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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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ners Ring der Nibelungen", 1900. -
"Das Singebuch von A. Puschmann
vom Jahre 1584, nebst Originalmelo-
dien des Hans Sachs", 1906) ver-
öffentlichte er

S:

Wunibald Teinert
(Tragikomischer Künstler-R.), 1905. -
Der Märchenkantor (Ein Musiker-
R.), 1908.

*Münzer, Kurt,

geb. am 18. Juni
1879 als Sohn eines Kaufmanns in
Gleiwitz (Oberschlesien), kam mit acht
Jahren nach Berlin, wo er das Gym-
nasium absolvierte, um danach in den
Jahren 1897-1905 in Berlin und
Zürich erst Jura, dann Philosophie
u. zuletzt Kunstgeschichte zu studieren.
Dem letzten Studium entsprang sein
Buch "Die Kunst des Künstlers"
(1905), ein Versuch zu einer prakti-
schen Ästhetik. Nachdem er dann ein
Jahr auf Reisen, vorzugsweise in
Norditalien, zu Studienzwecken zu-
gebracht hatte, trat er 1906 als Re-
dakteur und Dramaturg in ein Ber-
liner Verlagshaus ein.

S:

Das ver-
lorene Lied (4 Einakter; wurde 1908
vom Berliner Staatsanwalt beschlag-
nahmt), 1907. - Der Weg nach Zion
(R.), 1907. - Abenteuer der Seele
(Nn.), 1908. - Schweigende Bettler
(R.), 1909. - Der Strandläufer (Die
Gesch. einer Liebe), 1910. - Ruhm
(Tragikom.), 1910. - Kinder der Stadt
(R.), 1911.

*Münzer, Richard,

geb. am 29.
Juli 1864 in Wien als ältester Sohn
des ob seines philantropischen Wir-
kens rühmlichft bekannten Hof- und
Gerichtsadvokaten Dr. Moritz M., be-
suchte nach vorbereitendem häuslichen
Unterricht das akademische Gymna-
sium in Wien, studierte darauf an
der dortigen Universität die Rechte
und wurde im Mai 1888 zum Dr. jur.
promoviert. Schon als Student dich-
tete er Schau- u. Lustspiele, die ihm
von dem damaligen artistischen Di-
rektionssekretär des Hofburgtheaters
aufmunternde Anerkennungsschrei-
ben eintrugen. Nachdem M. seiner
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Mur
Militärpflicht in einem Dragoner-
regiment genügt hatte und Leutnant
der Reserve geworden war, widmete
er sich der richterlichen Laufbahn,
dem Auditoriat, dem Amte eines Ver-
teidigers in Strafsachen u. etablierte
sich im Herbst 1895 -- nach erfolg-
reicher Bestehung der Advokatenprü-
fung -- als Hof- und Gerichtsadvo-
kat in Wien. Da ihm dieser Beruf
viele Mußestunden ließ, so gab sich
M. mit Eifer philosophischen, ästhe-
tischen und literarischen Studien hin,
als deren Ergebnis er dann später
seine Werke "Bausteine einer Lebens-
philosophie" (1905. 2. A. 1909) und
"Aus der Welt der Gefühle" (1907)
veröffentlichte. Außerdem schrieb er

S:

Starke Menschen (Schsp.), 1905.
- Sein letztes Tagebuch (R.), 1906. -
Ein Vorurteil. Hoffmanns Erzäh-
lungen. Der Teagown (Novellen-
zyklus), 1908.

*Murad Efendi,

ist der türkische
Name für Franz von Werner,
den er aber bei seinem Übertritt in
türkische Dienste zu seinem Familien-
namen machte. Er war der Sohn
eines Gutsbesitzers in Kroatien und
wurde am 30. Mai 1836 in Wien ge-
boren. Er trat frühzeitig in das
österreichische Heer, verließ dasselbe
aber bald, um 1853 ottomanische
Kriegsdienste zu nehmen. Nach dem
Kriege 1856 fand er Verwendung im
ottomanischen Ministerium des Aus-
wärtigen, ward dann dem Großwesier
Mehemed Pascha beigegeben und mit
verschiedenen Missionen betraut, so
1859 nach Bukarest und 1860 nach
Palermo. Jm Jahre 1864 wurde er
zum ottomanischen Konsul für Temes-
var ernannt, 1873 als Generalkonsul
nach Venedig und 1874 in gleicher
Eigenschaft nach Dresden versetzt.
1876 zum Botschaftsrat in Paris de-
signiert, trat er zwar diesen Posten
nicht an, wurde jedoch zu Anfang
1877 vom Großwesier Edhem Pascha,
seinem Gönner, in dessen Kabinett

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Mün
ners Ring der Nibelungen“, 1900. ‒
„Das Singebuch von A. Puſchmann
vom Jahre 1584, nebſt Originalmelo-
dien des Hans Sachs“, 1906) ver-
öffentlichte er

S:

Wunibald Teinert
(Tragikomiſcher Künſtler-R.), 1905. ‒
Der Märchenkantor (Ein Muſiker-
R.), 1908.

