannover als der Sohn eines Leh-
rers, wurde gleichfalls für den Lehr-
stand bestimmt u. zur Heranbildung
für denselben dem Lehrer Grove in
Langenhagen übergeben. 1829 bezog
er das Seminar in Hannover, wurde
1830 Hauslehrer in Fallersleben, er-
hielt 1831 eine Landstelle, die er vier
Jahre verwaltete, und trat dann in
das Seminar zu Hannover behufs
Absolvierung eines dreijährigen Kur-
sus ein. Er wurde dann Hauslehrer
beim Konsistorialrat Lüdeking, 1838
Kantor in Polle u. Ostern 1841 Leh-
rer an der Töchterschule in Hannover.
Seit 1874 im Ruhestande daselbst
lebend, starb er am 18. Januar 1886.

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Mun
kam frühe nach Berlin, beſuchte hier
das Joachimsthalſche Gymnaſium u.
ſtudierte auf der dortigen Univerſi-
tät Philologie u. Philoſophie. Seit
1832 lebte er in Leipzig als Mit-Re-
dakteur der „Blätter für literariſche
Unterhaltung“. Da er dem „Jungen
Deutſchland“ (ſiehe Gutzkow!) zuge-
zählt wurde, ſo waren ſeine Be-
mühungen, ſich als akademiſcher Leh-
rer in Berlin zu habilitieren, erfolg-
los. Seiner von der Zenſur unter-
drückten Zeitſchrift „Literariſcher
Zodiakus“ (ſeit 1835) ließ er 1836
bis 1837 die „Dioskuren für Kunſt
und Wiſſenſchaft“, 1838 die Viertel-
jahrsſchrift „Der Freihafen“ (bis
1844) u. 1840 die Wochenſchrift „Der
Pilot“ (bis 1843) folgen. Seit 1839
lebte er in Berlin, wo er ſich noch in
demſelben Jahre mit Klara Müller
aus Neubrandenburg vermählte.
Durch Schellings Verwendung wurde
er 1842 Privatdozent in der philo-
ſophiſchen Fakultät u. im Jahre 1848,
meiſt wohl, um ihn aus dem Ber-
liner Herde der revolutionären Be-
wegungen zu entfernen, als Profeſ-
ſor der allgemeinen Literatur und
Geſchichte an die Univerſität Bres-
lau verſetzt. Durch beſondere Gunſt
der Umſtände ſchon 1850 nach Berlin
zurückgerufen, ließ er hier bald ſeine
Vorleſungen fallen und widmete ſich
ſeinem Amte als Univerſitätsbiblio-
thekar, bis ein Streit mit Pertz M.s
Beſeitigung mit Wartegeld zur Folge
hatte. M. † in Berlin am 30. Novbr.
1861.

S:

Das Duett (R.), 1831. ‒
Madelon, oder: Die Romantiker in
Paris (N.), 1832. ‒ Der Baſilisk (N.),
1834. ‒ Kritiſche Wälder, 1834. ‒
Moderne Lebenswirren (Br. und
Abenteuer eines Salzſchreibers),
1834. ‒ Madonna (Unterhaltgn. mit
einer Heiligen), 1835. ‒ Charaktere
und Situationen (Nn., Skn. ꝛc.); II,
1837. ‒ Die Kunſt der deutſchen
Proſa, 1837. ‒ Spaziergänge und
Weltfahrten III, 1838‒39. ‒ Völ-
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Mün
kerſchau auf Reiſen, 1. Bd., 1839. ‒
Der Delphin (Almanach); II, 1838
bis 1839. ‒ Thomas Münzer (R.);
III, 1841. ‒ Geſchichte der Literatur
der Gegenwart, 1842. ‒ Geſchichte
der Geſellſchaft, 1844. ‒ Carmela,
oder: Die Wiedertaufe (R.), 1844. ‒
Äſthetik, 1845. ‒ Allgemeine Lite-
raturgeſchichte; III, 1846. ‒ Men-
doza, der Vater der Schelme (R.);
II, 1846‒47. ‒ Dramaturgie; II,
1849. ‒ Die Matadore (R.); II, 1850.
‒ Maechiavelli, 1851. ‒ Ein deutſcher
Herzog, 1855. ‒ Ein franzöſiſches
Landſchloß (N.), 1855. ‒ Pariſer
Kaiſerſkizzen, 1857. ‒ Graf Mira-
beau; IV, 1858. ‒ Paris und Louis
Napoleon (Neue Sk.); II, 1859. ‒
Caglioſtro in Petersburg (N.), 1858.
‒ Robespierre (R.); III, 1859. ‒
Kleine Romane; II, 1859 (Jnhalt:
I. Eine Welt des Glanzes. ‒ Eine
mecklenburgiſche Prinzeſſin. ‒ Hiſto-
riſche Bilder aus d. Leben eines Di-
plomaten. ‒ II. Der Kardinal Girdo.
‒ Nichols. ‒ Simons Verſuchung). ‒
Jtalieniſche Zuſtände; IV, 1860. ‒
Zar Paul (R.); VI, 1861. ‒ Geſam-
melte Schriften; II, 1843‒44.

Münich, Walther von,

Pſeud. für
Anton Abt; ſ. d.!

Münkel, Louis,

geb. am 1. Dezbr.
1810 zu Hiddeſtorf in der Nähe von
Hannover als der Sohn eines Leh-
rers, wurde gleichfalls für den Lehr-
ſtand beſtimmt u. zur Heranbildung
für denſelben dem Lehrer Grove in
Langenhagen übergeben. 1829 bezog
er das Seminar in Hannover, wurde
1830 Hauslehrer in Fallersleben, er-
hielt 1831 eine Landſtelle, die er vier
Jahre verwaltete, und trat dann in
das Seminar zu Hannover behufs
Abſolvierung eines dreijährigen Kur-
ſus ein. Er wurde dann Hauslehrer
beim Konſiſtorialrat Lüdeking, 1838
Kantor in Polle u. Oſtern 1841 Leh-
rer an der Töchterſchule in Hannover.
Seit 1874 im Ruheſtande daſelbſt
lebend, ſtarb er am 18. Januar 1886.

