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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Mun
Begründer der freistudentischen Be-
wegung im Elsaß.

S:

Varianten
(Ge.), 1903. - Lebensmai (Neue Ge.),
1904. - Von meiner Fahrt (Ge.), 1906.
- Mitternacht (Ge.), 1908. - Elsässi-
sches Sagenbuch, 1908. Neue A. 1910.

Munz, Emilie,

geb. am 10. Juni
1860 zu Stuttgart als das einzige
Kind eines Militärmusikers, zeigte
frühzeitig poetische Neigungen, die
indessen als überaus gefährlich für
die Zukunft von der nüchtern den-
kenden Mutter zu unterdrücken ge-
sucht wurden. Aber trotz aller Hem-
mungen wußte sich das Talent der
Tochter doch Geltung zu verschaffen
und konnte sich, nachdem sie 1879
in dem Gutsbesitzer Gotthold Munz
einen Gatten gefunden hatte, der die-
sem Talente mehr Verständnis ent-
gegenbrachte, nun um so freier ent-
falten. Die Dichterin lebt in Stutt-
gart.

S:

Heideklänge (Ge.), 1895.

*Münz, Sigmund,

geb. am 7. Mai
1859 zu Leipnik in Mähren als der
Sohn eines Kaufmanns, besuchte die
Gymnasien zu Teschen, Olmütz und
Nikolsburg, studierte seit 1878 an den
Universitäten Wien u. Tübingen, er-
warb sich 1883 die Doktorwürde und
ging 1885 nach Rom, wo er drei
Jahre weilte und Marco Minghettis
Biographie Raffaels ins Deutsche
übersetzte (1887). Jn den Jahren
1888-91 lebte er abwechselnd in Mai-
land, Venedig und znletzt in Florenz;
dann kehrte er nach Wien zurück, wo
er seit 1892 als politischer Mitarbei-
ter und Feuilletonist der "Neuen
Freien Presse" tätig ist.

S:

Aus dem
modernen Jtalien (Studien, Sk. u.
Briefe), 1889. - Aus Quirinal und
Vatikan (Studien und Sk.), 1891. -
Jtalienische Reminiszenzen und Pro-
file, 1898. - Römische Reminiszenzen
u. Profile, 1900. - Moderne Staats-
männer (Biogr. u. Begegngn.), 1901.

*Münz, Wilhelm,

geb. am 4. Fe-
bruar 1856 zu Tarnow (Galizien)
von jüdischen Eltern, studierte in
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Mün
Berlin und Breslau, besonders unter
Zeller, Weber u. Freudenthal Philo-
sophie, erwarb sich den Doktorgrad
u. wurde dann Religionslehrer. Seit
einigen Jahren wirkt er als Rabbiner
in Gleiwitz (Schlesien). Als Vertei-
diger der Wahrheit ist er besonders
durch seine Streitschriften "Ritual-
mord und Eid" (4. A. 1902), "Die
Judenmetzeleien in Rußland. Ein
offener Brief an die regierenden Für-
sten und Staatsoberhäupter der Kul-
turwelt" (2. A. 1906) u. "Es werde
Licht. Eine Aufklärung über Bibel
und Babel" (2. A. 1903) bekannt ge-
worden. Auch als Organisator von
humanitären Werken hat er sich be-
tätigt. So hat er die berühmte israe-
litische Kinderheilstätte im Soolbade
Königsdorff-Jastrzemb 1890 gegrün-
det und ist zurzeit leitender Vorsteher
dieser segensreichen Anstalt.

S:

Ein-
sames Land (En. u. Stimmungsbil-
der), 1907. 2. A. 1911.

Munzel, C.,

geb. am 28. Febr.
1859 in Leer (Ostfriesland), lebt als
Zollsekretär in Hamburg.

S:

Der
alte Kapitän (E.), 1897. - Lustig un
ernst (Döntjes un Vertelln), 1906.

*Münzer, Georg,

geb. am 4. Sep-
tember 1866 in Breslau, absolvierte
dort das Gymnasium und studierte
dann in Breslau und Berlin Philo-
sophie und Musik. Nachdem er sich
in Berlin den Doktorgrad erworben,
kehrte er in seine Vaterstadt zurück,
wo er sich als Pianist und bald auch
als Kritiker betätigte. Die letzte Tä-
tigkeit richtete er auch gegen die eige-
nen Leistungen, so daß er außer unge-
zählten Musikfeuilletons nur wenig
Selbständiges publizierte. Jm Jahre
1903 gab er diese Tätigkeit auf und
siedelte nach Berlin über, wo er als
Dozent an verschiedenen Anstalten
wirkte, sonst aber seinen Studien
lebte. Er starb daselbst am 23. April
1908. Außer einigen Werken über
Musik u. Musiker ("Heinrich Marsch-
ner"; Biogr., 1901. - "Richard Wag

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Mun
Begründer der freiſtudentiſchen Be-
wegung im Elſaß.