*Münzer, Kurt,

geb. am 18. Juni
1879 als Sohn eines Kaufmanns in
Gleiwitz (Oberſchleſien), kam mit acht
Jahren nach Berlin, wo er das Gym-
naſium abſolvierte, um danach in den
Jahren 1897‒1905 in Berlin und
Zürich erſt Jura, dann Philoſophie
u. zuletzt Kunſtgeſchichte zu ſtudieren.
Dem letzten Studium entſprang ſein
Buch „Die Kunſt des Künſtlers“
(1905), ein Verſuch zu einer prakti-
ſchen Äſthetik. Nachdem er dann ein
Jahr auf Reiſen, vorzugsweiſe in
Norditalien, zu Studienzwecken zu-
gebracht hatte, trat er 1906 als Re-
dakteur und Dramaturg in ein Ber-
liner Verlagshaus ein.

S:

Das ver-
lorene Lied (4 Einakter; wurde 1908
vom Berliner Staatsanwalt beſchlag-
nahmt), 1907. ‒ Der Weg nach Zion
(R.), 1907. ‒ Abenteuer der Seele
(Nn.), 1908. ‒ Schweigende Bettler
(R.), 1909. ‒ Der Strandläufer (Die
Geſch. einer Liebe), 1910. ‒ Ruhm
(Tragikom.), 1910. ‒ Kinder der Stadt
(R.), 1911.

*Münzer, Richard,

geb. am 29.
Juli 1864 in Wien als älteſter Sohn
des ob ſeines philantropiſchen Wir-
kens rühmlichft bekannten Hof- und
Gerichtsadvokaten Dr. Moritz M., be-
ſuchte nach vorbereitendem häuslichen
Unterricht das akademiſche Gymna-
ſium in Wien, ſtudierte darauf an
der dortigen Univerſität die Rechte
und wurde im Mai 1888 zum Dr. jur.
promoviert. Schon als Student dich-
tete er Schau- u. Luſtſpiele, die ihm
von dem damaligen artiſtiſchen Di-
rektionsſekretär des Hofburgtheaters
aufmunternde Anerkennungsſchrei-
ben eintrugen. Nachdem M. ſeiner
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Mur
Militärpflicht in einem Dragoner-
regiment genügt hatte und Leutnant
der Reſerve geworden war, widmete
er ſich der richterlichen Laufbahn,
dem Auditoriat, dem Amte eines Ver-
teidigers in Strafſachen u. etablierte
ſich im Herbſt 1895 — nach erfolg-
reicher Beſtehung der Advokatenprü-
fung — als Hof- und Gerichtsadvo-
kat in Wien. Da ihm dieſer Beruf
viele Mußeſtunden ließ, ſo gab ſich
M. mit Eifer philoſophiſchen, äſthe-
tiſchen und literariſchen Studien hin,
als deren Ergebnis er dann ſpäter
ſeine Werke „Bauſteine einer Lebens-
philoſophie“ (1905. 2. A. 1909) und
„Aus der Welt der Gefühle“ (1907)
veröffentlichte. Außerdem ſchrieb er

S:

Starke Menſchen (Schſp.), 1905.
‒ Sein letztes Tagebuch (R.), 1906. ‒
Ein Vorurteil. Hoffmanns Erzäh-
lungen. Der Teagown (Novellen-
zyklus), 1908.

*Murad Efendi,

iſt der türkiſche
Name für Franz von Werner,
den er aber bei ſeinem Übertritt in
türkiſche Dienſte zu ſeinem Familien-
namen machte. Er war der Sohn
eines Gutsbeſitzers in Kroatien und
wurde am 30. Mai 1836 in Wien ge-
boren. Er trat frühzeitig in das
öſterreichiſche Heer, verließ dasſelbe
aber bald, um 1853 ottomaniſche
Kriegsdienſte zu nehmen. Nach dem
Kriege 1856 fand er Verwendung im
ottomaniſchen Miniſterium des Aus-
wärtigen, ward dann dem Großweſier
Mehemed Paſcha beigegeben und mit
verſchiedenen Miſſionen betraut, ſo
1859 nach Bukareſt und 1860 nach
Palermo. Jm Jahre 1864 wurde er
zum ottomaniſchen Konſul für Temes-
vár ernannt, 1873 als Generalkonſul
nach Venedig und 1874 in gleicher
Eigenſchaft nach Dresden verſetzt.
1876 zum Botſchaftsrat in Paris de-
ſigniert, trat er zwar dieſen Poſten
nicht an, wurde jedoch zu Anfang
1877 vom Großweſier Edhem Paſcha,
ſeinem Gönner, in deſſen Kabinett

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 89. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/93>, abgerufen am 19.03.2019.