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[85/0089] Mun Mün kam frühe nach Berlin, beſuchte hier das Joachimsthalſche Gymnaſium u. ſtudierte auf der dortigen Univerſi- tät Philologie u. Philoſophie. Seit 1832 lebte er in Leipzig als Mit-Re- dakteur der „Blätter für literariſche Unterhaltung“. Da er dem „Jungen Deutſchland“ (ſiehe Gutzkow!) zuge- zählt wurde, ſo waren ſeine Be- mühungen, ſich als akademiſcher Leh- rer in Berlin zu habilitieren, erfolg- los. Seiner von der Zenſur unter- drückten Zeitſchrift „Literariſcher Zodiakus“ (ſeit 1835) ließ er 1836 bis 1837 die „Dioskuren für Kunſt und Wiſſenſchaft“, 1838 die Viertel- jahrsſchrift „Der Freihafen“ (bis 1844) u. 1840 die Wochenſchrift „Der Pilot“ (bis 1843) folgen. Seit 1839 lebte er in Berlin, wo er ſich noch in demſelben Jahre mit Klara Müller aus Neubrandenburg vermählte. Durch Schellings Verwendung wurde er 1842 Privatdozent in der philo- ſophiſchen Fakultät u. im Jahre 1848, meiſt wohl, um ihn aus dem Ber- liner Herde der revolutionären Be- wegungen zu entfernen, als Profeſ- ſor der allgemeinen Literatur und Geſchichte an die Univerſität Bres- lau verſetzt. Durch beſondere Gunſt der Umſtände ſchon 1850 nach Berlin zurückgerufen, ließ er hier bald ſeine Vorleſungen fallen und widmete ſich ſeinem Amte als Univerſitätsbiblio- thekar, bis ein Streit mit Pertz M.s Beſeitigung mit Wartegeld zur Folge hatte. M. † in Berlin am 30. Novbr. 1861. S: Das Duett (R.), 1831. ‒ Madelon, oder: Die Romantiker in Paris (N.), 1832. ‒ Der Baſilisk (N.), 1834. ‒ Kritiſche Wälder, 1834. ‒ Moderne Lebenswirren (Br. und Abenteuer eines Salzſchreibers), 1834. ‒ Madonna (Unterhaltgn. mit einer Heiligen), 1835. ‒ Charaktere und Situationen (Nn., Skn. ꝛc.); II, 1837. ‒ Die Kunſt der deutſchen Proſa, 1837. ‒ Spaziergänge und Weltfahrten III, 1838‒39. ‒ Völ- kerſchau auf Reiſen, 1. Bd., 1839. ‒ Der Delphin (Almanach); II, 1838 bis 1839. ‒ Thomas Münzer (R.); III, 1841. ‒ Geſchichte der Literatur der Gegenwart, 1842. ‒ Geſchichte der Geſellſchaft, 1844. ‒ Carmela, oder: Die Wiedertaufe (R.), 1844. ‒ Äſthetik, 1845. ‒ Allgemeine Lite- raturgeſchichte; III, 1846. ‒ Men- doza, der Vater der Schelme (R.); II, 1846‒47. ‒ Dramaturgie; II, 1849. ‒ Die Matadore (R.); II, 1850. ‒ Maechiavelli, 1851. ‒ Ein deutſcher Herzog, 1855. ‒ Ein franzöſiſches Landſchloß (N.), 1855. ‒ Pariſer Kaiſerſkizzen, 1857. ‒ Graf Mira- beau; IV, 1858. ‒ Paris und Louis Napoleon (Neue Sk.); II, 1859. ‒ Caglioſtro in Petersburg (N.), 1858. ‒ Robespierre (R.); III, 1859. ‒ Kleine Romane; II, 1859 (Jnhalt: I. Eine Welt des Glanzes. ‒ Eine mecklenburgiſche Prinzeſſin. ‒ Hiſto- riſche Bilder aus d. Leben eines Di- plomaten. ‒ II. Der Kardinal Girdo. ‒ Nichols. ‒ Simons Verſuchung). ‒ Jtalieniſche Zuſtände; IV, 1860. ‒ Zar Paul (R.); VI, 1861. ‒ Geſam- melte Schriften; II, 1843‒44. Münich, Walther von, Pſeud. für Anton Abt; ſ. d.! Münkel, Louis, geb. am 1. Dezbr. 1810 zu Hiddeſtorf in der Nähe von Hannover als der Sohn eines Leh- rers, wurde gleichfalls für den Lehr- ſtand beſtimmt u. zur Heranbildung für denſelben dem Lehrer Grove in Langenhagen übergeben. 1829 bezog er das Seminar in Hannover, wurde 1830 Hauslehrer in Fallersleben, er- hielt 1831 eine Landſtelle, die er vier Jahre verwaltete, und trat dann in das Seminar zu Hannover behufs Abſolvierung eines dreijährigen Kur- ſus ein. Er wurde dann Hauslehrer beim Konſiſtorialrat Lüdeking, 1838 Kantor in Polle u. Oſtern 1841 Leh- rer an der Töchterſchule in Hannover. Seit 1874 im Ruheſtande daſelbſt lebend, ſtarb er am 18. Januar 1886. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 85. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/89>, abgerufen am 22.02.2019.