S:

Varianten
(Ge.), 1903. ‒ Lebensmai (Neue Ge.),
1904. ‒ Von meiner Fahrt (Ge.), 1906.
‒ Mitternacht (Ge.), 1908. ‒ Elſäſſi-
ſches Sagenbuch, 1908. Neue A. 1910.

Munz, Emilie,

geb. am 10. Juni
1860 zu Stuttgart als das einzige
Kind eines Militärmuſikers, zeigte
frühzeitig poetiſche Neigungen, die
indeſſen als überaus gefährlich für
die Zukunft von der nüchtern den-
kenden Mutter zu unterdrücken ge-
ſucht wurden. Aber trotz aller Hem-
mungen wußte ſich das Talent der
Tochter doch Geltung zu verſchaffen
und konnte ſich, nachdem ſie 1879
in dem Gutsbeſitzer Gotthold Munz
einen Gatten gefunden hatte, der die-
ſem Talente mehr Verſtändnis ent-
gegenbrachte, nun um ſo freier ent-
falten. Die Dichterin lebt in Stutt-
gart.

S:

Heideklänge (Ge.), 1895.

*Münz, Sigmund,

geb. am 7. Mai
1859 zu Leipnik in Mähren als der
Sohn eines Kaufmanns, beſuchte die
Gymnaſien zu Teſchen, Olmütz und
Nikolsburg, ſtudierte ſeit 1878 an den
Univerſitäten Wien u. Tübingen, er-
warb ſich 1883 die Doktorwürde und
ging 1885 nach Rom, wo er drei
Jahre weilte und Marco Minghettis
Biographie Raffaels ins Deutſche
überſetzte (1887). Jn den Jahren
1888‒91 lebte er abwechſelnd in Mai-
land, Venedig und znletzt in Florenz;
dann kehrte er nach Wien zurück, wo
er ſeit 1892 als politiſcher Mitarbei-
ter und Feuilletoniſt der „Neuen
Freien Preſſe“ tätig iſt.

S:

Aus dem
modernen Jtalien (Studien, Sk. u.
Briefe), 1889. ‒ Aus Quirinal und
Vatikan (Studien und Sk.), 1891. ‒
Jtalieniſche Reminiszenzen und Pro-
file, 1898. ‒ Römiſche Reminiszenzen
u. Profile, 1900. ‒ Moderne Staats-
männer (Biogr. u. Begegngn.), 1901.

*Münz, Wilhelm,

geb. am 4. Fe-
bruar 1856 zu Tarnow (Galizien)
von jüdiſchen Eltern, ſtudierte in
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Mün
Berlin und Breslau, beſonders unter
Zeller, Weber u. Freudenthal Philo-
ſophie, erwarb ſich den Doktorgrad
u. wurde dann Religionslehrer. Seit
einigen Jahren wirkt er als Rabbiner
in Gleiwitz (Schleſien). Als Vertei-
diger der Wahrheit iſt er beſonders
durch ſeine Streitſchriften „Ritual-
mord und Eid“ (4. A. 1902), „Die
Judenmetzeleien in Rußland. Ein
offener Brief an die regierenden Für-
ſten und Staatsoberhäupter der Kul-
turwelt“ (2. A. 1906) u. „Es werde
Licht. Eine Aufklärung über Bibel
und Babel“ (2. A. 1903) bekannt ge-
worden. Auch als Organiſator von
humanitären Werken hat er ſich be-
tätigt. So hat er die berühmte iſrae-
litiſche Kinderheilſtätte im Soolbade
Königsdorff-Jaſtrzemb 1890 gegrün-
det und iſt zurzeit leitender Vorſteher
dieſer ſegensreichen Anſtalt.

S:

Ein-
ſames Land (En. u. Stimmungsbil-
der), 1907. 2. A. 1911.

Munzel, C.,

geb. am 28. Febr.
1859 in Leer (Oſtfriesland), lebt als
Zollſekretär in Hamburg.

S:

Der
alte Kapitän (E.), 1897. ‒ Luſtig un
ernſt (Döntjes un Vertelln), 1906.

*Münzer, Georg,

geb. am 4. Sep-
tember 1866 in Breslau, abſolvierte
dort das Gymnaſium und ſtudierte
dann in Breslau und Berlin Philo-
ſophie und Muſik. Nachdem er ſich
in Berlin den Doktorgrad erworben,
kehrte er in ſeine Vaterſtadt zurück,
wo er ſich als Pianiſt und bald auch
als Kritiker betätigte. Die letzte Tä-
tigkeit richtete er auch gegen die eige-
nen Leiſtungen, ſo daß er außer unge-
zählten Muſikfeuilletons nur wenig
Selbſtändiges publizierte. Jm Jahre
1903 gab er dieſe Tätigkeit auf und
ſiedelte nach Berlin über, wo er als
Dozent an verſchiedenen Anſtalten
wirkte, ſonſt aber ſeinen Studien
lebte. Er ſtarb daſelbſt am 23. April
1908. Außer einigen Werken über
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ner“; Biogr., 1901. ‒ „Richard Wag

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[88/0092] Mun Mün Begründer der freiſtudentiſchen Be- wegung im Elſaß. S: Varianten (Ge.), 1903. ‒ Lebensmai (Neue Ge.), 1904. ‒ Von meiner Fahrt (Ge.), 1906. ‒ Mitternacht (Ge.), 1908. ‒ Elſäſſi- ſches Sagenbuch, 1908. Neue A. 1910. Munz, Emilie, geb. am 10. Juni 1860 zu Stuttgart als das einzige Kind eines Militärmuſikers, zeigte frühzeitig poetiſche Neigungen, die indeſſen als überaus gefährlich für die Zukunft von der nüchtern den- kenden Mutter zu unterdrücken ge- ſucht wurden. Aber trotz aller Hem- mungen wußte ſich das Talent der Tochter doch Geltung zu verſchaffen und konnte ſich, nachdem ſie 1879 in dem Gutsbeſitzer Gotthold Munz einen Gatten gefunden hatte, der die- ſem Talente mehr Verſtändnis ent- gegenbrachte, nun um ſo freier ent- falten. Die Dichterin lebt in Stutt- gart. S: Heideklänge (Ge.), 1895. *Münz, Sigmund, geb. am 7. Mai 1859 zu Leipnik in Mähren als der Sohn eines Kaufmanns, beſuchte die Gymnaſien zu Teſchen, Olmütz und Nikolsburg, ſtudierte ſeit 1878 an den Univerſitäten Wien u. Tübingen, er- warb ſich 1883 die Doktorwürde und ging 1885 nach Rom, wo er drei Jahre weilte und Marco Minghettis Biographie Raffaels ins Deutſche überſetzte (1887). Jn den Jahren 1888‒91 lebte er abwechſelnd in Mai- land, Venedig und znletzt in Florenz; dann kehrte er nach Wien zurück, wo er ſeit 1892 als politiſcher Mitarbei- ter und Feuilletoniſt der „Neuen Freien Preſſe“ tätig iſt. S: Aus dem modernen Jtalien (Studien, Sk. u. Briefe), 1889. ‒ Aus Quirinal und Vatikan (Studien und Sk.), 1891. ‒ Jtalieniſche Reminiszenzen und Pro- file, 1898. ‒ Römiſche Reminiszenzen u. Profile, 1900. ‒ Moderne Staats- männer (Biogr. u. Begegngn.), 1901. *Münz, Wilhelm, geb. am 4. Fe- bruar 1856 zu Tarnow (Galizien) von jüdiſchen Eltern, ſtudierte in Berlin und Breslau, beſonders unter Zeller, Weber u. Freudenthal Philo- ſophie, erwarb ſich den Doktorgrad u. wurde dann Religionslehrer. Seit einigen Jahren wirkt er als Rabbiner in Gleiwitz (Schleſien). Als Vertei- diger der Wahrheit iſt er beſonders durch ſeine Streitſchriften „Ritual- mord und Eid“ (4. A. 1902), „Die Judenmetzeleien in Rußland. Ein offener Brief an die regierenden Für- ſten und Staatsoberhäupter der Kul- turwelt“ (2. A. 1906) u. „Es werde Licht. Eine Aufklärung über Bibel und Babel“ (2. A. 1903) bekannt ge- worden. Auch als Organiſator von humanitären Werken hat er ſich be- tätigt. So hat er die berühmte iſrae- litiſche Kinderheilſtätte im Soolbade Königsdorff-Jaſtrzemb 1890 gegrün- det und iſt zurzeit leitender Vorſteher dieſer ſegensreichen Anſtalt. S: Ein- ſames Land (En. u. Stimmungsbil- der), 1907. 2. A. 1911. Munzel, C., geb. am 28. Febr. 1859 in Leer (Oſtfriesland), lebt als Zollſekretär in Hamburg. S: Der alte Kapitän (E.), 1897. ‒ Luſtig un ernſt (Döntjes un Vertelln), 1906. *Münzer, Georg, geb. am 4. Sep- tember 1866 in Breslau, abſolvierte dort das Gymnaſium und ſtudierte dann in Breslau und Berlin Philo- ſophie und Muſik. Nachdem er ſich in Berlin den Doktorgrad erworben, kehrte er in ſeine Vaterſtadt zurück, wo er ſich als Pianiſt und bald auch als Kritiker betätigte. Die letzte Tä- tigkeit richtete er auch gegen die eige- nen Leiſtungen, ſo daß er außer unge- zählten Muſikfeuilletons nur wenig Selbſtändiges publizierte. Jm Jahre 1903 gab er dieſe Tätigkeit auf und ſiedelte nach Berlin über, wo er als Dozent an verſchiedenen Anſtalten wirkte, ſonſt aber ſeinen Studien lebte. Er ſtarb daſelbſt am 23. April 1908. Außer einigen Werken über Muſik u. Muſiker („Heinrich Marſch- ner“; Biogr., 1901. ‒ „Richard Wag *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 88. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/92>, abgerufen am 21.02.2019.